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Entdeckung der Substanz MMV390048

Universität Kapstadt gelingt mit Schweizer Wissenschaftlern Durchbruch in Malaria-Forschung

(Autor: Ghassan Abid)

Das südafrikanische Wissenschaftsministerium versandt in der 34. Kalenderwoche an mehrere Journalisten eine kurze Einladung, in welcher die Universität Kapstadt (UCT) als Ort benannt wurde. Auf der Pressekonferenz teilte Wissenschaftsministerin Naledi Pandor mit, dass UCT-Forscher eine Substanz entdecken konnten, die „Heilungseffekte“ gegenüber der Tropenkrankheit Malaria aufzeige.

© Das "Drug Discovery and Development Center (H3-D)" der University of Cape Town hat in Kooperation mit Schweizer Wissenschaftlern das Molekül MMV390048 entdeckt, welches als Impfstoff zur Bekämpfung von Malaria herangezogen werden kann. Klinische Studien in 2013 sollen Klarheit zur Entdeckung verschaffen. Bisweilen existiert kein Impfstoff gegen Malaria. An mehreren Universitäten und Forschungseinrichtungen weltweit wird hierzu geforscht. (Quelle: flickr/ ZackWilson)

© Das „Drug Discovery and Development Center (H3-D)“ der University of Cape Town hat in Kooperation mit Schweizer Wissenschaftlern das Molekül MMV390048 entdeckt, welches als Impfstoff und/ oder Arzneimittel zur Bekämpfung von Malaria herangezogen werden kann. Klinische Studien in 2013 sollen Klarheit zur Entdeckung verschaffen. Bisweilen existiert kein Impfstoff gegen Malaria. An mehreren Universitäten und Forschungseinrichtungen weltweit wird hierzu geforscht. (Quelle: flickr/ ZackWilson)

Das seit 2010 laufende Projekt am UCT Drug Discovery and Development Center (H3-D) wird von Professor Kelly Chibale geleitet und steht in direkter Kooperation mit der in Genf ansässigen Stiftung Medicines for Malaria Venture (MMV). Das bilaterale Forschungsteam verspricht sich mit der Entdeckung der Substanz MMV390048 große medizinische Chancen für die Bekämpfung von Malaria. 2013 sollen erste klinische Studien folgen. Diese bedeuten im Klartext die Erprobung des Wirkstoffs an Patienten oder gesunden Probanden, um eine Heilbehandlung entwickeln zu können. Professor Chibale fügte auf der Pressekonferenz hinzu, dass zum ersten Mal afrikanische Wissenschaftler ein Molekül entdeckt haben. 

Plasmodien, so der Name der Erreger der Malaria, gehören zu einer Gattung innerhalb der Protozoengruppe der Sporozoa. Sie befallen wie ein Parasit die Erythrozyten (rote Blutkörperchen) des Menschen. In den verschiedenen Gebieten der Welt sind bislang vier Spezies der Plasmodien bekannt: Plasmodium falciparum (Malaria tropica), P. ovale sowie P. vivax (Malaria tertiana) und P. malariae (Malaria quartana).

© Im südlichen Afrika wird die Tropenkrankheit Malaria tropica vor allem durch den Stich der Anopheles übertragen. Es liegen Schätzungen vor, dass jedes Jahr weltweit rund 1 Million Menschen durch die mit dem Mückenstich übertragene Krankheit sterben. (Quelle: flickr/ alexwmueller)

© Im südlichen Afrika wird die Tropenkrankheit Malaria tropica vor allem durch den Stich der Anopheles übertragen. Es liegen Schätzungen vor, dass jedes Jahr weltweit rund 1 Million Menschen durch die mit dem Mückenstich übertragene Krankheit sterben. (Quelle: flickr/ alexwmueller)

Im südlichen Afrika kommt hauptsächlich die Malaria tropica vor, die durch weibliche Stechmücken der Gattung Anopheles, besser bekannt als Moskitos, übertragen werden. Sie zählt als die gefährlichste Malariaform überhaupt, die bei ausbleibender Therapie zum Tod führt.  Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber, Schüttelfrost und Schweißausbruch treten als Symptome auf.

Vor allem nachts stechen die Mücken zu. „Je nach Risiko und Resistenzlage in A-, B- und C-Gebiete“, können zur Prophylaxe die Medikamente Atovaquon/Proguanil, Mefloquin und Doxycyclin eingenommen werden, heißt es in der vom Robert Koch Institut (RKI) herausgegeben Publikation „Steckbriefe seltener und importierter Infektionskrankheiten. Diese senken das Risiko einer Erkankung, bieten allerdings keinen hundertprozentigen Schutz an. Das RKI ist das zentrale Bundesinstitut im Bereich der Krankheitsüberwachung/ -prävention und biomedizinischen Forschung. Allerdings wird die Wirksamkeit dieser Chemoprophylaxe von nicht wenigen Infektionsforschern in Frage gestellt.

Animation zu den Auswirkungen des Malaria-Erregers Plasmodien für den menschlichen Organismus

Zu den endemischen Malaria-Gebieten mit hohem Risiko in Südafrika zählen die Provinzen Mpumalanga, Limpopo und KwaZulu-Natal. Der bei deutschen Touristen beliebte Krüger-Nationalpark wird vor allem im Zeitraum Oktober bis Mai von Moskitos befallen. Es wird geschätzt, dass fast ein Viertel aller Todesfälle bei Kindern im südlichen Afrika durch Malaria verursacht wird. Weltweit sterben jedes Jahr rund eine Million Menschen an der Malaria. Sollte mit der Substanz MMV390048 tatsächlich ein Impfstoff und/ oder Arzneimittel gegen Malaria entwickelt werden können, dann dürfte diese Entdeckung ein wichtiger Meilenstein für die internationale  Wettbewerbsfähigkeit der südafrikanischen Wissenschaftslandschaft darstellen.

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Cape Town is not South Africa

Südafrikas Tourismussektor als Hoffnung einer vielfältigen Nation

(Autorin: Susanne Zeckler)

Südafrika ist ein Land der Kontraste, wie es dem Titel dieses Webportals bereits zu entnehmen ist. Nicht nur in sozialen Dingen unterscheidet sich die südafrikanische Bevölkerung drastisch voneinander, sondern auch von ihrer jeweiligen Kultur, vom regionalen Erlebnisangebot und vom Klima ihres Wohnsitzes. Während im Südosten eher eine tropische Umwelt vorzufinden ist, erhält man in der Zentralregion einen Einblick in ein trockenes Wüstenklima. Das Western Cape mit Kapstadt entfaltet hingegen ein mediterranes Feeling und modernes Stadtbild, sodass diese City vor allem bei deutschen Anreisenden sehr beliebt ist. „Cape Town is not South Africa„, äußerte sich mal eine südafrikanische Beamtin uns gegenüber auf die Frage, was an Kapstadt so besonders sei. Die Stadt hat eine Menge anzubieten, jedoch muss diese lebendige Destination in einem gesonderten Artikel untergebracht werden. Mit über 20 Nationalparks und vielfältigen Lodges im ganzen Lande, erweist sich Südafrika auch als Reisetipp für Safari-Fans.

© Victoria & Alfred Waterfront-Stadtgebiet von Kapstadt

Den Tourismussektor gab es schon vor dem ersten Weltkrieg und auch während der Apartheid. Doch als 1994 die Demokratisierung des Landes offiziell ihren Gang nahm, sprang der Tourismus sprunghaft an. Waren es 1994 nur 3,9 Millionen Personen an ausländischen Gästen, kletterte diese Zahl im letzten Jahr auf über 9,9 Millionen an. Vor allem US-Amerikaner und Europäer suchen das südlichste Land Afrikas auf, aber zunehmend auch Gäste aus Lateinamerika und Asien. Mit etwa einer Viertelmillion an deutschen Touristen, gehört diese Nationalität zu einer der größten Besuchergruppen. Die sehr gastfreundlichen Einreisebestimmungen für EU-Bürger, indem man bei der Ankunft am Airport eine dreimonatige Besuchsgenehmigung (visitor´s permit) erhält, stimulieren diesen Trend.

Der Tourismus ist nach wie vor eine der am schnellsten wachsenden Branchen des Landes, in welchem rund 7 Prozent der Erwerbstätigen des Landes (etwa 1,3 Millionen Bürger) unmittelbar und mittelbar beschäftigt sind. Der Tourismus steuert am BIP des Landes einen Anteil von rund 8 Prozent bei. Speziell zur Fußball-WM 2010 ist festzuhalten, dass rund eine halbe Million Besucher aus Übersee erwartet wurden, jedoch allerhöchtens nur 250.000 Gäste nach Südafrika kamen. Begründet wird das Verfehlen dieser Erwartungshaltung unter anderem mit den überteuerten Preisen für Flug sowie Unterkunft.

Insgesamt unterhält das Kapland, wie es gerne von deutschen Touristen bezeichnet wird, acht Welterbestätten, die alle nach dem Ende der Apartheid in die Liste der UNESCO aufgenommen wurden. 1999 wurde das Feuchtgebiet iSimangaliso-Wetland-Park, mit den größten Krokodil- und Flusspferdbeständen Südafrikas, zum Weltnaturerbe erklärt. Hingegen wurde die Gefängnisinsel Robben Island vor Kapstadt zum Weltkulturerbe, in welchem Nelson Mandela den Großteil seiner 27-jährigen Haftzeit abgesessen hatte. Ebenfalls 1999 erhielten die Fundstätten fossiler Hominiden (also Menschenaffen)  den Status des Weltkulturerbes, welche 2005 um weitere Fundorte ausgedehnt wurde. 2000 sind die Drakensberge bei Lesotho bisweilen einmalig in Südafrika zum Weltnatur- und zugleich Weltkulturerbe deklariert worden. 2003 folgte der  Mapungubwe-Hügel mit seinen archäologischen Fundstätten, 2004 das Naturschutzgebiet Cape Floral, 2005 der Meteoritenkrater Vredefort als größte Einschlagsstelle weltweit sowie 2007 die von Ureinwohnern der Nama bewohnte Landschaft Richtersveld bei Namibia.

© UNESCO-Weltkulturerbe Robben Island

Es wird einem schnell ersichtlich, dass Südafrika sehr vielfältig ist und genau aus diesem Grund zu einem der beliebtesten Reiseziele der Welt hinzugezählt werden kann. Paradoxerweise gehört diese Nation auch zu den kriminellsten Ländern auf dem Globus, wo Mord- und Vergewaltigungsrate die Lebensqualität der Südafrikaner erheblich einschränken. Immer mehr vor allem weiße Bürger kehren ihrer Heimat den Rücken zu und emigrieren nach Australien, Neuseeland oder in das Vereinigte Königreich. Dieses Phänomen, in Fachkreisen als „brain drain“ bezeichnet, wird mit traurigen Rekorden bei HIV/AIDS und ungleichen sozialen Lebenslagen ergänzt. Demnach kann Südafrika als das Land aufgefasst werden, in welchem das Paradies in gleicher Augenhöhe zum absoluten Elend auftritt.

Offizielle Tourismusseite „SouthAfrica.info“ zur Branche:

http://www.southafrica.info/overview/deutsch/tourismus.htm

UNESCO-Welterbestätten in Südafrika:

http://www.unesco.org/new/en/unesco/worldwide/unesco-regions/africa/south-africa/

WELT ONLINE-Artikel zum Tourismussektor Südafrikas:

http://www.welt.de/reise/article8387933/Jetzt-peilt-Suedafrika-Tourismus-Rekorde-an.html

Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes zu Südafrika:

http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/Suedafrika/Sicherheitshinweise.html#t4