Schlagwort-Archive: ausgestorben

Die Person Mandela

Zwischen Tradition und Moderne: Im Kampf für die Gleichbehandlung von Schwarzen und Weißen

(Autor: Ghassan Abid)

– MANDELA-Spezial –

Am 18. Juli 1918 erblickte in der südafrikanischen Gemeinde Mvezo in der Provinz Ostkap Nelson Rolihlahla Mandela das Licht der Welt. Sein Vater, ein Mitglied des Königshauses Thembu und Ehemann von vier Frauen, entschied sich für den Namen Rolihlahla, was soviel wie „Am Ast eines Baumes ziehen“ bedeutet. Sinngemäß ist dieser Name mit „Unruhestifter“ zu verstehen. Da jedoch die weißen Südafrikaner der Schulverwaltung – etwa Lehrer – diesen traditionellen Namen der Ethnie Xhosa nicht aussprechen konnten, wurde er fortan mit Mandela angesprochen.      

© Am 18. Juli 1918 erblickte in der südafrikanischen Gemeinde Mvezo in der Provinz Ostkap Nelson Rolihlahla Mandela das Licht der Welt. Anfänglich sehr traditionell aufgewachsen, entwickelte er mit fortschreitendem Alter ein Interesse für die westliche Kultur. Während seiner Zeit als Student begann er sich für die Gleichberechtigung aller Südafrikaner einzusetzen. (Quelle: Wikimedia)

© Am 18. Juli 1918 erblickte in der südafrikanischen Gemeinde Mvezo in der Provinz Ostkap Nelson Rolihlahla Mandela das Licht der Welt. Anfänglich sehr traditionell aufgewachsen, entwickelte er mit fortschreitendem Alter ein Interesse für die westliche Kultur. Während seiner Zeit als Student begann er sich für die Gleichberechtigung aller Südafrikaner einzusetzen. (Quelle: Wikimedia)

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Die letzten Zehn

Nluu, eine von nur noch rund 10 Personen gesproche Sprache, droht auszusterben.

(Autor: Ghassan Abid)

Nluu (auch geschrieben Nǀu, Nǁŋǃk) ist für viele Menschen kein Begriff, den man zuordnen kann. Es handelt sich hierbei um eine Sprache der Bevölkerungsgruppe Khoisan, welche im Süden Afrikas beheimatet ist. Khoisan ist nach geltendem Standpunkt der Ethnologie als der Oberbegriff für die beiden indigenen afrikanischen Völker Khoikhoi und San zu verstehen.

© Die Sprache Nluu wird nur noch von ca. 10 Menschen gesprochen. Ihr Aussterben und damit verbunden ein Stück afrikanisch-indigene Kultur ist vorprogrammiert.

Schon 1973 erklärte das Südafrika der Apartheid die Sprache Nluu als ausgestorben, doch haben Nachforschungen des South African San Institute (SASI) aus den neunziger Jahren ergeben, dass nur 25 Menschen aus Südafrika und dem südlichen Botswana diese Sprache noch sprechen und verstehen können. Heute wird die Anzahl der Nluu-Kenner auf gerade einmal weniger als 10 Personen geschätzt.

Als Ursache für diese Sprachvernachlässigung wird die Bevorzugung anderer Sprachen, etwa Afrikaans oder Tswana, angeführt. Genauso hat das Apartheidsregime und die einstige Rivalität mit den zahlenmäßig überlegenen Bantu-sprechenden Gruppen (z.B. Zulus und Xhosa) nach Auffassung von Sprachwissenschaftlern zur drohenden Ausrottung von Nluu geführt.

Den Linguisten Grace Humphreys und Nigel Crawhall ist es gelungen, einige Tonaufzeichungen des auf das Schnalzen basierenden Sprechverhaltens dieser indigenen Ethnie festzuhalten.