Schlagwort-Archive: Boksburg

Babies bei Geburt in Südafrika verwechselt

Zwei Mütter streiten vor Gericht: Die Eine möchte ihr Kind behalten, die Andere hingegen einen Tausch

(Autor: Ghassan Abid)

Für jedes Elternpaar ist es eine Schreckensmeldung, wenn es erfährt, dass das leibliche Kind nicht bei ihnen lebt, sondern bei fremden Personen. Im Tambo Memorial-Krankenhaus in Boksburg ist eine Verwechslung eingetreten, die genau diese Situation verursacht hat. Vier Jahre nach dem Irrtum streiten sich nun die Mütter vor Gericht. Die Eine möchte ihr leibliches Kind zurück, die Andere hingegen betrachtet das vertauschte Kind als ihres und wehrt sich.

US Army Africa

© In Südafrika streiten sich zurzeit zwei Mütter vor Gericht. Ihre Babies sind vor vier Jahren in einem Krankenhaus verwechselt worden. Die eine Mutter möchte ihr leibliches Kind zurück, die andere hingegen wehrt sich gegen einen Tausch. (Quelle: flickr/ US Army Africa)

Weiterlesen

Südafrikas Metallgewerkschaft macht ernst

NUMSA fordert seine 330.000 Mitglieder auf, nicht den ANC zu wählen. Zuma solle zurücktreten

(Autor: Ghassan Abid)

NUMSA ist innerhalb des Gewerkschaftsdachverbands COSATU die größte Einzelgewerkschaft Südafrikas. Mit rund 330.000 Mitgliedern hat ihr Wort starkes Gewicht. Auf dem Sonderkongress Mitte Dezember 2013 in Boksburg wurde mit der Regierungspartei ANC zum ersten Mal abgerechnet. Die Gewerkschaftsführung forderte Präsident Jacob Zuma zum Rücktritt auf. Außerdem wurden die Mitglieder dazu aufgerufen, bei den diesjährigen Parlamentswahlen nicht den ANC zu wählen.

© Die Metallgewerkschaft NUMSA rechnet mit der Regierungspartei ANC ab. Die Mitglieder sollen bei den diesjährigen Parlamentswahlen nicht mehr den ANC wählen. Zudem solle Präsident Jacob Zuma zurücktreten. NUMSA fühlt sich betrogen. (Quelle: NUMSA)

© Die Metallgewerkschaft NUMSA rechnet mit der Regierungspartei ANC ab. Die Mitglieder sollen bei den diesjährigen Parlamentswahlen nicht mehr den ANC wählen. Zudem solle Präsident Jacob Zuma zurücktreten. NUMSA fühlt sich betrogen. (Quelle: NUMSA)

Weiterlesen

Hells Angels am Kap droht das Aus

Arbeitsteilung und PR-Arbeit als Bestandteile eines Neustruktierungskonzeptes

(2010sdafrika-Redaktion)

In der Vergangenheit berichtete „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ mehrfach über die Hells Angels in Südafrika. Zum Einen fielen die Höllenengeln Johannesburgs mit Rechtsextremismus-Vorwürfen und zum Andern mit dem Einfluss deutscher Rocker hinsichtlich des Aufbaus eines Netzwerks am Kap auf.

© Screenshot zur neuen Webseite "www.hells-angels.co.za/index1.htm"

Wie nun aus interner Quelle bekannt wurde, befinden sich die Höllenengel seit Mitte 2011 in einer Neuorganisationsphase. Der Mitgliederschwund gilt als größte Herausforderung, die die fortwährende Existenz dieser Organisation deutlich erschwert. Auch sollen finanzielle Engpässe die Rocker in Bedrängnis gebracht haben. Die Hells Angels stellen sich gegenwärtig diesen Zäsuren, indem das Charter Johannesburg offensiv auf Mitgliedersuche ist. Jede Woche finden im Rockerladen „Angels Palace“ in der Kommune Boksburg südlich des Flughafens von Johannesburg offene Veranstaltungen statt. Die Anwerbung von neuen Rockern stellt bei der Zielsetzung des Charters eine äußerst wichtige Priorität dar.  Allerdings sollen entsprechend rassischer Kriterien nach wie vor nur hellhäutige Südafrikaner in diesem Prozess eingebunden werden.

Ebenfalls ist die Website der Hells Angels Südafrika komplett umgestaltet, ein Newsletter eingerichtet, das Sortiment des Rockershops ausgeweitet und Rockermagazine sind ins Leben gerufen worden. Der Verkauf von Hells Angels-Artikeln wird vornehmlich über das Charter Durban betrieben, um auf diesem Wege die Freunde des Johannesburger Clubs bei der Rekrutierung zu unterstützen. Diese Arbeitsteilung erweist sich in der Geschichte der Rockerszene in Südafrika als neuartige Entwicklung in diesem Milieu.

Genauso wurde bekannt, dass nicht nur deutsche Hells Angels-Mitglieder wie „Batschi“ beim Aufbau südafrikanischer Rockerstrukturen mithalfen, sondern schwerpunktmäßig auch schwedische „Vereinsfreunde“. Der ehemalige Hells Angels-Präsident Schwedens, Thomas Möller, ist bei den Höllenengeln innerhalb und außerhalb Südafrikas äußerst bekannt. Südafrikanische und schwedische Ermittlungsbehörden wurden auf Möller aufmerksam, nachdem sein exzessiver Lebensstil Fragen hinsichtlich seiner Einnahmen aufgeworfen hatte. Die Aufdeckung von möglichen kriminellen Aktivitäten bleibt in diesem Zusammenhang unbeantwortet. Möller´s gegenwärtiger Aufenthaltsort gilt nach dem heutigen Stand  und trotz der Recherchen von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ weiterhin als unbekannt.

Rüstungskonzerne in der Nord-Süd-Transition

Rheinmetall baut Marktanteile in Südafrika aus

(2010sdafrika-Redaktion)

Die Rheinmetall AG baut ihr Geschäft in der Defence-Sparte mit Südafrika erheblich aus. Wie nun bekannt wurde, übernimmt der Düsseldorfer Rüstungskonzern zum November dieses Jahres das südafrikanische Unternehmen Laingsdale Engineering (Pty) Ltd vom Kapstädter Technologie-Riesen Tellumat (Pty) Ltd.

© Puma-Panzer des Düsseldorfer Konzerns (Quelle: Rheinmetall AG)

Laingsdale Engineering ist auf die Herstellung von feinmechanischen Bauteilen und Munition für die Rüstungsindustrie spezialisiert und erzielte mit 180 Mitarbeitern für 2009 einen Umsatz von umgerechnet 10 Millionen Euro. Über den genauen Kaufpreis ist Stillschweigen vereinbart worden. Der Zukauf an Laingsdale Engineering wird zu 51 Prozent über die Rheinmetall Waffe Munition GmbH in Unterlüß abgewickelt, während die restlichen Anteile von 49 Prozent über die südafrikanische Rheinmetall Denel Munition (Pty) Ltd in Somerset West gehalten werden.

Rheinmetall Denel Munition, die südafrikanische Gesellschaft des Düsseldorfer Konzerns, welche sich zu 49 Prozent im Staatsbesitz Südafrikas befindet, ist bereits jetzt mit einem Umsatz von rund 100 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2009 der führende Munitionsanbieter in Südafrika. Mit dem Beteiligungskauf an Laingsdale Engineering soll dieser Spitzenplatz weiterhin ausgebaut und das regionale Abnehmernetz im südlichen Afrika erweitert werden. Somit werden die bisherigen fünf Standorte der südafrikanischen Tochtergesellschaft der Rheinmetall AG in Boksburg, Mitchells Plain, Potchefstroom, Somerset West und Wellington, nun um eine Manufaktur in Kapstadt ergänzt.

Der auf die deutsch-südafrikanischen Beziehungen spezialisierte Politikwissenschaftler Ghassan Abid sieht im Zukauf am Kap eine „präventive Gegenmaßnahme zu erwarteten Umsatzeinbrüchen im europäischen Raum. Alles deute zurzeit darauf hin, dass die Bundesregierung den Verteidigungsetat von Minister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) drastisch kürzen sowie nach Empfehlung der Strukturkommission unter Frank-Jürgen Weise sowohl die Beschäftigtenzahl des Bundesverteidigungsministeriums, als auch die Truppenstärke dem Rotstift unterziehen wird. Auch der britische Premierminister David Cameron ließ verlauten, dass in den nächsten vier Jahren der nationale Verteidigungsetat um acht Prozent gedrosselt  werden soll. Demnach wird das Engagement deutscher Rüstungskonzerne im nichteuropäischen Ausland kurz- und mittelfristig expandieren – vor allem in Afrika – um einen institutionellen Ausbalancierungseffekt erzielen zu können“, so Abid weiter.

© Hauptsitz der Rheinmetall AG in Düsseldorf (Quelle: Rheinmetall AG)

Laut Berichten der Financial Times Deutschland erwartet Rheinmetall mit dem Ausbau seiner Aktivitäten in Südafrika eine höhere Chance beim Zuschlag von staatlichen Ausschreibungen im Wehrbereich, unter anderem beim Verkauf von mehr als 4.000 Militär-Lkw sowie eventuell von Leopard-Panzern an das Verteidigungsministerium Südafrikas. Fakt ist, dass Südafrika seit Jahren seine militärische Regionalmachtstellung zu See, Luft und Boden ausbaut, unter maßgeblicher Hilfe aus Deutschland.

2010sdafrika-Artikel zur deutsch-südafrikanischen Militärzusammenarbeit:

https://2010sdafrika.wordpress.com/2010/03/04/manover-good-hope-iv-in-action/

Presseerklärung von Rheinmetall AG zu Südafrika-Geschäft:

http://www.rheinmetall.de/index.php?lang=2&fid=2263