Schlagwort-Archive: Blechhütte

„taff“ berichtet über „Shanty Towns“

Fünf-Sterne-Hotel in Südafrika bietet Hotelgästen skurriles Township-Feeling an: Armut als Erlebnis

(2010sdafrika-Redaktion)

Armut als Urlaubserlebnis, dachte sich der burische Hotelier Buks Westraad, als er ein Township mit dem Namen „Shanty Towns“ in Bloemfontein errichten ließ. Unweit einer Luxushotel-Anlage können sich die Hotelgäste in die Blechhütten einquartieren lassen, um ein Hauch von Armut zu schnuppern. 250 Rand, umgerechnet rund 16,50 Euro, kostet die einzelne Übernachtung im Pseudo-Slum mit Heizung, WLAN-Zugang und funktionierender Dusche.

© Ein weißer Hotelier ließ eine Armutssiedlung errichten, in welcher in der Regel schwarze oder farbige Bürger leben müssen. In „Shanty Towns“ haben Hotelgäste die Möglichkeit, ein Hauch von Armut zu erleben. Die ProSieben-Sendung „taff“ berichtete hierzu kürzlich. (Quelle: www.shantytown.co.za)

© Ein weißer Hotelier ließ eine Armutssiedlung errichten, in welcher in der Regel schwarze oder farbige Bürger leben müssen. In „Shanty Towns“ haben Hotelgäste die Möglichkeit, ein Hauch von Armut zu erleben. Die ProSieben-Sendung „taff“ berichtete hierzu kürzlich. (Quelle: http://www.shantytown.co.za)

Weiterlesen

Werbeanzeigen

„Nicht nur Tebartz-van Elst bräuchte eine Auszeit“

Im Interview mit Bischof Michael Wüstenberg des südafrikanischen Bistums Aliwal

(Autor: Ghassan Abid)

© Michael Wüstenberg ist Bischof des südafrikanischen Bistums Aliwal. In der Hansestadt Hamburg ist er aufgewachsen. Später unterhielt er Kontakte nach Burkina Faso in Westafrika. In Südafrika engagiert er sich heute in vielfältiger Hinsicht in einer "Kirche der Armen unter den Armen". Die Berichterstattung zum Limburger Bischof Tebartz-van Elst hält er für wichtig und richtig, sofern Respekt und Menschenwürde geachtet werden. Zum Südafrika-Aufenthalt von Tebartz-van Elst wurde der Bischof durch das Online-Medium "SÜDAFRIKA - Land der Kontraste" auf die Probleme aufmerksam gemacht.

© Michael Wüstenberg ist Bischof des südafrikanischen Bistums Aliwal. In der Hansestadt Hamburg ist er aufgewachsen. Später unterhielt er Kontakte nach Burkina Faso in Westafrika. In Südafrika engagiert er sich heute in vielfältiger Hinsicht in einer „Kirche der Armen unter den Armen“. Die Berichterstattung zum Limburger Bischof Tebartz-van Elst hält er für wichtig und richtig, sofern Respekt und Menschenwürde geachtet werden. Zum Südafrika-Aufenthalt von Tebartz-van Elst wurde der Bischof durch das Online-Medium „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ auf die Probleme aufmerksam gemacht.

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Herrn Michael Wüstenberg, deutscher Bischof in Südafrika. Sie sind in Hamburg aufgewachsen und seit 1992 in Südafrika tätig. Wie kam es dazu, dass es Sie ans Kap verschlagen hatte?

Antwort: Ich bin ja noch immer etwa 1000 km vom Kap weg, eben im Ost-Kap. Verschlagen hat es mich nicht. Ich wollte in Afrika mehr über Inkulturation, aktive Beteiligung von Gemeindemitgliedern und Basisgemeinschaften lernen. Das hatte mich in Begegnungen mit Gemeinden vor allem in Burkina Faso fasziniert. Wenn etwas mich verschlagen hat, dann meine Unkenntnisse in Französisch. Ansonsten wäre Westafrika auch eine Wahl gewesen.

Weiterlesen

„Die Sendung mit der Maus“

WDR-Moderator Ralph Caspers erklärt deutschen Kindern das Leben in Pretoria. Ein Südafrika-Spezial

(2010sdafrika-Redaktion)

Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) ist für die Produktion der „Sendung mit der Maus“ zuständig. Im WM-Jahr 2010 entschloss man sich am Kölner Hauptsitz, ein Südafrika-Spezial herauszubringen. Fernsehmoderator Ralph Caspers begab sich in den Flieger. Vor wenigen Tagen wiederholte die ARD die Ausstrahlung dieser Sendung. Gleich zum Anfang waren die am Kap gesprochenen Sprachen Englisch, Afrikaans, Sesotho und IsiZulu zu hören.

© Im Jahr 2010 veröffentlichte der für " Die Sendung mit der Maus" zuständige Westdeutsche Rundfunk (WDR) ein Südafrika-Spezial, das vor wenigen Tagen erneut in der ARD ausgestrahlt wurde. Fernsehmoderator Ralph Caspers hielt sich für die Produktion in Pretoria auf und erklärte den Kindern, wie das Leben am Kap ist. (Quelle: flickr/ dschinnay!)

© Im Jahr 2010 veröffentlichte der für “ Die Sendung mit der Maus“ zuständige Westdeutsche Rundfunk (WDR) ein Südafrika-Spezial, das vor wenigen Tagen erneut in der ARD ausgestrahlt wurde. Fernsehmoderator Ralph Caspers hielt sich für die Produktion in Pretoria auf und erklärte den Kindern, wie das Leben am Kap ist. (Quelle: flickr/ dschinnay!)

Weiterlesen

Kap-Kolumne: Einen Monat in Mamelodi leben

Anthropologische Feldforschung oder Durchbrechen von Barrieren?

(Autor: Detlev Reichel ist der Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals. Als Missionskind, Sozialist und einstiger Westberliner Anti-Apartheids-Aktivist berichtet er aus und zu Südafrika.)

Im Gegensatz zur Solidarität, die waagerecht verläuft und von gleich zu gleich gewährt wird, wird die Wohltätigkeit von oben nach unten praktiziert, erniedrigt den, der sie erhält, und verändert nie auch nur ein bißchen die Machtverhältnisse.“ Diese Worte des uruguayischen Schriftstellers und Journalisten Eduardo H. Galeano kamen mir ins Gedächtnis, als ich im Radio vom Wohn-Experiment des Julian Hewitt hörte. Hewitt, zurzeit Fellowship Director bei der Allan Gray Orbis Foundation, hat sich und seine Familie im Township Mamelodi bei Pretoria in einer neun Quadratmeter großen Blechhütte einquartiert. Er, seine Frau Ena sowie die beiden kleinen Töchter wohnen dort mit einem Budget von insgesamt 3.000 Rand im Wintermonat August – ohne Auto, ohne Strom, ohne fließendes Wasser und mit einem „Plumpsklo“ draußen. Wer sich näher über dieses Experiment informieren will.

© Die Mehrheit der weißen Südafrikaner weiß bis heute wenig bis nichts von den Lebensbedingungen ihrer schwarzen Mitmenschen in den Townships, hält Kap-Kolumnist Detlev Reichel fest. (Quelle: flickr/ aki.ilari)

© Die Mehrheit der weißen Südafrikaner weiß bis heute wenig bis nichts von den Lebensbedingungen ihrer schwarzen Mitmenschen in den Townships, hält Kap-Kolumnist Detlev Reichel fest. (Quelle: flickr/ aki.ilari)

Weiterlesen

“Jeder wird genug Wasser haben”

Südafrikas Ministerin für Wasserangelegenheiten ermahnt Bürger zu mehr Verantwortung

(2010sdafrika-Redaktion)

Am Kap gehen Wasserexperten davon aus, dass bis zum Jahr 2030 das bereits jetzt begrenzte Angebot an Trinkwasser um weitere 15 Prozent abnehmen wird. Stärkere Trockenheit, Bevölkerungszuwachs und Ausschöpfung der Wasserquellen sind immer wieder als Ursache zu lesen. Am vergangenen Mittwoch stellte die südafrikanische Ministerin für Wasserangelegenheiten Edna Molewa den 2. Bericht zur Nationalen Wasserressourcen-Strategie (NWRS2) vor. Sie versichert, dass „jeder genug Wasser haben wird“, sofern bestimmte Veränderungen eintreten.

© Edna Molewa, Südafrikas Ministerin für Wasserangelegenheiten, ermahnt die Bürger des Landes zu mehr Verantwortungsbewusstsein bei der Wassernutzung. Ihr Ministerium zielt auf eine stärkere Wassereffizienz ab. (Quelle: flickr/ GovernmentZA)

© Edna Molewa, Südafrikas Ministerin für Wasserangelegenheiten, ermahnt die Bürger des Landes zu mehr Verantwortungsbewusstsein bei der Wassernutzung. Ihr Ministerium zielt auf eine stärkere Wassereffizienz ab. (Quelle: flickr/ GovernmentZA)

Weiterlesen

Kap-Kolumne: Mediales Sperrfeuer vor Mangaung

Jacob Zuma und seine Geldgeber: Wenn ein deutscher U-Boot-Hersteller die Polygamie kofinanziert

(Autor: Detlev Reichel ist der Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals. Als Missionskind, Sozialist und einstiger Westberliner Anti-Apartheids-Aktivist berichtet er aus und zu Südafrika.)

Noch drei Tage bis zur ANC-Konferenz in Mangaung (Bloemfontein) und es wird aus allen medialen Rohren geschossen. Ziel ist der ANC und insbesondere Präsident Jacob Zuma, der sich in Mangaung das Placet für eine zweite Amtsperiode als ANC-Präsident und damit die Wiederwahl zum Staatschef im Jahr 2014 holen will. Das jüngste mediale Geschoss auf Zuma: Die Johannesburger Wochenzeitung Mail&Guardian (M&G) veröffentlichte einen Bericht über die Finanzen von Jacob Zuma aus dem Jahr 2006, also lange bevor er Staats- und Parteichef wurde.

© Ein als „streng vertraulich“ eingestuftes Dossier des Wirtschaftsprüfungsunternehmen KPMG offenbart, wie abhängig Präsident Jacob Zuma von natürlichen und unternehmerischen Geldgebern ist. Die Polygamie ist teuer und muss finanziert werden. Die Zeitung Mail&Guardian veröffentlichte das Dokument auf ihrer Homepage - kurz vor Beginn des 53. ANC-Bundesparteitags in Mangaung. Im Bild ist Zuma bei seinem 70. Geburtstag mit seinen Ehefrauen zu sehen. (Quelle: flickr/ The Presidency of the Republic of South Africa)

© Ein als „streng vertraulich“ eingestuftes Dossier des Wirtschaftsprüfungsunternehmen KPMG offenbart, wie abhängig Präsident Jacob Zuma von natürlichen und unternehmerischen Geldgebern ist. Die Polygamie ist teuer und muss finanziert werden. Die Zeitung Mail&Guardian veröffentlichte das Dokument auf ihrer Homepage – kurz vor Beginn des 53. ANC-Bundesparteitags in Mangaung. Im Bild ist Zuma bei seinem 70. Geburtstag mit seinen Ehefrauen zu sehen. (Quelle: flickr/ The Presidency of the Republic of South Africa)

Weiterlesen

Präsident Südafrikas muss zittern

Ergebnisse zu Kommunalwahlen 2011 mit großer Spannung erwartet

(Autor: Ghassan Abid)

In Südafrika begannen mit der Wählerregistrierung am 18. Mai 2011 die Kommunal- und Regionalwahlen 2011. Die diesjährigen Wahlen werden der erste wichtige Stimmungstest für die Regierung von Jacob Zuma und seiner Partei African National Congress (ANC) sein. Denn die Bevölkerungsmehrheit im Lande ist äußerst unzufrieden mit ihren Repräsentanten.

© ANC vs. DA (Quelle: Wikimedia/ Collage durch 2010sdafrika-Redaktion)

Rund 17 Jahre nach dem Ende der Apartheid leben Millionen von Südafrikanern weiterhin in Blechhütten. In den Townships ist vielerorts kein Zugang zu Wasser, Strom, Telefon oder Internet vorhanden. Nach Angaben des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) würden 28 Prozent der Haushalte keinen Strom- und rund 5 Prozent keinen Wasserzugang besitzen. Das durch die Armut verursachte Leid erübrigt sein weiteres. Demnach lebten im Jahre 2009 rund 70 Prozent aller Kinder nach einer Studie des „South African Institute of Race Relations“ in ärmlichen Verhältnissen. Außerdem fehlt es weiterhin an Arbeitsplätzen, einer zuverlässigen lokalen Staatsverwaltung und Wohnungen. Positiv zu bewerten ist, dass die Regierungspartei ANC bislang 2,6 Millionen Häuser zur Verfügung stellen konnte.

Dennoch bevorzugen grundsätzlich viele Südafrikaner mit schwarzer Hautfarbe ihre Stimme dem ANC zu erteilen, der Partei des Nationalhelden Nelson Mandela. Doch der Unmut wächst mit jedem weiteren Tag. Von den positiven Effekten der WM ist entgegen der einstigen Regierungsmeldungen nichts (mehr) zu spüren, betonen viele Townshipbewohner. Die demokratischen Errungenschaften seit 1994 lassen für die Mehrheit der Gesellschaft immer noch auf sich warten. Stattdessen plant die Regierung die Regulierung der Berichterstattung und führende Persönlichkeiten der Politik verlieren sich in Skandalen sowie ANC-internen Machtkämpfen.

Bisweilen regiert der ANC in acht von neun Provinzen im Lande. Die größte Oppositionspartei Democratic Alliance (DA), unter der Führung der deutschstämmigen Vorsitzenden Helen Zille, lenkt eigenständig die politischen Geschicke am Westkap mit Kapstadt als Provinzhauptstadt. Vor allem Weiße und Farbige vertrauen sich dieser liberalen Parei an. Doch die DA wird zunehmend zum Sprachrohr jener Südafrikaner, die mit der Politik des ANC abgeschlossen haben – einbegriffen insbesondere Schwarze. Politische Beobachter wie Glenn Ashton vom renommierten Johannesburger Think Tank „SACSIS“ erwarten allerdings keinen großen Unterschied hinsichtlich der Leistungserbringung zwischen DA und ANC. Die Wählerenttäuschung dürfte dieser Annahme nach in den nächsten Jahren zunehmen.

Klar ist, dass der ANC bei den Kommunal- und Regionalwahlen 2011 trotz der zu erkennenden Stimmenverlusten die stärkste Partei bleiben wird. Das endgültige Wahlergebnis wird am Wochenende bekannt gegeben.