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Quo vadis? Neue Afrika-Politik?

Mit der Amtsübernahme von Christian Wulff ergeben sich viele offene Fragen

(2010sdafrika-Redaktion)

© Horst Köhler, Bundespräsident a.D. (Quelle: BPA)

Am 30. Juni 2010 wurde Christian Wulff im dritten Wahlgang mit 625 Stimmen von 1.244 Mitgliedern der Bundesversammlung zum zehnten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschlands gewählt. Mit der Amtsübernahme tritt Wulff die Nachfolge von Horst Köhler an, der von 2004 bis 2010 das Bundespräsidialamt geleitet hatte. Die „Partnerschaft mit Afrika“, welche Köhler im November 2005 initiiert hatte, steht aus diesem Grund erstmal unter ungewissen Sternen. Noch ist unklar, ob diese Initiative durch Christian Wulff fortgeführt wird.

Der auf die deutsch-südafrikanischen Beziehungen spezialisierte Politikwissenschaftler Ghassan Abid spricht sich ausdrücklich für eine Fortsetzung der Initiative durch den neuen Bundespräsidenten aus Niedersachsen aus. Staatschefs, Intellektuelle, Unternehmer, zivilgesellschaftliche Repräsentanten und Journalisten aus Europa und Afrika erhielten im Rahmen dieser Partnerschaft die Möglichkeit eines Gespräches auf Augenhöhe; zu bildungspolitischen, wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Aspekten. So vertrat Köhler die Auffassung, dass auch Europa etwas von Afrika lernen könne.

Insbesondere der ehemalige Präsident Südafrikas, Thabo Mbeki, begrüßte diese Politik als Chance zum „wahren“ Dialog. Köhler untermauerte bei der Auftaktveranstaltung zur „Partnerschaft mit Afrika“ die Notwendigkeit eines Miteinanderredens: „Mir geht es um Mitmenschlichkeit in dieser einen Welt, um das Bewusstsein des aufeinander Angewiesenseins. Und ja, es geht mir auch um Moral und ein Weltethos. Wir müssen Fragen der sozialen Gerechtigkeit immer mehr im globalen Maßstab diskutieren, nicht allein im nationalen“.

© Logo „Partnerschaft mit Afrika“

Ob „Partnerschaft mit Afrika“ bestehen bleibt, unter welchen Voraussetzungen eventuell fortgeführt oder wie ausgestaltet wird, bleibt vorerst ungewiss. Das Bundespräsidialamt bestätigte auf Nachfrage der 2010sdafrika-Redaktion die ungewisse Zukunft dieser Initiative. Fest steht jedoch, dass die Internetpräsenz zur „Partnerschaft mit Afrika“ vorerst aus dem Netz genommen wurde – wohl kein gutes Zeichen!?


Bundespräsidialamt berichtet von „Partnerschaft mit Afrika“:

http://www.bundespraesident.de/-,2.627417/Auftaktkonferenz-der-Initiativ.htm

Presse- und Informationsamt der Bundesregierung – Christian Wulff neuer Bundespräsident:

http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2010/06/2010-06-30-bundesversammlung.html

Sieg für Schwarz-Rot-Gold

Deutsche Nationalmannschaft verabschiedet sich aus und von Südafrika

(2010sdafrika-Redaktion)

© Spiel um Platz 3 im Nelson Mandela Bay Stadion in Port Elizabeth (Quelle: Rodger Bosch, MediaClubSouthAfrica.com)

Was war das für ein Spiel! Vor ca. 36.000 Zuschauern kämpften Deutschland und Uruguay im Nelson Mandela Bay Stadion in Port Elizabeth um den Platz 3 zur FIFA-Weltmeisterschaft 2010. Beide Mannschaften haben sich definitiv nichts schenken wollen. Kaptitän Bastian Schweinsteiger wusste, dass sein gegnerischer Konterpart aus Südamerika, geführt von Diego Lugano, alles geben wird, um eine Niederlage seiner Mannschaft abzuwenden. Zu groß waren die Erwartungen der Deutschen und Uruguayer an ihre Auswahl.

Mit einem 3:2 triumphierten schließlich die Jungs von Bundestrainer Jogi Löw. In der 18. Minute schoss Thomas Müller für Deutschland das erste Tor. Jedoch konnten die Uruguayer schon nach 10 Minuten den Ausgleich erzielen – im Rahmen eines Konters durch den beim US Città di Palermo unter Vetrag stehenden Edinson Cavani. Mit einem 1:1 trennten sich beide Mannschaften in der ersten Halbzeit.

Nach der Pause ging der Kampf weiter. In der 51. Minute bescherte der Top-Stürmer Diego Forlán vom spanischen Erstligisten Atletico Madrid die Führung für Uruguay, die jedoch nicht allzu lange wehrte.  In der 56. Minute erzielte Marcell Jansen vom Hamburger SV das Ausgleichstor, welches erst in der 82. Minute durch den Deutsch-Tunesier Sami Khedira vom VfB Stuttgart mit einem 3:2 letztendlich ausgebaut werden konnte.

© Deutschland-Fans sind stolz auf ihre Mannschaft (Quelle: http://www.dbretschneider.de)

Mit dem gestrigen Spiel hat Deutschland nun zum vierten Mal die WM-Bronzemedaille erspielen können – 1934, 1970,  2006 und nun 2010. Auf der gerade beendeten Pressekonferenz des DFB zog Jogi Löw in Beisein des neuen Bundespräsidenten Christian Wulff eine positive Bilanz, welcher nun sogar den Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen soll.

Eins ist sicher – Deutschlands Image hat sich im Ausland trotz der Spanien-Niederlage stark verbessern können. Ferner sind die Erwartungen der deutschen Fans nach einer spannenden und erfolgreichen WM erfüllt worden. Fraglich bleibt jedoch, ob der Machtkonflikt zwischen DFB-Chef Theo Zwanziger und dem Bundestrainer Jogi Löw sowie Kollegen in Kürze beigelegt werden kann. Denn noch ist nicht ganz sicher, ob Löw die DFB-Auswahl auch bei der EM 2012  in Polen und der Ukraine anführen wird?



FIFA-Zusammenfassung zum Spiel Deutschland vs. Uruguay:

http://de.fifa.com/worldcup/matches/round=249720/match=300061510/index.html?cid=google_onebox

DFB-Abschlusskonferenz – Jogi Löw im Interview:

http://www.dfb.de/index.php?id=500014&tx_dfbnews_pi1[showUid]=24017&tx_dfbnews_pi4[cat]=56

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