Schlagwort-Archive: Direktor

Weltraumforschung ohne Weitblick

Wissenschaftler fühlen sich vom Bundesforschungsministerium im Stich gelassen. Viele sind enttäuscht

(Autor: Ghassan Abid)

Die südafrikanische Regierung war stolz darauf, als sie gemeinsam mit Australien und anderen Staaten im Mai 2012 den Zuschlag für den Bau eines kilometergroßen Radioteleskops erhielt, das als Square Kilometre Array (SKA) bekannt ist. Die Forscher erhoffen sich Erkenntnisse über die Entstehung des Universums und einen möglichen Kontakt zu außerirdischem Leben. Doch Deutschland hat seine anfängliche Zusage zur Zusammenarbeit im Juni 2014 zurückgezogen. Hinter verschlossenen Türen fühlen sich deutsche Forscher von der Bundesregierung im Stich gelassen. Man zeigt sich vom zuständigen Bundesforschungsministerium enttäuscht.

2014_meerkatant_23

© Das Max-Planck-Institut für Radioastronomie wird den Empfänger des MeerKAT-Teleskops [im Bild] konzipieren und aufbauen, der in das Mammutprojekt „Square Kilometre Array (SKA)“ aufgeht. Allerdings hat sich die Bundesregierung für den SKA-Austritt entschlossen. Die Folgen seien katastrophal, so die Forscher zur Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“. (Quelle: SKA South Africa)

Weiterlesen

„Südafrikas Hells Angels sind eine Gefahr“

Im Interview mit André Schulz, Vorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK)

(Autor: Ghassan Abid)

Andre Schulz

© André Schulz ist seit 2011 Vorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), dem gewerkschaftlichen Berufsverband der Kriminalpolizei in Deutschland. Im Interview mit der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ warnt der beim LKA Hamburg tätige BDK-Vorsitzende vor den wachsenden Rockerstrukturen in Südafrika. Dafür bedarf es aber politischen Willen, um auch am Kap gegen Hells Angels und Red Devils vorzugehen. Denn Südafrikas Hells Angels sind ähnlich wie der deutsche Ableger eine Bedrohung für die Gesellschaft, so Schulz.

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Herrn André Schulz, Vorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) und Mitarbeiter beim LKA Hamburg im Bereich der wissenschaftlichen Analyse und Forschung. Die Bekämpfung der Rockerkriminalität hat sich zu einem Schwerpunktthema deutscher Behörden entwickelt. Wie wirksam sind Kuttenverbote, Klubschließungen und eine demonstrative Polizeipräsenz tatsächlich?

Antwort: All das sind erforderliche Bausteine bei der Bekämpfung der Rockerkriminalität. Kriminelle Rockergruppierungen spielen für die Polizei mehr und mehr eine Rolle. Im Jahr 2013 stand in Deutschland beinahe jedes achte Verfahren im Bereich der Organisierten Kriminalität (OK) im Zusammenhang mit Rockergruppierungen. Der BDK weist bereits seit Jahren auf die steigende Bedrohung für die Gesellschaft durch polizeirelevante Rockerclubs (sog. OMCG’s = outlaw motorcycle gangs), wie die Hells Angels, Bandidos oder Gremium MC, hin.

Weiterlesen

Respektsperson, Idol und Unruhestifter

Türkischer Hells Angels-Boss Necati „Neco“ Arabaci mischt von Izmir aus die deutsche Rockerszene auf

(Autor: Ghassan Abid)

– Hells Angels-Spezial –

Die Stadt Izmir mit ihren rund 3,5 Millionen Einwohnern liegt an der türkischen Ägäisküste. Die Metropole spielt in der nationalen Schifffahrt eine wichtige Rolle. Griechische Bauwerke aus der Antike zieren das Bild einer Stadt, in welcher Latife Uşşaki – die Ehefrau des Staatspräsidenten Mustafa Kemal Atatürk – das Licht der Welt erblickt hat. Doch Izmir ist auch als Aufenthaltsort einer militanten Hooliganszene und des Hells Angels-Bosses „Neco“ bekannt.

Izmir

© Die drittgrößte türkische Stadt Izmir liegt an der Ägäisküste. Die Metropole spielt eine bedeutende Rolle in der nationalen Schifffahrt. Bekannt ist Izmir aber auch dafür, eine militante Hooliganszene und den Hells Angels-Boss „Neco“ zu beherbergen. (Quelle: Privat)

Weiterlesen

Die Abschiebung von Necati Arabaci war richtig

Exklusiv: Im Interview mit Uwe Jacob, Direktor des LKA Nordrhein-Westfalen zur Rockerkriminalität

(Autor: Ghassan Abid)

– Hells Angels-Spezial –

Uwe Jacob (2)

© Seit dem 2. Dezember 2013 leitet Uwe Jacob das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen. Seine Behörde hat sich zum Ziel gesetzt, einen hohen Kontrolldruck auf die Rocker auszuüben. Der Kripo-Leiter bestätigt, dass die Hells Angels mittlerweile zerstritten sind. Langjährige Mitglieder des HAMC stehen in Konflikt mit Rockern mit meist türkischem Migrationshintergrund. (Quelle: LKA NRW)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Herrn Uwe Jacob, Direktor des Landeskriminalamtes (LKA) Nordrhein-Westfalen. In NRW befindet sich die Rockerszene gegenwärtig in Aufruhr. Neben Clubauflösungen stehen auch ernste Rivalitäten zwischen den Hells Angels und Bandidos auf der Agenda. Welche Entwicklungen bereiten Ihnen große Sorgen?

Antwort: Die Rockerlage in NRW ist geprägt von schweren Gewaltstraftaten und Auseinandersetzungen. In NRW haben die verfeindeten Banden mehrfach versucht, Tötungsdelikte zu begehen, in zwei Fällen ist ihnen dies auch gelungen. Dabei wurden auch Schusswaffen eingesetzt. Die hohe Gewaltbereitschaft und die Verfügbarkeit von Waffen bereiten mir große Sorgen.

Weiterlesen

Britischer Höllenengel nach Südafrika geflüchtet

Hells Angels-Mitglied Mark Larner schmuggelte nach Eskalation mit Outlaws viel Bargeld ans Kap

(2010sdafrika-Redaktion)

Im Januar 2009 ereignete sich am Flughafen von Birmingham eine brutale Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Rockergangs. Bis zu 30 Anhänger der Hells Angels und Outlaws gingen mit Schlagringen und anderen Waffen aufeinander los. Die britischen Strafverfolgungsbehörden erkannten, hart durchgreifen zu müssen, um solche Ereignisse künftig vermeiden zu können. Eine Nulltoleranz-Politik wurde gefordert und umgesetzt. Allerdings flüchtete einer der Haupttäter, Mark Larner vom Hells Angels MC Wolverhampton, nach Südafrika. Erneut wurde das Kapland als Rückzugsgebiet ausgewählt.

© Der britische Hells Angel Mark Larner [im Bild 2. Reihe, ganz rechts] flüchtete vor den Strafverfolgungsbehörden nach Südafrika im Jahr 2009. Er hielt sich für zwei Monate am Kap auf und brachte eine große Menge Bargeld ins südliche Afrika in Sicherheit. Auslöser für die Flucht war eine heftige Auseinandersetzung zwischen den Hells Angels und den Outlaws am Flughafen von Birmingham. Insgesamt wurden jeweils vier Mitglieder der beiden Klubs [im Bild zu sehen] zu einer Haftstrafe von jeweilig sechs Jahren verurteilt. (Quelle: Ermittlerkreise)

© Der britische Hells Angel Mark Larner [im Bild 2. Reihe, ganz rechts] flüchtete vor den Strafverfolgungsbehörden nach Südafrika im Jahr 2009. Er hielt sich für zwei Monate am Kap auf und brachte eine große Menge Bargeld ins südliche Afrika in Sicherheit. (Quelle: Ermittlerkreise)

Weiterlesen

Wildkatzen-Kolumne

Katzenarten aus Südafrika: Schwarzfußkatze

(Autorin: Andrea C. Schäfer berichtet in ihrer Kolumne über gefährdete Katzenarten in Südafrika. Die Tierpsychologin arbeitet als freiwillige Mitarbeiterin auf der Katzenauffang- und -zuchtstation Wild Cats World, auf welcher sich Gäste über die wilden Katzen hautnah informieren lassen können.)

Die Schwarzfußkatze ist die kleinste Katze Afrikas! Selbst erwachsene Kater haben höchstens 2 Kilogramm Gewicht – und sind etwa so groß wie ein Erdmännchen. Ihr Name kommt von ihren schwarz gefärbten Fußsohlen. Katzen sind Zehengänger, somit reicht der „Fuß“ bis zum Sprunggelenk. Die kleine Katze lebt in trockenen Gegenden, also in der Kalahari und der weniger bekannten Halbwüste „Karoo“. Die Landschaft ist karg, es wächst wenig Gras; dafür jedoch Dornbüsche, Kakteen und Dickblattgewächse.

© In dieser Ausgabe der Wildkatzen-Kolumne behandelt Autorin Andrea C. Schäfer die Schwarzfußkatze.

© In dieser Ausgabe der Wildkatzen-Kolumne behandelt Autorin Andrea C. Schäfer die Schwarzfußkatze.

Weiterlesen

„Global South Africans“-Netzwerk in Berlin

Sich für Südafrika einsetzen und der eigenen Heimat etwas zurückgeben. Ein Veranstaltungsbericht

(Autor: Ghassan Abid)

Am 6. September 2013 trafen sich rund 50 Südafrikaner und Südafrika-Freunde zum ersten Deutschland-Treffen des „Global South Africans“-Netzwerks in Berlin. Die geladenen Gäste waren Künstler, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler und Journalisten – darunter auch meine Wenigkeit. Ebenso waren die Südafrikanische Botschaft und South African Airways vertreten. Höhepunkt des Abends war eine leidenschaftliche Rede des globalen Transparency International-Direktors Cobus de Swardt, der selber stolzer südafrikanischer Bürger ist. Es sei nun Zeit, dass die in Deutschland lebenden Südafrikaner Verantwortung für ihr Land tragen. Ein Aufruf zum Engagement.

    © Am 6. September 2013 trafen sich rund 50 Südafrikaner und Südafrika-Freunde zum ersten Deutschland-Treffen des "Global South Africans"-Netzwerks in Berlin, darunter auch Chefredakteur Ghassan Abid (1. Reihe, ganz links). Die Exil-Südafrikaner wurden zum Engagement aufgerufen. (Quelle: Tatjana Dachsel)

© Am 6. September 2013 trafen sich rund 50 Südafrikaner und Südafrika-Freunde zum ersten Deutschland-Treffen des „Global South Africans“-Netzwerks in Berlin, darunter auch Chefredakteur Ghassan Abid (1. Reihe, ganz links). Die in Deutschland lebenden Südafrikaner wurden zum Engagement aufgerufen. (Quelle: Tatjana Dachsel)

Weiterlesen