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Spielergebnis zum arabischen Bruderspiel

Tunesiens Mittelfeldspieler Youssef Msakni bezwingt die Algerier mit einem Last-Minute-Tor

(Autor: Ghassan Abid)

– Afrika-Cup 2013-Spezial –

Um 19 Uhr MEZ ist das „arabische Bruderspiel“ zwischen Algerien und Tunesien im südafrikanischen Rustenburg vom gambischen Schiedsrichter Bakary Papa Gassama angepfiffen worden. In der sogenannten „Todesgruppe D“, in der auch die Elfenbeinküste als großer Favorit des Afrika Cups 2013 ist, waren beide Mannschaften bemüht, das erste Spiel zu gewinnen.

© Der beim katarischen Profiverein Lekhwiya Sports Club unter Vertrag stehende tunesische Mittelfeldspieler Youssef Msakni schoss in der 90. Minute das Führungs- und Siegestor für Tunesien. Obwohl die algerische Mannschaft in der ersten Halbzeit stärker überzeugte als die Tunesier, gehen die Wüstenfüchse mit einer Niederlage in ihr Quartier zurück. (Quelle: flickr/ orange_sn)

© Der beim katarischen Profiverein Lekhwiya Sports Club unter Vertrag stehende tunesische Mittelfeldspieler Youssef Msakni schoss in der 90. Minute das Führungs- und Siegestor für Tunesien. Obwohl die algerische Mannschaft in der ersten Halbzeit stärker überzeugte als die Tunesier, gehen die Wüstenfüchse mit einer Niederlage in ihr Quartier zurück. (Quelle: flickr/ orange_sn)

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Afrika Cup 2013 in Südafrika

Bafana Bafana stößt in Gruppe A auf Angola, Marokko und Kap Verde. Den Sieg von 1996 wiederholen.

(Autoren: Ghassan Abid, 2010sdafrika-Redaktion)

– Afrika-Cup 2013-Spezial –

Am 19. Januar 2013 wird in Johannesburg die Eröffnungspartie des „Orange Africa Cup of Nations, South Africa 2013“ – kurz: Orange AFCON – zwischen Südafrika und Kap Verde angepfiffen. Über 87.000 Zuschauer fiebern an diesem Tag im Soccer City-Stadion mit.

    © Vom 19. Januar bis 10. Februar 2013 wird Südafrika den Afrika Cup 2013 als Gastland austragen. 16 Mannschaften in vier Gruppen kämpfen um den begehrten Pokal. Südafrika trifft in Gruppe A auf Kap Verde, Marokko und Angola. Die "Todesgruppe D" wird als die schwerste und spielerisch beste Gruppe gewertet. Bereits 1996 traten am Kap die verschiedenen afrikanischen Fußballnationen gegeneinander an, in dessen Folge die Südafrikaner bislang einmalig mit einem 2:0 gegen Tunesien als Cup-Sieger hervorgingen. 2010 fand die erste afrikanische Fußball-WM ebenfalls in Südafrika statt. (Quelle: BrandSouthAfrica/ MediaClubSouthAfrica.com)

© Vom 19. Januar bis 10. Februar 2013 wird Südafrika den Afrika Cup 2013 als Gastland austragen. 16 Mannschaften in vier Gruppen kämpfen um den begehrten Pokal. Südafrika trifft in Gruppe A auf Kap Verde, Marokko und Angola. Die „Todesgruppe D“ wird als die schwerste und spielerisch beste Gruppe gewertet. Bereits 1996 traten am Kap die verschiedenen afrikanischen Fußballnationen gegeneinander an, in dessen Folge die Südafrikaner bislang einmalig mit einem 2:0 gegen Tunesien als Cup-Sieger hervorgingen. 2010 fand die erste afrikanische Fußball-WM ebenfalls in Südafrika statt. (Quelle: BrandSouthAfrica/ MediaClubSouthAfrica.com)

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Südafrikaner fühlen sich von FIFA „verarscht“

Warum die WM in erster Linie keinen Gewinn für Südafrika darstellt

(Autor: Ghassan Abid)

Gewaltig war im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft die Freude in Südafrika. „We will befenit from this event“ (zu Deutsch: Wir werden von dieser Veranstaltung profitieren), so die einstige These in den südafrikanischen Medien. Ob in Kapstadt, Durban oder Johannesburg – überall erwartete man mit großer Spannung das bisher größte Spektakel auf dem afrikanischen Kontinent und einen fiskalischen Gewinn für die Nation und den einzelnen Bürger. Doch spätestens als bekannt wurde, dass die WM-Hymne auf dem afrikanischen Kontinent nicht an einen (süd)afrikanischen Sänger vergeben wurde, empfand man den Song „This time for Africa“ der Lateinamerikanerin Shakira als reinen Zynismus.

Mittlerweile hat sich eine Gruppe von südafrikanischen Künstlern etabliert, die „Creative Workers‘ Union of SA“ (CWUSA), welche öffentlich die FIFA anprangert und in der Vergangenheit sogar zu einem Boykott des WM-Eröffnungskonzertes aufgerufen hatte. Ihre Kritik erhielt inbesondere nach dem Ausscheiden von Bafana Bafana in der Vorrundenphase viel Resonanz. Auch die staatliche Rundfunkanstalt „South African Broadcasting Corporation (SABC)“ hat den Unmut seiner Zuschauer und Hörer zur Kenntnis nehmen müssen, sodass zumindest in den Radiosendern zunehmend nur afrikanische Musik zu hören ist.

Die „Fédération Internationale de Football Association“, kurz FIFA, hat klare Vorgaben zur Vergabe einer Weltmeisterschaft an das Gastland aufgestellt. Im „Reglement“ zur WM 2010 betont die FIFA, dass die Meisterschaft eine „Veranstaltung der FIFA“ ist. Der südafrikanische Fußballverband SAFA und das Lokale Organisationskomitee (LOC) erhalten hierbei nur die Funktion des „ausrichtenden Verbandes„. Zwischen FIFA und SAFA sind daher zahlreiche Übereinkünfte abgeschlossen worden, die den Gestaltungsspielraum der Südafrikaner stark einschränken. Im Reglement, dem Basispapier der FIFA mit dem Gastland, ist notiert: „Der ausrichtende Verband unterliegt der Überwachung und der Kontrolle der FIFA, die in allen Punkten bezüglich der Weltmeisterschaft letztinstanzlich entscheidet. Die Entscheidungen der FIFA sind endgültig„. Es ist hierbei ersichtlich, dass SAFA zum ausführenden Instrument des Züricher Weltfußballverbandes umfunktioniert wurde. Der Veranstaltungsvertrag, das Pflichtenheft, die FIFA-Richtlinien und -Zirkularen sowie FIFA-Statuten und -Reglementen ermöglichen der FIFA schließlich die totale Kontrolle über die südafrikanischen „Partner“.

Neben der Kontrolle über SAFA und LOC, erlaubt sich die FIFA ebenfalls einem Verzicht von jeglicher Verantwortung. So ist im Punkt 2.3. des Reglements notiert: „Der ausrichtende Verband entbindet die FIFA von jeglicher Verantwortung und verzichtet auf jegliche Ansprüche gegenüber der FIFA und ihren Delegationsmitgliedern für Schäden durch irgendeine Handlung oder Unterlassung in Zusammenhang mit der Organisation und dem Ablauf der Weltmeisterschaft„. Im Gegenzug dürfen die Südafrikaner in Zusammenarbeit mit der Regierung Südafrikas unter anderem für die Wahrung von Sicherheit und Ordnung im Innen- und Aussenbereich der Stadien die gesamte Last tragen.

© WM-Maskottchen Zakumi und Bälle wurden in China produziert (Quelle: Ndaba Dlamini/ MediaClubSouthAfrica.com)

Doch wie verhält es sich überhaupt bei den Gewinnen. Klar ist, dass die FIFA ihre wachende Hand über sämtliche Erträge aus Sponsorenverträgen sowie Übertragungsrechten hält und diese strikt nach Zürich abfließen. Experten erwarten allein für die WM 2010 einen Gewinn in Höhe von 2 bis 3 Milliarden Dollar, die die FIFA kassieren wird. Während Maskottchen Zakumi und Fußbälle in Asien und nicht auf dem afrikanischen Kontinent produziert wurden, obliegt nach Punkt 14.1. des Reglements die Hoheit über gewerbliche Erträge ebenfalls allein beim Weltfußballverband: „Alle gewerblichen Rechte in Bezug auf die Weltmeisterschaft liegen bei der FIFA und werden von ihr kontrolliert“.

Zwar werden Einnahmen aus der Verwertung der gewerblichen Rechte für Vorrundenspiele und aus dem Eintrittskartenverkauf dem ausrichtenden Verband, also den Südafrikanern, zugesprochen, aber erweisen sich diese Summen in Anbetracht der Gelder aus Sponsorenverträgen und TV-Übertragungsrechten als fiskalisch obsolet. Ferner kommt hinzu, dass diese Einnahmen an die Südafrikaner gewissen Ausgaben unterliegen, die unter anderem abermals an die FIFA abgeführt werden müssen. Andere Kosten, etwa Infrastrukturmaßnahmen oder der Stadionbau, werden ausschließlich von der südafrikansichen Regierung übernommen. Wenn man sich diese Situation vor Augen hält, dann ist es verständlich, dass vor allem der kleine Mann im Lande sauer auf die FIFA ist, welche nun gerne auch als „FIFA-Mafia“ bezeichnet wird. Straßenhändler, Künstler und Gewerbetreibende beklagen die Verbotspraxis der FIFA im Stadion und in Umgebung sowie in den Fanmeilen.

Da es sich um eine afrikanische WM handelt, wie von der FIFA mehrfach betont, wäre es angebracht den Armen und Bedürftigen vom 11. Juni bis zum 11. Juli 2010 einen Nutzen von ihrer WM zu ermöglichen. Schlussfolgernd kann die Zusammenarbeit zwischen der FIFA – welche übrigens den Status einer gemeinützigen Organisation in der Schweiz unterhält und somit von der Steuerpflicht befreit ist – und den südafrikanischen Ausrichtern als nicht gleichberechtigt bewertet werden:

– Ungleiches Verhältnis bei der Arbeitsbelastung

– Ungleiches Verhältnis bei der Gewinnbeteiligung

– Ungleiches Verhältnis bei Rechten und Pflichten.

Doch die wahren Verlierer dieser WM ist nicht die südafrikanische Nationalmannschaft Bafana Bafana, sondern der kleine Mann, der von „seiner WM“ keinen fiskalischen Gewinn erzielen durfte. Die FIFA müsse, weil sie einen gemeinnützigen Charakter vertritt und keine privatwirtschaftliche Organisation [zumindest offiziell] darstellt, den Ärmsten im Ausrichterland die Möglichkeit einer Gewinnbeteiligung ermöglichen. In punkto soziales Profil hat die Fédération Internationale de Football Association schlichtweg versagt.

Reglement der FIFA zur WM 2010:

http://de.fifa.com/mm/document/tournament/competition/56/42/69/fifawcsouthafrica2010inhalt_d.pdf

Creative Workers‘ Union of SA“ (CWUSA):

http://www.vansa.co.za/resources/profile-creative-workers-union-of-south-africa-cwusa.html/

Kritischer WM-Artikel der Bundeszentrale für politische Bildung:

http://www.bpb.de/themen/Q7O169,0,Eine_Fu%DFballWM_ist_das_letzte_was_S%FCdafrika_braucht.html

2010sdafrika-Hintergrundartikel zum Bilbao-Effekt:

https://2010sdafrika.wordpress.com/2010/05/11/„bilbao-effekt“-bestimmt-erfolg-sportlicher-mega-events/