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Finanzminister Gordhan bekräftigt WM-Gewinn

Vision oder Illusion? Über 3 Milliarden Euro an WM-Kosten

(Autor: Ghassan Abid)

Während die südafrikanischen Medien und insbesondere Wissenschaftler die Weltmeisterschaft 2010 weniger nachhaltig für die Entwicklung Südafrikas bewerten, wie z.B. Prof. Wolfgang Männing der Universität Hamburg, untermauert die südafrikanische Regierung den immensen Nutzen dieses Großspektakels für die nationale Volkswirtschaft.

© Finanzminister Pravin Gordhan bekräftigt WM-Nutzen für Südafrika (Quelle: Sebastian Derungs/ World Economic Forum, MediaClubSouthAfrica.com)

Am 2. Juli 2010 bekräftigte der Finanzminister Südafrikas, Pravin Gordhan, auf einer FIFA-Konferenz in Johannesburg die Chancen des international größten Fußball-Wettbewerbes für das Ausrichterland. Neben den nicht messbaren Imagegewinnen, welche dem Tourismus zu Gute kommen werden, hält der einflussreiche Minister des ANC fest, dass im Lande ein Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen den verschiedenen Ethnien zu erkennen sei. Ferner beträgt der Anteil der WM am diesjährigen Bruttoinlandsprodukt knapp 0,4 Prozent. In absoluten Zahlen wird der Wert der hergestellten Güter mit 38 Milliarden Rands, umgerechnet etwa 3,9 Milliarden Euro, quantifiziert. Positiv sei auch die Erkenntnis, dass im Rahmen der WM fast 130.000 Arbeitsplätze geschaffen worden sind.

Jedoch veranschlagt Gordhan die derzeitigen Kosten für die vierjährige WM-Vorbereitung allein für die nationale Ebene auf 33 Milliarden Rands; umgerechnet etwa 3 Milliarden Euro. Die WM-Ausgaben der Provinzen [= Bundesländer] und Kommunen beziffert der oberste Leiter der Treasury mit 3 bis 5 Milliarden Rands (310 bis 515 Millionen Euro).

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© Green Point Stadion (Quelle: Rodger Bosch/ MediaClubSouthAfrica.com)

Kosten für Stadien:

12 Milliarden Rands (etwa 1,2 Milliarden Euro)

© Schnellzug Gautrain, welcher erst 2011 Pretoria und Johannesburg verbinden soll (Quelle: MediaClubSouthAfrica.com)

Kosten im Transportwesen:

11 Milliarden Rands (etwa 1,1 Milliarden Euro)

© Telekommunikationsanlage des Konzerns Vodacom (Quelle: Graeme Williams/ MediaClubSouthAfrica.com)

Kosten für Telekommunikation und Veranstaltungsübertragung:

1,5 Milliarden Rands (etwa 154 Millionen Euro)

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Die Tatsache, dass von den erwarteten 450.000 WM-Touristen aus Übersee höchstens nur die Hälfte nach Südafrika angereist ist, nahm der Minister mit Gelassenheit zur Kenntnis. Wichtiger sei die Tatsache, dass das investierte Geld der südafrikanischen Regierung ihren Zweck erfüllen wird, wonach dieses Großspektakel in Anbetracht der jungen Demokratisierung des Landes mit ganzem Stolz begegnet werden konnte: „I think as South Africans, we need to remember that we are a teenager in the world of nations and for us this has been a proud moment since 1994 and from the economic point of view all the investment was money well spent“.

Allerdings bleibt unklar, welchen nachhaltigen Effekt die Weltmeisterschaft auf Südafrikas Volkswirtschaft und Gesellschaft entfalten wird. Der Finanzminister Gordhan äußerte sich hierbei nur kurz: I know there are questions that are being asked but I’m sure you will all realise long after the World Cup, the social and economic benefits that this tournament has been able to provide for our country“ (zu Deutsch: Ich weiß, dass hier Fragen erbeten wurden, aber ich bin sicher, dass Sie alle weit nach der Weltmeisterschaft die sozialen und ökonomischen Vorteile, die dieses Turnier dem Land zur Verfügung gestellt hat, realisieren werden).

Dieses Herausreden des Finanzministers erweist sich als Flucht aus einer zunehmend kritischen Debatte um den Sinn und Zweck einer Weltmeisterschaft für das betreffende Ausrichterland, wenn die Kosten stets die Einnahmen übersteigen konnten und die FIFA als der wahre Gewinner aus der WM hervorging. Allein die Information, dass im Rahmen der WM 130.000 Jobs vor allem beim Stadionbau geschaffen wurden, lässt nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass die Arbeiter nach Ablauf des Sportevents erneut von der Arbeitslosigkeit eingeholt werden.

„Derzeit nicht im Lager“

WM 2010, aktuelle Südafrika-Debatte und Untersuchungsgegenstand des Werkes katapultieren Buchverkauf

Wie der 2010sdafrika-Redaktion mitgeteilt worden ist, sind sämtliche Exemplare des Werkes Deutschlands Engagement in Südafrika: Staatliche und privatwirtschaftliche Interessen in Analyse zu den Theorien der IB vollständig ausverkauft. Eine neue Lieferung durch die Druckerei BOD wird sich wohl bis Mitte oder Ende März hinauszögern, da die Nachfrage an diesem Werk höher ist als vom Verlag kalkuliert. Sämtliche Bestände bei Amazon und anderen Händlern sind dementsprechend ausgeschöpft. Neben den Verkauf des Buches an zahlreiche natürliche Personen, haben bisweilen folgende Bibliotheken dieses Werk in ihr Sortiment aufgenommen: Nationalbibliothek an den Standorten Leipzig und Frankfurt am Main,  Universität Greifwald, Universität Hamburg, Universität Trier, Universität Augsburg, Universität Erlangen-Nürnberg, Universität Oldenburg, Universität Paderborn, Universität Siegen, Universität Würzburg, Universität Bochum, Universität Regensburg, Humboldt-Universität Berlin, Universität Konstanz, Universität Duisburg-Essen, Universität Leipzig, Universität Erfurt/Gotha, Universität Saarland, Universität Potsdam, Universität Mannheim,  Universität Osnabrück, Ludwig-Maximilians-Universität München, Universität Bayreuth, Universität Bonn, Universität Pforzheim, Universität Kassel, Universität Kiel, Universität Bamberg, Universität Giessen, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Universität Mainz, Freie Universität Berlin, Universität Bremen,  Universität Heidelberg, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Universität Marburg, Universität der Bundeswehr Hamburg, Institut für Auslandsbeziehungen Stuttgart, Brandenburgische Technische Universität Cottbus, Technische Universität Chemnitz, Technische Universität Darmstadt, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, Niedersächsische Landesbibliothek Hannover, Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena, Badische Landesbibliothek  Karlsruhe, Staatsbibliothek Berlin, Rheinische Landesbibliothek in Koblenz, Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin, Norddeutscher Zentralkatalog Hamburg, Hessische Landesbibliothek Wiesbaden, Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB), die  Schweizer Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern, Bibliothèque cantonale et universitaire Lausanne-Dorigny, Universität Zürich sowie Zentralbibliothek Zürich und die Österreichische Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung (ÖFSE), Vorarlberger Landesbibliothek, AK Bibliothek Wien für Sozialwissenschaften, Universität Graz und Universität Salzburg. Besonders erfreulich ist die Entscheidung des Deutschen Bundestages, das Werk in seinen Literaturbestand aufzunehmen. Neuerdings hat sich auch die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V. (DGAP) und das GIGA German Institute of Global and Area zur einer solchen Anschaffung entschlossen.

Auch das Portal „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ erweist sich einer großen Beliebtheit; Tendenz steigend. Nach lediglich ca. 5 Wochen im Dienst, suchen täglich bereits etwa 100 Besucher dieses Internetangebot zu Südafrika auf. Zusätzlich hat sich das Interesse an der Arbeit der 2010sdafrika-Redaktion nun auch um Japan und dem US-Bundesstaat Kalifornien erweitert, sodass eine englischsprachige Version dieses Portals zur Diskussion steht.

© Buch "Deutschlands Engagement in Südafrika"

Rezensionstext zum Buch DEUTSCHLANDS ENGAGEMENT IN SÜDAFRIKA

Fachbuch zum Thema Internationale Beziehungen: „Deutschlands Engagement in Südafrika

Ghassan Abid gibt in seiner Forschungsarbeit einen umfassenden Überblick über die zahlreichen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aktivitäten Deutschlands in Südafrika und geht der Frage nach, warum die Bundesrepublik die intensive Kooperation mit Südafrika sowohl in der Vergangenheit, als auch in der Gegenwart stets anstrebte und festigte.

Der Autor legt seiner Analyse eine fundierte Darstellung des afrikanischen Staates in seinen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Dimensionen zugrunde – vor, während und nach der Apartheid. Als wirtschaftlich leistungsfähigste afrikanische Nation erfüllt Südafrika, das Herr Abid als „Bindeglied zwischen Europa und Afrika“ beschreibt, gute Voraussetzungen für den internationalen Handel. Die bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Südafrika werden insbesondere in den Bereichen „Diplomatie“, „Business“, „Staatliche Entwicklungszusammenarbeit“ und „Verteidigung“ einer detaillierten Analyse unterzogen. Ebenfalls wird die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in die Untersuchungen einbezogen. Die Ergebnisse dieser empirischen „Fallbeispiele“ werden mit den Theorien des Idealismus, Realismus und Neoliberalismus in Zusammenhang gesetzt.

Die Durchführung qualitativer Interviews, die Korrespondenz mit der deutschen Wirtschaft, die Akteneinsicht im Auswärtigen Amt, die Nutzung von Pressearchivnetzwerken, der Aufenthalt in Südafrika und der Informationsaustausch mit den Behörden der Länder, ermöglichten dem Autor die Erstellung eines aktuellen Lagebildes. Hierbei nehmen die amtlichen Dokumente einen exklusiven Status ein, die als Anhänge zum Werk präsentiert werden.

Feedback der Wissenschaft:

Das Fachbuch „Deutschlands Engagement in Südafrika“ konnte in wissenschaftlichen Kreisen schnell Anschluss finden und sich als Standardlektüre für die auswärtigen Beziehungen/ Außenwirtschaftsbeziehungen Deutschlands im südlichen Afrika in den Literaturbestand von knapp fünfzig deutschen, österreichischen und schweizerischen Universitäten, Forschungseinrichtungen sowie Landesbibliotheken etablieren. Für eine Auflistung siehe den 2010sdafrika-Artikel: https://2010sdafrika.wordpress.com/2010/03/02/buch-ist-ausverkauft/.

Der Autor:

Ghassan Abid ist studierter Diplom-Politikwissenschaftler der Universitäten Bamberg und Potsdam, mit Arbeitseinsätzen beim Bundesunternehmen GTZ (2008) und bei der diplomatischen Vertretung Deutschlands (2009) in Südafrika. Zudem betreibt er das Portal „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“.

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Abid, Ghassan:
„Deutschlands Engagement in Südafrika: Staatliche und privatwirtschaftliche Interessen in Analyse zu den
Theorien der IB“
1. Auflage 2010
Paperback, 192 Seiten, 14,8 cmx21cm
39,90 EUR

ISBN: 978-3-941482-63-0

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—> Deutschlands Engagement in Südafrika: Staatliche und privatwirtschaftliche Interessen in Analyse zu den Theorien der IB