Schlagwort-Archive: Bank

Südafrikas Zentralbank in der Kritik

Bürgerbeschwerden und Aufstockung von Managergehältern trotz massivem Verlustgeschäft

(2010sdafrika-Redaktion)

© Die südafrikanische Zentralbank SARB hat mit der Einführung neuer Banknoten zahlreiche Beschwerden von Bürgern erhalten. Zudem macht die Staatsbank im aktuellen Geschäftsjahr ein Verlust von rund 1,3 Milliarden Rand, umgerechnet knapp 100 Millionen Euro. Gleichzeitig steigen die Managergehälter. (Quelle: SARB)

© Die südafrikanische Zentralbank SARB hat mit der Einführung neuer Banknoten zahlreiche Beschwerden von Bürgern erhalten. Zudem macht die Staatsbank im aktuellen Geschäftsjahr ein Verlust von rund 1,3 Milliarden Rand, umgerechnet knapp 100 Millionen Euro. Gleichzeitig steigen die Managergehälter. (Quelle: SARB)

Am Wochenende griff die Presse vereinzelt das Meinungsbild innerhalb der Bevölkerung auf, wonach die neuen Banknoten mit Mandela-Abbildern leicht zu fälschen seien. Die „South African Reserve Bank (SARB)“ bestätigte bereits den Eingang mehrerer Beschwerden von Bürgern, die das Material der Banknoten bemängeln und darauf aufbauend die Fälschungssicherheit der neuen Noten infrage stellen.

Die SARB mahnte nun die Öffentlichkeit an, sich mit den neuen Sicherheitseigenschaften der Banknoten vertraut zu machen und die Geldscheine genauer unter die Lupe zu nehmen. „Die südafrikanischen Banknoten sind nach höchsten internationalen Sicherheitsstandards produziert worden“, heißt es von Staatsbank in Pretoria.

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Kap-Kolumne: FNB und kein Ende?

Geldinstitut friert auf Druck der USA NGO-Konten ein. Sozialministerium Südafrikas sieht keinen Anlass

(Autor: Detlev Reichel ist der Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals. Als Missionskind, Sozialist und einstiger Westberliner Anti-Apartheids-Aktivist berichtet er aus und zu Südafrika.)

Die südafrikanische First National Bank hat die Konten der Al-Aqsa Foundation of South Africa (AFSA) eingefroren. FNB handele auf Druck des US-amerikanischen Finanzministeriums, heißt es in einer Erklärung der Al-Aqsa Stiftung. Danach begründe FNB seine „geschäftliche Entscheidung“ mit der Drohung, von ausländischen Finanznetzwerken ausgeschlossen zu werden, die den außenpolitischen Richtlinien der US-Regierung unterworfen sind. Es habe „keine Wahl“, argumentiere das Geldinstitut, weil AFSA auf einer schwarzen Liste des „Office of Foreign Assets Control (OFAC)“ erscheine – einer Exportkontrollbehörde des US-Finanzministeriums.

© Die südafrikanische First National Bank (FNB) hat die Konten der Al-Aqsa Foundation of South Africa (AFSA) auf Druck der USA eingefroren. AFSA ist eine rechtmäßige NGO, die vom Sozialministerium Südafrikas als solche voll akzeptiert wird. Die FNB steht erneut in der Kritik. (Quelle: flickr/ modenadude)

© Die südafrikanische First National Bank (FNB) hat die Konten der Al-Aqsa Foundation of South Africa (AFSA) auf Druck der USA eingefroren. AFSA ist eine rechtmäßige NGO, die vom Sozialministerium Südafrikas als solche voll akzeptiert wird. Die FNB steht erneut in der Kritik. (Quelle: flickr/ modenadude)

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FNB-Bank entzürnt ANC

Werbekampagne provoziert Regierung und Partei. Zuschauer reagieren mit Unverständnis auf ANC

(2010sdafrika-Redaktion)

In Südafrika erhitzen sich die Gemüter manchmal schneller als sonst wo auf der Welt. Eine am 17. Januar 2013 gestartete Werbekampagne der First National Bank (FNB) unter dem Titel „You Can Help“, bringt die Hoffnung und Kritik mehrerer Schüler der Naledi-Oberschule in Soweto zum Ausdruck. Allerdings kam es nun anders als geplant.

© Die First National Bank (FNB), eine der größten Banken Südafrikas im Privatbesitz, hat am 17. Januar 2013 die Werbekampagne „You Can Help“ gestartet, in der Schulkinder aus Soweto ihren Unmut über die Politik im Lande zum Ausdruck bringen. Die ANC-Regierungspartei und das Präsidialamt kritisierten die Bank in scharfer Form. (Quelle: flickr/ Shine 2010 - 2010 World Cup good news)

© Die First National Bank (FNB), eine der größten Banken Südafrikas im Privatbesitz, hat am 17. Januar 2013 die Werbekampagne „You Can Help“ gestartet, in der Schulkinder aus Soweto ihren Unmut über die Politik im Lande zum Ausdruck bringen. Die ANC-Regierungspartei und das Präsidialamt kritisierten die Bank in scharfer Form. (Quelle: flickr/ Shine 2010 – 2010 World Cup good news)

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Forbes-Liste der 40 reichsten Afrikaner

Die zwölf reichsten Südafrikaner sind männlich, Akademiker, meist über 60, weiß und leben in Kapstadt

(Autor: Ghassan Abid)

Vor wenigen Tagen veröffentlichte das renommierte New Yorker Wirtschaftsmagazin Forbes eine aktualisierte Liste der 40 reichsten Afrikanern. Diese stammen mehrheitlich aus Südafrika, Nigeria und Ägypten. Insgesamt zwölf Unternehmer vom Kap schafften es gemessen am eigenen Geldvermögen ins Ranking. Die Summen sind an Werte bis zum Stand November 2012 angelehnt.

© Nicky Oppenheimer ist der reichste Südafrikaner und schaffte es mit einem Eigenkapitalvermögen von 6,4 Milliarden US-Dollar auf Platz 2 der Forbes-Liste zu den 40 reichsten Afrikanern. Der in Johannesburg lebende Oppenheimer verdient sein Geld mit dem Handel von Diamanten. (Quelle: flickr/ AWDC Pr and Com)

© Nicky Oppenheimer ist der reichste Südafrikaner und schaffte es mit einem Eigenkapitalvermögen von 6,4 Milliarden US-Dollar auf Platz 2 der Forbes-Liste der 40 reichsten Afrikaner. Der in Johannesburg lebende Oppenheimer verdient sein Geld mit dem Handel von Diamanten. (Quelle: flickr/ AWDC Pr and Com)

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Diplomatischer Wettbewerb um Südafrika

US-Außenministerin Hillary Clinton stellt Chinas Vorherrschaft in Frage. Ein Arbeitsbesuch mit vollem Erfolg

(Autor: Ghassan Abid)

In dieser Woche hält sich US-Außenministerin Hillary Clinton während ihrer Afrikareise unter anderem für ganze vier Tage in Südafrika auf. Viel wurde gesprochen und zahlreiche Entscheidungen sind getroffen worden. Begleitet wurde sie von einer hochrangigen amerikanischen Wirtschaftsdelegation aus den Bereichen Luftfahrt, Energie und Schifffahrt.

© US-Außenministerin Hillary Clinton bei einer Zusammenkunft mit Südafrikas Außenministerin Maite Nkoana-Mashabane in Pretoria. Die USA kämpfen um die Gunst Südafrikas und stellen somit die Vorherrschaft Chinas am Kap durchaus provokativ in Frage. (Quelle: flickr/ State Department I Public Domain)

© US-Außenministerin Hillary Clinton bei einer Zusammenkunft mit Südafrikas Außenministerin Maite Nkoana-Mashabane in Pretoria. Die USA kämpfen um die Gunst Südafrikas und stellen somit die Vorherrschaft Chinas am Kap durchaus provokativ in Frage. (Quelle: flickr/ State Department I Public Domain)

Am vergangenen Montag nahmen am Wirtschaftstreffen „U.S.-South Africa Business Partnership Summit“ in Johannesburg rund 200 führende Geschäftsleute aus beiden Staaten teil. Clinton äußerte die US-Ambitionen, verstärkt in die südafrikanische Infrastruktur investieren zu wollen. Das gegenwärtige Handelsvolumen zwischen den USA und Südafrika beträgt 22 Milliarden US-Dollar, während das südafrikanisch-chinesische Volumen mit 25,6 Milliarden US-Dollar beziffert wird und somit höher liegt.

US-Außenministerin Hillary Clinton auf dem „U.S.-South Africa Business Partnership Summit“ in Johannesburg

Südafrika ist der wichtigste Abnehmermarkt für US-amerikanische Güter auf dem afrikanischen Kontinent. Im vergangenen Jahr sind US-Güter im Wert von 6 Millionen US-Dollar nach Südafrika importiert worden. Hillary Clinton betonte aber ihr persönliches Anliegen, noch mehr afrikanischen Gütern einen Zugang zur amerikanischen Volkswirtschaft zu ermöglichen. Der „African Growth and Opportunities Act (AGOA)“, einem US-Gesetz zur Förderung von afrikanischen Gütern mittels Gebühren- und Kontingentfreiheit, dient genau diesem Zweck. Eine Fortsetzung dieses Handelsgesetzes müsse zunehmend im Interesse der Südafrikaner abgewickelt werden, heißt es aus diplomatischen Kreisen.

Genauso haben die „Export-Import Bank of the United States (Ex-Im Bank)“ und die „Industrial Development Corporation of South Africa (IDC)“ die Erklärung „Declaration of Intent (DoI)“ unterzeichnet, welche mit einem Finanzvolumen von bis zu 2 Milliarden US-Dollar ausgestattet ist. Die Ex-Im Bank ist ein staatliches Kreditinstitut, die die US-politischen Ziele im Ausland verwirklichen und US-Unternehmen bei Exportgeschäften mit Geldgarantien unterstützen soll. In der amerikanisch-südafrikanischen Vereinbarung geht es konkret um die Gewährung von Darlehen für US-Investitionen im südafrikanischen Energiesektor. In diesem Zusammenhang sollen, so südafrikanische Pressemeldungen, die Stromkapazitäten des staatlichen Energieversorgers ESKOM um mehr als 50.000 Megawatt ausgebaut werden; größtenteils aus Erneuerbaren Energien.

Außerdem wird die staatliche US-Behörde für Entwicklungszusammenarbeit USAID rund 150 Millionen US-Dollar für Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zur Verfügung stellen, um auf diesem Weg mehr als 20.000 Arbeitsplätze schaffen zu können. Ferner hat Hillary Clinton mit der südafrikanischen Außenministerin Maite Nkoana-Mashabane einerseits einen „Strategischen Dialog“ zu außenpolitischen Themen geführt, andererseits mit dem Gesundheitsminister Aaron Motsoaledi die Partnerschaft „Partnership Framework Implementation Plan (PFIP)“ abgeschlossen. Letzteres sieht einen Fahrplan für ein AIDS-freies Südafrika bis 2017 vor. Mittelfristig wollen sich die Amerikaner jedoch aus ihren AIDS-Förderungen in Südafrika komplett zurückziehen, nachdem die Regierung in Pretoria die US-Hilfe mittlerweile für nicht mehr notwendig hält.

US-Außenministerin Hillary Clinton über die Ergebnisse ihrer Unterredungen mit der südafrikanischen Außenministerin Maite Nkoana-Mashabane.

Der Besuch der US-amerikanischen Außenministerin und wichtiger Wirtschaftsrepräsentanten ist unstrittig in erster Linie gegen China gerichtet. Die USA verfolgen die zunehmende Distanzierung Südafrikas im Hinblick auf die Ausweitung der Süd-Süd-Kooperationen mit großem Unbehagen. Mehrere ANC-Politiker haben sich in diesem Jahr sehr kritisch gegenüber dem Westen geäußert. Dementsprechend sind die USA nun in der Pflicht, noch mehr auf die Bedürfnisse der Südafrikaner einzugehen. China wird in naher Zukunft erneut nachziehen – dies ist jetzt schon sicher. Der Wettbewerb der Amerikaner und Chinesen um den Partner Südafrika läuft auf Hochtouren.

„I am a proud member of the ANC“

A guest article by Sibusiso Buthelezi, blogger on www.thesbu.com

– ANC-SPEZIAL: 100 JAHRE –

© Sibusiso Buthelezi - proudly ANC member, former head in Gauteng Department of Public Transport, Roads and Work AND blogger on http://www.thesbu.com

Deutsche Zusammenfassung:

Mit 15 Jahren widmete sich Sibusiso Buthelezi dem Afrikanischen Nationalkongress, einer Organisation zur Vertretung der Rechte von Schwarzen. Frustiert musste er die Bevorzugung von Weißen bei Toiletten, Banken, Menschenschlangen oder Geschäften ertragen. Schilder, die mit „Whites only“ versehen waren, dominierten das Leben im Südafrika der Apartheid. Buthelezi kann sich erinnern, dass Weiße innerhalb der Geschäfte kaufen durften, während Schwarze ihren Einkauf vom Außenfenster aus abwickeln mussten. Der ANC bot ihm deshalb die Hoffnung, sich dieser Benachteiligung zu befreien. Buthelezi betrachtete den Kampf des ANC nicht als einer gegen die Weißen gerichtet, sondern vielmehr gegen ein „System des instrumentalisierten Rassismus“. Seine ANC-Mitgliedschaft verbindet er mit Eigenschaften wie Stolz und Ehre, betont Buthelezi. Der ANC ermöglichte ihm eine Beschäftigung in der Kommunal- und Länderverwaltung, wurde jedoch später durch die selbe Partei „schlecht behandelt“. Der ANC müsse noch lernen, die Fähigkeit einer führenden Partei anzunehmen, so die selbstkritische Ansicht des Parteimitglieds. Doch auf der heutigen Jahrhundertfeier besinnt sich der ANC in erster Linie auf glorreiche und vor allem auf die gefallenen Genossen. Dieser Tag widmet sich dem alten ANC-Kader wie Oliver Tambo, Walter Sisulu, Solomon Mahlangu, Bathandwa Ndondo und allen voran Nelson Mandela.

© ANC is remembering today freedom fighters like Oliver Tambo, Walter Sisulu, Solomon Mahlangu, Bathandwa Ndondo and above all Nelson Mandela.

Guest article in English:

I am a member of the African National Congress – and I am proud to be associated with this glorious revolutionary movement. I was 15 years old (1982), my late father advised that I go find the ANC as it was the only true representative of the aspirations of the people of South Africa. I had been frustrated by the „Whites only“ signs in toilets, bank queues and some shops – blacks had to buy from the window outside the shops. Schools for whites were much better than the schools I went to.

I joined the ANC with the hope of liberation. I had anger and hatred towards whites and the police. The ANC comrades that I met, way back in 1983, moved quickly to remove all racial and ethnic thoughts that lingered in my mind. By 1984 I had been exposed to the most advanced thinking about the world we live in. From the various reading materials that we brought to my house by the ANC cadres, I understood the primacy of democracy, that the struggle against apartheid was not a gripe against whites as a racial group. That ours was a principled struggle against a system of institutionalized racism. This became very clear in 1985 when Oliver Tambo commanded that the youth render the country ungovernable, thus making apartheid unworkable.

This is the ANC I joined, this is the ANC I am proud and honoured to be associated with. The ANC that taught me the principles of non-racialism and non-sexism. This is the ANC of Oliver Tambo, Walter Sisulu and Nelson Mandela. This is the ANC that produced Thabo Mbeki. The ANC of Solomon Mahlangu and Bathandwa Ndondo. The ANC that taught us never to betray the masses of our people, the thousands of ordinary people, the overwhelming majority of whom are working class Africans, who through their daily experiences, struggle and battle against adversities, together as comrades, in pursuance of the vision of a South Africa that would be a better place for all its people.

At university I got to understand the Strategies and Tactics of the ANC, the strategic content of which is the total emancipation of the black people in general, and the Africans in particular. I learned the skills of organizing communities around their basic needs. The ANC gave me the privilege of participating in the transformation of government, from municipalities to provincial administration. Two years ago, the very same ANC treated me badly (see my blog http://www.thesbu.com) – that notwithstanding, I have been long in this organization to know that it has the capacity for introspection, self-criticism and corrective action.

I know and understand that the ANC was not well prepared to adapt to being a ruling party with control over state machinery and resources potentially for patronage. This ANC is now grappling with challenges it never prepared for, the competition for elected positions and government posts, the reality of being an open organization, that draws within its ranks even the most unscrupulous in society. It is such deviant characters that have occupied the driving seat at all levels of the organization. But this organization has survived for 100 years. I have no doubt it will cleanse itself – drawing from its capacity to introspect, self-criticise and take corrective action.

I am a proud member of the ANC. The ANC has a proud history of struggle; my generation will live to reclaim the proud character of this organization.

As we reach the critical milestone of the ANC Centenary – we owe it to the fallen hero’s to bring integrity and sacrifice back to this glorious movement of the people of South African.