Schlagwort-Archive: Bundesforschungsministerin

Weltraumforschung ohne Weitblick

Wissenschaftler fühlen sich vom Bundesforschungsministerium im Stich gelassen. Viele sind enttäuscht

(Autor: Ghassan Abid)

Die südafrikanische Regierung war stolz darauf, als sie gemeinsam mit Australien und anderen Staaten im Mai 2012 den Zuschlag für den Bau eines kilometergroßen Radioteleskops erhielt, das als Square Kilometre Array (SKA) bekannt ist. Die Forscher erhoffen sich Erkenntnisse über die Entstehung des Universums und einen möglichen Kontakt zu außerirdischem Leben. Doch Deutschland hat seine anfängliche Zusage zur Zusammenarbeit im Juni 2014 zurückgezogen. Hinter verschlossenen Türen fühlen sich deutsche Forscher von der Bundesregierung im Stich gelassen. Man zeigt sich vom zuständigen Bundesforschungsministerium enttäuscht.

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© Das Max-Planck-Institut für Radioastronomie wird den Empfänger des MeerKAT-Teleskops [im Bild] konzipieren und aufbauen, der in das Mammutprojekt „Square Kilometre Array (SKA)“ aufgeht. Allerdings hat sich die Bundesregierung für den SKA-Austritt entschlossen. Die Folgen seien katastrophal, so die Forscher zur Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“. (Quelle: SKA South Africa)

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„Es mangelt an qualifiziertem Schulpersonal“

Im Interview mit Bernadette Gräfin von Hardenberg, Bildungsforscherin zum Land Südafrika

(Autor: Ghassan Abid)

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© Die Bildungsforscherin Bernadette Gräfin von Hardenberg befasst sich seit Jahren mit dem Bildungssystem in Südafrika. Sie hält fest, dass die Qualitätsunterschiede zwischen den Schulen gravierend sind. Es fehlt an guten Schulleitern und Lehrern. In der Konsequenz gehen viele junge Menschen von den Schulen ab, die weder richtig lesen noch schreiben können. Die Abgänger haben es dann auf dem Arbeitsmarkt schwer, eine entsprechende Anstellung zu bekommen.

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Frau Bernadette Gräfin von Hardenberg, Bildungsforscherin zu Südafrika. Wie kam Ihr Interesse für das Land überhaupt zustande?

Antwort: Für Afrika interessiere ich mich schon seit meiner Kindheit. Aufgewachsen in einem kleinen polnischen Dorf nahe der deutschen Grenze erschien mir Afrika immer wie ein großes faszinierendes Abenteuer. Später habe ich Afrika dann selber durch Reisen kennengelernt und meine Anziehung zu dem Kontinent hat sich verstärkt. Als sich dann vor ca. drei Jahren die Möglichkeit ergab nach Südafrika umzuziehen, habe ich diese Gelegenheit sofort ergriffen. Als Bildungswissenschaftlerin ist dieses Land für mich so interessant, weil das Bildungssystem eines der Hauptursachen für die wirtschaftlichen und sozialen Probleme des Landes ist. Es gibt kaum andere Bereiche, in denen man einen so wichtigen Beitrag zur weiteren Entwicklung Südafrikas leisten kann wie im Bildungsbereich.

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Schavan in Südafrika

Promotionsaffäre überschattet Arbeitsbesuch der Bundesforschungsministerin

(Autor: Ghassan Abid)

Der Zeitpunkt hätte nicht ungünstiger liegen können. Vor Kurzem trifft die Bundesforschungsministerin Annette Schavan in Südafrika ein und schon wird in sämtlichen Medien – ob Spiegel, Zeit, taz, n-tv oder ZDF – hierzulande über ihren Rücktritt spekuliert. Die Oppositionsparteien im Deutschen Bundestag verstärken den Druck. Das Nachsehen haben die Beteiligten der deutsch-südafrikanischen Forschungskooperation.

© Die Aberkennung des Doktorgrades von Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) droht den fünftägigen Arbeitsbesuch in Südafrika zum Fiasko zu katapultieren. Die südafrikanische Presse nimmt die Ministerin am Kap ohnehin so gut wie nicht wahr. (Quelle: flickr/ Rob Vegas)

© Die Aberkennung des Doktorgrades von Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) droht den fünftägigen Arbeitsbesuch in Südafrika zum Fiasko zu katapultieren. Die südafrikanische Presse nimmt die Ministerin am Kap ohnehin so gut wie nicht wahr. (Quelle: flickr/ Rob Vegas)

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Deutsch-Südafrikanisches Jahr der Wissenschaft 2012/2013

Bekämpfung des Klimawandels als bilaterales Forschungsschwerpunkt

(Autor: Ghassan Abid)

Am heutigen Tage beginnt das Deutsch-Südafrikanische Jahr der Wissenschaft 2012/2013, welches „die Zusammenarbeit beider Länder stärken und neue Netzwerke ins Leben rufen“ soll, heißt es in den offiziellen Pressemeldungen. Während das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) auf ihrer Homepage das Jahr bereits öffentlichkeitswirksam zelebriert, lässt der Online-Auftritt des südafrikanischen Gegenparts, des Departments of Science and Technology (DST), bislang keine diesbezügliche Ankündigung erkennen.

© Screenshot zur Webseite Deutsch-Südafrikanisches Jahr der Wissenschaft 2012-2013

© Screenshot zur Webseite Deutsch-Südafrikanisches Jahr der Wissenschaft 2012-2013

Die Bundesforschungsministerin Annette Schavan wird mit der südafrikanischen Wissenschaftsministerin Naledi Pandor das auf insgesamt acht Themenfelder fokussierte Aktionsprogramm eröffnen. Neben dem Klimawandel als akademisches Betätigungsfeld, stehen darüberhinaus das Human Capital Development, die Bioökonomie, Urbanisierung/ Megastädte, Astronomie, Innovation in der Gesundheitswirtschaft und Geistes- bzw. Sozialwissenschaften auf der Agenda. Allerdings bleibt die Bekämpfung des Klimawandels infolge der zurückliegenden Kooperationen als wichtigstes Forschungsfeld bestehen.

Bereits am 5. März 2012 machte der Parlamentarische Staatssekretär im BMBF, Thomas Rachel, gegenüber „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ auf die Klima- und Nachhaltigkeitsforschung als wichtigen Schwerpunkt der deutschen Forschungspolitik aufmerksam. Grundlagenforschung als auch angewandte Forschung stehen im Mittelpunkt der staatlichen Förderung. In diesem Kontext wurden beim Wettbewerb „Green Talents 2011“ gleich drei junge südafrikanische Wissenschaftler für ihre Arbeiten prämiert: Dr. Dyllon Garth Randall (University of Cape Town) für seine Verdienste auf dem Gebiet der Wiederaufbereitung von Minenabwässern, Dr. Owen Horwood PhD (Sachverständiger für ökologische Nachhaltigkeit, Wasserpolitik und –Governance) im Hinblick auf eine effiziente Wasserwirtschaft und Alanna Rebelo (Stellenbosch University) für die Gewährleistung der Wassersicherheit sowie nachhaltigen Landwirtschaft.

Das Kapland erweist sich für Deutschland angesichts seiner Universitäten und Forschungseinrichtungen als bedeutendester afrikanischer Staat in der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit (WTZ). Dennoch verliert die südafrikanische Hochschullandschaft bedingt durch die ausufernde Kriminalitätsproblematik bis zum heutigen Tage hochqualifizierte Wissenschaftler in Richtung Großbritannien, Australien oder die Vereinigten Staaten. Interessant ist zudem die zu beobachtende Intensivierung der Süd-Süd-Forschungskooperationen, welche schwerpunktmäßig auf China ausgelegt sind. Mögliche Konsequenzen für die deutsch-südafrikanische Partnerschaft sind noch nicht absehbar.

© Offizielles Logo

© Offizielles Logo

Mit Südafrika setzt das BMBF die nun sechste Auflage des Jahres der Wissenschaft um (Deutsch-Ägyptisches Jahr 2007, Deutsch-Israelisches Jahr 2008, Deutsch-Chinesisches Jahr 2009/2010, Deutsch-Brasilianisches 2010/2011 und Deutsch-Russisches Jahr 2011/2012).  „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ wird im Laufe seiner Berichterstattung zu mehreren deutsch-südafrikanischen Forschungsprojekten berichten.