Schlagwort-Archive: Coloured

Ubuntu in Germany Column

Tackle deep-seated racism or the SA economy will suffer

(Editor: Alex Smit-Stachowski is a South African journalist and speaking in her column about the country of her birth. She had lived in Krefeld, in North Rhine-Westphalia/ Germany).

South Africa has experienced a wave of racist incidents showing the deep-seated white opinions and insecurities. It began with Durban estate agent Penny Sparrow, spread to Johannesburg with ex-‘Idols’ host and DJ Gareth Cliff and onto Cape Town as advertising executive Nicole de Klerk got fired for racist comments.

UbuntuMuizASS

© Multiracial beach at Muizenberg in Cape Town. If only all of South Africa was as harmonious… (Picture by Alexandra Smit-Stachowski)

Weiterlesen

Südafrikas Comedy-Star Trevor Noah

Der Auftritt im Quatsch Comedy Club in Berlin war einer voller Erfolg – und gleichzeitig erst der Anfang

(2010sdafrika-Redaktion)

Am 15. Januar 2014 trat der südafrikanische Comedian Trevor Noah im Quatsch Comedy Club Berlin von Thomas Hermann auf. Bei seiner Deutschlandpremiere präsentierte er die Show „The Racist“ – in englischer Sprache wohlbemerkt. Und trotzdem gelang dem Südafrikaner der Ausverkauf. Schon Wochen vor dem Auftritt gab es keine Karten mehr zu kaufen.

© Der in Soweto aufgewachsene Comedian Trevor Noah ist ein Star in der südafrikanischen Comedyszene. Mitte Januar 2014 trat er zum ersten Mal in Deutschland mit einem englischen Programm im Quatsch Comedy Club Berlin auf. Die Nachfrage war groß. Noah wird mit Sicherheit nochmal nach Deutschland kommen. (Quelle: flickr/ Dinilohlanga Mekuto)

© Der in Soweto aufgewachsene Comedian Trevor Noah ist ein Star in der südafrikanischen Comedyszene. Mitte Januar 2014 trat er zum ersten Mal in Deutschland mit einem englischen Programm im Quatsch Comedy Club Berlin auf. Die Nachfrage war groß. Noah wird mit Sicherheit nochmal nach Deutschland kommen. (Quelle: flickr/ Dinilohlanga Mekuto)

Weiterlesen

Viva Mandela, viva!

Thank you Tata Madiba – for what you did for our country – we will never forget. Aluta continua

(Editor: Alex Smit-Stachowski)

– MANDELA-Spezial –

It is with a very sore heart that I say goodbye to Tata Madiba or let’s use his official title, President Nelson Rolihlahla Mandela. For us South Africans – he was truly a Tata, a wise elder who showed us the way forward to a new democracy, a life with freedom – for all.

© Nelson Mandela showed the South Africans the way forward to democracy. The people of South Africa said thank you, Tata Madiba, for this important effort for a new country with liberty for all citizens. (Source: flickr/ crystalndavis)

© Nelson Mandela showed the South Africans the way forward to democracy. The people of South Africa said thank you, Tata Madiba, for this important effort for a new country with liberty for all citizens. (Source: flickr/ crystalndavis)

Weiterlesen

Ethnologin Dr. Rita Schäfer im Interview

„Die sexualisierte Gewalt ist Teil der Gewaltstrukturen in der südafrikanischen Gesellschaft.“

(Autor: Ghassan Abid)

© Dr. Rita Schäfer, Ethnologin und Buchautorin (Quelle: Stephan Röhl/ Heinrich-Böll-Stiftung)

© Dr. Rita Schäfer, Ethnologin und Buchautorin (Quelle: Stephan Röhl/ Heinrich-Böll-Stiftung)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ die Ethnologin und Buchautorin Dr. Rita Schäfer. Frau Dr. Schäfer, Südafrika hat die höchste Vergewaltigungsrate weltweit. Wie kommt es zu dieser traurigen Entwicklung und welche Faktoren sind hierfür maßgeblich?

Antwort: Die sexualisierte Gewalt ist Teil der Gewaltstrukturen in der südafrikanischen Gesellschaft. Geschlechtsspezifische Gewalt spiegelt und manifestiert männliche Dominanzen im privaten und öffentlichen Leben. Sie äußert sich gegen Frauen und Mädchen, aber auch gegen Jungen und Männer. Zudem sind homosexuelle Menschen Zielgruppe der Gewaltakteure, die Homosexualität als Angriff auf ihre martialischen und besitzergreifenden Männlichkeitsbilder interpretieren. Die Täter bestätigen ihre maskuline Übermacht – gelegentlich geschieht dies kollektiv durch Gruppenvergewaltigungen, die das männliche Zusammengehörigkeitsgefühl verstärken sollen. Etliche Täter kompensieren Verunsicherungen ihrer männlichen Rollen- und Selbstbilder durch die Demütigung ihrer Opfer.

Insgesamt gilt Gewalt als Mittel der Interessendurchsetzung und als Machtbeweis, das betrifft keineswegs nur die geschlechtsspezifische Gewalt. Diese Gewaltakzeptanz wurde aus der Apartheid und der Kolonialzeit übernommen. Die männlichen Machthaber und deren Handlanger in der Siedlerkolonie und im Apartheidstaat setzten massiv sexualisierte, andere körperliche und strukturelle Gewalt zur Eroberung, Herrschaftsabsicherung, Demütigung und Einschüchterung ein.

2010sdafrika-Redaktion: Gibt es Unterschiede bei der Anwendung von Gewalt an Frauen im Hinblick auf die Perioden Südafrikas während und nach der Apartheid?

Antwort: Geschlechtsspezifische und andere Gewaltmuster ziehen sich durch die südafrikanische (Kolonial)Geschichte. Sie wurden während der Apartheid intensiviert und zum politischen Unterdrückungs- und Demütigungsinstrument, etwa bei Folterungen von Frauen und Männern in Untersuchungshaft. Die Gewaltmuster reichen aber viel weiter zurück. So müssen die rassistischen und sexistischen Strukturen in der Siedlerkolonie und in der Sklavenhaltergesellschaft sowie das besitzergreifende und gewaltbereite Verhalten vieler weißer Farmer (und deren Söhne) berücksichtigt werden. Neben Vergewaltigungen und sexuellem Missbrauch von Sklavinnen und Farmarbeiterinnen, Hausangestellten und Kindermädchen sind Auspeitschungen männlicher Sklaven, Farmarbeiter und schwarzer bzw. „Coloured“-Angestellter zu nennen.

Geschlechtsspezifische Gewalt gegen diese männlichen Untergebenen ist in Relation zur „black peril“ zu sehen, zur paranoiden Angst zahlloser Weißer, die männlichen schwarzen Angestellten könnten ihre Frauen oder Töchter verführen. Faktisch kam das kaum vor, weil weiße Frauen mehrheitlich auch rassistisch eingestellt waren und die schwarzen Untergebenen oft demütigend behandelten. Dies betraf keineswegs nur die „poor whites“ im 20. Jahrhundert. Die südafrikanische Geschichtswissenschaft hat anhand zahlreicher Quellen, die Gewaltstrukturen und rassistische Umgangsformen dokumentieren, diese Zusammenhänge im Detail für einzelne Jahrhunderte und Zeitphasen analysiert. Kritische südafrikanische Kriminologen zeigten schon während der Apartheid auf, dass Gewalt auch in weißen Familien verbreitet war. Das betraf Gewalt gegen Ehefrauen und Kindesmissbrauch. Frauen- und Familienmorde wurden vor allem dann von Männern verübt, wenn ihre Ehefrauen sie verlassen oder sich scheiden lassen wollten. Geschlechtsspezifische Gewaltmuster und martialische Männlichkeitsvorstellungen in der weißen Gesellschaft wurden während der Apartheid auch in Schulen, in der Armee und in anderen Institutionen eingeübt, so war die Gewalt in der Privatsphäre der Weißen Bestandteil und Ausdruck der Militarisierung der gesamten Gesellschaft.

Familiäre Gewalt in anderen gesellschaftlichen Gruppen ist während der Apartheid bzw. in der Kolonialzeit kaum dokumentiert, da die Betroffenen nicht zur Polizei gingen. Sie erhielten dort mehrheitlich keine Unterstützung und fürchteten, erneut gedemütigt zu werden. Sie wollten auch nicht den Kampf gegen die Apartheid verraten – so lautete eine verbreitete Einstellung, wenn sie die sozialen Probleme in der schwarzen Gesellschaft publik gemacht hätten. Noch heute werden schwarze Frauen von ANC-Hardlinern angefeindet, die auf die historischen Hintergründe der gegenwärtigen Gewaltstrukturen hinweisen. Dies betrifft vor allem das Problem, dass schwarze Wanderarbeiter häusliche Gewalt einsetzten, um ihre eigenen Demütigungen als Männer zu kompensieren. Für viele war die Verfügung über die Ehefrauen und Kinder das einzige männliche Machtrefugium, das ihnen der Apartheidstaat bzw. dessen Vertreter noch überließ. Familiäre Gewalt rechtfertigten sie dann mit sehr einseitigen und eigenwilligen Interpretationen von Kultur und Tradition. Frauen- und Kinderorganisationen z.B. in Townships, die heute dagegen vorgehen, haben in der Gesellschaft einen schweren Stand, weil arbeits- und perspektivlose Männer, die unreflektiert gewaltsame Rollenmuster verinnerlicht haben, um ihre Machtdomänen fürchten und die Organisationen mit Argwohn betrachten.

© Männliche Rollen- und Selbstbilder, die vor allem gegen Frauen und Homosexuelle gerichtet sind, stellen ein Problem im Lande dar. (Quelle: Hannelie Coetzee/ MediaClubSouthAfrica.com)

© Männliche Rollen- und Selbstbilder, die vor allem gegen Frauen und Homosexuelle gerichtet sind, stellen ein Problem im Lande dar. (Quelle: Hannelie Coetzee/ MediaClubSouthAfrica.com)

2010sdafrika-Redaktion: Die südafrikanische Sektion der US-amerikanischen NGO CIET Trust befragte 2008 insgesamt 269.705 Schüler zwischen 10 bis 19 Jahren an 1191 Schulen im Lande. Jeweils 28 Prozent der Schüler wurden nach eigenen Angaben von fremden Erwachsenen, 28 Prozent von Mitschülern und 18 Prozent von Familienangehörigen missbraucht. Hinzu kommt, dass 20 Prozent der Schüler von den eigenen Lehrern zu Sexualakten genötigt wurden.

Ist der sexuelle Missbrauch von Kindern – vor allem von Mädchen – in Südafrika salonfähig geworden? Und wo besteht Ihrer Meinung nach Handlungsbedarf auf der Seite des Staates?

© Vor allem Mädchen werden zur fraglosen Autoritätshörigkeit gegenüber Männern erzogen. Konsequenz dieser Wertvorstellung sind Schwangerschaften, HIV-Infektionen und eine Bagatellisierung von sexueller Gewalt. (Graeme Williams/ MediaClubSouthAfrica.com)

Antwort: Sexualisierte Gewalt gegen Kinder, insbesondere gegen Mädchen, gibt es nicht erst seit 1994. Vielmehr war diese Gewaltform Teil der besitzergreifenden Männlichkeitsvorstellungen, die lange vor der Apartheid etabliert wurden. Für viele Männer sind diese Strukturen normativ, wie Studien ganz unterschiedlicher südafrikanischer Forschungseinrichtungen belegen. Der bagatellisierende Umgang mit sexuellem Missbrauch durch Lehrer spiegelt verbreitete Einstellungen in Gesellschaft und Politik gegenüber Kindern, (besitzergreifender) Sexualität und Gewalt. Männer in Autoritätspositionen sollten nicht kritisiert werden. Vor allem Mädchen werden zur fraglosen Autoritätshörigkeit gegenüber Männern erzogen; eine fatale Norm, wenn man and die Ausbreitung von HIV und die zahlreichen ungewollten Teenagerschwangerschaften denkt. Auch die negative Vorbildfunktion der Lehrer für männliche Schüler ist zu beachten. Jungen übernehmen das besitzergreifende Sexualverhalten ihrer Lehrer, vor allem wenn die keine Strafverfolgung – höchstens Versetzungen – fürchten müssen. Hier müssten die staatlichen Institutionen auf jeden Fall mehr tun. Einzelne Lehrergewerkschaften haben sich inzwischen gegen die Gewalt ausgesprochen. Zu hoffen ist, das ihre Mitglieder sich daran halten. Auch zivilgesellschaftliche Organisationen, die Opfern helfen und präventiv arbeiten, bräuchten mehr und kontinuierlichere Unterstützung.

2010sdafrika-Redaktion: Von April 2000 bis Oktober 2003 arbeiteten Sie an einem Forschungsprojekt an der Freien Universität Berlin unter der Leitung von Prof. Dr. Ute Luig mit. Die Analyse von Frauenrechtsorganisationen in Südafrika stand im Mittelpunkt dieses Vorhabens. Zu welchen Resultaten sind Sie hierbei gekommen?

Antwort: Die Resultate können Interessierte im Buch: Im Schatten der Apartheid, Lit-Verlag, Münster, 2. Auflage 2008 im Detail nachlesen.

2010sdafrika-Redaktion: Die im südafrikanischen Durban ansässige NGO Bobbi Bear bemängelt, dass männliche Zulu-Anhänger [Hinweis der 2010sdafrika-Redaktion: Zulus stellen eine eigene Ethnie im südlichen Afrika dar] die Aufdeckung von Missbrauchsfällen (un-)bewusst behindern. Inwieweit sind die Frauenrechtsorganisationen miteinander vernetzt und aufeinander abgestimmt?

Antwort: Ob und seit wann die Zulu eine Ethnie sind und wer Zulu-sprechende Menschen zu einer Ethnie „gemacht“ hat, darüber gibt es große Meinungsverschiedenheiten in der (südafrikanischen) Sozialanthropologie, Geschichte und in anderen Wissenschaften. Die Bedeutung von martialischer und besitzergreifender Männlichkeit in der Zulu-Gesellschaft muss historisiert werden; das betrifft auch die Gewaltakzeptanz. Dazu sind etliche Studien südafrikanischer Historiker erschienen. Frauen- und Kinderorganisationen, die Opfern helfen und präventiv arbeiten, sind soweit vernetzt, wie ihre finanziellen und personellen Mittel das erlauben. Staatliche Gelder und finanzielle Unterstützung durch internationale und andere Geberorganisationen sind gering, werden nur kurzfristig bereit gestellt und an enggefasste Verwendungszwecke gebunden. Die Geber übersehen oft die Bedeutung von Vernetzung.

2010sdafrika-Redaktion: Wie kam es dazu, dass Sie sich mit Frauenrechtsorganisationen in Südafrika befassten?

Antwort: Mich haben die Beiträge der Organisationen zur Verwirklichung der neuen Verfassung und der innovativen Rechts- und Gesetzesgrundlagen interessiert.

2010sdafrika-Redaktion: Was verstehen Sie unter dem Begriff „Feminismus“ und welche Differenzierung machen Sie, wenn Sie von einem „Afrikanischen Feminismus“ sprechen?

Antwort: Es gibt eine differenzierte Debatte in der südafrikanischen und afrikanischen Geschlechterforschung über den Feminismusbegriff, die in der Fachliteratur nachgelesen werden kann. Deutlich ist, dass viele südafrikanische Autoren/innen die historisch geprägten Unterschiede zwischen Frauen auf der Grundlage von Hautfarbe, Herkunft, Beruf und Bildung stärker berücksichtigen als anderswo. Gleichzeitig historisieren sie die heutigen geschlechtsspezifischen Gewaltmuster und verlangen die Überwindung gewaltgeprägter Männlichkeit – auch zum Wohle der Männer, der ganzen Familien und der Gesellschaft. Etliche schließen – soweit die Mittel das erlauben – Allianzen mit pro-feministischen HIV/AIDS-, Kinderrechts-, Männer- und Menschenrechtsorganisationen, die oft ähnlich wie sie von ideologischen Fanatikern unterschiedlicher Herkunft als „unafrikanisch“ angefeindet werden. Sie wehren sich dagegen, afrikanischen Feminismus als Import aus den USA oder Europa zu sehen.

2010sdafrika-Redaktion: Welche persönlichen Träume und wissenschaftlichen Vorhaben würden Sie gerne realisieren, vor allem im Hinblick auf Südafrika?

Antwort: Mir war und ist der Dialog mit südafrikanischen Kollegen/innen ein Anliegen. Wünschenswert wäre es, wenn die Forschungsergebnisse, die südafrikanische Kollegen/innen publiziert haben, stärker in der hiesigen Auseinandersetzung mit Südafrika wahrgenommen würden. Das betrifft nicht nur die Wissenschaft, z.B. Universitätsbibliotheken oder Institute, sondern auch politische Berater und Entwicklungsorganisationen. Zudem sollten die Organisationen, die gegen die geschlechtsspezifische Gewalt in Südafrika vorgehen, mehr Beachtung und Unterstützung erfahren. Das wäre insbesondere für Organisationen wünschenswert, die präventiv arbeiten und gewaltgeprägte Männlichkeitsvorstellungen ändern. Dadurch sorgen sie für mehr Lebensqualität von Männern, die bekanntlich auch in großer Zahl durch AIDS oder Morde sterben, und für eine gerechtere und friedlichere Gesellschaft. Vorbildlich ist beispielsweise das Sonke Gender Justice Network.

2010sdafrika-Redaktion: Dr. Rita Schäfer, Ethnologin, vielen Dank für das sehr interessante Interview.

Grundschule abgefackelt

Schwarze und Coloureds gehen in Grabouw aufeinander los

(Autor: Ghassan Abid)

Ausgerechnet kurz vor der Zelebrierung des Human Rights Day´s am 21. März 2012, an welchem in erster Linie für die im Apartheids-Südafrika getöteten Demonstranten von Sharpeville gedacht wird, machten Schwarze und Coloureds aufeinander Jagd.

© Rund 1.800 Kinder können nach der Zerstörung ihrer Umyezo wama Apile School vorübergehend nicht mehr zur Schule gehen. (Quelle: Rodger Bosch/ MediaClubSouthAfrica.com)

© Rund 1.800 Kinder können nach der Zerstörung ihrer Umyezo wama Apile School vorübergehend nicht mehr zur Schule gehen. (Quelle: Rodger Bosch/ MediaClubSouthAfrica.com)

Am letzten Wochenende begannen die ersten ernsten Übergriffe zwischen den beiden Ethnien in Grabouw, einer Kleinstadt mit rund 38.000 Menschen am Westkap. Es wird berichtet, dass ein aus rund 15 Personen bestehender Mob die Jagd auf wohl farbige Bewohner aufgenommen hatte. In diesem Zusammenhang ist dann ein Passant mit Steinen beworfen und mit Stöckern schwer verletzt worden. Weitere 14 Menschen mussten zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus.

Im Anschluss kam es im Stadtbereich zu mehreren Übergriffen zwischen Schwarzen und Coloureds. Die Umyezo wama Apile School, eine Grundschule mit rund 1.800 Schülern, ist vollständig abgefackelt worden. Daraufhin schützten beide Ethnien die von ihnen genutzten Schulen und verhinderten zudem ein territoriales Überqueren durch die andere Ethnie. Außerdem sind zwei Dienstsitze von Stadträten und ein Gebäude der Stadtverwaltung im Verlauf der weiteren Eskalation abgebrannt worden.

Rund zwei Dutzend Personen sollen sich nun vor dem Amtsgericht in Grabouw verantworten, heißt es aus südafrikanischen Pressekreisen. Die südafrikanische Ministerin für Schulbildung, Angie Motshekga, verurteilte die Gewalt an der Schule in Grabouw und bedauert den Vandalismus von Einwohnern an Schuleigentum. Der Landesminister für Bildung am Westkap, Donald Grant, bekräftigt den Aufbau eines neuen Schulgebäudes. Er macht die Elgin Grabouw Civic Organisation (EGCO) als Drahtzieher für die Proteste verantwortlich. EGCO setzt sich als zivilgesellschaftlicher Akteur für den Ausbau von Lehrqualität und Schulkapazität ein.

Gegenwärtig ist wieder Ruhe in Grabouw eingekehrt. Grabouw zählt zu einem der größten Standorte für die Produktion von Früchten im südlichen Afrika. Insbesondere Saisonarbeitskräfte auf den Obstfeldern hoffen auf ein dauerhaftes Gewaltende und damit verbunden auf die Möglichkeit einer reibungsfreien Arbeitsaufnahme.

Insight into Orania

1000 inhabitants, 10000 fellows and 70 businesses making Afrikaner homogeneity possible

(Autor/ Editor: Ghassan Abid)

Deutsche Interview-Zusammenfassung:

Exklusiv konnte „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ einen Einblick in Orania erhalten und mit dem Vorsitzenden der Orania-Bewegung ein Interview führen.  Bei Orania handelt es sich um eine nach außen abgeschottene Burengemeinschaft, die auf ihre eigene soziopolitische Souveränität beharrt. Bislang ist es nur Spiegel Online und NZZ Online gelungen, diesbezügliche Hintergrundinfos zu bekommen. Orania ist jener Ort, welcher als letzte Bastion der Apartheid bezeichnet wird und 1990 als privatrechtliches Unternehmen gegründet wurde. Einem Ort, in welchem keine schwarzen und farbigen Bürger wohnen dürfen, sondern nur weiße Afrikaner – die Buren. Einer Zuflucht für und von „Rassisten“, die über eine eigene Ora-Währung verfügt. Hingegen duldet die südafrikanische Regierung die Orania-Gemeinschaft und zeigte darüber hinaus bereits mehrfach die Gesprächsbereitschaft. Jacob Zuma und Julius Malema statteten dieser Gemeinschaft einen Besuch ab, welche sich selber auf das Selbstbestimmungsrecht nach Artikel 235 der südafrikanischen Verfassung beruft. „Die Erhaltung der Afrikaner-Kultur“ und die Aufrechterhaltung einer kulturellen Mehrheit werden als oberste Ziele verfolgt, so der Vorsitzende von Orania, Jaco Kleynhans. 1.000 Afrikaner und 10.000 Oraniërs [Sympathisanten] bekennen sich zum eigenen homogenen Gesellschaftsmodell im heterogenen Staatsmodell Südafrikas. Rund 70 Geschäfte bestehen in Orania, so Kleynhans. Auf die Frage hin, ob Orania nicht gegen Artikel 1 der Verfassung verstoße, wonach nicht nach rassischen (non-racial) Kriterien diffenziert werden darf, erwidert er, dass Orania vielmehr eine Gemeinschaft mit kultureller Identität sei. Orania hat nach eigenen Aussagen nur Kleinkriminalität und keine Arbeitslosigkeit. Jedoch betont Jaco Kleynhans, dass zunehmend mehr Afrikaner dorthin ziehen möchten und die Gemeinschaft dementsprechend an ihre Grenze stößt. Verbindungen zur Rassistenpartei ´Afrikaner Weerstandsbeweging (AWB)´ von Eugène Terre’Blanche bestehen laut Kleynhans nicht. Die Anwendung von Gewalt, so der Interviewte, verstoße gegen die die Prinzipien von Orania. Hinsichtlich der Informationen, wonach verschiedene Parteien Südafrikas in Orania Wahlkampf betreiben, betont Kleynhans, dass in der Gemeinschaft solche Vereinigungen nicht zugelassen sind und vielmehr nach dem Verhältniswahlrecht gewählt wird. Denn Orania verfügt auch über eine eigene Volksvertretung; einem Quasi-Parlament. Zur abschließenden Frage, was der Vorsitzende vom deutschen Multikulti-Modell halte, lässt er diese im Grunde genommen unbeantwortet bzw. beruft sich erneut auf das Selbstbestimmungsrecht und diesmal im Kontext mit der deutschen Minderheit im italienischen Südtirol. Die Veröffentlichung dieses Beitrages fällt bewusst auf den heutigen ´Internationalen Tag gegen Rassismus´ und soll verdeutlichen, dass weiterhin enormer Handlungsbedarf bei der Bekämpfung von Vorurteilen besteht – vor allem in Südafrika.

© Orania-Flagge - Selbstbestimmungsrecht in Form eigener Symbolik und unter der Duldung der südafrikanischen Regierung

© Jaco Kleynhans, CEO of the Orania Movement

2010sdafrika-editorial staff: We would like to welcome on „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“, the German Gateway to South Africa, Mr. Jaco Kleynhans, CEO of the Orania Movement.  The Orania Movement has been established in 1990. You are holding an enterprise character within South Africa. What does it mean, that Orania is an „Afrikaans cultural movement with the aim to restore Afrikaner freedom in an independant, democratic Republic“?

Answer: The Orania Movement believes that the future of Afrikaners in ‘n multi-cultural South African wil depend on our own efforts to preserve our culture in a part of South Africa where we can be the majority. The North West Cape is an area with a very small population and therefore we want Afrikaners to move here in larger numbers so that we can be the majority in the region and therefore control things like education, local government, etc.

2010sdafrika-editorial staff: How many Afrikaner and shops/ firms are placed in Orania? Is your community getting foreign investments? And what is about taxes?

Answer: Taxes in Orania is the same than in the rest of South Africa. There’s about 1000 people living in Orania with thousands more ‘uitwoners’ (people who call themselves ‘Oraniërs’ but who don’t live in Orania yet. There’s about 70 businesses registered in Orania and economic development is a strong focus.

2010sdafrika-editorial staff: Are blacks or coloured allowed to live in Orania and if not, isn´t transgressing the article one of the South Africa constitution: „The Republic of South Africa is one, sovereign, democratic state founded on the following values: … Non-racialism and non-sexism…“ ?

Answer: Orania doesn’t focus on race, but only on culture. We’re a took for Afrikaners – thus people adhering to Afrikanerculture.

2010sdafrika-editorial staff: How far is poverty, unemployment and crime facing Orania?

Answer: We don’t have much crime, only minor crimes from time to time. There is nearly no unemployment in Orania. There is an increase in poor Afrikaners moving to Orania and we are trying to find sustainable solutions for Afrikaner poverty. We do have a large worker class in Orania and people may sometimes view them as ‘poor’ as most Afrikaners still cant understand the need for a strong Afrikaner working class.

2010sdafrika-editorial staff: In German Media, the Orania Movement has been described as the last colony of racists in South Africa after Apartheid. Does relations existing between Orania and the by Eugène Terre’Blanche founded Afrikaner Weerstandsbeweging (AWB)?

Answer: Orania has no relationship with the AWB and we strongly differ in strategy from them. We don’t believe in the use of violence and strongly condemn the violent actions by right wing Afrikaner organisations in the past.

2010sdafrika-editorial staff: The South African government is toleranting your movement. Orania has been visited by coloureds and blacks; in 2009 by ANCYL president Julius Malema and in 2010 by president Jacob Zuma. What do you think about the reasons, that your project hasn´t been prohibited yet?

Answer: What we’re doing in Orania is in line with the South African government and specifically article 235 which give cultural communities the right too selfdetermination.

2010sdafrika-editorial staff: In 2004, Orania introduced its own currency, which called Ora. Which meaning has local money in a globalized world? And is the South African Rands accepted in Orania?

Answer: The Rand is accepted in Orania. The Ora is used to improve local trade and is an internationally recognised model of localization.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

2010sdafrika-editorial staff: The Orania Representative Council is acting like a parliament. Is it right, that the Democratic Alliance (DA) and Congress of the People (COPE) competed in the election of 2009? Is it allowed to the ANC to participate in Orania elections?

Answer: Our local election isn’t based on political parties so no political party can take part in Orania elections. We vote for individuals. In the South African municipality around us any party can take part in that election and we also host an polling place in Orania.

2010sdafrika-editorial staff: What do you think about multicultural societes like Germany?

Answer: We simply believe in the right of all cultural groups to practice their own culture, language, religion and traditions in a fair way. We also strongly believe in selfdeterminination and therefore support the efforts by the Flemish people in Belgium , the German speaking people in South Tyrol (Italy), the Catalions in Spain and the French speaking people in Quebec (Canada) as they strive for greater selfdetermination.

2010sdafrika-editorial staff: Jaco Kleynhans, CEO of the Orania Movement, thank you very much for this insight interview!

History Documentary from South Africa

The real face of Apartheid

(Editor: Annalisa Wellhäuser)

The largest film festival in Germany, the „Berlinale„, has been attended by „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“, the German Gateway to South Africa. With thanks to the Berlinale section Generation, we have observed selected events and made a report. „History Uncut: Manenberg“ and „History Uncut: Crossroads“ – a documentary collection –  are focussing on South Africa during the apartheid.

Afravision (Brian Tilley, Laurence Dworkin): History Uncut

Co-curated by Darryl Els and Claus Löser

Sunday, 2/13/2010, Cinema Arsenal at Potsdamer Platz in Berlin

Episode 1: Crossroads

Switch off the lights, the movie starts, open your eyes: as if I had used a time-machine for a journey back into the past ,out of a sudden I find myself in May/June 1986 of the former Apartheid-State of South Africa. Place of the setting: „Crossroads„, an informal settlement for „ black„ South Africans ,important centre for movements of resistance; actually it was given the status of an „emergency camp„ and therefore being immune to the mass clearance of townships by the state. Of course the government was not pleased about this immunity…..So here I am….in the middle of a brutal battle between-well, one does not even know who belongs to which group, it is a chaos…People ,especially boys who are only teenagers are running from one site to the other…they are chasing each other….shooting….screams…wherever I look I see destroyed and burning houses of corrugated iron sheet…It is this group with the strips of white cloth, they are attacking us…it is the „Witdoeks„, our vigilance committee. Why are they doing that? It`s our own people! Where did they get the weapons from? We have to fight back…self-made arms out of wood, stones, gunpowder in plastic bottles, which are being thrown…on the street: two men on the floor…covered by blood all over… they are dead…. I see women sitting on the street corner with their babies and the things which they still managed to rescue from their homes…they are waiting for help….

© Scene from „Histroy Uncut: Manenberg“ (Source: Berlinale)

© Logo of film festival „Berlinale“ (Source: Wikimedia)

Cut- change of scene

Women standing with their babies at the entrance of the parliament of Cape Town. They are hopeless and are looking for help. „ We don`t know what you are talking about, we cannot do anything for you„, they get told in Afrikaans by a politician. As a symbol of protest the women start to feign crying and lay down their crying babies in front of the parliament.

According to the TRC, the Truth Reconciliation Commission of South Africa, South African police contributed weapons to and supported groups of „black„ South Africans like the ,,Witdoeks„, a vigilance committee in Crossroads, and thereby „used „ them in order to suppress movements of resistance during the time of Apartheid. Thus the government seeked their aim without being blamed for anything. In total 60.000 people became homeless and 60 people died.

Episode 2: Manenberg

It is September 1989, the election day of the tricameral parliament of South Africa. „white„ and limitedly „coloured„ and „indian´` South Africans are allowed to vote.

The „black„ population is excluded from the right to vote. In „Manenberg„ , a township for „coloured„ South Africans there are protests taking place. And me- I see, no, I experience closely what happens on that day in the streets of Manenberg: I am in a house and I am looking out of a window. The police pitches up out of nowhere and starts shooting randomly with rubber munition at the residents of the place. Yes, it even seems like they do so because they enjoy seeing other people suffering. The police men throw stones at the people, use tear gas and chase them into their houses with whips. The inhabitants ,especially young people, react by throwing stones as well and by building street barriers out of car wheels, litter, pieces of furniture and stones to which they set fire. It is a seesaw. The police arrives frequently and it results in a conflict: Shooting, screams….I`m afraid that they will discover me, but I`m lucky-they don`t.

Cut- Change of scene:

A boy is lieing half covered in a bed, his entire body is full bullet wounds caused by the rubber munition of the police. Another boy`s head is bandaged up and his nose is covered by plasters…A women expresses a direct appeal to the South African government, she claims a democratic, NON- racial discriminatorial electoral system.

These scenes were never shown on South African television; they are part of the archive`s material of the video collective Afravision, which contains the biggest documentation of video of the history of resistance. Afravision was founded by Brian Tilley, Laurence Dworkin und Mokoenyana Moletse in order to keep records of the numerous battles in South Africa in the 1980s .

An extraordinary and fascinating contribution to the Berlinale of 2010. Uncut and pure- this film shows simply the reality and truth-the tragic reality of the past South Africa. Such a close experience of history; it feels as if having been present at that time. It is unbelievable, because suddenly it is not a „story„ anymore that one happened to read in a „history book„ and that seems unreal and far away from oneself. Out of a sudden it is my own reality too. I`m part of it. After watching the film, I`m only left with one single thought dominating my mind: While I can return into my secure reality of the present Germany, this „ film„ did continue for the people in South Africa at that time. Those people, who I met just now, could not flee in contrary to me who just switches off the movie. For them it was a nightmare and they did not know if it would ever end. This is horrible.

The 2010sdafrika-editorial staff would like to thank to the team of Berlinale section Panorama for supporting our service.