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Werder Bremen erlebt Fiasko in Südafrika

Trainer Florian Kohfeldt war genervt, Spieler sind frustriert und mitgereiste Journalisten wurden beraubt

(2010sdafrika-Redaktion)

Der SV Werder Bremen verbrachte die Winterpause vom 2. bis 13. Januar 2019 im Johannesburger Trainingslager. Viele Eindrücke konnten die Grün-Weißen von Land und Leute sammeln. Entsprechend positiv fällt die offizielle Bilanz des Bundesligisten aus, der die dortigen Trainingsbedingungen als gut bezeichnet. Allerdings konnte die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ aus Klubkreisen in Erfahrung bringen, dass Werder alles andere als zufrieden war. Denn die Liste der aufgetretenen Komplikationen ist lang geworden.

© Der Bundesligist SV Werder Bremen zieht offiziell eine positive Bilanz zum Trainingslager in Südafrika, das von der DFL bezuschusst wurde. Allerdings konnte die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ in Erfahrung bringen, dass die Grün-Weißen alles andere als zufrieden waren. (Quelle: Kaizer Chiefs)

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1. FC Köln im Fokus südafrikanischer Funktionäre

Delegation südafrikanischer Fußballverbands-Repräsentanten besucht rheinischen Bundesligisten

(Autor: Ghassan Abid)

© Südafrikanische Delegation beim 1. FC Köln (Quelle: 1. FC Köln e.V.)

© Klaus Pabst, Manager beim 1. FC Köln

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen ganz herzlich auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Herrn Klaus Pabst, Sportlicher Leiter U8-U15 des 1. FC Köln. Im Oktober 2010 erhielt der 1. FC Köln Besuch von einer Delegation aus Südafrika, zusammengesetzt aus Verein- und Verbandsvertretern. Welchen Vereinen und Verbänden gehörten die Delegationsmitglieder an und von wem wurde diese geleitet?

Antwort: Bei der Delegation handelte es sich um Vertreter der südafrikanischen Profi-Liga, welche sich beim 1. FC Köln ein professionelles Nachwuchs-Leistungs-Zentrum anschauen wollten.

2010sdafrika-Redaktion: Welche Themen dominierten die Gespräche zwischen beiden Fußballvertretern?

Antwort: Besonderes Interesse galt neben der vorhandenen Infrastruktur vor allem den Bereichen Spielerausbildung, Trainingsauffassung, Spielauffassung und Spielerbewertung. Außerdem besuchte die Delegation das NetcologneSportslab, um sich über moderneste Möglichkeiten des Scoutings zu informieren.

2010sdafrika-Redaktion: Wie lange bereits bestehen Verbindungen des 1. FC Köln nach Südafrika und mit welchen Akteuren werden diese unterhalten?

Antwort: Es bestehen keine konkreten Beziehungen nach Südafrika. Beim Besuch dieser südafrikanischen Delegation handelte es sich um eine Maßnahme der DFL.

2010sdafrika-Redaktion: Welche Kooperationen könnten bzw. werden zukünftig verfolgt?

Antwort: Im Rahmen des Projekts FC.International bestehen Verbindungen in die USA, nach Japan und Schweden.

© Logo 1. FC Köln

2010sdafrika-Redaktion: Mit Lukas Podolski, dem quasi „Aushängeschild“ des 1. FC Köln, war Ihr Verein somit auch bei der WM 2010 in Südafrika vertreten. Nun kam es in den letzten Wochen zu gewissen Meinungsverschiedenheiten zwischen dem genannten Fußballer und dem 1. FC Köln bezüglich der Strategie des Vereins. Ich weiß, dass Sie hierüber nichts sagen dürfen. Jedoch erlaube ich mir die Frage, inwiefern diese Debatte die künftigen Clubtätigkeiten im In- und Ausland beeinflussen könnte?

Antwort: Kein Kommentar!

2010sdafrika-Redaktion: Waren Sie persönlich bereits in Südafrika und welche Assoziationen verbinden Sie mit diesem Land?

Antwort: Persönlich war ich noch nicht in Südafrika. Von Bildern und Filmen hat mich allerdings besonders die bewundernswerte Natur des Landes beeindruckt. Auch konnte bei der WM 2010 eine große Fußballbegeisterung übertragen werden.

2010sdafrika-Redaktion: Klaus Pabst, Sportlcher Leiter U8-U15 des 1. FC Köln, vielen Dank für das Interview!

Sieg für Schwarz-Rot-Gold

Deutsche Nationalmannschaft verabschiedet sich aus und von Südafrika

(2010sdafrika-Redaktion)

© Spiel um Platz 3 im Nelson Mandela Bay Stadion in Port Elizabeth (Quelle: Rodger Bosch, MediaClubSouthAfrica.com)

Was war das für ein Spiel! Vor ca. 36.000 Zuschauern kämpften Deutschland und Uruguay im Nelson Mandela Bay Stadion in Port Elizabeth um den Platz 3 zur FIFA-Weltmeisterschaft 2010. Beide Mannschaften haben sich definitiv nichts schenken wollen. Kaptitän Bastian Schweinsteiger wusste, dass sein gegnerischer Konterpart aus Südamerika, geführt von Diego Lugano, alles geben wird, um eine Niederlage seiner Mannschaft abzuwenden. Zu groß waren die Erwartungen der Deutschen und Uruguayer an ihre Auswahl.

Mit einem 3:2 triumphierten schließlich die Jungs von Bundestrainer Jogi Löw. In der 18. Minute schoss Thomas Müller für Deutschland das erste Tor. Jedoch konnten die Uruguayer schon nach 10 Minuten den Ausgleich erzielen – im Rahmen eines Konters durch den beim US Città di Palermo unter Vetrag stehenden Edinson Cavani. Mit einem 1:1 trennten sich beide Mannschaften in der ersten Halbzeit.

Nach der Pause ging der Kampf weiter. In der 51. Minute bescherte der Top-Stürmer Diego Forlán vom spanischen Erstligisten Atletico Madrid die Führung für Uruguay, die jedoch nicht allzu lange wehrte.  In der 56. Minute erzielte Marcell Jansen vom Hamburger SV das Ausgleichstor, welches erst in der 82. Minute durch den Deutsch-Tunesier Sami Khedira vom VfB Stuttgart mit einem 3:2 letztendlich ausgebaut werden konnte.

© Deutschland-Fans sind stolz auf ihre Mannschaft (Quelle: http://www.dbretschneider.de)

Mit dem gestrigen Spiel hat Deutschland nun zum vierten Mal die WM-Bronzemedaille erspielen können – 1934, 1970,  2006 und nun 2010. Auf der gerade beendeten Pressekonferenz des DFB zog Jogi Löw in Beisein des neuen Bundespräsidenten Christian Wulff eine positive Bilanz, welcher nun sogar den Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen soll.

Eins ist sicher – Deutschlands Image hat sich im Ausland trotz der Spanien-Niederlage stark verbessern können. Ferner sind die Erwartungen der deutschen Fans nach einer spannenden und erfolgreichen WM erfüllt worden. Fraglich bleibt jedoch, ob der Machtkonflikt zwischen DFB-Chef Theo Zwanziger und dem Bundestrainer Jogi Löw sowie Kollegen in Kürze beigelegt werden kann. Denn noch ist nicht ganz sicher, ob Löw die DFB-Auswahl auch bei der EM 2012  in Polen und der Ukraine anführen wird?



FIFA-Zusammenfassung zum Spiel Deutschland vs. Uruguay:

http://de.fifa.com/worldcup/matches/round=249720/match=300061510/index.html?cid=google_onebox

DFB-Abschlusskonferenz – Jogi Löw im Interview:

http://www.dfb.de/index.php?id=500014&tx_dfbnews_pi1[showUid]=24017&tx_dfbnews_pi4[cat]=56

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Germany lost! Niederlage mit Fassung nehmen

Spanier zerplatzen Deutschlands WM-Träume

(2010sdafrika-Redaktion)

© DFB-Auswahl befördert Deutschlands Image im Ausland (Quelle: Rodger Bosch/ MediaClubSouthAfrica.com)

Schon die ersten Minuten der Begegnung Spanien gegen Deutschland deuteten eine taktische Dominanz der spanischen Spieler an. Schnelligkeit, Genauigkeit und Kreativität bekräftigen den Willen der Iberer, unbedingt ins Finale der Weltmeisterschaft 2010 einzuziehen. Die Jungs von Bundestrainer Jogi Löw zeigten stets Einsatzbereitschaft und Gegenwehr, aber es hat letztendlich nicht mehr gereicht. In der 73. Minute zerplatzte Carles Puyol vom spanischen Spitzenclub FC Barcelona mit einem großartigen Kopfball Deutschlands Hoffnung auf den WM-Titel. Nicht desto trotz kann man sagen, dass diese junge und äußerst multikulturelle DFB-Auswahl auf sich stolz sein kann. Memut Özil, Bastian Schweinsteiger, Lukas Podolski, Thomas Müller und Co. haben es geschafft, dass die Öffentlichkeit erstklassigen Fußball gemäß dem Motto „Made in Germany“ erleben durfte.  Nachdem Gastgeber Südafrika schon in der Vorrundenphase ausgeschieden ist, erwartet der deutschen Nationalmannschaft am kommenden Samstag um 20.30 Uhr in Port Elizabeth gegen die ehrgeizige Auswahl aus Uruguay immerhin noch das Spiel um Platz 3.

FIFA WM auf dem afrikanischen Kontinent

Ein Pokerspiel mit vielen verdeckten Karten

(Autor: Ghassan Abid)

Südafrika und der Weltfußballverband müssen sich unzähligen Herausforderungen stellen, als jemals bei einer Weltmeisterschaft zuvor. Vor allem stuft die Kriminalität im Lande die Organisatoren zum „Fish“ des Pokerns ein.

Heute in 107 Tagen findet die Fußball-Weltmeisterschaft zum ersten Mal auf dem schwarzen Kontinent statt. Zehn Stadien in neun Städten werden für vier Wochen im medialen Fokus der Welt sein. Südafrika hat sich für dieses Ereignis der Extraklasse seit 2004, dem Jahr des Zuschlags zum Austragungsland und Nachfolger Deutschlands, mit Delegationsreisen vor und während der WM 2006 vorbereitet. Nach dem Ende der WM in der Bundesrepublik, haben die Südafrikaner wiederum die deutsche Expertise aus Politik und Ökonomie verstärkt in Anspruch genommen, sei es beim Bau von Stadien, bei rechtlichen Aspekten hinsichtlich der FIFA-Vertragsrechte, bei der Planung und Umsetzung von Notfall- bzw. Katastrophenplänen, bei Modernisierungsmaßnahmen der Infrastruktur und bei Sicherheitsaspekten. Diese offizielle „Hilfe zur Selbsthilfe“, welche die Hansestadt Hamburg beispielsweise unter dem Slogan „Südafrika 2010 ‐ Deutschland 2006: Jetzt lasst uns Freunde bleiben!“ praktiziert, lassen nicht über die bestehenden teilweise gravierenden Unsicherheiten und Schwierigkeiten hinweg täuschen.

© Polizeiwagen der Republik Südafrika

Das renommierte „Institute for Security Studies (ISS)“, eine beratende und durch deutsche Steuergelder unterstützte Forschungseinrichtung mit Hauptsitz in Pretoria, hat in seinem jüngsten Kriminalitätsbericht vom Dezember 2009 eine äußerst erschreckende Tendenz ermitteln können. Demnach sei die Kriminalität in Südafrika im Zeitraum Mai 2008 bis Mai 2009 das erste mal seit fünf Jahren nicht mehr rückläufig, sondern am Expandieren. Die sogenannten „trio crimes“ – damit gemeinst sind Raubüberfälle in Haus und Gewerbe sowie Entführungen von Kraftfahrzeugen – lassen tiefe Besorgnis aufkommen. Zum ersten mal sind die beiden Überfälle in allen neun Bundesländern, den Provinzen, aufgetreten, wohingegen ein Anstieg an Auto-Hijacking in 7 Provinzen beobachtbar ist. Einziger Hoffnungsschimmer ist der Abwärtstrend an Morden. Das Polizeiministerium Südafrikas beziffert die aktuelle Kriminalstatistik wie folgt: Insgesamt sind im ganzen Lande über 2.098.229 Gewaltstraftaten registriert worden – im direkten Vergleich quantifiziert das Bundeskriminalamt in seiner „Polizeilichen Kriminalstatistik 2008“ die Gewaltkriminalität mit 210.885 Fällen.

Das Organisationskomitee der FIFA hat im September 2009 bei ihrer Stadieninspektion die Vorbereitungen in Südafrika als erfolgreich bewertet, jedoch die labile Sicherheitslage im Lande vollständig ausgeblendet. Der Mord an einer deutschen Auswanderin in einem Parkhaus in Kapstadt, der gelockerte Schusswaffengebrauch durch die südafrikanische Polizei (shoot‐to‐kill‐Grundsatz), die ausufernden Kämpfe zwischen bewaffneten Banden und Sicherheitskräften, die Rassismusfälle von schwarzen Polizisten gegenüber ihren weißen Kollegen, die andauernde Xenophobie gegenüber Arbeitsmigranten aus den Nachbarstaaten, die Raubüberfälle von ausländischen Touristen während des FIFA Confederations Cups und andere Vorfälle des Jahres 2009, werden nicht ausreichend genug thematisiert.

Es ist äußerst bedenklich, eine Weltmeisterschaft unter solch schwierigen Voraussetzungen durchzuführen, zumal die Sicherheit der Fans nicht mal substanziell garantiert werden kann. Während die südafrikanische Polizei in einer Presseerklärung zu verlauten ließ, dass die Nationalmannschaften während der WM durch Eskorten und Wachpatrouilien geschützt werden, müssen die Fans auf eigenes Risiko reisen. So ist es nicht verwunderlich, dass viele der 743.000 verfügbaren Tickets für die Öffentlichkeit noch nicht verkauft wurden – maßgeblich verursacht durch die labile Sicherheitslage im Gastland.

Jedoch betonte der deutsche Botschafter in Südafrika, S.E. Herr Haller, am 12.01.2010: „Wer sich gut vorbereitet, den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amts folgt und sich vor Ort vernünftig verhält, für den sind die besonderen Risiken Südafrikas überschaubar und für den ist Südafrika, auch und gerade während der WM, ein wundervolles, vielfältiges und spannendes Reiseland.” Auch die Einschätzung des DFB-Präsidenten Theo Zwanziger, in puncto Sicherheit uneingeschränkt zur WM anreisen zu können, kollidiert offensichtlich mit den sehr schleppenden Verkaufszahlen von insgesamt 21.000 deutschen WM-Vorrundentickets.

Keiner kann genau prognostizieren, wie die Weltmeisterschaft verlaufen wird. Gleichwohl wird sich hierbei genauso wie beim Pokern folgender Grundsatz bewahrheiten: „To hope the best and to plan the worst.“

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2010sdafrika-Artikel auf Business-On veröffentlicht:

http://www.business-on.de/karten-suedafrika-fifa-wm-2010-sicherheit-_id21717.html


Für weitere Infos siehe 2010sdafrika-Artikel zur Kriminalität in Südafrika vom 31.01.2010:

https://2010sdafrika.wordpress.com/2010/01/31/gewalt/

Die Bundeskanzlerin erteilt der DFB-Elf ihren Segen

Deutsche Nationalmannschaft wird im Bundeskanzleramt empfangen 

(2010sdafrika-Redaktion)

Meine Begeisterung für den Fußball ist bekannt. Insofern setze ich natürlich alle Hoffnungen in unsere Mannschaft und sage auch im Namen von Millionen Fans, dass wir schon jetzt beginnen, die Daumen zu drücken„, begrüßte Angela Merkel am 10.02.2010 an ihrem Arbeitsplatz den Bundestrainer Jogi Löw, Team-Manager Oliver Bierhoff, DFB-Chef Theo Zwanziger und den DFB-Verbindungsmann für Südafrika, Horst Schmidt. An diese Erwartungshaltung knüpfte Zwanziger an versprach der Bundeskanzlerin, sich „ganz intensiv auf dieses Turnier“ vorzubereiten. Löw untermauerte ebenfalls die laufenden Vorbereitungen und ergänzte seine Rede um den kulturellen Aspekt mit dem Satz: „Wir Deutschen kommen gerne nach Südafrika!“

Das Ziel des deutschen Fußballs ist klar – der Pokal soll von Südafrika nach Deutschland gebracht werden.  Dieses Vorhaben kann jedoch nur durch die Unterstützung der Fans aus Deutschland gelingen, sodass der DFB eine Internetpräsenz für die Nationalmannschaft eingerichtet hat. Außerdem sind die Streitigkeiten zwischen Team-Managment und DFB nun aus der Welt geschafft.

© Im Kopf rollt der Ball schon; wenn auch noch ein wenig verschwommen

Website der deutschen Nationalmannschaft:

http://team.dfb.de/de/wm-2010/page/90.html?1265199882

Mitschrift der Pressestatements Merkel, Zwanziger, Löw beim Presse- und Informationsamt der Bundesregierung:

http://www.bundeskanzlerin.de/nn_683698/Content/DE/Mitschrift/Pressekonferenzen/2010/02/2010-02-10-statements-merkel-zwanziger-loew.html