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Nashorn in der Diplomatentasche

Im Interview mit Brit Reichelt-Zolho, Afrika-Referentin beim WWF Deutschland

(Autor: Ghassan Abid)

© Brit Reichelt-Zolho, Referentin Südliches & Östliches Afrika beim WWF Deutschland.

© Brit Reichelt-Zolho, Referentin Südliches & Östliches Afrika beim WWF Deutschland.

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Frau Brit Reichelt-Zolho, Referentin für das Südliche und Östliche Afrika beim World Wide Fund For Nature (WWF) Deutschland. Die aktuelle Entwicklung in Südafrika hat den Artenschutz wieder ins Zentrum der medialen Berichterstattung gerückt. Welche Zahlen liegen dem WWF in Bezug auf getötete Nashörner in den letzten Jahren, zur Preisentwicklung des Horns und zur Anzahl der Verhaftungen von Wilderern in Südafrika vor?

Antwort: Laut südafrikanischer Regierungsinformationen hat Südafrika 272 Nashörner seit Jahresbeginn verloren. Insgesamt wurden 173 Personen in Bezug auf Nashornwilderei festgenommen. Nashornwilderei spielt sich hauptsächlich in den Provinzen Limpopo, Mpumalanga, North West und KwaZulu-Natal ab; dort wurden insgesamt 100 Nashörner gewildert.

Der Preis des Nashorns ist extrem angestiegen, z.Zt. liegt der Preis auf dem vietnamesischen Markt bei ca. 25.000-60.000 USD pro kg Horn.

© Die Nachfrage nach Horn ist so groß wie lange nicht mehr. Zurzeit wird in Vietnam für das Kilogramm zwischen 25.000 bis 60.000 USD gezahlt. (Quelle: WWF)

© Die Nachfrage nach Horn ist so groß wie lange nicht mehr. Zurzeit wird in Vietnam für das Kilogramm zwischen 25.000 bis 60.000 USD gezahlt. (Quelle: WWF)

2010sdafrika-Redaktion: Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen verbietet ausdrücklich den Handel mit dem Horn. Südafrika und China sind dem beigetreten. Wie ist der Transport von illegalen Substanzen von Afrika nach Asien überhaupt möglich, wenn die Zoll- und Polizeibehörden beider Länder an diese internationale Konvention gebunden sind?

Antwort: Der illegale Handel von Nashorn und Elfenbein wird mit dem internationalen illegalen Drogenhandel verglichen. Organisierte Kriminalität, Korruption, Eliteneinfluss und kriminelle Machenschaften stehen da auf der Tagesordnung. Illegales Horn wird geschmuggelt, also versteckt in Holztransporten, Schiffscontainern; auch in der Diplomatentasche ist es schon gefunden worden. Die Involvierung von Parkrangern, privaten Gamefarmern Polizisten und Zollbeamten ist bekannt geworden.

2010sdafrika-Redaktion: Welche Schritte unternimmt der WWF in Südafrika, um den Wilderern wirksam begegnen zu können? Was sind Ihre Forderungen?

Antwort: Allgemein unterstützt der WWF in Afrika die Regierungen in ihren Anstrengungen die Wilderei und den illegalen Handel einzudämmen. Da geht es um verschiedene Aktionen: Aufdeckung von Schmuggel (z.B. durch Schnüffelhunde an einigen afrikanischen Flughäfen), Verbesserung des Vollzugs u.a. durch Beweismaterialien, Unterstützung der Ausbildung von Richtern, Game Scouts und Rangern. Der WWF betreibt ein Aktionsprogramm für Afrikanische Nashörner, welches die Bemühungen zum Tracking [der Verfolgung] von gefährdeten Tieren unterstützt; sowie die Umsiedelung aus gefährdeten Gebieten.

Der WWF lobbyiert in den asiatischen Ländern für die Eindämmung der internen Märkte und gegen den Bedarf, denn nur wenn dieser sinkt, haben die Nashörner in freier Wildbahn wieder ihre Ruhe. Dies geschieht durch die WWF-Büros vor Ort, aber auch durch netzwerkweite Aktionen und Umweltausbildung. Diese sind alles vor allem ausgerichtet auf die Reduzierung der makabren Legenden aus Vietnam, wonach das Horn Krebs heile.

2010sdafrika-Redaktion: Mehrere südafrikanische Besitzer von Ländereien mit Nashörnern haben sich unterdessen in der WRSA Private Rhino Owners Association (PROA) zusammengeschlossen, um für eine Legalisierung des Hornhandels zu werben. Was halten Sie von dieser Idee, wenn man bedenkt, dass das Horn wie der Nagel beim Menschen problemlos nachwächst?

Antwort: Das ist eine kontroverse Diskussion, die erst in diesem Jahr richtig stark aufkommt. Man muss sich da doch schon fragen, ob es etwas mit dem hohen Hornpreis zu tun hat und warum gerade jetzt und nicht vor einigen Jahren, als das Horn noch nicht so lukrativ war? Geht es bei dieser Diskussion wirklich um Nashornschutz oder um ökonomische Fragen?  

© Mit Helikoptern hat der WWF die Nashörner im Eastern Cape umgesiedelt. (Quelle: WWF)

© Mit Helikoptern hat der WWF die Nashörner im Eastern Cape umgesiedelt. (Quelle: WWF)

Allerdings müssen wir auch eingestehen, dass das seit 1977 bestehende CITES-Handelsverbot nicht allgemein und vor allem nicht die erhoffte Wirkung gezeigt hat. Der Nashornmarkt ist in die Illegalität verdrängt worden. Sicherlich auch ein Beitrag zu den extrem angestiegenen illegalen Hornpreisen.

2010sdafrika-Redaktion: Das aus Keratin bestehende Horn soll, so die Annahme vieler Menschen in Asien, Heil- und Potenzkräfte entfalten. Können Sie dem widersprechen?

Antwort: Internationale Gesundheitsorganisationen und Wissenschaftler haben wiederholt Analysen durchgeführt und wissenschaftlich nachgewiesen, dass das Nashorn keine medizinalen Wirkungen hervorruft. Es heilt kein Fieber oder Krebs. Im Jahre 1993, als es noch 15.000 Spitzmaulnashörner in Afrika gab, gaben WWF und IUCN eine pharmakologische Studie in Auftrag. Diese Studie wurde von Hoffmann-La Roche durchgeführt. Es ließen sich keine Beweise zu schmerz- und/oder entzündungshemmenden Wirkungen des Nashorns finden. Unglücklicherweise fielen 10 Jahre danach die Spitzmaulnashornzahlen auf 2.300.  Auch eine spätere Studie von Dr. Raj Amin (Zoologische Gesellschaft London) bestätigte die Ergebnisse der früheren Studie.

2010sdafrika-Redaktion: Die Wilderer sollen sehr gut organisiert sein und ähnlich der organisierten Kriminalität sehr professionell vorgehen. Nachtsichtgeräte, Armbrüste und Funkgeräte dienen als Werkzeuge. Vereinzelt ist gar von Hubschraubereinsätzen die Rede. Welche diesbezüglichen Erkenntnisse liegen Ihnen vor?

Antwort: Diese Informationen erhalten wir aus Projektgebieten – Hubschrauber, Maschinengewehre, Mobilfunk usw.. In einigen Gebieten wie im Nationalpark Quirimbas im Norden Mosambiks wurden sogar Dorfbewohner zur Mitarbeit und Wegweisung zu Elefantenherden gezwungen und regelrecht gekidnappt. Eigentlich können nur eine große Anzahl gut ausgerüsteter, gut ausgebildeter und vor allem überzeugter Anti-Wildereibrigaden, die permanent die Gebiete patroullieren, dagegen etwas ausrichten. Dazu fehlen leider den Regierungen die Gelder und/oder die Kapazitäten und Erfahrungen.

© Die Nashornwilderei spielt sich hauptsächlich in den Provinzen Limpopo, Mpumalanga, North West und KwaZulu-Natal ab. Allein in diesem Jahr sind 272 Nashörner getötet worden. 173 mögliche Wilderer wurden festgenommen. (Quelle: WWF)

© Die Nashornwilderei spielt sich hauptsächlich in den Provinzen Limpopo, Mpumalanga, North West und KwaZulu-Natal ab. Allein in diesem Jahr sind 272 Nashörner getötet worden. 173 mögliche Wilderer wurden festgenommen. (Quelle: WWF)

2010sdafrika-Redaktion: Die Umweltbehörden in Namibia befürchten durch die Entwicklungen in Südafrika nun ähnliche Wilderer-Vorfälle im eigenen Land. Teilen Sie diese Befürchtung oder handelt es beim illegalen Hornhandel um ein rein südafrikanisches Problem?

Antwort: Der WWF teilt diese Befürchtungen, dass sich die Nashornwilderei auf alle Nashornstaaten ausdehnen wird. Denn wenn Wilderer mit dem Hornhandel höhere Preise als Gold erzielen und einem relativ geringerem Risiko ausgesetzt sind, dann ist das ein starker Anreiz für kriminelle Syndikate. Die aus ökologischen Gründen relativ großen Naturschutzgebiete und deren Wilderness & Remoteness tragen auch dazu bei, das schnelle und gut ausgerüstete Wildereibanden oft ungesehen davon kommen können. Leider müssen die Nashornländer nun wieder ganz massiv in paramilitärische Anti-Wildereibrigaden investieren, welche viel Geld und Ressourcen kosten.

2010sdafrika-Redaktion: Brit Reichelt-Zolho, Afrika-Referentin beim WWF Deutschland, vielen Dank für das Interview und Ihrer Organisation weiterhin viel Erfolg!

2010sdafrika-Artikel zum Artenschutz in Südafrika:

https://2010sdafrika.wordpress.com/2012/07/26/artenschutz-in-sudafrika-ade/

Südafrika und die EPA Verhandlungen

Ein Beitrag von Frau Simone Claar, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Frankfurt

Goethe Universität Frankfurt, claar@soz.uni-frankfurt.de

© Claar Simone, Universität Frankfurt

Im Sommer 2010 hat Südafrika die Verhandlungen mit der Europäischen Union (EU) über ein volles Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (EPA) im Rahmen der South African Development Community (SADC) EPA Verhandlungsgruppe1 wieder aufgenommen. Die Wirtschafts-partnerschaftsabkommen sollen das Cotonou Abkommen, welches 2000 als Nachfolge des Lomé Abkommens2 in Kraft trat, ablösen. Im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) wurde angemahnt, dass die EU den Afrika-Karibik und Pazifik Staaten (AKP) Staaten besseren Zugang zu den europäischen Markt gewährten als anderen Entwicklungsländern. Aufgrund der Inkompatibilität mit WTO Regeln bestand aus Sicht der EU (und anderen WTO Mitgliedern) die Notwendigkeit ein neues Abkommen, die EPAs, mit verschiedenen regionalen Zusammenhängen zu verhandeln. Im Zentrum dieses Freihandelsabkommens stehen nicht mehr die entwicklungspolitischen Elemente – wie in den vorherigen Abkommen – sondern vor allem klare wirtschafs- und handelspolitische Regulierungen. Hierfür gibt es nicht nur von den betroffenen Staaten Kritik, sondern auch von zivilgesellschaftlichen Gruppen in der EU und in den jeweiligen Regionen. Bis Ende 2007 sollten alle EPA Verhandlungen abgeschlossen sein, allerdings hat die EU nur ein vollständiges EPA mit der Cariforum Region innerhalb der Frist abgeschlossen und mit einigen Staaten Interimabkommen, die den Handel mit Waren regulieren.

Botswana, Lesotho, Swasiland und Mozambique haben das Interim EPA mit der EU 2009 unterschrieben. Dieses klärt den zoll- und quotenfreien Zugang zu den jeweiligen Märkten und regelt weitere Schrittweise zur Liberalisierung von Zöllen. Außerdem haben sich die Staaten dazu verpflichtet eine vollständiges EPA, welches Handel mit Dienstleistung und Investitionen beinhaltet, in Zukunft zu verhandeln. Namibia hat das EPA in dieser Form 2009 nicht unterschrieben und Angola hat sich entschieden weiterhin unter Everything But Arms mit der EU zu handeln. Südafrika das Abkommen Ende 2007 vollständig abgelehnt. Gründe hierfür sind vor allem inhaltlichen Differenzen wie u.a. die Meistbegünstigungsklausel, welche nicht nur dem Vertragspartner Zugang zum Markt gewährt, sondern auch Drittstaaten und ein wichtiges Prinzip der WTO ist. Im Kontext der EPAs ist dies vor allem aus der Sicht der südafrikanischen Regierung problematisch, da somit spezielle Süd-Süd Handelskooperationen für sensible Bereiche keinen Schutz vor europäischen Zugang mehr gewähren können. Weitere Punkte sind der Handel mit Dienstleistungen und Themen der Tiefen Integration3, welche den nationalen Handlungsspielraum einschränken würde. Des Weiteren hatte Südafrika keinen Druck ein neues Handelsabkommen abzuschließen, da ein Freihandelsabkommen, das sogenannte Trade, Development and Cooperation Agreement (TDCA) mit der EU besteht. Nach dem Ende der Apartheid hatte Südafrika den Antrag gestellt mit den anderen afrikanischen Staaten unter das Lomé Abkommen zu fallen. Dieser Antrag wurde von der EU abgelehnt und Südafrika bekam im Rahmen dessen nur eine assoziierte Mitgliedschaft, was bedeutet, dass auf politischer Ebene zusammengearbeitet wird, aber nicht auf der Ebene des Handels. Daher verhandelte die EU mit Südafrika das TDCA, ein Freihandelsabkommen, welches neben der Liberalisierung von Zöllen und Quoten auch auf die entwicklungspolitische und technische Zusammenarbeit fokkusiert. Diese Aspekte sind innerhalb des EPA nicht mehr von hoher Relevanz. Des Weiteren besteht für Südafrika die Möglichkeit Lücken des TDCA im Rahmen der EPA zu beseitigen, u.a. der Zugang für landwirtschaftliche Produkte zum europäischen Markt ist im Vergleich zu anderen Staaten deutlich schlechter.4

Zu Beginn der EPA Verhandlung hatte Südafrika nur einen Beobachterstatus. Aufgrund der Nachfrage der Nachbarstaaten und Südafrikas stimmte die EU Südafrikas Wechsel vom Beobachter zum Verhandlungspartner im Februar 2007 zu. Die regionale Zusammenarbeit und die South African Custom Union (SACU) sollte durch diesen Schritt gestärkt werden. Allerdings konnte dies durch die Annahme bzw. Ablehnung des Interim-EPA nicht umgesetzt werden, denn Mitglieder der SACU haben nun unterschiedliche Zölle, was ökonomische und praktische Probleme hervorruft. In den letzten beiden Jahren gab es immer wieder Treffen zwischen der EU und der SADC EPA Gruppe, um weitere umstrittene Themengebiete zu besprechen.

© Europarlaments-Präsident Jerzy Buzek mit Jacob Zuma im Oktober 2010 (Quelle: European Union, 2010 – EP)

Trotz der Ankündigung ein vollständiges EPA bis Ende 2010 zu unterzeichnen, scheinen die Parteien noch weit davon entfernt zu sein. Neben der Tatsache, dass die EU versucht noch neue Themen, wie z.B. Steuern, in das Abkommen zu integrieren, macht die südafrikanische Regierung sehr deutlich, dass sie keine neuen Themen diskutieren möchte. Auch bei den Themen Handel mit Dienstleistungen und Bereiche der Tiefen Integration, wie intellektuelle Eigentumsrechte, lehnt Südafrika strikt ab, während das Nachbarland Botswana schon über die Ausgestaltung des Handel mit Dienstleistungen diskutiert. Ungeklärte Themen sind noch immer die Meistbegünstigungsklausel, Rules of Origin und welche Parteien im Vertrag festgehalten werden. Anfang Oktober machte Jacob Zuma bei seinem Besuch in Brüssel deutlich, dass das EPA bis Ende des Jahres unterzeichnet wird, allerdings scheint sich herauszustellen, dass diese Frist wohl nicht eingehalten werden kann. Trotzdem sind alle Stimmen sich einig, dass es wohl im kommenden Jahr ein vollständiges EPA für die Region geben wird. Neben den Verhandlungen mit dem bisher wichtigsten Handelspartner der EU ist in den letzten Monaten ein deutlicher Schritt Richtung Osten zu beobachten. Auf die Reise nach China nahm Präsident Jacob Zuma hunderte von Unternehmensvertretern mit. Auch die Aushandlung eines Freihandelsabkommen der SACU mit Indien belegt die Tendenz, dass Südafrika und die Region sich nicht nur auf die EU verlassen möchte.

© Jacob Zuma erörtert Ausbau der Beziehungen zur EU (Quelle: European Union, 2010 – EP)

Nichtdestrotrotz ist die EU für Südafrika ein zentraler Handelspartner und die Chance einen besseren Zugang auf den europäischen Markt zu erhalten ist für die südafrikanische Ökonomie sicherlich von Vorteil. Allerdings wird der Wettbewerb innerhalb Südafrikas und in der Region mit europäischen Unternehmen steigen und die Frage ist, ob dadurch Arbeitsplätze gefährdet sind, was nicht im Interesse der südafrikanischen Gewerkschaften ist. Die EU profitiert sicherlich von den EPA Abkommen und kann weitere Märkte erschliessen. Allerdings ist das Risiko für die EU insgesamt deutlich geringer als für die Partnerländer im südlichen Afrika, welche ökonomisch nicht mit der EU mithalten können. Insbesondere wenn der Handel mit Dienstleistungen und Themen der Tiefe Integration in das Abkommen mitaufgenommen werden, denn die Mitglieder der EPA SADC Gruppe haben für viele Themen, wie u.a. intellektuelle Eigentumsrechte und Wettbewerbspolitik noch keine gemeinsame Strategie. Dies erhöht das Risiko, dass die Position der EU durchgesetzt wird. Der derzeitige Stand, dass nicht alle Mitglieder der SACU das interim EPA unterzeichnet haben, fordert die Zollunion, aber auch die regionale Integration heraus. Ein gemeinsames Abkommen würde die Region wieder stärken und auch das Verhältnis Südafrika mit der Region verbessern. Eine fundierte Analyse der langfristigen Auswirkungen von Handelsabkommen auf die politische Ökonomie Südafrikas ist für die Einschätzung des Risikos ein EPA Abkommen abzuschliessen von Nöten, aber steht noch aus.

Bionote

Simone Claar (geb. 1983) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Politikwissenschaft an der Goethe Universität Frankfurt. Seit 2009 arbeitet sie an ihrem Dissertationsprojekt zu der politischen Ökonomie Südafrikas im Kontext der EPA Verhandlungen. Im Zentrum der Analyse stehen die Interessen von diversen Fraktionen wie Regierung, Gewerkschaften, Unternehmen und Zivilgesellschaft im Bezug zu den Themen der Tiefen Integration.

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1 Die SADC ist eine Wirtschaftsgemeinschaft mit 14 Mitgliedern. Allerdings verhandeln in der SADC EPA Gruppe nur Botswana, Angola, Namibia, Mozambique, Swasiland, Lesotho und Südafrika. Andere Mitglieder der SADC verhandel in der East African Community (EAC) EPA Gruppe mit der EU.

2 Mehr zu den vorherigen Abkommen bei Spieker, Christoph (2010): Das freihandelspolitische Projekt der EU gegenüber den afrikanischen AKP-Staaten. In: FEI (Hrsg.) (2010): Die Außenbeziehungen der Europäischen Union. Hegemonialer Anspruch und umkämpfte Wirklichkeit. Studie Nr. 30. FEI am Institut für Politikwissenschaft, Philipps-Universität Marburg. 48-88.

3 Mehr zu Tiefer Integration bei Claar, Simone und Nölke, Andreas (2010): Tiefe Integration. In: E+Z, 3/2010, 114-117.

4 Mehr zu den EU-Südafrika Handelsbeziehungen bei: Claar, Simone (2010): Handelsbeziehungen der EU mit Südafrika. In: FEI (Hrsg.) (2010): Die Aussenbeziehungen der Europäischen Union. Hegemonialer Anspruch und umkämpfte Wirklichkeit. Studie Nr. 30. FEI am Institut für Politikwissenschaft, Philipps-Universität Marburg, 89-106.