Schlagwort-Archive: Corrective Rape

Homo-Outing im südafrikanischen Fußball

Thomas Hitzlsperger folgte Eudy Simelane, die für ihren Mut mit dem Leben bezahlen musste

(Autor: Ghassan Abid)

Während die deutsche Medienwelt das homosexuelle Outing des ehemaligen Fußballers Thomas Hitzlsperger – das erste überhaupt in der deutschen Fußballgeschichte – würdigt, hat Südafrika diesen Schritt längst hinter sich. Die lesbische Fußballerin und Trainerin Eudy Simelane wagte während ihrer laufenden Sportkarriere ein öffentliches Bekenntnis zur gleichgeschlechtlichen Liebe. Allerdings musste Simelane für ihren Mut mit ihrem Leben bezahlen. Ihr Outing ist längst in Vergessenheit geraten.

© Der Deutsche Thomas Hitzlsperger und die Südafrikanerin Eudy Simelane sind beide als Fußballer bekannt geworden. Und beide Sportler outeten sich in ihren jeweiligen Ländern als erste Homosexuelle im Fußballsport. Doch Simelane unterscheidet sich von Hitzlsperger in zwei Punkten: Sie outete sich noch während ihrer aktiven Sportkarriere und sie wurde wegen ihres Bekenntnisses brutal ermordet.

© Der Deutsche Thomas Hitzlsperger und die Südafrikanerin Eudy Simelane sind beide als Fußballer bekannt geworden. Und beide Sportler outeten sich in ihren jeweiligen Ländern als erste Homosexuelle im Fußballsport. Doch Simelane unterscheidet sich von Hitzlsperger in zwei Punkten: Sie outete sich noch während ihrer aktiven Sportkarriere und sie wurde wegen ihres Bekenntnisses brutal ermordet.

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Historisches Ja-Wort im Zulu-Land

Erste traditionelle „Homo-Ehe“ in Südafrika geschlossen

(Autor: D. Tamino Böhm)

Südafrika ist eines der zwölf Staaten weltweit und der einzige afrikanische Staat, der gleichgeschlechtliche Ehen ausdrücklich erlaubt. Seit 2006 gibt es den Civil Union Act, der nach mehreren Schritten in den Jahren zuvor die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare garantiert. Seitdem nutzen viele Homosexuelle die Möglichkeit den Bund der Ehe einzugehen. Das ist, wie der internationale Vergleich zeigt, keine Selbstverständlichkeit. Noch weniger, wenn man sich die Geschichte des jungen Staates Südafrika genauer ansieht.

    © Letztes Wochenende kam es zu einem historischen Ereignis in KwaDukuza in der Region KwaZulu-Natal, als sich Tshepo Cameron Modisane und Thoba Calvin Sithol das Ja-Wort gaben. Nie zuvor hat es eine traditionelle gleichgeschlechtliche Hochzeit in Südafrika gegeben. (Quelle: YouTube/ eNCA)

© Letztes Wochenende kam es zu einem historischen Ereignis in KwaDukuza in der Region KwaZulu-Natal, als sich Tshepo Cameron Modisane und Thoba Calvin Sithol das Ja-Wort gaben. Nie zuvor hat es eine traditionelle gleichgeschlechtliche Hochzeit in Südafrika gegeben. (Quelle: YouTube/ eNCA)

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Minderheitenschutz in Südafrika

Wenn Lesben, Schwule, Trans- und Bisexuelle um ihr Leben fürchten müssen: „Corrective Rape“

(Autor: Ghassan Abid)

Die Gewalt gegen homo-, bi- und transsexuelle Südafrikaner – vor allem gegen Lesben – stellt im konservativen Südafrika eine immense Problematik dar. Regelmäßig ist von „corrective rape„, der korrigierenden Vergewaltigung, zu hören. Von Vorfällen mehrheitlich aus den Townships, wo lesbische Frauen von Männern der selben Gemeinschaft vergewaltigt werden. Auf diesem Wege soll die Lesbe „gesund gemacht“ oder „umgedreht“ werden. Tatsächlich jedoch bleiben eingeschüchterte, verängstigte und traumatisierte Opfer zurück. Keine Heilung ist eingetreten, sondern vielmehr eine nachhaltige seelische Schädigung mit möglicher HIV-Infektion.

Einige der Opfer geben sich selbst die Schuld, die anderen hingegen kämpfen umso verbissener für die Wahrung ihrer eigenen sexuellen Identität. Wie viele Fälle von „corrective rape“ in Südafrika auftreten, ist unbekannt. Laut Angaben des britischen Al Jazeera-Journalisten Jonah Hull werden jedes Jahr rund 500 Lesben vergewaltigt und weitere 30 Opfer gezielt getötet.

© Millicent Gaika aus dem Township Gugulethu. Ihr Bild ging um die Welt. Aufgrund ihrer lesbischen Einstellung wurde sie brutal geschlagen und vergewaltigt. 2010 wurde sie von einem Mann und 2002 von gleich vier Männern zum brutalen Sex gezwungen. In beiden Fällen erzählten ihr die Täter die Absicht, sie "gesund machen" zu wollen. (Quelle: Facebook)

© Millicent Gaika aus dem Township Gugulethu. Ihr Bild ging um die Welt. Aufgrund ihrer lesbischen Einstellung wurde sie brutal geschlagen und vergewaltigt. 2010 wurde sie von einem Mann und 2002 von gleich vier Männern zum brutalen Sex gezwungen. In beiden Fällen erzählten ihr die Täter die Absicht, sie „gesund machen“ zu wollen. (Quelle: Facebook)

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