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Olympische Spiele 2012

Südafrikas Sportauswahl kann stolz auf sich sein: 3 Gold-, 2 Silber- und eine Bronzemedaille

(Autor: Ghassan Abid)

Am zweiten Tag der London 2012 Olympic Games triumphierten die Menschen am Kap mit ihrem Schwimmer Cameron van der Burgh, der in der Disziplin 100 Meter Brust die begehrte Goldmedaille erschwommen hat. Zwei Tage später folgte ihm Chad le Clos im 200 Meter Schmetterling. Zur Verwunderung der internationalen Sportgemeinschaft besiegte der Youngstar aus Durban den großen US-Star Michael Phelps. Kurz darauf schlossen sich die Südafrikaner James Thompson, Matthew Brittain, John Smith und Sizwe Ndlovu im Leichtgewichts-Vierer ohne Steuermann dieser Goldserie an.

© 133 Sportler aus Südafrika nahmen an den Olympischen Spielen 2012 in London teil. Am erfolgreichsten waren die Schwimmer.

© 133 Sportler aus Südafrika nahmen an den Olympischen Spielen 2012 in London teil. Am erfolgreichsten waren die Schwimmer. Die Nation erkämpft insgesamt 6 Medaillen: 3x Gold, 2x Silber und 1x Bronze.

Die Silbermedaillen holten erneut Chad le Clos im 100 Meter Schmetterling und die in Polokwane geborene 21-jährige Leichtathletin Caster Semenya. Die Mittelstreckenläuferin im 800 Meter musste sich im Vorfeld der Olympischen Spiele aufgrund der ungeklärten Geschlechterzugehörigkeit unzähligen und vor allem erniedrigenden Tests unterwerfen, sagte sie. Die einzige Bronzemedaille ergatterte die 29-jährige Bridgitte Hartley im 500 Meter Einzelkajak. Großer Verlierer ist hingegen Oscar Pistorius, der beim 400 Meter Staffellauf der Männer den 8. Platz belegte.

Somit schließt Südafrika mit 3 Gold-, 2 Silber- und einer Bronzemedaille den 24. Platz im Länderranking ab. An erster Stelle stehen die USA mit 46, China mit 38 und der britische Gastgeber mit 29 Goldmedaillen. Deutschland holte insgesamt 44 Medaillen und erkletterte auf diesem Weg den 6. Platz im Spiegel.  Die meisten Goldmedaillen erwarb Südafrika bei den Olympischen Spielen 1912 in Stockholm mit 4 Ehrungen.

Der unhaltbare Medienhype um Oscar Pistorius

Südafrikas Sprinter entzweit Sport-Community. Ein Mensch mit Fähigkeiten eines Formel-1-Wagens?

(Autor: Ghassan Abid)

Der in Johannesburg geborene Oscar Pistorius ist in diesen Tagen in aller Munde. Tagesspiegel Online titelte heute zum Sportler „Schnellster Mann auf keinen Beinen“, Welt Online mit „Pistorius schreibt Olympia-Geschichte“ und FOCUS Online mit „Pistorius läuft in die Geschichtsbücher“.

© Oscar Pistorius ist einer der erfolgreichsten internationalen Sprinter bei den Paralympics. Bei den London 2012 Olympic Games schafft er heute den Einzug ins Halbfinale in der Olympia-Disziplin 400 Meter. Doch seine Prothesen sorgen für Ärger und werfen Fragen nach Chancengerechtigkeit für gesunde Sportler auf. (Quelle: Erik van Leeuwen/ Wikimedia)

© Oscar Pistorius ist einer der erfolgreichsten internationalen Sprinter bei den Paralympics. Bei den London 2012 Olympic Games schafft er heute den Einzug ins Halbfinale in der Olympia-Disziplin 400 Meter. Doch seine Prothesen sorgen für Ärger und werfen Fragen nach Chancengerechtigkeit für gesunde Sportler auf. Zurecht. (Quelle: Erik van Leeuwen/ Wikimedia)

Im Gegensatz zu den bisherigen Goldmedaillenträgern Südafrikas bei den Olympischen Spielen 2012 in London – gemeint sind die Schwimmer Cameron van der Burgh & Chad le Clos und der Leichtgewichts-Vierer bestehend aus James Thompson, Matthew Brittain, John Smith und Sizwe Ndlovu – wird im aktuellen Fall nicht nach dem erfolgten Sieg vom Sportler gesprochen, sondern im Vorfeld dessen schon. Allein diese Tatsache verdeutlicht die Besonderheit dieser aktuellen Diskussion. Und doch verhärten sich die Zweifel an der Chancengerechtigkeit gegenüber den anderen Sportlern der Olympischen Spielen.

Pistorius verfügt über keine Unterschenkel. Aufgrund eines Gendefekts mussten beide Körperteile amputiert werden. Seither nahm er ausschließlich an den Paralympics teil, welche er mit vier Goldmedaillen erfolgreich abschloss. Ermöglicht wurde ihm diese Teilnahme durch Prothesen. Allerdings wollte sich der bei einem US-Sporthersteller unter Vertrag stehende Pistorius nie damit abfinden lediglich bei den Paralympischen Spielen teilzunehmen, sodass dieser vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) auf eine Zulassung zu Olympia klagte. Am 16. Mai 2008 entschied das Gremium dann, dass der unterschenkelamputierte Leichtathlet bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking grundsätzlich antreten darf.

Das Problem ist, dass die Prothesen des Südafrikaners aus Karbon hergestellt wurden, aus Kohlenstofffasern, die in der Luft- und Raumfahrt und bei der Herstellung von Sportgeräten eine Anwendung finden. Vor allem die Raumfahrt ist auf bestes Material angewiesen, sodass durchaus die Frage gestellt werden muss, inwieweit Pistorius hieraus einen sportlichen Vorteil für sich ziehen kann.

Ein nicht genannter Motorsport-Experte äußerte sich auf Anfrage von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ dahingehend, dass Karbon im Motorsport als „der Wunderstoff schlechthin“ gehandelt wird. „Die Leistungsfähigkeit eines Formel-1-Rennwagens begründet sich im geringen Gewicht der aus Karbon bestehenden Bremsscheiben. Karbon ist kostenintensiv, aber sehr leistungsfähig … und ultraleicht“, so der Süddeutsche. Weitere Recherchen haben ergeben, dass diese These tatsächlich stimmt. Im Beitrag „Karbon – die schwarze Magie“ auf Handelsblatt Online, datiert mit dem 06.03.2011, erläutert der stellvertretende Chefredakteur und WiWo-Autoindustrie-Experte Franz Rother die immensen Kräfte dieses Stoffes für die Autoindustrie.

© Karbon gilt in Motorsportkreisen als „Wunderstoff". Der Erfolg von Formel-1-Rennwagen basiert auf den Einsatz von Karbon in den Bremsscheiben. Auch die Luft- und Raumfahrt wendet diese Kohlenstofffaser an. (Quelle: Wikimedia)

© Karbon gilt in Motorsportkreisen als „Wunderstoff“. Der Erfolg von Formel-1-Rennwagen basiert auf den Einsatz von Karbon in den Bremsscheiben. Auch die Luft- und Raumfahrt wendet diese Kohlenstofffaser an. (Quelle: Wikimedia)

Pistorius musste sich immer wieder verteidigen, wonach er gerade durch diese Prothesen Wettbewerbsvorteile gegenüber den anderen regulären Sportlern verschafft bekommen würde. Er hielt gegen, auch aktuell in London, dass mehrere Gutachten keine anderweitigen Erkenntnisse aufkamen ließen, wonach seine technischen Hilfsmittel einen Nachteil Dritter mit sich bringen würden.

Die Debatte um Oscar Pistorius wirkt ziemlich unauthentisch und sehr öffentlichkeitswirksam inszeniert. Nicht seine sportlichen Leistungen stehen im Mittelpunkt, sondern eher seine Person. Er fühlt sich in dieser Rolle sichtlich wohl. Der Vizepräsident Leistungssport des Deutschen Behindertensportverbandes Karl Quade hielt am 10.08.2011 fest, dass Oscar Pistorius „...seit Jahren der herausragende Athlet mit zwei Beinprothesen auf der Kurz- und Mittelstrecke“, aber nicht der erste seiner Art ist.

Die beiden US-Athleten Jason Smyth und Marla Runyan, beide mit einer Sehbehinderung konfrontiert, nahmen auch an internationalen Wettbewerben teil, erhielten aber keineswegs dieselbe mediale Aufmerksamkeit wie der Südafrikaner. Marla Runyan trat bereits bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney auf; also acht Jahre nach der Zulassung Pistorius. Dementsprechend könnte der Behindertensport durch den Südafrikaner mittelfristig betrachtet in Misskredit gebracht werden, zumal der Johannesburger zusätzlich zu den Olympischen nun auch noch an den Paralympischen Spielen mitwirken will. Sportler ohne Prothesen hätten dann das Nachsehen.

Olympia-Goldsegen reißt nicht ab

Leichtgewichts-Vierer gewinnt zum ersten Mal in der Geschichte Südafrikas die höchste Medaille

(Autoren: Ghassan Abid, 2010sdafrika-Redaktion)

Sofern südafrikanische Sportler einen Wasserbezug haben, so etwa die beiden Schwimmer Cameron van der Burgh aus Pretoria und Chad le Clos aus Durban, dann wird bei den derzeitigen Olympischen Spielen 2012 in London mit Gold triumphiert. Auch der heutige Wettbewerb knüpft an diese Erfolgsserie an.

© James Thompson, Matthew Brittain, John Smith und Sizwe Ndlovu bringen in der Olympia-Disziplin Leichtgewichts-Vierer ohne Steuermann die nun dritte Goldmedaille nach Südafrika. Die London 2012 Olympic Games erweisen sich für das Kapland vor allem bei den Sportarten mit Wassebezug als optimaler Austragungsort. (Quelle: MediaClubSouthAfrica.com/ Sascoc)

© James Thompson, Matthew Brittain, John Smith und Sizwe Ndlovu bringen in der Olympia-Disziplin Leichtgewichts-Vierer ohne Steuermann die nun dritte Goldmedaille nach Südafrika. Die London 2012 Olympic Games erweisen sich für das Kapland vor allem bei den Sportarten mit Wassebezug als optimaler Austragungsort. Gegenwärtig nimmt Südafrika beim Medaillenspiegel den 10. Platz ein. (Quelle: MediaClubSouthAfrica.com/ Sascoc)

In der sogenannten Olympiadisziplin Leichtgewichts-Vierer ohne Steuermann konnten die Außenseiter vom Kap in den letzten Metern mit einer Zeit von 6:02,84 Minuten den Gastgeber Großbritannien – wenn auch äußerst knapp – schlagen und auf den zweiten Platz verdonnern.

Das dänische Quartett, welches bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen und 2008 in Peking jeweils die Goldmedaille holte, wurde diesmal Dritter. Das deutsche Boot mit den beiden Saarbrückern Jochen Kühne und Martin Kühner sowie den Hamburgern Bastian Seibt und Lars Wichert ist bereits im Halbfinale ausgeschieden.

Für die Südafrikaner James Thompson, Matthew Brittain, John Smith und Sizwe Ndlovu ist es der bislang größte sportliche Erfolg, den sie jemals erzielen konnten. Das Team, welches aus drei Weißen und einem Schwarzen zusammengesetzt ist, ist das beste Beispiel dafür, dass das Projekt Regenbogennation – zumindest auf einem Ruderboot – gut klappen kann. Das Team des Leichtgewichts-Vierers ist in Südafrika weitgehend unbekannt gewesen. Dies dürfte sich nun ändern.

2. Goldmedaille geht nach Südafrika

Erneut siegt mit Chad le Clos ein Schwimmer. Favorit Michael Phelps verliert mit 0,05 Sekunden knapp

(Autoren: Ghassan Abid, 2010sdafrika-Redaktion)

Es ist eine Sensation, was sich am 31. Juli 2012 bei den Olympischen Spielen 2012 in London zugetragen hat. In der Schwimmdisziplin 200 Meter Schmetterling konnte Chad le Clos sein großes US-Vorbild Michael Phelps in einer Zeit von 1:52,96 Minuten schlagen und ihm die Goldmedaille abnehmen. Der 20-jährige Youngstar aus Durban und der favorisierte Superstar haben diesen Sieg überhaupt nicht erwartet, zumal dieser mit einer Differenz von 0,05 Sekunden sehr knapp ausfiel.

© Chad le Clos ist der 2. Medaillenträger Südafrikas bei den London 2012 Olympic Games. Michael Phelps aus den USA ist Vorbild und Konkurrent zugleich. Der Sieg scheint ihm bisweilen als unfassbar. (MikeSceau/ Wikimedia)

© Chad le Clos ist der 2. Medaillenträger Südafrikas bei den London 2012 Olympic Games. Michael Phelps aus den USA ist Vorbild und Konkurrent zugleich. Der Sieg scheint ihm bisweilen als unfassbar. (MikeSceau/ Wikimedia)

Ein Blick in beide Sportkarrieren verdeutlicht die verständliche Unfassbarkeit beider Beteiligter. Chad le Clos sportliche Bilanz drückt sich bisher bei den 2010 Summer Youth Olympics in Singapur aus, welche er mit fünf Medaillen abschloss. Einen Olympia-Sieg konnte er bisweilen nicht ergattern. Hingegen gewann der 27-jährige Michael Phelps, um sich auf die Disziplin 200 Meter Schmetterling zu beschränken, jeweils Gold bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen und 2008 in Peking. Bei den World Championships errang Phelps 2001 in Fukuoka, 2003 in Barcelona, 2007 in Melbourne, 2009 in Rom und 2011 in Shanghai weiterhin jeweils den ersten Platz im 200 Meter Schmetterling.

Britische Journalisten sollen den Überraschungssieger im Olympischen Dorf mehrfach mit der höchsten Olympia-Auszeichnung um den Hals gesehen haben. Seine Freude ist ungehalten gewaltig. In zahlreichen vergangenen Interviews gegenüber südafrikanischen Journalisten erklärte Chad le Clos, dass es sehr schwierig sei, gegen sein großes Idol Michael Phelps zu gewinnen. Doch sein hartes Training haben sich ausgezahlt gemacht. Einige Sportkommentatoren begründen den Sieg des Südafrikaners mit gemachten Fehlern des Amerikaners. Diese Missgunst soll dem Olympia-Sieger vollkommen egal sein.

 Chad le Clos über seine Rivalität mit Michael Phelps

Bereits am 2. Tag der Olympischen Spiele 2012 gewann der aus Pretoria stammende Cameron van der Burgh bei 100 Meter Brust die erste Goldmedaille für Südafrika. Das Kapland steigt im Medaillenspiegel trotz weiterer Medaille um einen Rang auf den 14. Platz ab. Die deutsche Sportauswahl verteidigt mit gegenwärtig 3 Goldmedaillen (zweimal für Reiter und einmal im Achter-Ruder) den 6. Platz im Ranking.