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Südafrika trauert um Nadine Gordimer

Literaturnobelpreisträgerin stirbt im Alter von 90 Jahren. Das Kapland verliert weitere große Persönlichkeit

(2010sdafrika-Redaktion)

Die Literaturnobelpreisträgerin Nadine Gordimer ist am gestrigen Sonntag im Alter von 90 Jahren gestorben, ließ ihre Familie heute verlauten. Sie zählte zu den international bekanntesten Schriftstellern Südafrikas und schärfsten Kritikern der Apartheid. Ebenso setzte sie ihre Kritik im demokratischen Südafrika, nun allerdings gegen den ANC gerichtet, fort. Die ausufernde Korruption, Einschränkung der Pressefreiheit und Habgier der Elite prangerte sie öffentlich an. Nach dem Tod Nelson Mandelas am 5. Dezember 2013 verliert das Kapland eine weitere große Persönlichkeit.

Books Live

© Südafrika verliert nach dem Tod Nelson Mandelas die zweite große Persönlichkeit innerhalb eines Jahres. Im Alter von 90 Jahren starb die Literaturnobelpreisträgerin Nadine Gordimer in Johannesburg. Sie nutzte ihre Autorentätigkeit dafür, um die Ungerechtigkeiten während der Apartheid und im Neuen Südafrika anzuprangern.(Quelle: flickr/ Books Live)

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Desillusionierung ehemaliger ANC-Guerillas

Im Interview mit Ludger Schadomsky, Redaktionsleiter der Deutschen Welle

(Autor: Ghassan Abid)

    © Ludger Schadomsky ist Buchautor und Redaktionsleiter beim deutschen Auslandsrundfunk Deutsche Welle. Vor Kurzem hielt sich der Journalist zwecks Recherche für einen Artikel in Qunu auf, der Heimat von Nelson Mandela. (Quelle: DW)

© Ludger Schadomsky ist Buchautor und Redaktionsleiter beim deutschen Auslandsrundfunk Deutsche Welle. Vor Kurzem hielt sich der Journalist zwecks Recherche für einen Artikel in Qunu auf, der Heimat von Nelson Mandela. (Quelle: DW)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ den für die Deutsche Welle tätigen Journalisten und Afrika-Buchautoren Ludger Schadomsky. Sie studierten in Köln und schließlich in Kapstadt. Wie kam es dazu, dass sie den Weg nach Südafrika fanden?

Antwort: Während der Umwälzungen am Kap zu Beginn der 90er-Jahre studierte ich in Köln Afrikanistik und Politikwissenschaften. Klar war, dass ich mich intensiver und vor allem vor Ort mit dem „neuen Südafrika“ auseinandersetzen wollte. Also habe ich mich um ein DAAD-Stipendium zum Studium der Sprache Xhosa an der Universität Kapstadt (UCT) bemüht. So kam ich 1996 nach Südafrika und blieb bis 1998, schloss mein Studium an der UCT ab und begann parallel als Korrespondent für die Zeitungen „Afrika Post“ und „afrika süd“ zu berichten – eine faszinierende Zeit, zumal der Berichtsraum nicht nur Südafrika, sondern auch die Nachbarländer umfasste. Die Berichterstattung über die Aufarbeitung der Apartheidverbrechen in der sog. „Wahrheits- und Versöhnungskommission“(TRC) gehört bis heute, trotz vieler anschließender Reisen in afrikanische Krisengebiete, zum Aufwühlendsten überhaupt. Demgegenüber stand die Verabschiedung der modernsten Verfassung der Welt – ein Meilenstein für die junge Regenbogennation! 1998 bin ich schweren Herzens für ein Volontariat zur Deutschen Welle nach Deutschland zurückgegangen, wo ich heute als Redaktionsleiter tätig bin.

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