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„Die Arbeit des BMZ in Südafrika zeigt Wirkung“

Im Interview mit Hans-Jürgen Beerfeltz, Staatssekretär beim Bundesentwicklungsminister

(Autor: Ghassan Abid)

© Hans-Jürgen Beerfeltz, Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). (Quelle: Lukas Kolodziej)

© Hans-Jürgen Beerfeltz, Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). (Quelle: Lukas Kolodziej)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ den Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Herrn Hans-Jürgen Beerfeltz.

Frauen in Südafrika sind besonders stark von sexueller Gewalt betroffen. Laut aktuellsten Angaben des „SA Institute of Race Relations (SAIRR)“ werden pro Jahr 2.500 Frauen getötet und über 200.000 Frauen attackiert. Hervorzuheben ist hierbei die Vergewaltigung der 17-jährigen Anene Booysens in Bredasdorp. Wie erklären Sie sich diese gesellschaftliche Stellung des weiblichen Geschlechts am Kap?

Antwort: Die erschreckende Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Südafrika hat viele Ursachen: Traditionelle Geschlechterrollen gehören dazu, aber auch die Zerrissenheit der Gesellschaft durch die Apartheid wirkt heute noch nach. Viele Familien wurden durch das System der Wanderarbeit auseinander gerissen. Wo in den Arbeiterwohnheimen der Bergbaustädte nur Männer unter sich waren – und zum Teil heute immer noch sind – hat Gewalt immer weiter um sich gegriffen. Arbeitslosigkeit und Alkohol unter jungen Männern verstärken die Brutalisierung.

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Kein Geld mehr aus Großbritannien

Südafrikas Regierung zeigt sich „enttäuscht“ über das Ende der bilateralen Entwicklungshilfe

(2010sdafrika-Redaktion)

Damit hätte am Kap wirklich niemand gerechnet. Die britische Ministerin für Entwicklungszusammenarbeit, Justine Greening, verkündete die Einstellung der bilateralen Entwicklungshilfe in Südafrika bis zum Jahr 2015. „Die beiden Staaten werden eine neue Beziehung starten, die auf Fähigkeitenvermittlung und Wissen basiert, und nicht auf Entwicklungsförderung; als Anerkennung zum Fortschritt Südafrikas in den letzten zwei Jahrzehnten.“, so Greening.

© Die britische Ministerin für Entwicklungszusammenarbeit, Justine Greening, verkündete die Einstellung der bilateralen Entwicklungshilfe in Südafrika bis zum Jahr 2015. Insgesamt würden dann jährlich rund 22,5 Millionen Euro an finanziellen Mitteln fehlen. Südafrikas Regierung zeigt sich "enttäuscht". (Quelle: flickr/ DFID - UK Department for International Development)

© Die britische Ministerin für Entwicklungszusammenarbeit, Justine Greening, verkündete die Einstellung der bilateralen Entwicklungshilfe in Südafrika bis zum Jahr 2015. Insgesamt würden dann jährlich rund 22,5 Millionen Euro an finanziellen Mitteln fehlen. Südafrikas Regierung zeigt sich „enttäuscht“. (Quelle: flickr/ DFID – UK Department for International Development)

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500.000 Vergewaltigungen pro Jahr in Südafrika

Gudrun Kopp, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesentwicklungsminister

(Autor: Ghassan Abid)

    © Gudrun Kopp (FDP), Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. (Quelle: Ingrid Lestrade)

© Gudrun Kopp (FDP), Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. (Quelle: Ingrid Lestrade)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Frau Gudrun Kopp, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Fünf Tage hielten Sie sich in Südafrika auf. Mit welchen Partnern wurden welche Sachverhalte thematisiert?

Antwort: Schwerpunktthemen meiner Reise waren Energie und Klimaschutz, die in Südafrika weit verbreitete Gewalt gegen Frauen und Mädchen sowie die aktuelle Situation im Bergbausektor. Ich habe unter anderem Gespräche mit meinen Amtskolleginnen und -kollegen aus dem Finanzministerium und Energieministerium und mit der Premierministerin der Provinz Western Cape, Helen Zille, geführt. Bei diesen Gesprächen habe ich neben unserer laufenden Kooperation die südafrikanische Regierung dazu ermuntert, der Rohstoff-Transparenzinitiative EITI [Anmerkung der Redaktion: Extractive Industries Transparency Initiative] beizutreten. Als größte Wirtschaftsmacht in Afrika und fünftstärkstes Bergbauland weltweit sollte Südafrika mit einem Beitritt zu EITI ein Zeichen für Transparenz und gute Regierungsführung setzen.

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Eine Doppelstrategie für Südafrikas Arbeitsmarkt

Im Interview mit Raimund Becker, Vorstand Arbeitslosenversicherung der Bundesagentur für Arbeit (BA)

(Autor: Ghassan Abid)

    © Raimund Becker, Vorstand Arbeitslosenversicherung der Bundesagentur für Arbeit (BA). Der studierte Jurist war unter anderem im Landesarbeitsamt Rheinland-Pfalz-Saarland, Arbeitsamt Bad Kreuznach und schließlich in der Zentrale der BA tätig. Seit Februar 2004 ist er Mitglied des Vorstands mit Frank-J. Weise und Heinrich Alt. (Quelle: Bundesagentur für Arbeit)

© Raimund Becker, Vorstand Arbeitslosenversicherung der Bundesagentur für Arbeit (BA). Der studierte Jurist war unter anderem im Landesarbeitsamt Rheinland-Pfalz-Saarland, Arbeitsamt Bad Kreuznach und schließlich in der Zentrale der BA tätig. Seit Februar 2004 ist er Mitglied des Vorstands mit Frank-J. Weise und Heinrich Alt. (Quelle: Bundesagentur für Arbeit)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Herrn Raimund Becker, Vorstand Arbeitslosenversicherung der Bundesagentur für Arbeit (BA). Sie beobachten den Arbeitsmarkt in Südafrika. Wie viele Menschen im Partnerland sind arbeitslos und welche soziale Gruppen betrifft es am stärksten?

Antwort: Die Arbeitslosigkeit in Südafrika liegt laut offiziellen Berichten bei rund 25%. Die Hälfte davon ist zwischen 18 und 25 Jahren alt, es finden sich also sehr viele junge Menschen unter den Arbeitslosen.

2010sdafrika-Redaktion: Der Fachbereich Internationale Zusammenarbeit der BA berät ausländische Gäste bei der Arbeitsmarktverwaltung. Welche Expertise bietet dieser Fachbereich den südafrikanischen Partnern konkret an?

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Kindesmissbrauch und Gewalt an Frauen

Experten ziehen im Filmmuseum Potsdam eine Status quo-Bilanz

(Autoren: Ghassan Abid, Doreen S., Danilo Bretschneider)

Im November 2010 fanden sich anlässlich des Filmfestivals „Ueber Mut“ und der 7. Brandenburger Entwicklungspolitische Informations- und Bildungstage im Filmmuseum Potsdam verschiedene Vertreter der Zivilgesellschaft zusammen, um den sexuellen Missbrauch von Kindern und die Gewalt an Frauen in Südafrika und insbesondere in Deutschland zu erörtern. Angestoßen wurde die Veranstaltung mit dem soziokritischen Dokumentarfilm „Rough Aunties“, welcher den traditionsbedingten Missbrauch von Kindern in Südafrika und die schwierige Arbeit der ehrenamtlichen Frauen –  der  „Tanten“ – von „Bobbi Bear“ thematisiert.

© Podium im Filmmuseum Potsdam; von links: Ghassan Abid, Rosemarie Priet, Lydia Sandrock, Kilian Kindelberger (Quelle: www.dbretschneider.de/)

© Podium im Filmmuseum Potsdam; von links: Ghassan Abid, Rosemarie Priet, Lydia Sandrock, Kilian Kindelberger (Quelle: http://www.dbretschneider.de/)

Ghassan Abid – Politikwissenschaftler mit dem Forschungsschwerpunkt deutsch-südafrikanische Beziehungen, Initiator von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ und Moderator der Veranstaltung – eröffnete das Podium mit zwei Studien der in New York hauptansässigen Nichtregierungsorganisation (NGO)  CIET Trust. 2008 befragte die südafrikanische Sektion dieser NGO insgesamt 269.705 Schüler zwischen 10 bis 19 Jahren an 1191 Schulen im Lande. Jeweils 28 Prozent der Schüler wurden nach eigenen Angaben von fremden Erwachsenen, 28 Prozent von Mitschülern und 18 Prozent von Familienangehörigen missbraucht. Hinzu kommt, dass 20 Prozent der Schüler von den eigenen Lehrern zu Sexualakten genötigt wurden. Bereits ein Jahr zuvor sorgte CIET Trust mit einer Studie zu Vergewaltigungsfällen an südafrikanischen Frauen für ein ähnliches Entsetzen. Von 4000 befragten Frauen gab jede Dritte an, dass sie im Laufe ihres Lebens einer Vergewaltigung zum Opfer gefallen ist. Auch 1500 Männer wurden in der selben Studie von 2007 befragt, wonach ein Drittel die Ausübung einer Vergewaltigung als „lustig“ und „spaßig“ empfand.

© Lydia Sandrock, Autonomes Frauenzentrum Potsdam (Quelle: http://www.dbretschneider.de/)

Lydia Sandrock, vom Autonomen Frauenzentrum Potsdam e.V., erläuterte die schwierige Lage von Opfern sich gegen ihre Peiniger zur Wehr zu setzen. Denn bei missbrauchten Kindern und Frauen macht sich eine Art Angstzustand breit sowie ein Gefühl der Rechtlosigkeit. Der Missbrauch ereignet sich in vielen Fällen über Jahre, sodass bei den Opfern in vielen Fällen Alpträume, Misstrauen und Konzentrationsschwierigkeiten eintreten. Das Perfide an der gesamten Debatte ist die Tatsache, dass die Täter oft nahe Verwandte sind. Dieses bestätigt sich in einer Hellfeld-Analyse der Universität Magdeburg von 2008, wonach bei 42 Prozent der untersuchten Täter-Opfer-Beziehungen der Missbrauch von Kindern von den eigenen Vätern (leiblich/ Stiefvater), Großvätern und Onkeln ausging. In lediglich 20 Prozent der Fälle gingen die Sexualdelikte an Kindern von Fremden aus. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass den Kindern bei einer Offenbarung erst nur nach mehreren Vorfällen geglaubt wird – eine Erkenntnis, die vielen Menschen als unvorstellbar und unbequem erscheint.

Kilian Kindelberger, von VENROB e.V. und der Berlin-Brandenburgischen Auslandsgesellschaft e.V., bekräftigt das Engagement seiner Institution, insbesondere Frauen zum Handeln zu ermutigen, sei es in Städte- oder in Fußballpartnerschaften. Denn die Wandlung einer Gesellschaft erfordert demnach eine aktive Partizipation von Frauen, um soziale Missstände wirksam begegnen zu können. Gesetze erweisen sich demnach vielerorts nicht als alleinige Lösung sozialer Probleme. Hinsichtlich der Fragestellung, inwieweit das TV-Reality Format „Tatort Internet – Schützt endlich unsere Kinder“ zur Sensibilisierung einer Debatte um den Kindesmissbrauch hilfreich sein könne, begründet Kindelberger die grundsätzliche Positivwirkung, dass ´darüber gesprochen wird´, jedoch dienen solche Produktionen von auf Kommerz ausgerichteten Sendern keiner wirklichen und ernsthaften Sensibilierung gesellschaftlicher Probleme. Der Abbau von Vorurteilen, die Aufklärung zu fair gehandelten Produkten und die interkulturelle Verständigung werden von VENROB weiterhin im Rahmen der Lobbyarbeit verfolgt, so Kindelberger weiter.

Rosemarie Priet, von der Opferhilfe e.V., untermauerte den unglaublichen Ehrgeiz von Frauen zur Bekämpfung sozialer Missstände. Die im südafrikanischen Durban ansässige NGO „Bobbi Bear“ engagiert sich zum Beispiel seit Jahren trotz zahlreicher privater und beruflicher Rückschläge weiterhin mit ihrer ganzen Kraft für die Rechte von Kindern und gegen den gesellschaftlich akzeptierten Missbrauch von Kindern durch Männer der Ethnie der Zulus. Die „Tanten“ dieser Organisation, welche in den meisten Fällen selbst Opfer von sexueller Gewalt wurden, seien umso entschlossener, solche Entwicklungen in die falsche Richtung entgegenzuwirken. Mit der Opferhilfe e.V. verfolgt Priet mit ihren Kolleginnen und Kollegen sämtliche Aktivitäten, den Opfern den ´Platz in der Gesellschaft´ zu ermöglichen. Physische und psychische Folgen, Entwicklungsstörungen, Leistungsdefizite und Spannungen werden dank der Unterstützung der Opferhilfe e.V. Schritt für Schritt „therapiert“. Doch neben der Opferhilfe, sei insbesonde der Opferschutz ein wichtiger Pfeiler ihrer Arbeit. Es geht hierbei nicht nur um die Zeugenbetreuung oder um die Aufklärung zu den Rechten im Strafverfahren, sondern auch um die Beratung von Angehörigen, die oft überfordert sind. Problematisch ist allerdings das Manko, dass die Opfer viel zu lange auf einen Therapieplatz warten müssen und in so einigen Fällen der Antrag auf eine solche therapeutische Hilfe von den Opfern  zurückgezogen wird.  Der Missbrauch von Jungen, betont Priet, sei nach wie vor ein großes Tabuthema, welches ´nicht zum gesellschaftlichen Männerbild passt´ und demnach kaum erörtert wird. Zu guter Letzt ist der Gesetzgeber zum weiteren Handeln geboten, wie zum Beispiel hinsichtlich einer Verlängerung der Verjährungsfrist von Schadensersatzforderungen.

FIFA WM auf dem afrikanischen Kontinent

Ein Pokerspiel mit vielen verdeckten Karten

(Autor: Ghassan Abid)

Südafrika und der Weltfußballverband müssen sich unzähligen Herausforderungen stellen, als jemals bei einer Weltmeisterschaft zuvor. Vor allem stuft die Kriminalität im Lande die Organisatoren zum „Fish“ des Pokerns ein.

Heute in 107 Tagen findet die Fußball-Weltmeisterschaft zum ersten Mal auf dem schwarzen Kontinent statt. Zehn Stadien in neun Städten werden für vier Wochen im medialen Fokus der Welt sein. Südafrika hat sich für dieses Ereignis der Extraklasse seit 2004, dem Jahr des Zuschlags zum Austragungsland und Nachfolger Deutschlands, mit Delegationsreisen vor und während der WM 2006 vorbereitet. Nach dem Ende der WM in der Bundesrepublik, haben die Südafrikaner wiederum die deutsche Expertise aus Politik und Ökonomie verstärkt in Anspruch genommen, sei es beim Bau von Stadien, bei rechtlichen Aspekten hinsichtlich der FIFA-Vertragsrechte, bei der Planung und Umsetzung von Notfall- bzw. Katastrophenplänen, bei Modernisierungsmaßnahmen der Infrastruktur und bei Sicherheitsaspekten. Diese offizielle „Hilfe zur Selbsthilfe“, welche die Hansestadt Hamburg beispielsweise unter dem Slogan „Südafrika 2010 ‐ Deutschland 2006: Jetzt lasst uns Freunde bleiben!“ praktiziert, lassen nicht über die bestehenden teilweise gravierenden Unsicherheiten und Schwierigkeiten hinweg täuschen.

© Polizeiwagen der Republik Südafrika

Das renommierte „Institute for Security Studies (ISS)“, eine beratende und durch deutsche Steuergelder unterstützte Forschungseinrichtung mit Hauptsitz in Pretoria, hat in seinem jüngsten Kriminalitätsbericht vom Dezember 2009 eine äußerst erschreckende Tendenz ermitteln können. Demnach sei die Kriminalität in Südafrika im Zeitraum Mai 2008 bis Mai 2009 das erste mal seit fünf Jahren nicht mehr rückläufig, sondern am Expandieren. Die sogenannten „trio crimes“ – damit gemeinst sind Raubüberfälle in Haus und Gewerbe sowie Entführungen von Kraftfahrzeugen – lassen tiefe Besorgnis aufkommen. Zum ersten mal sind die beiden Überfälle in allen neun Bundesländern, den Provinzen, aufgetreten, wohingegen ein Anstieg an Auto-Hijacking in 7 Provinzen beobachtbar ist. Einziger Hoffnungsschimmer ist der Abwärtstrend an Morden. Das Polizeiministerium Südafrikas beziffert die aktuelle Kriminalstatistik wie folgt: Insgesamt sind im ganzen Lande über 2.098.229 Gewaltstraftaten registriert worden – im direkten Vergleich quantifiziert das Bundeskriminalamt in seiner „Polizeilichen Kriminalstatistik 2008“ die Gewaltkriminalität mit 210.885 Fällen.

Das Organisationskomitee der FIFA hat im September 2009 bei ihrer Stadieninspektion die Vorbereitungen in Südafrika als erfolgreich bewertet, jedoch die labile Sicherheitslage im Lande vollständig ausgeblendet. Der Mord an einer deutschen Auswanderin in einem Parkhaus in Kapstadt, der gelockerte Schusswaffengebrauch durch die südafrikanische Polizei (shoot‐to‐kill‐Grundsatz), die ausufernden Kämpfe zwischen bewaffneten Banden und Sicherheitskräften, die Rassismusfälle von schwarzen Polizisten gegenüber ihren weißen Kollegen, die andauernde Xenophobie gegenüber Arbeitsmigranten aus den Nachbarstaaten, die Raubüberfälle von ausländischen Touristen während des FIFA Confederations Cups und andere Vorfälle des Jahres 2009, werden nicht ausreichend genug thematisiert.

Es ist äußerst bedenklich, eine Weltmeisterschaft unter solch schwierigen Voraussetzungen durchzuführen, zumal die Sicherheit der Fans nicht mal substanziell garantiert werden kann. Während die südafrikanische Polizei in einer Presseerklärung zu verlauten ließ, dass die Nationalmannschaften während der WM durch Eskorten und Wachpatrouilien geschützt werden, müssen die Fans auf eigenes Risiko reisen. So ist es nicht verwunderlich, dass viele der 743.000 verfügbaren Tickets für die Öffentlichkeit noch nicht verkauft wurden – maßgeblich verursacht durch die labile Sicherheitslage im Gastland.

Jedoch betonte der deutsche Botschafter in Südafrika, S.E. Herr Haller, am 12.01.2010: „Wer sich gut vorbereitet, den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amts folgt und sich vor Ort vernünftig verhält, für den sind die besonderen Risiken Südafrikas überschaubar und für den ist Südafrika, auch und gerade während der WM, ein wundervolles, vielfältiges und spannendes Reiseland.” Auch die Einschätzung des DFB-Präsidenten Theo Zwanziger, in puncto Sicherheit uneingeschränkt zur WM anreisen zu können, kollidiert offensichtlich mit den sehr schleppenden Verkaufszahlen von insgesamt 21.000 deutschen WM-Vorrundentickets.

Keiner kann genau prognostizieren, wie die Weltmeisterschaft verlaufen wird. Gleichwohl wird sich hierbei genauso wie beim Pokern folgender Grundsatz bewahrheiten: „To hope the best and to plan the worst.“

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2010sdafrika-Artikel auf Business-On veröffentlicht:

http://www.business-on.de/karten-suedafrika-fifa-wm-2010-sicherheit-_id21717.html


Für weitere Infos siehe 2010sdafrika-Artikel zur Kriminalität in Südafrika vom 31.01.2010:

https://2010sdafrika.wordpress.com/2010/01/31/gewalt/