Schlagwort-Archive: Black Economic Empowerment

„Der ANC setzt das Erbe Mandelas aufs Spiel“

Im Interview mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Niels Annen zu Südafrika

(Autor: Ghassan Abid)

© Die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ interviewte den aus Hamburg stammenden Politiker Niels Annen, außenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. Zum Einen wurden die deutsch-südafrikanischen Beziehungen und zum Anderen die innenpolitischen Entwicklungen im Kapland thematisiert. (Quelle: Susie Knoll)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ den Bundestagsabgeordneten Herrn Niels Annen, außenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. Sie trafen sich im April 2017 mit dem Botschafter Südafrikas in Deutschland. Worum ging es im Gespräch und was wurde beschlossen?

Antwort: Ich pflege politische Kontakte zu Vertretern vieler Staaten, gerade auch zu wichtigen Verbündeten. Der Austausch mit Regierungsvertretern und Parlamentariern ist mir wichtig und für die Arbeit unverzichtbar. Der Meinungsaustausch mit S.E. Botschafter Phumelele Stone Sizani fand in freundschaftlicher und vertrauensvoller Atmosphäre statt. Wir haben uns über die anstehenden politischen Initiativen im Rahmen der G20 ausgetauscht – Marshallplan und Compact with Africa. Darüber hinaus waren die innenpolitischen Entwicklungen in unseren beiden Ländern von besonderem Interesse: In Südafrika wird der ANC Ende dieses Jahres eine neue Führung wählen, welche für die weitere Entwicklung von größter Bedeutung sein wird. In der Bundesrepublik sehen wir der Bundestagswahl im September 2017 entgegen.

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20 Jahre Demokratie in Südafrika

Freude und Ernüchterung am Freedom Day 2014: Eine Regenbogennation auf Abwegen?

(2010sdafrika-Redaktion)

Am heutigen Freedom Day feiert eine Nation das Ende der Apartheid und somit den Beginn von Freiheit und Demokratie in Südafrika. Vor genau zwanzig Jahren fanden die ersten freien Parlamentswahlen am Kap statt. Doch mittlerweile machen sich Freude und Ernüchterung breit. Die Republik im südlichen Afrika muss nun ohne ihre Ikone Nelson Mandela auskommen.

Ted Eytan

© Am heutigen Freedom Day zelebriert Südafrika zum zwanzigsten Mal die Demokratie und Freiheit am Kap. Allerdings waren noch nie so viele kritische Stimmen zu hören wie es gegenwärtig der Fall ist. Das Erbe Nelson Mandelas droht ins Leere zu laufen. (Quelle: flickr/ Ted Eytan)

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Ungleiche Wohlstandsverteilung in Südafrika

Im Interview mit Anna Mayumi Kerber, freie Afrika-Journalistin

(Autor: Ghassan Abid)

© Anna Mayumi Kerber, freie Afrika-Journalistin mit aktuellem Wohnsitz in Nairobi. Sie berichtet für mehrere deutsche Medien über die Entwicklungen in Ostafrika und im südlichen Afrika. Zurzeit hält sich die Journalistin im Hinblick auf die Wahlen in Harare, der Hauptstadt von Simbabwe, auf.

© Anna Mayumi Kerber, freie Afrika-Journalistin mit aktuellem Wohnsitz in Nairobi. Sie berichtet für mehrere deutsche Medien über die Entwicklungen in Ostafrika und im südlichen Afrika. Zurzeit hält sich die Journalistin im Hinblick auf die Wahlen in Harare, der Hauptstadt von Simbabwe, auf.

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Frau Anna Mayumi Kerber, freie Afrika-Journalistin. Sie leben seit Kurzem in Nairobi, der Hauptstadt Kenias. Was hat Sie nach Afrika verschlagen?

Antwort: Ich bin erst seit einem Jahr in Nairobi. Allerdings bin ich – mit Unterbrechungen – nun etwa vier Jahre in sub-Saharischen Ländern unterwegs. Angefangen hat es mit Südafrika. Seit ich in Gymnasiumszeiten Alan Patons „My beloved country“ gelesen habe, und mich dann mit dem Land und seiner Geschichte zu auseinandersetzen begann, wollte ich ans Kap. Ich war fasziniert von der komplexen Vergangenheit und ebenso komplexen gegenwärtigen Dynamik Südafrikas. Nach dem Studium kam dann der richtige Moment für mich. Ich zog Anfang 2008 nach Südafrika und seither hat mich der Kontinent nicht mehr – oder nur mehr temporär – losgelassen.

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Schriftsteller Lesego Rampolokeng im Interview

Ein Poet, der unaufhaltsam kämpft- für “eine Welt in der alle Menschen atmen können“

(Autorin: Annalisa Wellhäuser)

Ein außergewöhnlicher und kritisch denkender Dichter, der in seiner Poesie kein Blatt vor den Mund nimmt wenn es um Politik und Gesellschaft, insbesondere um die Erniedrigung der menschlichen Würde geht. Lesego Rampolokeng wurde am 27. Juli 1965 in Orlando West, Soweto/ Johannesburg in Südafrika geboren. Dem System der Apartheid ausgesetzt und von einer katholischen Familie erzogen, bildete er sich seine ganz eigene Meinung über die politischen und sozialen Probleme in Südafrika. Er studierte Jura an der Universität des Nordens in der Limpopo Provinz; verfolgte diesen Weg jedoch nicht weiter. Hingegen konzentrierte er sich auf seine Poesie und schrieb Gedichte, Novellen und Theaterstücke. Er bereist die Welt um seine Werke vorzutragen und arbeitete bis jetzt schon mit vielen Künstlern wie Günther Sommer, Julian Bahula, Louis Mhlanga und Souleman Toure zusammen. [Eine Liste seiner Werke befindet sich am Ende des Interviews]

© Poet und Dichter Lesego Rampolokeng

English: Bei dem nachstehenden Interview handelt es sich um eine sinngemäße Übersetzung aus dem Englischen ins Deutsche. Das Originalinterview ist hier abrufbar: https://2010sdafrika.wordpress.com/2011/02/07/interview-with-lesego-rampolokeng/.

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen bei „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Lesego Rampolokeng, kritisch-literarischer Zeitgeist im modernen Südafrika. Sie haben in Ihrem Leben verschiedene Arten von Texten verfasst und diese auf unterschiedliche Art und Weise vorgetragen: Gedichte, Novellen, politischer Rap und Theaterstücke. Wie würde Sie selber Ihre heutige Kunst beschreiben?

Antwort: Ich sehe mich nicht als Performer, denn dies impliziert eine Erweiterung oder Entfremdung von mir selbst. Es gibt schließlich keine Grenze zwischen mir und meiner Kunst; ich bin meine Kunst. Ich habe selber nie  poltischen Rap oder Rap als Genre gemacht. Rap ist der Austausch von Gedankengut und Kommunikation zwischen Individuen. Man fügt hier noch einen Beat dazu und dann ist es Rap. Ich bin ein soziales Wesen, eine Kreatur der Welt, die wie jeder andere Mensch ganz normal geboren ist. Um meine Realität zu definieren, muss ich mich mit der Realität meiner Gesellschaft befassen. Jedoch gibt es gewisse Dinge ,welche zwischen mir und des Zelebrierens meiner selbst, meiner Menschlichkeit stehen – wie Entmenschlichung, Unterdrückung sowie soziale und ökomische Faktoren. Mit diesen muss ich mich auseinandersetzen. All diese Faktoren machen mich zu einem bestimmten, individuellen Wesen. Ich habe meinen eigenen Platz in der Welt und diesen kann man nicht wirklich definieren außer an Hand von Kriterien, die für einen selbst einen Sinn ergeben. Diese sind zum Beispiel politische Kriterien. Alleine die Geburt und der Tod sind politisch. Jeder einzige meiner Atemzüge unterliegt politischen Bedingungen.

Ich möchte auf das politische Wahlsystem eingehen. Ich denke, dass das Wählen nie jemals etwas in der Geschichte geändert hat. Ich meine damit nicht, dass Politik an sich, also politische Bewegungen keinen Sinn hätten, sondern nur die Art wie diese zwischen den Menschen kommuniziert wird, das Kommen und Gehen von Menschen, sprich Politikern.

2010sdafrika-Redaktion: Herr Rampolokeng, Sie wurden in der Zeit der Apartheid geboren und sind in dieser aufgewachsen. Ist die Unterdrückung durch dieses rassistische System ein Hauptthema Ihrer Poesie?

Antwort: Auf jeden Fall, denn ich befasse mich in meiner Poesie mit den Themen der Apartheid. Infolge meiner Geburt in einer bestimmten Konstellation von Umständen, ist mein Leben durch die bereits erwähnten Faktoren bestimmt gewesen. Und die Apartheid ist immer noch Realität ; man kann es anders nennen, aber der einzige Unterschied zwischen Rassismus in Südafrika und irgendwo anders in der Welt ist, dass dieser in Südafrika gesetzlich geregelt sprich legal gewesen ist. Und dies nur weil ein paar Menschen entschlossen hatten, sie seien anderen Menschen gegenüber überlegen, weil ihnen eine unbestimmte Menge an Melanin fehlt. Somit ist es zur Errichtung einer systematischen Entwertung und Entmenschlichung der Leute gekommen, die nicht „weiß“ waren. So hat die Apartheid schon seit dem Moment meiner Zeugung auf mich gewirkt, auf mein Wesen, meine Sinne. Ich sehe diesen Rassismus sowie die katholische Erziehung durch mein Elternhaus als Grund für meine häufigen Nervenzusammenbrüche. Mein Schreiben ist somit durch diese, mich beeinflussenden Faktoren bestimmt. Es ist gar nicht anders möglich. Zudem bin ich immer noch auf der Suche nach mir selbst. Mein Ziel sei es nicht, mich anderen durch meine Poesie zu erklären. Vielmehr ist es ein Versuch, eine sprachliche Verbindung herzustellen zwischen meiner Welt und mir selbst und somit meine Person, meine Schwächen und meine eigenen Vorurteile zu verstehen. Denn ich habe definitiv Vorurteile gegenüber bestimmten Menschen. Wie und was ich schreibe hat sich jedoch auch verändert, so ist es heute anders als damals.

Ich möchte gerne auf die Definition von „schwarz“ eingehen. Während der Apartheid hat es eine Pufferzone zwischen den Menschen, die „weiß“ waren und denen, die es nicht waren, gegeben. Ich würde diese aber nicht unbedingt als „schwarz“ bezeichnen, da „schwarz“ für mich mit einer politischen Definition verbunden ist. Ich möchte Mafika Pascal Gwala zitieren, welchen im übertragenden Sinne mein Vater ist: „Schwarz ist die energetische Befreiung von den Fesseln von Kaffer, Bantu, Nicht-weiß.“ Auch möchte ich Lemn Sissay Worte wiedergeben: „Schwarz ist nicht, was Weiß nicht ist – Schwarz ist Schwarz.„Ich sehe mich nicht aus dem Grund als „schwarz“, weil Sie nicht „schwarz“ sind. Die Tatsache, dass Sie „weiß“ sind, macht mich nicht „schwarz“. Ich habe mich schließlich zuvor als „schwarz“ definiert. Ich führe ein weiteres Zitat an, diesmal von Steve Biko: „Die Tatsache, dass wir alle nicht weiß sind, bedeutet nicht zwingend, dass wir alle schwarz sind.“ Die Menschen, welche während der Apartheid unterdrückt worden sind, haben  vielleicht ähnlich ausgesehen und sie haben alle eine unbestimmte Menge an Melanin besessen; deshalb waren sie aber nicht alle „schwarz“; „Schwarz“ sind diejenigen, die sich damit definieren. Es geht einfach um den Versuch, sich bewusst zu werden, wo man steht und wo man hin möchte.

2010sdafrika-Redaktion: „Apartheid ist immer noch Realität.“ Was meinen Sie damit?

Antwort: Apartheid ist ein Afrikaans Konzept, welches es legalisierte, die Gesellschaft in verschiedene Sektoren zu spalten. Die Tatsache, dass 1994 die Gesetzbücher zerstört worden sind und sich die Verfassung geändert hat, bedeutet allerdings keineswegs das Ende der Apartheid. Ebenso wenig wie die Einführung von Nelson Mandela als Symbol dieses vermeintlichen Neuanfangs. Dass dann selbst die ehemaligen Machtinhaber des Apartheidregimes, welche ihn zu vor gedemütigt und ins Gefängnis gesteckt hatten, ihn feierten –all dies betrachte ich als eine einzige Heuchelei und als Betrug. Denn an der Situation in Südafrika hat sich nichts verändert.

Es existieren heute mehr Elendsviertel und eine größere menschliche Misere als vor 1994. Und es gibt Leute, die meinen, man müsse sich wünschen, zur Apartheid zurückzukehren. Ich protestiere dagegen, ich könnte mir niemals meine eigene Entmenschlichung wünschen. Die Leute versuchen, mich mit diesen Aussagen schwach zu halten, genauso wie die Bibel es versucht. Die Macht ist immer noch in den Händen von denen, die sie zuvor gehabt haben. Diese haben das Konzept der schwarzen Wirtschaftsförderung ( „Black Economic Empowerment“) kreiert, welches den während der Apartheid benachteiligten Menschen angeblich Zugang zum Land verschaffe. Dies sei aber eine große Lüge, aufgetischt von multinationalen Konzernen, großem „weißen“ Kapital, die sich damit aus der Affäre ziehen wollten. Die Menschen, die an dieses Konzept geglaubt und es wahrgenommen haben, sind die Millionäre von heute und auch ein Teil des regierenden Systems. Ich betrachte beide dieser Parteien als kritisch. Das heutige System der Apartheid ist obszöner als früher; schließlich ist damals – im Gegensatz zu heute – mit offenen Karten gespielt worden.

2010sdafrika-Redaktion: Warum sind Sie ein Dichter und kein Anwalt geworden?

Antwort: Ich bin immer ein Dichter gewesen, denn ich habe mich niemals dafür entschieden, ein Poet zu werden. Entweder man ist einer oder nicht. Man kann keinem beibringen, wie man schreibt. Dennoch wünsche ich mir manchmal, nicht diesen Weg gegangen zu sein, da ich sehr einsam war und mir mehr Feinde gemacht habe als er wenn ich ein Anwalt geworden wäre. Ich habe mein Abschlussexamen in Jura in der Zeit geschrieben, als Südafrika schon im Ausnahmezustand war und ich selber immer häufiger durch mein politisches Mitwirken festgenommen wurde. Mein Jura-Studium sowie den Beruf des Anwalts betrachte ich kritisch. Meiner Meinung nach bereichert sich ein Anwalt an Missständen anderer. Während im Gericht dem herrschenden Gesetz entsprechende Entscheidungen gefällt werden, erfährt man Gerechtigkeit nur „auf der Straße“. Es geht im Gericht nicht um die Wahrheit, Gerechtigkeit; doch diese definieren mich als Menschen. Deshalb wollte ich kein Anwalt werden . Durch meine Poesie kann ich hingegen Menschen berühren und ihnen etwas geben, was sie für ein Leben lang behalten werden. Dass es richtig war, mich für die Poesie zu entscheiden, wurde mir außerdem durch folgendes Erlebnis bewusst: Innerhalb des Programmes eines Festival in Holland, habe ich bei der südafrikanischen Botschaft vorgelesen. Ich habe heraus gefunden, dass die damalige Botschafterin Priscilla Jana mich nicht empfangen wollte. Sie hat sich den ersten Teil meiner Lesung angehört und ist dann davon gelaufen. Das Schlimmste daran war: Sie ist in der Zeit der Apartheid die führende Menschenrechts-Anwältin gewesen.

So bin ich lieber ein Dichter, der nur wenig Geld verdient als ein Anwalt. Wenigstens habe ich ein gutes Gewissen. Glücklich bin ich aber erst dann, wenn alle Dinge, gegen die ich ankämpfe, aus der Welt verschwunden sind. Anstatt der Sonne oder die Liebe, die morgens als Motivation zum Aufstehen dienen, werde ich metaphorisch gesprochen von „Dämonen“ geweckt. Erst wenn dem nicht mehr so ist, kann ich sagen, dass ich glücklich bin.

2010sdafrika-Redaktion: Während meiner Recherchen über Sie habe ich auf der Internetseite „www.culturebase.net“ ein Zitat gefunden, welches aus einem Interview mit der Schweizer Wochenpost von 2002 stammen soll: „Politischer Hip-Hop ist nicht mehr wichtig für junge Südafrikaner.“ Interessieren sich junge Südafrikaner wirklich nicht mehr für politischen Rap?

Antwort: Ich bestreite vehement, solch eine Aussage jemals von mir gegeben zu haben. Ich, als Vater der MCs-Untergrund-Generation, würde und könnte nie sagen, dass junge Südafrikaner nicht am politischem Rap interessiert seien. Es hat alles ganz simpel angefangen: Junge Leute, die sich getroffen haben, um Partymusik zu machen und Spaß zu haben; ohne dabei irgendein politisches Programm zu verfolgen. Später hat es dann die vermeintlich politischen Musiker gegeben wie Poor Righteous Teachers , Public Enemy, Boogie Down Production und KRS1. Diese haben sich mit Themen wie Unterdrückung, Ökonomie und Politik befasst. Hip-Hop ist einfach nicht homogen, es gibt so viele verschiedene Arten von Hip Hop. Menschen, die ihre Menschlichkeit zelebrieren, dies alles ist sehr politisch. Von den Ghetto-Jungs, welche unter anderem zu meinen Favoriten zählen, bis zu Girly HipHop. Dieses Zitat ist sehr irreführend. Es sei denn, die Person, die dies geschrieben hat, meint, dass ich gesagt habe, dass heute sich mehr Menschen für Künstler wie 50cent, Eminem, LilWayne, Jay-Z oder Lady Gaga interessieren würden als zum Beispiel für Poor Righteous Teachers oder Jaco Pastorius, meinem Lieblingsbassisten. Dies entspricht nämlich absolut der Wahrheit. Allerdings habe ich nicht das Recht, dazu darüber zu urteilen, noch will ich selbst beurteilt werden. Jeder hat nun einmal einen anderen Geschmack.

2010sdafrika-Redaktion: Wie sehen Sie die derzeitige politische Situation in Südafrika. Was ist Ihre Meinung über Jacob Zuma?

Antwort: Ich habe weder eine positive Meinung über den aktuellen Präsidenten Jacob Zuma oder Julius Malema, dem Präsidenten der ANC–Jugendliga, noch über den früheren Präsidenten des Landes, Thabo Mbeki. Ich entschuldige mich, bestimmte Personen depersonalisieren zu müssen, wenn ich über die Situation in Südafrika spreche, aber die Realität lässt sich nicht anders beschreiben. Metaphorisch gesprochen braucht Zuma nur Musik und Frauen, und er tanzt. Das ist es,was er tut. Vor allem halte ich Zuma für sehr problematisch, denn er verfügt über eine dunkle Vergangenheit mit sehr vielen Intrigen. Ebenfalls empfinde ich Thabo Mbekis damaliges Dasein als Präsidenten für eine Demütigung. Ich habe keinen Respekt für ihn, aber Mbeki ist meiner Meinung nach noch intelligenter als Zuma. Desweiteren möchte ich auf das Gefahrenpotential von Julius Malema hinweisen. Es ist die gleiche Geschichte wie mit dem ugandischen Diktator Idi Amin. Diesen hat man auch nicht ernst genommen; er ist belächelt worden. Nachdem Sterben hunderttausender von Menschen , hat dann keiner mehr gelacht. Dies ist das Südafrika von heute.

2010sdafrika-Redaktion: Herr Rampolokeng, Sie  waren bereits des öfteren in Deutschland. 1998 verbrachten Sie sogar mehrere Monate im Solitude Schloss in Stuttgart. Was zieht Sie immer wieder hierher und haben diese Erfahrungen, welche Sie in unserem Land machen, einen Einfluss auf Ihre Arbeit?

Antwort: Jeder Moment meines Lebens, jede Begegnung mit einem Individuum, beeinflusst mich und meine Sichtweise. Deshalb reise ich durch die Welt, um mich mit was auch immer mir widerfährt, auseinanderzusetzen, und es als Erfahrung mitzunehmen und mit den Menschen in meiner Heimat zu teilen, die ich liebe. Gemeinsam tauschen wir die Erfahrungen aus und zusammen profitieren wir davon, etwas für das Leben zu lernen. Ein weiterer Grund für meine Besuche in Deutschland sind neben Einladungen zu Auftritten, wie vor Kurzem an der Humboldt-Universität Berlin, die Auswahl an Literatur, die es hier gibt. Es existieren eben kaum Buchläden in Südafrika und wenn, dann nicht solche, die meinem Literaturgeschmack entsprechen .Diese Läden haben noch nicht einmal den italienischen Dichter Pasolini im Sortiment. Als weiteren Grund für meine Besuche möchte ich anführen, dass so sehr Südafrika auch wirtschaftlich entwickelt sein möge, jeder Künstler doch eher zuerst nach Deutschland kommt, um zu performen als zum Beispiel in Südafrika aufzutreten. 1998 bin ich auf Grund einer Veranstaltung für Autoren habe ich mehrere Monate auf dem Solitude Schloss in Stuttgart verbracht. Ich habe daran teilgenommen, weil ich Zeit und Platz zum Schreiben brauchte. Diese Erfahrung hat mir allerdings gezeigt, dass ich bei absoluter Ruhe und Einsamkeit nicht produktiv sein kann. Ich brauche unbedingt eine Geräuschkulisse.

2010sdafrika-Redaktion: Sie haben die Welt bereist und mit vielen Künstlern gearbeitet wie Julian Bahula, Soulemane Toure, Louis Mhlanga und Günther Sommer. Haben Sie sich diesen Erfolg je erträumen können und was sind Ihre Ziele für die Zukunft?

Antwort: Ich zitiere Bob Dylan, in dem er sagt, dass eine Person dann erfolgreich ist, wenn sie morgens aufwachen und abends einschlafen kann und dazwischen das tun, was sie will. Erfolg hat rein gar nichts mit Geld zu tun oder damit, für tausende von Kameras auffallend zu posieren.

Ich würde mich an dem Tag als erfolgreich bezeichnen, an welchem die Entmenschlichung, Unterdrückung, Hungersnot, Kindesmisshandlung, Oberflächlichkeiten und Ignoranz sowie die Diskriminierung von Menschen bezüglich ihrer Sexualität und Religion ein Ende finden. Dazu beizutragen, eine Welt zu erschaffen, in der alle Menschen atmen können; wenn ich das geschafft habe, bin ich erfolgreich.

2010sdafrika-Redaktion: „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“  bedankt sich für dieses Interview bei Lesego Rampolokeng, einem der größten soziokritischen Dichter aus Südafrika; Ihnen alles Gute und viel Erfolg für die Zukunft!


List of writings/Liste der Werke of/von Lesego Rampolokeng

– Horns for Hondo (COSAW, 1990)

  • Talking Rain (COSAW, 1993)
  • End Beginnings (Shifty CD with the Kalahari Surfers, 1993)
  • Writing for the play:„ Faustus in Africa„(1995)
  • Rap Master Supreme – Word Bomber in the Extreme (1997)
  • End Beginnings (German Translations) (Marino, 1998)
  • Blue V’s (German Translations with CD) (Edition Solitude, 1998)
  • The Bavino Sermons (Gecko Poetry, 1999)
  • Fanons children in 2001
  • The h.a.l.f. ranthology (CD with various musicians, 2002)
  • Blackheart (Pine Slopes Publications, 2004)
  • Whiteheart (deep south publishing, 2005)
  • Participation in the documentary „Giant Steps„ about revoloutionary poets ,
  • directed by Geoff Mphakati and Aryan Kaganof (2005)

Quellen/Sources:

Interview mit/with Lesego Rampolokeng 09.11.2010

http://www.culturebase.net/artist.php?279

http://en.wikipedia.org/wiki/Lesego_Rampolokeng

Interview with Lesego Rampolokeng

A poet, irresistibly fighting for „a world in which all can breath“

(Editor: Annalisa Wellhäuser)

An exceptional and critical thinking poet who doesn`t mince words when talking about politics and society –especially the degradation of human dignity. Lesego Rampolokeng was born on 27th July 1965 in Orlando West, Soweto, Johannesburg in South Africa. Growing up under the Apartheid system and raised by a catholic family, he formed his very own view on political and social problems in South Africa. He studied Law at the University of the North in the Limpopo Province, but has not followed this path any further. He focused on his poetry which included poems, novels as well as writings for the theatre. He is travelling the world to perform and while doing so he has already worked together with different artists such as Günther Sommer, Julian Bahula, Louis Mhlanga and Souleman Toure. [A list of his work can be found at the end of the interview.]

© Poet and writer Lesego Rampolokeng

Deutsch: If you are interested to read this interview in German, please click on following link: https://2010sdafrika.wordpress.com/2011/02/08/schriftsteller-lesego-rampolokeng-im-interview/.

2010sdafrika-editorial staff: We would like to welcome on „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“, the German gateway to South Africa,  the writer and poet Lesego Rampolokeng. Mr. Rampolokeng, as an artist you have performed and written texts in different ways-you have been doing political rap, poetry and you have also contributed writings to the theatre as for Faustus in Africa in 1995 or the Fanons children in 2001. How would you describe the kind of art you are performing these days?

Answer: Ok, first of all it`s a semantic issue. I don’t perform, I hardly ever see myself performing anything, because for me that presupposes either an extension of yourself or alienation from yourself, an occupation of another space outside of something. There`s never been a line of demarcation between myself and my art. I am my art. I hope that makes sense.

And I wouldn`t actually say that I´ve ever done „political rap„ or even rap itself as a genre. For me what rap is is what we are doing right now. The flowing and floating of lines, thoughts, ideas, communication of multi-ear, mind to mind, you know, these things that swim from the one individual and rattle the brain cells of the other. That for me is being rap. If you put dub or hip-hop break beat to this, it is rap.

So essentially I`ve always seen myself as being a creature of the world and as a social being that I am, I`m also of my society, of my community. Like everybody else I was not hatched ,I was born. I guess some people just spin out of the air, they get dropped from the moon or whatever. So what it means is-if I want to define my reality- that necessarily means I have to engage with the reality of my society.

And there are certain things that stand between me and the celebration of my being, of my humanity. I have to deal with dehumanization, the oppression of one being by another and all of those things: social economic factors, why I could only be born where I was born and not in another place, why I need a visa in order to come to Berlin, why I get pulled out of a queue at Tegel airport, because I got more melanin than anyone else. And I get asked how much money I`m carrying, if I`m carrying drugs……and all of those factors conspire to make me a specific kind of creature-I will suppose distinct to other creatures, but not necessarily more important or less important.

I just hold my own space within the sphere of human light and try to define that .And you cannot truly define your space except in terms that make sense to you, which are political and other things.

When birth is itself a political issue, when death is a matter of politics. If I die here what happens to me is terribly political. If I drop dead here, I hope I don`t, I might very well do that…..every single breath I take is itself defined for me in political terms.

I don’t wave banners, I don’t say vote for XYZ ,because first of all I don’t even believe in the voting box, I don’t believe in voting. I don’t think voting has ever changed anything. I don’t mean politics in terms of party political waves, just the way which we communicate this-human traffic, human flux, the coming and going of human beings

2010sdafrika-editorial staff: Let`s come to my second question: You were born in 1965 in Soweto, Johannesburg….

Answer: Unfortuately…

2010sdafrika-editorial staff: …. during that time it was the Apartheid system that was ruling in South Africa. The oppression by that racist system appears to be one of the major topics you are dealing with in your poetry. Can you tell me something about this?

Answer: Well, I mentioned before I was born into a specific set of circumstances, so my being was dictated by all those factors you just mentioned now.

One thing that I`d like to clarify would be….I was not born in that time of Apartheid, because I think this is the time of Apartheid too. I can define it differently- but Apartheid as legislated racism, as defined by law-as founding the „statue books„ –that`s actually the only thing that made racism in South Africa different from anywhere else. Because it was legislated, it was legal.

People had met, very intelligent supposedly, together and decided that by the eventual effect that they lacked x-amount of melanin that made them superior to other people. Therefore „blabla„ and they set and raised a systematic devaluation and dehumanization of another sector of society for economic and other reasons.

And so from the moment that-I think even before I was born, from the moment I was conceived-Apartheid had already been at work on my being, on my senses. I guess that is why I`m going through life having one nervous breakdown after another-it`s because of, I would suppose, the measure of racism and religion-because I was brought up catholic and all those other things.

So my writing can only be in terms of the politics and religion that worked on me, the economic factors etc. … And I`m still trying to define myself. You see the thing is I don’t go into writing as a way of explaining myself. For me it`s a quest, ,it`s an attempt to get my world to speak to me and thereby allowing me I guess to understand myself better ,to understand my own shortcomings, perhaps my own prejudices.

Because I am definitely prejudiced against certain kind of human creatures, absolutely.

But I think I wasn’t caught in a time war so I cannot write today like I did 10,15,20 years ago .I`m a social communicator and I will be until I die.

So today I deal with issues that of course came down with Apartheid where we created some kind of buffer zone between the people of real power in the country and the rest of oppressed society in South Africa. I would suppose„ non-white„ all of them.

I won`t necessarily say ,,black„, because ,,black„ comes with a political definition for me. The old man I drew my inspiration from, Mafika Pascal Gwala, my father- well in a matter of speaking he is-said „Black is an energetic release from the shackles of Kaffir, Bantu, non-white.„ That`s what it is.

My friend Lemn Sissay said :´„Black is not what white is not-black is black. That`s it. I`m not defined in my „blackness „in the fact that you are not „black„. Your „being white„ does not make me„ black„. I defined myself as „black„ before.

Anyways. I use all these quotations as part of my piece, at the beginning of my piece „Bantu ghost„ , which I read last year. Steve Biko said:„ The fact that we are all not white does not necessarily mean we`re all black.„ Non-whites exist and are continuing to exist for a long time-but within that world of humanity that was oppressed some of them are black and some are not-even though they might look similar, even though they might have x-amount of melanin all of them-not all of them are ,,black„. The ones who are black are the ones who define themselves…Its an attempt of coming to consciousness of where one is being placed and where one should he going.

2010sdafrika-editorial staff: You just said that Apartheid is basically not over, it`s just a different form of Apartheid. What do you mean by that?

Answer:  I`m saying there was a specific system of government, it was an ideology that was in place that was referred to as Apartheid. It`s an Afrikaans concept meaning- what they later tried to define as separate development, but a literal translation of it, the one on one translation of it would be „Apart-ness„ ,meaning there is this line of demarcation between these people and those people, this sector of society and that sector of society and it was a „ legal system„.

What I`m saying is while the books might have been scrapped- we might say technically because the constitution has been overturned- then Apartheid does not exist, but Apartheid was not paper. Tearing up paper doesn’t change anything.

The fact that then you have some kind of creation set up in place that is celebrated all over the world and you call that, you make a symbol of it, an icon of it and you get all hypocrites to celebrate it. The same hypocrites that used to insult it ,that fought for it to be kept in place, in jail.

Now out of a sudden these celebrate it and they built monuments to it in England and they knight it and they call it Nelson Mandela. And it goes around waving at all old ladies and the babies etc.

What does that change beyond it being a measure scam perpetrated on the world.

You go to South Africa today and you will see the following: Now they call them informal settlements ,it`s just „shacklands„, supposed what people called derogatorily „squatters„ have proliferated in South Africa. There are more of them now than prior to 1994.There is more human misery and debasement today than there was in South Africa before.

Now when you see such things-some very„ perverted sick minded„ people start accusing you , of wishing to return to Apartheid and I would have to be truly sick to my soul to want something like that. It’s a system of dehumanization-why would I want, why would I wish for my own dehumanization , no. But again that is yet another scan that is meant like the bible to keep people weak.

But ok we are supposed to keep quiet , because now here is this government that was supposedly voted into place by the majority of the people. Well, the majority is not always right. Actually more often than not the majority is wrong. That`s why there are people like us in the world, I guess we are happy, well we celebrate our right to be wrong also. I might be wrong, but I`m happy to be wrong. It is my opinion, however wrong it might be to anybody else.

So essentially the economics of the „thing of state in place„, the power is remained in the hands of the people who held it before. They created this vile concept called Black Economic Empowerment ( „BEE„ )and on the surface this thing is set up as being a system out of which the previously, as they put it, „disadvantaged„ can have access to the sources of the land,. They call them that-and it makes me feel like you are crippled or something like that .

But anyways it’s a major lie, because this first of all this BEE- thing was created by multinationals, by multi corporations, by big capital, which was „white„, big capital. And they created this thing in as a kind of escape route for themselves. They set up this thing and the people who got to believe it were the ones who supposedly had these struggle potentials. They are the ones who`ve become the millionaires today, who are part of this ruling system .And they set all those people up and then the jackals and the hyenas came out to bite and eat and whatever. And I will present these crawlers` face to the world of these supposed darker than grey creatures.

So the system of Apartheid, it is actually more obscene today than it was before. Because before there was no need to lie, the lines were well drawn.

2010sdafrika-editorial staff: You`ve also studied law….

Answer: …Unfortunately haha…

2010sdafrika-editorial staff: What was the reason for you to decide its poetry you want to focus on instead of maybe becoming a successful lawyer?

Answer: Have you ever seen a lawyer who looks like me in the world? I`d be a very unlikely lawyer.

First of all, at no point in my life did I decide to become a poet. This comes without any romanticization –I`m not romantic about it.

At times I wish that I hadn’t walked this path, it was a lone part and i`ve made myself more enemies walking down this path than I would have if I had just become a jackal , a vulture feeding on human misfortune-called a lawyer. I would have made less enemies that way „bloating „myself up

I don’t think that anybody at any point decides to become a poet, you either are one or you are not. Nobody can teach you to write. I don’t believe that writing or poetry can be taught. You got all these professors with 15 degrees, but they themselves cannot write a poem to save their lives.

This is an old image i`ve been using for years and it makes me want to fall asleep whenever I`m saying it.But the truth of it is that I do believe that if my mother falls dead today and they cut her up, they are likely to find my poetry. I`ve created a „mural„,a „uteral mural „which I think is the best kind of poetry anybody could possibly write.

So where I was attempting to study this law thing and even before that I was poet. What you are asking is , I think, is taking a definite break from then when I attempted this ,for me „fake existence„.

You see the thing is when I wrote my very last paper, my final year of university, it was during the times of state of emergency in South Africa. In the mid 80ies, I was becoming a rather frequent visitor to the houses of bondage that I call prisons, detention centers and I wrote my paper and I stood up and walked and never looked back. What I was supposed to have done subsequent to that was to serving another lawyer, learning the trickery roads and then sitting for that final examination. I would have been your Mr. lawyer with maybe a Porsche.

I thought to myself „ok look, you don’t go to look for justice in a court of law, there is no justice in the court of law. If you want the law ok you go to court, if you want justice they take you to the streets. „The court, this is not a place for the acquisition of justice, this is where we interpret the law, it`s not even about truth at all .Or it is not about justice and not about truth , which are the things that define me. I`m in this world to search for it—if neither justice nor truth are to be found in a court of law, what would have I been doing there?!It didn’t make sense for me. I could have lied to myself and said „No, I do this thing„ and I can begin represent my people and sound glorious or whatever.

You know what happened, a few years ago I was proved right anyways in my decision not do law. I was invited to Holland and there was this festival, a beautiful festival in Den Haag. And I think it was 51 poets from 51 different countries…every poet had to read at his embassy. But then I found out that the ambassador of South Africa did not want me to be there…the reason why she had to have me there was because her predecessor had invited me. She listened to half of my reading and then ran away .The worst thing about this is that this woman was during Apartheid times South Africa` s leading human rights lawyer, Priscilla Jana. You get what I`m saying……

You know now I`m hungry, I`m poor ,but I`m cool, I think my conscience is at rest.

However I could only be happy the day the things I`ve set myself against are eliminated. The things that make me wake up in the morning in a perverse, in an ugly ,in an obscene way actually .Because the sun ,the love should be getting you out of bed. I`m woken up by demons and ugly things, the day they seize up to be then I will say i`m happy.

2010sdafrika-editorial staff: While doing research about you in preparation for the interview, I read on the internet page ,,www.culturebase.net„ that you ,correct me if i`m wrong, said the following statement about young South Africans in an interview with the Swiss weekly paper 2002 : „Political hip-hop is no longer important to young people in South Africa„. Are young South Africans really not interested anymore in political rap?

Answer: You know that thing makes me so angry, because at no point in my life , unless I`m ready to be locked up in some psychiatric institution, would I say that the young people of South Africa are not interested in political rap. Because it goes further than that thing I think. To give the suggestion that I`m saying supposed political rap is redundant. I would „never ever ever„ say that. First of all, people when it started out did not set itself up as being political, it was party music, young people hijack lighting„ fictures „, you know these street lamps or whatever, and run the electricity from their turntables. As soon as the police comes, they take their stuff and go. In that sense it was subversive-yes. But it did not come out with a political program. It was just young people having fun.

Later you had supposed conscious people coming out like Poor righteous teachers, Public enemy, Boogie down production,KRS1,they came on following the lead of course of the lives of Jill Scott Hanna before them …grabbing the microphone dealing with issues of oppression, of economic, political themes.

Hip Hop is not homogeneous, there are various and different strands of Hip Hop, lots and lots of them. I like the Ghetto-Boys, I love the stories they created there: trying to pull their little ghosts out of the wall..something that one would find in heavy metal, maybe, but they were running it on this „5th ward texas lies„, you know black boys dealing with that stuff.

It is not homogeneous. You got girly Hip Hop, you got Salt and Pepper celebrating their sexuality as females, you know, all of those put together you could say that’s a political broom. That is a political broom. People celebrating their humanity in the midst of „Squalla „.

So at what point could I say the contrary? I, father of generation of MCs, underground MCs, basemental platform in South Africa, I could introduce you to a lot of them, they are very political creatures.

How could I say something else? I never said something like that. This quotation is very misleading.

Unless this person wanted to say that I meant that in this world today you get more people celebrating 50cent,Eminem,LilWayne,Jay-Z as supposed to celebrating Poor righteous teachers, if that’s what they mean, yes, that is very true.

This world celebrates a Lady Gaga. I mean I`m not in the position to judge. I`m not in this world to judge or be judged. If that’s what they want, maybe Lady Gaga fulfills some of their fantasies, I don’t know.

But the fact of it is that more people will celebrate Lady Gaga than they would celebrate Jaco Pastorius, my all time greatest bass player. Very few people know him.

2010sdafrika-editorial staff: How do you see the current political situation of South Africa? What do you think about Zuma?

Answer: I`m sorry to depersonalize people like that, but essentially this is what is happening. The point is, you just give Zuma a lot of women and music to make him dance. That is what he does. He just wants to dance .He is very very problematic, if you trace down his history to the ANC-camps, in exile…there is a whole lot of intrigues involved, people dying…and these people being mashed on forward.

And the indignity of having Thabo Mbeki, who I don’t have any respect for, but in my opinion he was still cleverer than Zuma. But the indecency of the way which those guys flipped the switched one inn was really embarrassing, it was disgraceful.

And now there is Zuma and Julius Malema, who is president of the ANC Youth League. The sad part of this is that we laugh at this person, but it`s the same story as with Idi Amin. Idi Amin started somewhere, people laughed „Haha„ at him saying he is an idiot….But 500.000 deaths later, nobody is laughing. Nobody is laughing. That is the state of South Africa right now.

2010sdafrika-editorial staff: You have already been several times to Germany. In 1998 you even stayed for a few months at the Solitude Castle in Stuttgart. How do you like Germany and what is the reason for you of coming back so often? Did or do the experiences you make here influence you or your poetry in some way?

Answer: Obviously every single moment of my life influences me, every moment leads onto the other, whatever kind of engagement, whatever kind of contact I have with human beings. Not just even people only, every single creature on this planet, in this universe influences how I view.

First of all, having been to South Africa, you will know that however established South Africa might be ,that before Joseph Cotton, Bounty killer, whoever, …before they dream of coming to South Africa, they come to Germany first. They will definitely perform in Berlin, they will perform 20 times in Berlin, before they even imagining going down to South Africa.

So my engagement with the things that I celebrate ,that I love…books …South Africa got a few literature outlets, but in the whole of Johannesburg you can actually count the book shops in the entire city. How many millions of people live in the west of Johannesburg, well it`s east towards the airport, but the only book shop would have to be „exclusive books„ which is a capitalist set up, they will have Dan Brown books, they won`t have any of the people I celebrate, they won`t even have Pasolini. It`s not even a euro-centric kind of set up, no, they won`t have any seriously engaging literature for me there. So if I want something like that I have to come to Germany. In South Africa what do I do?

When I go around the world I pick up whatever it is, I engage with it, I battle with the world`s realities, I go back and I share it with the people I love, I celebrate, the people I want to help push forward along with me. I`m no leader, no, I`m part of a pack, but I`m hoping that whatever experience it is I can share with my people, they can share with me their experiences and together we can move forward.

That’s why I came back. I got invited. I came to Humboldt-University, it is a fine place to come to. I get to read at my embassy. I want to see if they will also behave like the dutch counterpart.

In 1998 I came to Solitude Castle in Stuttgart, because I needed time and space to write. It was a residency, it was a writer`s set up. You got composers there, video artists, graphic artists. It`s an annual thing.

But it made me realize one thing. Namely that I maybe need to hear somebody screaming at some point, I need to hear a car screeching around…before I can create.

I had a nervous breakdown there. It was so quiet there. Even the birds seemed to be uneasy about chatting in the morning: „ Oh, let`s not disturb the artists„. They call it solitude for a reason, really. I felt like Alice in Wonderland there. It`s a castle, every Saturday people come to get married there. You never see anybody.

If I wanted to be in a bar and check out the local talent or get myself checked out, if anybody bothers… I had to take the bus for about 25 minutes to get to the city of Stuttgart, just to have a beer. And then take the bus back. But at eleven the bus is run out.

2010sdafrika-editorial staff: You have travelled the world and performed in many countries. Plus you have worked together with various artists like Julian Bahula, Soulman Toure, Loius Mhlanga and Günther Sommer. Have you ever expected to become that successful and what are your aims and dreams for the future?

Answer: You know Bob Dylan explains the issue of success very well, he says a successful person is one who wakes up in the morning, is able to wake up in the morning and is able to go to bed at night, and in between that the person does what it wants to do, it chooses to do. That`s success. It has nothing to do with money or whatever. It has nothing to do with striking silly poses in front of a thousand cameras. For me that`s not the measure of success.

I will say I`m successful the day whatever it is that stands for the dehumanization and oppression of one sector of humanity by another, one person getting oppressed by the rest of humanity, the day no child, no child dies of malnutrition or preventable diseases ,the day no American can say:„ Oh ,oh this apple fell on my head, how can it fall on my head, I`m American! No this can`t happen to me, I`m American„ ,the day there is an end to that stupid stuff, the day it makes the same, the same kind of sense or non sense to get a child`s head exploded in Gaza ,a child getting its brain „packed out„ in Somalia, the day things fall in line like that, the day it is as wrong ,as wrong to brutalize somebody, because their sexuality is not yours, the day nobody is downtroddened, because they choose to bow in front of a different god to those who have got power, that’s where I will say: I`m successful, I helped create a world in which all can breathe. That`s it.

2010sdafrika-editorial staff: We would like to thank to writer Lesego Rampolokeng, one of the most socio-critical voices of South Africa, for this interesting interview on „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“. We wish you much success for the future and only the best!

List of writings/Liste der Werke of/von Lesego Rampolokeng

– Horns for Hondo (COSAW, 1990)

  • Talking Rain (COSAW, 1993)
  • End Beginnings (Shifty CD with the Kalahari Surfers, 1993)
  • Writing for the play:„ Faustus in Africa„(1995)
  • Rap Master Supreme – Word Bomber in the Extreme (1997)
  • End Beginnings (German Translations) (Marino, 1998)
  • Blue V’s (German Translations with CD) (Edition Solitude, 1998)
  • The Bavino Sermons (Gecko Poetry, 1999)
  • Fanons children in 2001
  • The h.a.l.f. ranthology (CD with various musicians, 2002)
  • Blackheart (Pine Slopes Publications, 2004)
  • Whiteheart (deep south publishing, 2005)
  • Participation in the documentary „Giant Steps„ about revoloutionary poets ,
  • directed by Geoff Mphakati and Aryan Kaganof (2005)

Quellen/Sources:

Interview mit/with Lesego Rampolokeng 09.11.2010

http://www.culturebase.net/artist.php?279

http://en.wikipedia.org/wiki/Lesego_Rampolokeng