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Es passiert wieder

Gemeinsamer Protest von Christen und Muslimen führt zum Stopp von Ausstrahlung einer TV-Werbung

(Autor: Ghassan Abid)

Ein Déjà-vu-Erlebnis packt die südafrikanische Werbeindustrie, nachdem das Unternehmen Red Bull eine Reklame nicht mehr ausstrahlen wird. Es ist – ganz im Cartoon-Style – kein Geringerer als der zur Erlösung der Menschen entsandte Jesus Christus zu sehen, der nach christlicher Überlieferung auf Basis des neuen Testaments ebenfalls der Sohn Gottes ist. Im Islam hingegen gilt Jesus als einer der großen Propheten der Muslime.

© Jesus als Heiligkeit gläubiger Menschen - Im Christentum der Sohn Gottes und im Islam der große Prophet. (Quelle: Walter Hochauer/ Wikimedia)

© Jesus als Heiligkeit gläubiger Menschen: Im Christentum der Sohn Gottes und im Islam der große Prophet. (Quelle: Walter Hochauer/ Wikimedia)

Dementsprechend spielten die religiösen Gefühle am Kap verrückt, nachdem Jesus in der besagten Reklame gelangweilt ein Boot verlässt, um etwas einzufangen. Schließlich läuft er über das Wasser. Zwei seiner Gefährten sprechen diese Übers-Wasser-Laufen-Fähigkeit  dem Energie-Drink zu. Mehr ist im TV-Spot nicht zu sehen [siehe u.a. Video].

Und dennoch kam es in Südafrika zu heftigen Kontroversen bezüglich dieser Werbung, obwohl diesselbe Reklame auch im streng katholischen Brasilien gesendet wurde und diese dort zu keiner Entrüstung geführt hat. Südafrikanische Geistliche der katholischen Kirche riefen sogar zum Boykott gegen Red Bull auf. Es heißt in einer Presseerklärung der Katholischen Bischofskonferenz im Südlichen Afrika (SACBC): „In einem multireligiösen Land wie Südafrika, wo sich über 70% der Menschen als Gläubige bekennen, wird der Einsatz von auf Glauben beruhende Symbole in satirischer, wenn nicht sogar ironischer Weise, garantiert eine Reaktion auslösen.

Wilfrid Fox Napier, Kardinal und gleichzeitiger Erzbischof von Durban, schlug als Reaktion der Katholischen Kirche das durch den Kaufverzicht von Red Bull eingesparte Geld zu spenden. Auch der Muslim Judicial Council SA (MJC), als Repräsentation der Muslime in Südafrika, schloss sich dieser Kritik an. 

Diese Red Bull-TV-Werbung ist ab sofort nicht mehr in Südafrika zu sehen

Bereits im November 2011 hatte sich ein christlicher Zuschauer über eine AXE-Deo-Werbung beschwert, in welcher fallende Engel zu sehen waren. In der Folge nahm das Unternehmen seine Werbung zurück. Die AXE-Angelegenheit unterscheidet sich von Red Bull dahingehend, dass sich damals die obersten Geistlichen bei der Kritik zurückgehalten hatten und darüberhinaus die Muslime nicht involviert waren.

In unserer Umfrage vom November 2011 zur Deo-Werbung zeigten 52 Prozent der User ein deutliches Unverständnis über das Verbot, während rund Eindrittel der Umfrage-Teilnahmer den Protest als gerechtfertigt beurteilten.

Christmas Day, Day of Godwill – Südafrikanische Feiertage

25. und 26. Dezember – es wird gegrillt

(Autorin: Anne Schroeter)

Der 25. Dezember ist der traditionelle Weihnachtstag an dem Geschenke verteilt werden. Dies geschieht meist am Morgen, vor oder nach dem Weihnachtsgottesdienst. Die meisten Südafrikaner verbringen den Rest des Tages mit ihrer Familie und Freunden. Es wird groß und deftig gekocht: Truthahn, Braten und allerlei süße Nachspeisen.

© Weihnachten in Südafrika wird unter sommerlichen Temperaturen draußen verbracht - mit Grillparties

In Südafrika fällt die Weihnachtszeit in den Sommer. Daher wird oft draußen gegessen, man trifft sich zum Campen oder am Strand.

Wenn auch die Mehrheit der Südafrikaner christlichen Glaubens ist, so gibt es dennoch andere große Bevölkerungsgruppen, insbesondere Hindustani und Muslime. Sie praktizieren zu Weihnachten den „Nationalsport“ des Braai. Es ist eine Grillparty, oft am Strand oder im Park, zu der man sich mit Freunden und Familie trifft. Jeder bringt etwas mit und es wird generationen- und familienübergreifend gefeiert.

Der Day of Goodwill wird am 26. Dezember gefeiert und von den meisten Südafrikanern immer noch Boxing Day genannt. Nach britischer Tradition wurde an diesem Tag die Kollekte geöffnet und an die Armen verteilt. Viele Kirchengemeinden veranstalten am 26. Dezember gemeinnützige Events, zum Beispiel das Verteilen von Mahlzeiten in sozialschwachen Stadtteilen. Ansonsten verhält es sich mit dem 26. Dezember ähnlich wie in Deutschland, er wird als weiterer Weihnachtsfeiertag gesehen, an dem man mit Familie und Freunden zusammenkommt.

Laut dem entsprechenden Gesetz (Public Holidays Act, Act No 36 of 1994) ist der Montag auch noch frei, wenn der Feiertag auf einen Sonntag fällt. Da dies hier der Fall ist, ist in diesem Jahr auch der 27. Dezember frei.