Schlagwort-Archive: Beschäftigte

IKEA scheut Expansion nach Südafrika

Möbelhaus konzentriert sich auf andere Weltregionen, trotz starkem Interesse der Südafrikaner

(2010sdafrika-Redaktion)

IKEA ist eines der profitabelsten Konzerne auf dem Globus. Im Geschäftsjahr 2012 stieg der weltweite Umsatz des Unternehmens auf 27 Milliarden Euro. Insgesamt sind 139.000 Menschen beim Möbelhaus beschäftigt. Deutschland ist eines von 44 Ländern, in welchem IKEA mit 46 Standorten und 15.294 Beschäftigten hierzulande vertreten ist. Dementsprechend ist es nicht abwegig, dass Südafrika als 45. Markt ins operationelle Geschäft aufgenommen wird. Allerdings will das Einrichtungshaus keine Expansion ans Kap wagen. Das starke Interesse der Südafrikaner ändere nichts an der Haltung des Unternehmens, heißt es in einer vorliegenden schriftlichen Stellungnahme.

© IKEA wird es in Südafrika weiterhin nicht geben, teilt die Möbelhaus-Zentrale im niederländischen Leiden auf Anfrage von “SÜDAFRIKA – Land der Kontraste”mit. (Quelle: flickr/ Gerard Stolk)

© IKEA wird es in Südafrika weiterhin nicht geben, teilt die Möbelhaus-Zentrale im niederländischen Leiden auf Anfrage von “SÜDAFRIKA – Land der Kontraste”mit. (Quelle: flickr/ Gerard Stolk)

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„Millionen von Menschen leiden Not“

Im Interview mit Barbara Stamm, Präsidentin des Bayerischen Landtags

(Autor: Ghassan Abid)

© Barbara Stamm, Präsidentin des Bayerischen Landtags (Quelle:  Bildarchiv Bayerischer Landtag)

© Barbara Stamm, Präsidentin des Bayerischen Landtags (Quelle: Bildarchiv Bayerischer Landtag)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Frau Barbara Stamm, Präsidentin des Bayerischen Landtags. Vor wenigen Wochen kamen Sie mit dem Präsidium des Landtags von einem Arbeitsbesuch aus Südafrika zurück. Welchen Eindruck konnten Sie von Land und Leute sammeln?

Antwort: Ich bin mit gemischten Gefühlen nach Bayern zurückgeflogen. Auf der einen Seite hat unsere Delegation ein Land erlebt, das vom Klima verwöhnt und reich ist an Bodenschätzen. Da diese nur ausgebeutet, aber nicht im Land veredelt werden, profitieren die Menschen davon nicht. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist riesig. Millionen von Menschen leiden Not. Mich treibt die Frage um, wie die Verantwortlichen in Südafrika die vielen Aufgaben bewältigen wollen, an der Spitze die Arbeitslosigkeit, vor allem die Jugendarbeitslosigkeit. Wir haben auf unserer Reise viel von der gefährlichen Mischung aus Perspektivlosigkeit, Drogen und Kriminalität erfahren.

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Deutsche Wirtschaft in Südafrika

DIHK-Präsident Prof. Hans Heinrich Driftmann und seine Sorge um die aktuelle Entwicklung am Kap

(Autor: Ghassan Abid)

    © Prof. Hans Heinrich Driftmann, Unternehmer und seit 2009 Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Er bekräftigt die Bedeutung der südafrikanischen Volkswirtschaft für die deutsche Wirtschaft. Mahnt jedoch die Regierung in Pretoria im Hinblick auf die Korruptionsbekämpfung zu mehr Transparenz und Sanktionen an. Die gegenwärtige Minenkrise verfolgt der Niedersachse mit Sorge. Bei ausbleibender Krisenlösung drohe ein Rückzug der betroffenen Unternehmen. Südafrika könnte seine Wettbewerbsvorteile verlieren. (Quelle: DIHK)

© Prof. Hans Heinrich Driftmann, Unternehmer und seit 2009 Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Er bekräftigt die Bedeutung der südafrikanischen Volkswirtschaft für die deutsche Wirtschaft. Mahnt jedoch die Regierung in Pretoria im Hinblick auf die Korruptionsbekämpfung zu mehr Transparenz und Sanktionen an. Die gegenwärtige Minenkrise verfolgt der Niedersachse mit Sorge. Bei ausbleibender Krisenlösung drohe ein Rückzug der betroffenen Unternehmen. Südafrika könnte seine Wettbewerbsvorteile verlieren. (Quelle: DIHK)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Herrn Prof. Hans Heinrich Driftmann, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Herr Prof. Driftmann, erstmal vielen Dank für die Möglichkeit des Interviews.

Sie hielten sich gemeinsam mit dem Bundeswirtschaftsminister, Dr. Philipp Rösler, in Südafrika auf. Welche politischen und ökonomischen Eindrücke können Sie vom Land mitbringen?

Antwort: Südafrika gehört in eine Reihe mit den neuen weltwirtschaftlichen Kraftzentren wie Brasilien oder Indien. Die Infrastruktur ist modern, der Dienstleistungssektor boomt und der Rohstoffreichtum garantiert dem Land in den kommenden Jahrzehnten steigende Einnahmen. Allerdings darf sich das Land auf diesen Entwicklungen nicht ausruhen Weiterlesen

12.000 Minenarbeiter entlassen

Minenarbeiter im „Kriegszustand“ gegen Bergwerkkonzerne. Die Wirtschaft in der Belastung.

(Autor: Ghassan Abid)

Die Meldung, die heute von Reuters an die Nachrichtenredaktionen weltweit verbreitet wurde, löste nicht bei wenigen Redakteuren ein Entsetzen aus. Anglo American Platinum (Amplats) verkündete gegenüber Journalisten des südafrikanischen Privatsenders eNCA die Entlassung von rund 12.000 Minenarbeitern in Rustenburg, die wochenlang ihre Arbeitsaufnahme verweigern und dies in einer Zeit, wo die derzeitige Lage mehr als angespannt ist.

    © Präsident Jacob Zuma besuchte im August 2012 die Minenarbeiter in Rustenburg. Er forderte eine schnelle Lösung und umfangreiche Untersuchung des Marikana-Massakers. Allerdings machte er keine konkreten Vorschläge, wie er die Probleme der Kumpels aus der Welt schaffen will. Der ANC steht infolge der Proteste von geschätzten 100.000 Minenarbeitern unter gewaltigem Druck. Die Kreditwürdigkeit von Banken, Telekommunikationskonzernen und Kommunen wurde durch die Ratingagentur Moody‘s bereits herabgestuft. Investoren aus dem Ausland können somit das Vertrauen in diese südafrikanischen Unternehmen verlieren. Den Unternehmen wird die Inanspruchnahme von frischem Geld somit erschwert. (Quelle: flickr/ The Presidency of the Republic of South Africa)

© Präsident Jacob Zuma besuchte im August 2012 die Minenarbeiter in Rustenburg. Er forderte eine schnelle Lösung und umfangreiche Untersuchung des Marikana-Massakers. Allerdings machte er keine konkreten Vorschläge, wie er die Probleme der Kumpels aus der Welt schaffen will. Der ANC steht infolge der Proteste von geschätzten 100.000 Minenarbeitern unter gewaltigem Druck. Die Kreditwürdigkeit von Banken, Telekommunikationskonzernen und Kommunen wurde durch die Ratingagentur Moody‘s bereits herabgestuft. Investoren aus dem Ausland können somit das Vertrauen in diese südafrikanischen Unternehmen verlieren. Den Unternehmen wird die Inanspruchnahme von frischem Geld somit erschwert. (Quelle: flickr/ The Presidency of the Republic of South Africa)

Auf der Homepage des an der Johannesburger Börse JSE notierten Minenkonzerns wird kurze Zeit später diese Ankündigung offiziell gemacht. In vier Platinminen ist so wenig Personal anwesend, sodass die Produktionsprozesse in diesen Industriebetrieben seit Wochen nicht aufrecht erhalten werden konnten. Beziffert wird die personelle Anwesenheit mit weniger als 20 Prozent. Anglo American Platinum geht aktuell von einem Verlust in Höhe von rund 700 Millionen Rand, umgerechnet knapp 61 Millionen Euro, aus. Allerdings bietet der Konzern allen Beschäftigten die Möglichkeit, innerhalb von drei Tagen gegen ihre Kündigung Widerspruch einzulegen.

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Südafrika auf der ITB

Passivität wird nicht belohnt! Ein Tourismusmesse-Erlebnisbericht aus der Ich-Perspektive

(Autor: Ghassan Abid)

Es ist Samstag, der 10. März 2012, als ich das Messegelände in Berlin aufgesucht habe, um den diesjährigen Südafrika-Stand auf der internationalen Tourismusmesse ITB zu besuchen. Nachdem ich von den Ständen Türkei, Ghana, Indien, Algerien, Slowenien und Polen von viel Lebendigkeit angesteckt wurde, erreichte ich mit großer Erwartung die südafrikanische Repräsentation in der Halle 20.

Allerdings war es hier im Vergleich zu den anderen Hallen sehr still und leblos. Die Ausstellungsmitarbeiter schienen vordergründig mit sich selbst beschäftigt zu sein. Während die Empfangsdame von South African Airways ständig mit einem Herrn im Gespräch vertieft war, saßen die Vertreter der Provinzen in kleinen Ecken zusammen und grenzten somit spürbar das Publikum aus.

© Messe Berlin: Die ITB ist die führende Fachmesse der internationalen Tourismus-Wirtschaft.

© Messe Berlin: Die ITB ist die führende Fachmesse der internationalen Tourismus-Wirtschaft. Südafrika war in der Halle 20 untergebracht.

Diese Arroganz staatlicher Bediensteter, welche mehrfach von Deutschen am Kap bemängelt wird, fand sich auch auf der ITB ein. Letztendlich war Südafrika – um es sarkastisch zu formulieren – realitätsgerecht repräsentiert. Ich sprach die einzelnen Aussteller, die sich unter dem offiziellen Tourismus-Slogan „Alles ist möglich“ einfanden, auf diese Wahrnehmung meinerseits an. Doch die Reaktion, die ich erhielt, könnte als Abwertung meiner nervigen Fragen interpretiert werden.

Hingegen waren die Vertreter der Provinzregierung Free State über diese Kritik sichtlich beschämt. Man erzählte mir, dass die Tourismusbehörde des Free States – also der Steuerzahler -, den Flug und die Unterkunft für sein Messepersonal vollständig übernommen hat, damit diese Touristen nach Bloemfontein anlocken. „Wir sollen werben„, erwiderte eine sympathische Frau meine Frage, mit welchem Ziel sie nach Deutschland eingeflogen wurde.

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© Südafrika auf der ITB Berlin 2012: Alle neun Provinzen waren vor Ort.

Erst als ich die Staatsdiener aus dem Free State angesprochen habe, wurde ich für einen touristischen Aufenthalt umworben. Im Vertrieb wäre solch eine Passivität und Gleichgültigkeit der Beginn vom Ende eines jeden Unternehmens. Beim Verabschieden bedankten sich die Beschäftigten der Provinzregierung mit einem Foto und zwei hochwertigen Kugelschreibern aus dem Regierungsbestand.

Das nationale Fremdenverkehrsamt, die Zentrale von South African Tourism in Sandton, sollte weniger Geld in überregionale Werbemaßnahmen stecken und stattdessen eher das staatliche Personal für die effiziente Umwerbung von Touristen sensibilisieren. Persönliche Erlebnisse sind mehr gefragt als hochtrabende Werbeeinblendungen in TV, Radio und Internet.

Sturm „Wirtschaftskrise“ zieht langsam weiter

Automobilbauer Volkswagen startet von Südafrika aus wieder durch

(Autor: Ghassan Abid)

Der Wolfsburger Automobilhersteller Volkswagen AG blickt für das Jahr 2010 wieder optimistisch in die Zukunft. Das im südafrikanischen Werk Uitenhage produzierte Modell VW Polo V, nahe Port Elizabeth in der Eastern Cape Provinz, wird laut Presseberichten auch bald nach Europa exportiert. Vorgesehen waren für den Export im Jahr 2010 über 55.000 Fahrzeuge dieses Modells, welches jedoch nun infolge einer gesteigerten Nachfrage auf 71.500 Einheiten erhöht wurde. Insgesamt werden rund 113.700 Autos in Südafrika gebaut, fast doppelt so viele wie im Vorjahr.

Das besondere am neuen VW Polo ist der Umstand, dass dieses Modell in Südafrika als Polo Vivo umfunktioniert wird, um die lokale Nachfrage zu befriedigen. Laut Unternehmensangaben soll der Polo „schneller, sauberer und sicherer“ sein. Umweltfreundliche Motoren und ein Elektronisches Stabilisierungsprogramm inklusive Airbags für Fahrer und Beifahrer sollen diesen Vorgaben gerecht werden. Mittlerweile ist der Polo V zum „Auto des Jahres 2010“ ausgezeichnet worden.

© Im Werk Uitenhage produzierter VW Polo

International ist der nach eigenen Aussagen größte Automobilbauer Europas mit seinen 9 Marken Volkswagen, Audi, SEAT, Škoda, VW Nutzfahrzeuge, Bentley, Bugatti, Lamborghini sowie Scania gut aufgesellt und weltweit operierend. Im Jahre 2009 konnten weltweit über 6,3 Millionen Fahrzeuge verkauft werden, etwa 79.000 Einheiten mehr als im Vorjahr. In 15 Staaten Europas, in 3 Amerikas, in 2 Asiens und dem einem Werk in Uitenhage in Afrika, unterhält die VW AG 60 Fertigungsstätten und rund 370.000 Beschäftigte. Allein in Südafrika sind etwa 5.600 Mitarbeiter unmittelbar beschäftigt, sodass VW als einer der größten Arbeitgeber und zum größten deutschen Investor im Lande gezählt werden kann. Der geplante Bau eines weiteren Montagewerkes soll weitere 400 Arbeitsplätze schaffen und die WM die erhofften Gewinne einbringen.

Schon seit 1949 betreibt Volkswagen erste unternehmerische Aktivitäten im Kapland – zu Apartheidzeiten wohlgemerkt, welche seit 1966 unter dem Namen „Volkswagen of South Africa“ abgewickelt werden.

Konzern Volkswagen AG im Profil:

http://www.volkswagenag.com/vwag/vwcorp/content/de/the_group.html

Volkswagen zum Werk Uitenhage:

http://www.volkswagen.de/vwcms/master_public/virtualmaster/de3/unternehmen/mobilitaet_und_nachhaltigkeit/regionen/Afrika/0.html

VW Polo V als „Auto des Jahres 2010″:

http://www.caroftheyear.org/winner/Volkswagen/Polo/2010_41/coty