Schlagwort-Archive: Bedürftige

Tue Gutes und übernehme Verantwortung

Südafrikanisches Botschaftsteam hilft anlässlich des Mandela-Tags in Bahnhofsmission am Berliner Zoo aus

(Autor: Ghassan Abid)

Anlässlich des vergangenen Nelson Mandela International Day am 18. Juli 2015 begab sich das Team der südafrikanischen Botschaft in Deutschland einen Tag zuvor in die Berliner Bahnhofsmission. Am Zoologischen Garten haben die Südafrikaner im Zeitfenster von 5.00 bis 23.00 Uhr Gutes getan. Sie unterstützten Bedürftige und Notleidende. Ganz im Sinne der Lebensleistung Mandelas, der am Gedenktag seinen Geburtstag hatte.

South African Embassy, Berlin

© Am 17. Juli 2015 hatte das Team der südafrikanischen Botschaft in Deutschland in der Berliner Bahnhofsmission ausgeholfen. Anlässlich des internationalen Mandela-Tags leistete man Gutes. Die Obdachlosen wurden vom diplomatischen Personal verköstigt und bedient. (Quelle: South African Embassy in Germany)

Weiterlesen

Werbeanzeigen

Hilfe – die etwas andere Art

Ein Reisebericht zu Kapstadt und KwaZulu-Natal – Teil 4

(Autorin: Annemarie Köster)

Auf Grund meiner Erfahrungen mit sogenannten Solidaritätsspenden, die ich bis 1989 jahrzehntelang in nicht unwesentlichem Umfang geleistet habe, wollte ich nun etwas anderes ausprobieren.

Ich erfuhr von einem nach Südafrika ausgewanderten Paar, das sich speziell um Hilfe für Kinder bemüht und wurde von ihnen eingeladen. Da ich mir vor Ort erst mal selbst ein Bild machen wollte, habe ich lediglich im Bekanntenkreis ein paar Spenden gesammelt – ca. 100,00 Euro.

Ursprünglich hatte ich an Kinder in Waisenhäusern gedacht. Dann habe ich aber erfahren, daß die Heime, von unterschiedlichen Organisationen geführt, auf verschiedene Art unterstützt werden. Nicht nur Waisen und Straßenkinder sondern auch solche aus Problemfamilien finden Aufnahme– teilweise bis zum Alter von 21 Jahren.

© Lebensmittelkauf

Schnell ließ ich mich überzeugen, daß mein weniges Geld besser für zwei bedürftige Familien – konkret für Frauen, die mit ihren Kindern und Enkeln allein leben – ausgegeben werden sollte. So sind wir erst einmal zum nächsten Supermarkt gefahren. Es war bekannt, was speziell verwendet wurde und wir haben von Maismehl über Zucker, Milch und Brot bis zu Öl, Obst und Gemüse verschiedene Lebensmittel – natürlich auch ein paar Süßigkeiten – besorgt.

Dazu kamen – wegen des Kälteeinbruchs zu dieser Zeit – ein paar Jogging-Anzüge für die Kinder. Die Sachen haben wir den Familien nach Hause gebracht.

© Hilfebedürftiges Kind

© Hilfebedürftiges Kind

Auf diese Weise habe ich Dörfer kennengelernt, die auf den ersten Blick eigentlich recht idyllisch aussahen. Ein weites, grünes Hügelland mit verstreut stehenden traditionellen Rundhütten aber auch neueren viereckigen Steinhäuschen. Hier und da ein paar magere Kühe, Ziegen oder Hühner. Keinerlei Obst- oder Gemüsegärten.

Bei näherem Hinsehen ist von der Idylle jedoch nichts übrig geblieben. Es gab zumeist keine befestigten Straßen (glücklicherweise war es trocken), nur teilweise Strom und keine privaten Wasseranschlüsse. Wasser mußte von den öffentlichen Zapfstellen zu den Hütten getragen werden – oft eine Aufgabe der Kinder. Die Häuser liegen einfach zu weit auseinander und es ist zu teuer, einzelne Wasserleitungen zu verlegen.

Eine weitere Erkenntnis war, daß das Leben in den traditionell gewachsenen Dörfern nicht zu vergleichen ist mit dem Leben in den riesigen Townships am Rande der großen Städte auch wenn es äußerlich ähnlich zu sein scheint.

© Tristes Township-Leben

Das Gefühl, nun etwas Gutes getan zu haben für Bedürftige, hat sich bei mir eigentlich nicht so recht eingestellt. Eher habe ich die Erkenntnis gewonnen, daß man einen so kleinen Betrag auf diese Weise zwar effektiv verwenden kann aber es ist unbedingt Hilfe zur Selbsthilfe nötig. Wie das aussehen könnte? Ich habe keine Ahnung. Dazu ist mehr nötig als nur mal gesehen zu haben, wie man in südafrikanischen Dörfern lebt. Mit europäischen Vorstellungen von Hilfsprojekten kommt man hier sicherlich nicht weiter.

Hilfe – die etwas andere Art (Kapstadt 2008)

2008 habe ich mir als Abschluß all’ meiner Sprachschulaufenthalte ein paar Wochen Einzelunterricht gegönnt. Das beinhaltete auch diverse Exkursionen.

Zusammen mit einer anderen Lehrerin und ihrer Klasse führte uns unsere letzte Exkursion in das Saartjie Bartman Centre für Frauen und Kinder in Manenberg, Cape Flats. Das ist eine Einrichtung, in die sich misshandelte Frauen mit ihren Kindern für einige Zeit flüchten können, um Entscheidungen über ihr weiteres Leben zu treffen: http://www.saartjiebaartmancentre.org.za/.

© Überraschungsbesuch

Wir organisierten eine kleine vorzeitige Weihnachtsfeier. Einer unserer Schweizer Mitstudenten musste der Weihnachtsmann sein. Es war ein interessanter Vormittag. Die 100 Euro für bedürftige Kinder, die ich wieder in Deutschland gesammelt hatte, waren bereits an meine Freunde in KwaZulu- Natal überwiesen. (Sie wurden später ratenweise einer jungen Frau zum Lebensunterhalt zur Verfügung gestellt, die im Rollstuhl sitzen muß, weil sie als Kind in eine Schießerei geriet).

Aber es ist für uns Europäer nicht teuer, Kinder glücklich zu machen, und es ist uns sicherlich ein wenig gelungen

Weitere Reiseberichte von Annemarie Köster hier abrufbar..

Township-Tour

Ein Reisebericht zu Kapstadt – Teil 3

(Autorin: Annemarie Köster)

Auch Kapstadt hat seine Townships zur Seite. Man sieht sie schon am Weg vom Flughafen in die Stadt.

Im November 2001 besuchten wir Crossroads, nachdem wir Langa und Gugulethu durchfahren hatten. Die Tour wurde von der Sprachenschule organisiert und dauerte ca. 4 Stunden.

Patrick Poni, unser Tourguide, ein Absolvent der Universität Cape Town in Sozialwissenschaften war damals bei Satour als Reiseleiter tätig.

Wir lernten während einer Zusammenkunft mit Einwohnern in einem Shebeen, einer Art Ausschank mit Sitzgelegenheit, Rolf kennen, einen Schweizer, der in Crossroads ein Musikprojekt betreut. Die erste CD des IMBACA PRIMARY CROSSROADS CHOIR konnten wir bei Rolf für eine Spende erhalten.

Wir besuchten eine Einwohnerin, die uns mit Kaffee, Tee und selbstgebackenem Kuchen bewirtete. (Es melden sich immer andere Familien und bekommen das natürlich bezahlt). Wir kamen wie zu einer guten Nachbarin. Leider habe ich ihren Namen nicht behalten, aber ein hübsches gemeinsames Foto klebt in meinem Album. Was mich anfangs am meisten überrascht hat, war die Einrichtung mit Schrankwand mit Fernseher und Couchgarnitur, nicht nur bei unserer Gastgeberin sondern auch überall, wo wir im Vorbeifahren oder -gehen in offene Häuser schauen konnten. Also nicht unbedingt das, was man sich so unter „afrikanisch“ vorstellt. Township-Bewohner sind eben ganz „normale“ Leute wie du und ich. Wir sahen neben den Steinhäusern aber auch Shacks – Wellblechhütten mit etwa nur einer Liegestatt.

© Großmutter mit Kindern

Fotografieren ist gar kein Problem – man sollte es nur nicht aus dem Bus heraus tun. Kaum waren wir ausgestiegen, umringten uns Kinder, die sich in Positur warfen, sobald sie einen Fotoapparat sahen. (Das habe ich in Südafrika überall erlebt) Wenn ich gerade nicht am Fotografieren war, habe ich den Apparat aber vorsichtshalber in der Tasche gelassen. Keine Ahnung, ob das notwendig war. Ich habe es mir in Südafrika einfach angewöhnt. Mir hätte man auch nicht – wie es jungen Deutschen in Langa passierte – mehrere hundert Euro oder die Schlüssel meiner Wohnung in Deutschland stehlen können. Euro liegen am sichersten auf dem deutschen Konto und werden bei Bedarf in Form von Rand am Geldautomaten geholt. Die Schlüssel werden bei Verwandten in Deutschland hinterlegt.

Bei einem anderen Projekt, in dem Frauen Textilien herstellen, waren wir leider zur Unzeit. Die Masse der Ware war auf dem Markt, so daß wir nichts kauften. Bei unserem zweiten Besuch war die Auswahl bemalter Textilien (Schürzen, Topflappen usw.) schon größer.

In einem Carport wurden Campingstühle aufgestellt und eine Kindergruppe führte Sketchdance vor. Kleine Spielszenen („Beim Zahnarzt“, „In der Schule“), die zu Tonbandmusik getanzt und gesungen wurden. Patrick versicherte uns, daß alle diese Kinder zur Schule gehen und sie nur in ihrer Freizeit üben und auftreten.

Alles in allem muß man eine Township-Tour mitgemacht haben. Sensationen gibt es keine dabei, aber normalerweise auch keine Sicherheitsprobleme. Es gehört einfach dazu und es ist gut zu sehen, daß nicht alle so leben können wie die Gastfamilien der Sprachschulbesucher, wo die Studenten Einzelzimmer, zum Teil sogar mit eigenem Bad haben, ganz zu schweigen vom Pool im Garten.

© Fleischverkauf in der Markthalle

Auf der zweiten Township-Tour im November 2004 war Vuyisile Ngesi unser Begleiter. Zunächst ging es wieder nach Gugulethu, wo wir diesmal auch ausgestiegen sind. Es gab dort eine riesige Markthalle zu sehen, die an einer Längsseite offen war. Entlang der Rückwand waren kleine Lädchen und Werkstätten. Für diese Kioske zahlen die Betreiber Miete und führen auch Steuern ab. Für die Verkaufstische im Vordergrund ist das nicht der Fall. Sie werden den Händlern kostenlos zur Verfügung gestellt. Im Wesentlichen werden Obst, Gemüse und Fleisch verkauft. An den Obst- und Gemüseständen könnte sich mancher deutsche Supermarkt orientieren. Nur beste Ware. Nichts angefault oder verwelkt. Fleisch wird frisch verkauft und wenn man unserem Tourguide glauben darf – warum sollte man das eigentlich nicht? – dann kann das nur vertragen, wer damit aufgewachsen ist. Das rohe Fleisch liegt offen auf großen Tischen. Ab und zu werden die Fliegen weggejagt. Eine Frau hat mit einer Art Lötlampe Schafsköpfe abgebrannt, die dann von einem jungen Mann in einem alten Faß mit Wasser abgewaschen wurden, weil sie vom Ruß der Lampe ganz schwarz waren. Danach wurden sie halbiert und verkauft. Wirklich gewöhnungsbedürftig aber nach Aussagen der Käufer eine Delikatesse.

In der Umgebung wurden gerade größere Gebäude errichtet aber es waren auch noch genügend Shacks (Hüttchen aus den unterschiedlichsten Materialen „zusammengeschustert“ von Holz über Blech bis hin zu Pappe und Plastik) zu sehen.

Das Musikprojekt von Rolf hatte inzwischen in Crossroads eigene Räume bezogen, denen aber noch die Schallisolierung fehlte. Bei jedem Flugzeug, das darüber flog mußten die Aufnahmen unterbrochen werden. An Aufnahmetechnik fehlte auch noch einiges – aber den Jugendlichen machte es Spaß und sie waren weg von der Straße. Es gab eine zweite CD („Bayasilandela“ der Tokozani Brothers), die leider wegen rechtlicher Probleme nicht verkauft werden durfte. So ist das Projekt weiter auf Spenden angewiesen.

Leider gab es bei unserem zweiten Besuch weniger Kontakt zu den Bewohnern. Selbst im Shebeen saß unsere Gruppe allein bei Cola und Limonade.

© Der Sangoma

Neu war der Besuch bei einem Sangoma, einem traditionellen Heiler. Sangoma wird man nicht durch Ausbildung. Das wird jemand, der von einem Sangoma von schwerer Krankheit geheilt wurde, die zuvor kein Arzt heilen konnte.

In einem kleineren Township soll es ein Projekt geben, in dem die Bewohner lernen Häuser zu bauen, was sie dann auch für ihre eigenen Häuser anwenden oder beruflich verwerten können.

Inzwischen kann man nicht nur mehrtägige Townshiptouren buchen sondern auch einfach mal in einem B&B in einem Township übernachten. Ohne Begleitung eines Bewohners oder Reiseleiters sollte man Townships jedoch besser meiden.

Es gibt immer wieder Diskussionen, ob man Township-Touren überhaupt unternehmen sollte. Die Bewohner würden einem doch wie im Zoo vorgeführt. Das könne einem nur peinlich sein. (Ist es diesen Leuten auch peinlich, sich das Zimmer im Luxushotel von Township-Bewohnern putzen zu lassen?) Wem es peinlich ist, besser situiert zu sein als andere (natürlich ohne daß er es auf Kosten anderer ist), der sollte besser gar nicht in Länder reisen, wo es Gegenden wie Townships gibt. Der sollte sein Reisegeld besser nehmen und es in Deutschland den ausreichend vorhandenen Bedürftigen zukommen lassen. Aber über die schaut er vielleicht auch nur hinweg, weil es ihm „peinlich“ ist, daß es sie gibt.

Ich meine, wenn man keine andere Möglichkeit hat, sich über das Leben in den Townships zu informieren, sind die angebotenen Touren immer noch das Beste. Schließlich profitieren auch die Bewohner davon. Die Townships gehören nun mal zum südafrikanischen Leben und werden das auch noch lange Zeit tun. Ich habe leider bisher auf den Touren nicht so viel Kontakt zu Bewohnern gehabt wie ich mir gewünscht hätte.

Weitere Reiseberichte von Annemarie Köster hier abrufbar.

Johannesburg im Architektur-Boom

Luyanda Mpahlwa, Architekt und Mitglied des Organisationskomitees der FIFA

(Autor:  Ghassan Abid)

© Architekt Luyanda Mpahlwa (Quelle: http://www.dbretschneider.de)

Heute in 25 Tagen wird die Spielbegegnung zwischen Bafana Bafana und der mexikanischen Nationalmannschaft im Soccer City Stadion in Johannesburg angepfiffen und die Fußball Weltmeisterschaft 2010 auf diesem Wege ihre Eröffnung finden. Beachtliche Summen hat die südafrikanische Regierung in die Infrastruktur des Landes investiert, doch ungeklärt bleiben die tatsächlichen Auswirkungen dieses Sportspektakels auf die Entwicklung der neun Ausrichterstädte.

Luyanda Mpahlwa, Architekt und Mitglied des „South African Local Organising Committee“ der FIFA in Südafrika, diskutierte während seines Berlin-Aufenthaltes im Mai 2010 mit uns Chancen und Herausforderungen der Fußball-Weltmeisterschaft für die größte Stadt Südafrikas: Johannesburg.

„Johannesburg ist eine Stadt, wo jeder Gold sucht“
Luyanda Mpahlwa erläuterte seine Arbeit im südafrikanischen Organisationskomitee, wonach Stadienfertigstellung, Kostenmanagement und die Erfüllung von FIFA-Richtlinien seine drei zentralen Anliegen waren. Geprägt von seinen Erlebnissen als Beobachter vor und nach der WM 2006 in Deutschland, erläuterte er die historische Entwicklung Johannesburgs. Als anfängliche Goldgräberstadt wurde Johannesburg 1886 offiziell gegründet und erhielt 1928 den Status einer Stadt. Mit gegenwärtig 3,9 Millionen Einwohnern und 13 gesprochenen Sprachen auf 1.645 km² Fläche, wächst diese Metropole hinsichtlich der Einwohnerzahl jährlich um 2,5 Prozent an.

Gegenwärtige Stadtentwicklung Johannesburgs durch die Apartheid geprägt

© Innenstadt von Johannesburg

Das besondere an dieser Stadt ist, dass diese mit Old Downtown, Sandton und dem Central Business District (CBD) gleich drei Zentren anzubieten hat, im Gegensatz zu Shanghai beispielsweise, welche nur ein Zentrum aufweist. „Der Immobilienmarkt bestimmt, wie sich die Stadt entwickelt“, begründete Mpahlwa diese Entwicklung, welche in Johannesburg deutlicher zu beobachten sei, als sonst wo in Südafrika. Zahlreiche Unternehmen verließen infolge der hohen Kriminalitätsrate die Innenstadt (CBD) und wanderten dementsprechend in den Norden Johannesburgs ab, während die sozialschwache Bevölkerung, mehrheitlich Bewohner aus den Townships, es vorzogen sich in der Innenstadt niederzulassen. Diese doppelte Migrationsbewegung ist vor allem im Hinblick auf die Apartheid zu bewerten. Denn der Norden mit seinen noblen Stadtteilen, z.B. Sandton oder Parktown, wird hauptsächlich durch weiße und wohlhabende Südafrikaner aufgesucht, während im Süden, z.B. Hillbrow oder Soweto, mehrheitlich Schwarze und Bedürftige leben müssen. Mpahlwa hob hervor, dass entlang der Autobahn M 1 eine große Wohndichte zu lokalisieren ist, die vor allem Arme mit  schwarzer Hautfarbe anzieht.

Bus Rapid Transit als große Chance
Lobenswert sind nach Ansicht Mpahlwas die zahlreichen Architekturprojekte in Johannesburg, etwa das „New Commercial Centre“, einem Business-Komplex in Sandton und das „Melrose Arch“, ein Wohn- und Shopping-Areal, welches als „Experimental New Urbanism“ Johannesburg ein neues Stadtbild verschaffen wird. Ebenfalls sei zur Kenntnis zu nehmen, dass in Johannesburg Projekte des „Inner City Regeneration“ umgesetzt werden, wonach in öffentlichen Gebäuden erneuerbare Energien ihren Einzug finden, wie z.B. beim Verfassungsgerichtshof (Constitutional Court of South Africa). Die „city squares“, das Einrichten von großen unbebauten Plätzen, ist jedoch nach seiner Ansicht zu bemängeln, „da man damit nicht umgehen kann“ und eine Kulturbelebung somit nicht möglich sei. Insbesondere die neuen Verkehrssysteme würden Johannesburg aus stadtentwicklungspolitischer Sicht wichtige Impulse verschaffen. Das für die Weltmeisterschaft eingerichtete „Transport Interchange“ oder „Bus Rapid Transit System (BRT)“ sind für die gesamte Entwicklung dieser Metropole als Chance aufzufassen, zumal beim letzteren die Stadtteile Sandton, Innenstadt und Soweto somit zum ersten Mal unmittelbar miteinander verbunden sind. Außerdem führte Mpahlwa einige „Legal Projects“ des Weltfußballverbandes FIFA an, vor allem das „Foot Centre in Soweto“ mit seinen vier Fußballfeldern, welches von bis zu 1.200 Clubs genutzt werden kann.


Ellis Park Stadion wird größte Auswirkung auf Stadtentwicklung entfalten
Das Soccer City Stadion in Soweto, als wichtigste WM-Stätte des Landes, ist für 4 Milliarden Rands gebaut worden, während das Ellis Park Stadion aufgrund von Umbaumaßnahmen Kosten in Höhe von 230 Millionen Rands veranschlagte. Bedingt durch die geographische Lage des Ellis Park Stadions, wird dieses nach Einschätzung Mpahlwas die größte Auswirkung auf die Entwicklung der Stadt Johannesburg entfalten.

Das Mitglied im South African Local Organising Committee der FIFA schloss seine Expertise hinsichtlich der WM-Vorbereitungen seines Landes äußerst optimistisch ab: „Ich bin ganz sicher, dass es [die WM] ein Erfolg werden wird, da alle Maßnahmen getroffen wurden, die nötig waren“.

—————————–

2010sdafrika-Artikel auf Kap Express veröffentlicht:

http://www.kapexpress.com/index.php?option=com_k2&view=item&id=254:johannesburg-im-architektur-boom

Mit freundlicher Unterstützung des Fotografen Danilo Bretschneider: www.dbretschneider.de.