Schlagwort-Archive: Comedians

Fatty Boom Boom

Musikvideo von „Die Antwoord“ nimmt Lady Gaga ins Visier. Einfach nur geschmacklos und abstoßend!

(2010sdafrika-Redaktion)

Skandal pur aus Südafrika. Die eigentlichen Kapstädter Comedians, welche mittlerweile als Hip Hop-Band „Die Antwoord“ weltweit bekannt geworden sind, überschreiten mit ihrem aktuellen Musikvideo „Fatty Boom Boom“ die Grenzen im Musik-Business. Im entsprechenden Clip ist Lady Gaga mit zwei ihrer Bodyguards zu sehen, die Südafrika erkunden. Nicht nur Hyänen sichtet Lady Gaga im urbanen Raum, sondern auch einen Panther und Löwen. An einer Kreuzung wird das Taxi des Superstars attackiert und sie flüchtet alleine in einen sozialen Brennpunkt. Bei einem Gynäkologen wird festgestellt, dass sich ein Insekt im vaginalen Bereich von Lady Gaga eingenistet hat. Zum Schluss wird sie Opfer eines Löwens, der sie lebendig und äußerst blutig verspeist.

© Lady Gaga reagiert auf das provokante und geschmacklose Musikvideo von "Die Antwoord" via Twitter mit starkem Selbstbewusstsein.

© Lady Gaga reagiert auf das provokante und geschmacklose Musikvideo von „Die Antwoord“ via Twitter mit starkem Selbstbewusstsein.

© "Die Antwoord" nutzt den "Beef", den künstlerischen Streit, mit Lady Gaga für den eigenen Erfolg. Auf Twitter sagen die Südafrikaner von sich, dass sie kleiner als Lady Gaga, aber dafür cooler wären.

© „Die Antwoord“ nutzt den „Beef“, den künstlerischen Streit, mit Lady Gaga für den eigenen Erfolg. Auf Twitter sagen die Südafrikaner von sich, dass sie kleiner als Lady Gaga, aber dafür cooler wären.

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Filmkritik „Zambezia“

Animationsfilm aus Südafrika erhält Einzug in deutschen Kinos: Das Vogelparadies ist in Gefahr!

(Autoren: Doreen S., Ghassan Abid, 2010sdafrika-Redaktion)

Südafrikas Filmindustrie konnte mit Produktionen wie „Tsotsi“, „Themba“ oder „Schande“ schon längst eine internationale Reputation erarbeiten. Allerdings standen bisweilen Filme des Genres Sozialdrama im Vordergrund. Nun betritt das Land mit der in Kapstadt ansässigen Filmproduktionsgesellschaft Triggerfish und mit staatlicher Kap-Filmförderung künstlerisches Neuland. Unter der Regie des bisher als Action-Schauspieler bekannten Wayne Thornley entstand in diesem Jahr der Animationsfilm „Zambezia“.

    © "Zambezia: In Jedem steckt ein kleiner Held": Der südafrikanische Animationsfilm wurde unter der Regie des Jungregisseurs Wayne Thornley und der Kapstädter Filmproduktionsgesellschaft Triggerfish produziert. Das Handelsministerium DTI, die "National Film and Video Foundation of South Africa" und "Industrial Development Corporation of South Africa" finanzierten einen Großteil der Filmproduktionskosten.

© „Zambezia: In Jedem steckt ein kleiner Held“: Der südafrikanische Animationsfilm wurde unter der Regie des Jungregisseurs Wayne Thornley und der Kapstädter Filmproduktionsgesellschaft Triggerfish produziert. Das Handelsministerium DTI, die „National Film and Video Foundation of South Africa“ und „Industrial Development Corporation of South Africa“ finanzierten einen Großteil der Filmproduktionskosten.

Der Film Zambezia handelt vom kleinen Falken Kai. ein impulsiver, übermütiger und auf Abenteuer fixierter Vogel, der gegen den Willen seines Vaters Tendai ins Vogelparadies Zambezia aufbricht – einer Vogelstadt am Wasserfall Zambezi River Valley. Allerdings bringt Kai mit seiner spontanen Aktion den eigenen Vater in große Gefahr. Gefangen vom bösen Leguan Budzo und seinen Komplizen, beginnt der Kampf um die Freiheit eines einzelnen und die aller Vögel.

© Hauptprotagonist Falk bricht zur Vogelstadt Zambezia auf und gefährdet auf diesem Weg seinen Vater Tendai sowie die gesamte Vogelgemeinschaft.

© Hauptprotagonist Falk bricht zur Vogelstadt Zambezia auf und gefährdet auf diesem Weg seinen Vater Tendai sowie die gesamte Vogelgemeinschaft.

Außerordentlich schöne Grafiken, verbunden mit lebendigen Charakteren, machen Zambezia zu einer interessanten Animation. Insbesondere unter der Heranziehung von Stimmungen des Zusammengehörigkeitsgefühls, in der südafrikanischen Lebensphilosophie besser bekannt als Ubuntu, vermittelt Zambezia eine wichtige Botschaft an das Publikum. Allerdings mangelt es dem Film am Aufbau einer spannenden Story. Gleich zu Beginn des Films fallen dem Betrachter die zu langen Dialoge auf. Da dieser Familienfilm vor allem an Kinder gerichtet ist, dürfte dieser Umstand ein Manko darstellen. Ebenso wird dem Zuschauer, sofern er es nicht weiß, überhaupt nicht bewusst, dass Zambezia aus südafrikanischen Filmstudios entstammt. Vereinzelt sind landestypische Melodien und Musikstücke zu hören, doch tritt das Südafrika-Feeling nicht hervor.

© Stärken des Filmes sind die Bilder und Animation, die Schwächen hingegen liegen bei Story und Musik. Seit dem 30. August 2012 läuft dieser südafrikanische Animationsfilm (FSK 0) in allen größeren Kinos in Deutschland.

© Stärken des Filmes sind die Bilder und Animation, die Schwächen hingegen liegen bei Story und Musik. Seit dem 30. August 2012 läuft dieser südafrikanische Animationsfilm (FSK 0) in allen größeren Kinos in Deutschland.

In der englischen Originalfassung übernehmen Top-Schauspieler aus Hollywood, wie Samuel L. Jackson (Pulp Fiction) und Jeff Goldblum (Jurassic Park), die Vertonung. In der deutschen Synchronisation vergeben die Comedians Kaya Yanar und Paul Panzer dem Animationsfilm einen besonderen Touch, der vor allem die Kinder sehr ansprechen dürfte.

Deutscher Trailer „Zambezia“

Regisseur Wayne Thornley erhielt vor Kurzem beim International Film Festival von Durban den Preis für den besten südafrikanischen Film. Es muss allerdings zugestanden werden, dass Zambezia in Story und Musik nicht allzu sehr überzeugt, doch bei Bildern und Animationen umso bemerkenswerter ist. Zambezia ist im Großen und Ganzen ein Genuss für die ganze Familie, den man sich auf jeden Fall einmal anschauen sollte. Seit dem 30. August 2012 läuft dieser südafrikanische Animationsfilm (FSK 0) in allen größeren Kinos in Deutschland.

Südafrika mobilisiert für Israel-Boykott

Künstler, Wissenschaftler und Politiker fordern ein Ende der „Apartheid“ bzw. Freiheit Palästinas

(2010sdafrika-Redaktion)

Die südafrikanische Mehrheitsgesellschaft hat infolge der Unterdrückung durch das Apartheidregime lange gelitten. Umso sensibler ist man am Kap, wenn andere Völker ebenfalls um ihre politischen und sozialen Freiheiten entbehrt werden. Dementsprechend war und ist die Politik Israels gegenüber den Palästinensern ein großes Thema in Südafrika. Während in Deutschland ein kritischer Umgang mit dem Staat im Nahen Osten ein äußerst sensibles Thema darstellt, fühlen sich die Menschen am Kap umso mehr in der Verantwortung, sich für mehr Gerechtigkeit im Ausland einzusetzen.

© In Südafrika ist eine Kampagne zum Boykott israelischer Produkte entfacht, welche bei Künstlern, Wissenschaftlern und Politikern großen Zuspruch erfährt. Jüdische Einrichtungen im Lande und die israelische Botschaft in Pretoria sind besorgt. (Carlos Latuff/ Wikimedia)

© In Südafrika ist eine Kampagne zum Boykott israelischer Produkte entfacht, welche bei Künstlern, Wissenschaftlern und Politikern großen Zuspruch erfährt. Jüdische Einrichtungen im Lande und die israelische Botschaft in Pretoria sind besorgt. (Carlos Latuff/ Wikimedia)

Der ehemalige anglikanische Erzbischof und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu hat mehrfach den Staat Israel mit der Apartheid verglichen und im Anschluss an einen Israel-Besuch es als unerträglich bezeichnet, welches Leid die Palästinenser durch die Besatzung erleiden müssen. Nun schließen sich dieser Debatte immer mehr namhafte Dichter, Musiker, Entertainer, Comedians, Fotokünstler, Filmregisseure, DJs und Produzenten aus Südafrika an. Tutu forderte bereits 2005 von der angesehenen Cape Town Opera nicht in Israel aufzutreten. Stattdessen wurde ihre Tour zum Politikum, welche von Aktivisten zum öffentlichen Protest genutzt wurde (siehe u.a. Video).

Anlässlich der durchgeführten Israel-Tour der Cape Town Opera von 2005 protestierten Aktivisten für ein Ende der israelischen Apartheid. Seither hat sich eine starke Israel-kritische Bewegung am Kap entwickelt.

In der am 1. November 2010 gegründeten Künstlerinitiative „South African Artists Against Apartheid“ wird festgehalten, dass jede Zusammenarbeit mit Institutionen des jüdischen Staates eine Beteiligung am Unrecht gegenüber den Palästinensern gleichkomme. Nicht nur der renommierte Wissenschaftsrat „Human Sciences Research Council (HSRC)“ verurteilte in einer Studie die Politik Israels als „Anwendung von Kolonialismus und Apartheid in den besetzten Palästinenser-Gebieten, sondern auch populäre Künstler vor allem aus Großbritannien – wie der Schriftsteller John Berger, Filmemacher Ken Loach oder Drehbuchautor Paul Laverty – greifen die Politik des jüdischen Staates an. Auch US-amerikanische Intellektuelle, wie die Autorin Alice Walker oder Dichterin Adrienne Rich, setzen sich auch aktuell für ein freies Palästina ein.

„South African Artists Against Apartheid“ fordert Freiheit für Palästina

Sowohl der South African Jewish Board of Deputies (SAJBD), also der Zentralrat der Juden in Südafrika, als auch die für den Zionismus stehende SA Zionist Federation (SAZF), fühlen sich durch die Politik Südafrikas im Stich gelassen. Präsident Jacob Zuma hat mehrfach in der Presse betont, dass sich die Regierung jederzeit für die Unabhängigkeit Palästinas einsetzen wird. Dementsprechend steht die Regierungspartei ANC grundsätzlich hinter dem Engagement der „South African Artists Against Apartheid“. Problematisch an den südafrikanisch-israelischen Beziehungen ist die Tatsache, dass Tel Aviv sehr eng mit dem Apartheidregime kooperierte und somit maßgeblich an der Unterdrückung der schwarzen Mehrheitsgesellschaft partizipierte. Dieser Makel ist nicht vergessen. Umso weniger überraschend ist die Beobachtung in mehreren Städten Südafrikas, wo Bürger T-Shirts mit Boykott-Aufrufen gegen Israel tragen. Dov Segev-Steinberg, aktueller Botschafter Israels in Pretoria, zeigte sich über die aktuelle Entwicklung besorgt.

Im Vorfeld hatte sich Handelsminister Rob Davies dafür eingesetzt, dass Produkte aus den besetzten Gebieten mit einem diesbezüglichen Label versehen und nicht wie bisher mit „Made in Israel“ importiert werden sollen. Auf diesem Wege könne dann der südafrikanische Verbraucher entscheiden, ob diese  Zitrusfrüchte, Olivenöl oder Kosmetik aus dem Heiligen Land überhaupt in den Einkaufswagen legen wollen. Israel ist empört und droht gar mit Konsequenzen. EU-Staaten wie Dänemark und Irland erwägen ebenfalls solche Schritte, während in Großbritannien schon im Jahr 2009 eine ähnliche Produktkennzeichnung in Kraft getreten ist. In der Schweiz fand die Debatte in Südafrika ebenfalls große Beachtung, sodass der Künstlerinitiative eines gelungen ist – internationale Aufmerksamkeit.