Schlagwort-Archive: Diskussion

Erneuter Protest in der Mohrenstraße

Flashmob & Spontandemo: Streit um Umbenennung nach Südafrikas Ikone Nelson Mandela geht weiter

(Autor: D. Tamino Böhm)

Am vergangenen Samstag sind erneut rund 80 Menschen zusammengekommen, um gegen den Namen der Straße und des Bahnhofs in der Mohrenstraße zu demonstrieren. Zunächst fand ein Flashmob statt. Nach etwa einer halben Stunde wurde eine Spontandemonstration angemeldet.

© Am 15. März 2014 demonstrierten rund 80 Menschen für die Umbenennung der Berliner „Mohrenstraße“ in „Nelson-Mandela-Straße“. Der Flashmob und die anschließende Demonstration waren ein voller Erfolg für die Organisatoren.

© Am 15. März 2014 demonstrierten rund 80 Menschen für die Umbenennung der Berliner „Mohrenstraße“ in „Nelson-Mandela-Straße“. Der Flashmob und die anschließende Demonstration waren ein voller Erfolg für die Organisatoren.

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Streit um Nelson-Mandela-Straße in Berlin

Diskussion um Benennung einer Straße nach Südafrikas Ikone Nelson Mandela erreicht neuen Höhepunkt

(Autor: D. Tamino Böhm)

Am 20. Februar 2014 wurde bei einer Aktion von Aktivist_innen die „Mohrenstraße“ in Nelson-Mandela-Straße umbenannt. Bei diesem symbolischen Akt geht es vor allem darum, die Diskussion um den rassistischen und kolonialistischen Namen der Straße voranzubringen und dem Thema neue Aktualität zu verleihen. Allerdings erreicht nun die Debatte um die Ehrung der Ikone Südafrikas, die von Teilen der Zivilgesellschaft getragen wird, einen neuen Höhepunkt. Am morgigen Samstag ist ein Gedenkmarsch geplant.

© Am 20. Februar 2014 ist die „Mohrenstraße“ in Berlin durch Aktivist_innen - rein symbolisch - in Nelson-Mandela-Straße umbenannt worden. Der Namensstreit erreicht nun einen neuen Höhepunkt. Denn die Black Community mobilisiert zum Protest. Der Name „Mohrenstraße“ ist auf rassistisches Gedankengut angelehnt. Dennoch weigert sich die Politik bisher, Straße oder U-Bahnhof umzutaufen.

© Am 20. Februar 2014 ist die „Mohrenstraße“ in Berlin durch Aktivist_innen – rein symbolisch – in Nelson-Mandela-Straße umbenannt worden. Der Namensstreit erreicht nun einen neuen Höhepunkt. Denn die Black Community mobilisiert zum Protest. Der Name „Mohrenstraße“ ist auf rassistisches Gedankengut angelehnt. Dennoch weigert sich die Politik bisher, Straße oder U-Bahnhof umzutaufen.

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Ubuntu in Germany Column

Award-winning photographer Jodi Bieber exhibits her pictures in Germany

(Editor: Alex Smit-Stachowski is speaking in her column about life as a South African now living in Germany. The South African journalist lives in Krefeld, in North Rhine-Westphalia/ Germany. Ubuntu in Germany visited Jodi Bieber’s photo exhibition in Goch).

© Jodi Bieber at the Goch Museum (Source: Alexandra Smit-Stachowski)

© Jodi Bieber at the Goch Museum (Source: Alexandra Smit-Stachowski)

Multiple World Press Photo winner, Jodi Bieber is not the mom of famous Justin, despite several amusing incidents at airports. The bouncy, curly-haired 40-something who hails from Johannesburg, is exhibiting her work, “Between Darkness and Light” at the Goch Museum until May 26.

Many only discovered Jodi because of her iconic image of Aisha, the Afghan woman whose face was badly scarred after she was ‘punished’ by the Taliban for fleeing her abusive in-laws. The picture is unsettling because of the scarring but also of Aisha’s quiet resolution – a sign for other abused woman that they can survive, despite it all.

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Kap-Kolumne: Straßen des Todes

Verkehrsunfälle in Südafrika: Rund 1.280 Tote in 5 Wochen. Debatte über Verkehrssicherheit entbrannt

(Autor: Detlev Reichel ist der Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals. Als Missionskind, Sozialist und einstiger Westberliner Anti-Apartheids-Aktivist berichtet er aus und zu Südafrika.)

Die Sommerferienzeit in Südafrika ist auch die Zeit massenhafter Unfälle auf den Straßen des Landes. Die hiesigen Medien verwenden dafür den dramatischen Begriff „road carnage“ – dem Straßenmassaker. Leider ein zutreffendes Wort: Seit Anfang Dezember 2012 bis Ende vergangener Woche starben auf Südafrikas Straßen 1.279 Menschen. Eine exorbitante Zahl trotz landesweit verstärkter Polizeikontrollen und omnipräsenter medialer Kampagnen zur Verkehrssicherheit  wie „Arrive Alive“.

© Seit Anfang Dezember 2012 bis Ende vergangener Woche starben auf Südafrikas Straßen 1.279 Menschen. Eine exorbitante Zahl trotz landesweit verstärkter Polizeikontrollen und omnipräsenter medialer Kampagnen zur Verkehrssicherheit. (Quelle: flickr/ ER24 EMS (Pty) Ltd.)

© Seit Anfang Dezember 2012 bis Ende vergangener Woche starben auf Südafrikas Straßen 1.279 Menschen. Eine exorbitante Zahl trotz landesweit verstärkter Polizeikontrollen und omnipräsenter medialer Kampagnen zur Verkehrssicherheit. (Quelle: flickr/ ER24 EMS (Pty) Ltd.)

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Helen Zille in Deutschland

Südafrika auf dem Weg zu einem Zweiparteiensystem. Ein Veranstaltungsbericht aus Berlin

(Autorin: Anne Schroeter)

Am 12. Dezember 2012 versammelten sich rund 200 Interessierte in der Landesvertretung von Nordrhein-Westfalen beim Bund in Berlin, um einem Vortrag der Premierministerin des Westkaps zu lauschen. Helen Zille ist Vorsitzende der Democratic Alliance (DA), der größten Oppositionspartei Südafrikas. Hierzu eingeladen hatten die Friedrich-Naumann-Stiftung (FNSt) und die Initiative Südliches Afrika (INISA).

    © Mitte Dezember 2012 stattete die wichtigste Oppositionsführerin Südafrikas, die DA-Vorsitzende Helen Zille, u.a. der deutschen Hauptstadt Berlin einen Arbeitsbesuch ab. Auf verschiedenen Veranstaltungen bekräftigte die Deutschstämmige den Machtanspruch ihrer Partei - teilweise in deutscher Sprache. Die Regierungspartei ANC verliere zunehmend an Macht, sagte sie. (Quelle: Screenshot/ YouTube)

© Mitte Dezember 2012 stattete die wichtigste Oppositionsführerin Südafrikas, die DA-Vorsitzende Helen Zille, u.a. der deutschen Hauptstadt Berlin einen Arbeitsbesuch ab. Auf verschiedenen Veranstaltungen bekräftigte die Deutschstämmige den Machtanspruch ihrer Partei – teilweise in deutscher Sprache. Die Regierungspartei ANC verliere zunehmend an Macht, sagte sie. (Quelle: Screenshot/ YouTube)

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Machtwechselheuchelei in Mangaung

Jacob Zuma erleidet in der Berichterstattung eine Niederlage, doch ist er stärker denn je

(Autor: Ghassan Abid)

– ANC-Parteitag-Spezial –

Update vom 16.12.2012: Dieser Beitrag ist aktualisiert und an die neuesten Entwicklungen angepasst worden.

Am morgigen Sonntag tagt der 53. Bundesparteitag des Afrikanischen Nationalkongresses in Mangaung. Vier Tage lang werden 4.500 Delegierte darüber abstimmen, wer künftig die Geschicke im Lande führen soll. Jacob Zuma gilt als klarer Favorit, auch wenn die Medien das genaue Gegenteil vom Präsidenten versuchen aufzuzeigen. Außerdem wird darüber diskutiert, welchen politischen Kurs das Land einschlagen wird. Die Anpassung des Wirtschaftssektors an die politischen Machtverhältnisse, umschrieben mit dem sogenannten „zweiten Übergang“, steht hierbei im Zentrum der Debatte.

© Vizepräsident Kgalema Motlanthe [rechts im Bild] und der millionenschwere Unternehmer Cyril Ramaphosa [links im Bild] treten auf dem 53. ANC-Bundesparteitag in Mangaung an. Motlanthe erklärte am Donnerstag, den ANC-Vorsitz von Jacob Zuma streitig zu machen. Hingegen werden dem Geschäftsmann Ramaphosa gute Chancen als Vize von Zuma eingeräumt. Einige Stimmen aus dem ANC gehen davon aus, dass Ramaphosa auch zum Vize von Motlanthe gewählt werden könnte, sofern Zuma den Machtkampf verlieren würde. Doch ist diese personelle Debatte eine reine Politshow. Motlanthe und Ramaphosa sind enge Zuma-Vertraute. Entscheidender sind die Entscheidungen im Hinblick auf den "zweiten Übergang". Die Wirtschaft fürchtet zuviel Einfluss des Staates auf die Wirtschaft. (Quelle: flickr/ The Presidency of the Republic of South Africa)

© Vizepräsident Kgalema Motlanthe [rechts im Bild] und der millionenschwere Unternehmer Cyril Ramaphosa [links im Bild] treten auf dem 53. ANC-Bundesparteitag in Mangaung an. Motlanthe erklärte am Donnerstag, den ANC-Vorsitz von Jacob Zuma streitig zu machen. Hingegen werden dem Geschäftsmann Ramaphosa gute Chancen als Vize von Zuma eingeräumt. Einige Stimmen aus dem ANC gehen davon aus, dass Ramaphosa auch zum Vize von Motlanthe gewählt werden könnte, sofern Zuma den Machtkampf verlieren würde. Doch ist diese personelle Debatte eine reine Politshow: Motlanthe und Ramaphosa sind enge Zuma-Vertraute. Entscheidender sind die Entscheidungen im Hinblick auf den „zweiten Übergang“. Die Wirtschaft fürchtet zuviel Einfluss des Staates auf die Wirtschaft. (Quelle: flickr/ The Presidency of the Republic of South Africa)

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Nashorn in der Diplomatentasche

Im Interview mit Brit Reichelt-Zolho, Afrika-Referentin beim WWF Deutschland

(Autor: Ghassan Abid)

© Brit Reichelt-Zolho, Referentin Südliches & Östliches Afrika beim WWF Deutschland.

© Brit Reichelt-Zolho, Referentin Südliches & Östliches Afrika beim WWF Deutschland.

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Frau Brit Reichelt-Zolho, Referentin für das Südliche und Östliche Afrika beim World Wide Fund For Nature (WWF) Deutschland. Die aktuelle Entwicklung in Südafrika hat den Artenschutz wieder ins Zentrum der medialen Berichterstattung gerückt. Welche Zahlen liegen dem WWF in Bezug auf getötete Nashörner in den letzten Jahren, zur Preisentwicklung des Horns und zur Anzahl der Verhaftungen von Wilderern in Südafrika vor?

Antwort: Laut südafrikanischer Regierungsinformationen hat Südafrika 272 Nashörner seit Jahresbeginn verloren. Insgesamt wurden 173 Personen in Bezug auf Nashornwilderei festgenommen. Nashornwilderei spielt sich hauptsächlich in den Provinzen Limpopo, Mpumalanga, North West und KwaZulu-Natal ab; dort wurden insgesamt 100 Nashörner gewildert.

Der Preis des Nashorns ist extrem angestiegen, z.Zt. liegt der Preis auf dem vietnamesischen Markt bei ca. 25.000-60.000 USD pro kg Horn.

© Die Nachfrage nach Horn ist so groß wie lange nicht mehr. Zurzeit wird in Vietnam für das Kilogramm zwischen 25.000 bis 60.000 USD gezahlt. (Quelle: WWF)

© Die Nachfrage nach Horn ist so groß wie lange nicht mehr. Zurzeit wird in Vietnam für das Kilogramm zwischen 25.000 bis 60.000 USD gezahlt. (Quelle: WWF)

2010sdafrika-Redaktion: Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen verbietet ausdrücklich den Handel mit dem Horn. Südafrika und China sind dem beigetreten. Wie ist der Transport von illegalen Substanzen von Afrika nach Asien überhaupt möglich, wenn die Zoll- und Polizeibehörden beider Länder an diese internationale Konvention gebunden sind?

Antwort: Der illegale Handel von Nashorn und Elfenbein wird mit dem internationalen illegalen Drogenhandel verglichen. Organisierte Kriminalität, Korruption, Eliteneinfluss und kriminelle Machenschaften stehen da auf der Tagesordnung. Illegales Horn wird geschmuggelt, also versteckt in Holztransporten, Schiffscontainern; auch in der Diplomatentasche ist es schon gefunden worden. Die Involvierung von Parkrangern, privaten Gamefarmern Polizisten und Zollbeamten ist bekannt geworden.

2010sdafrika-Redaktion: Welche Schritte unternimmt der WWF in Südafrika, um den Wilderern wirksam begegnen zu können? Was sind Ihre Forderungen?

Antwort: Allgemein unterstützt der WWF in Afrika die Regierungen in ihren Anstrengungen die Wilderei und den illegalen Handel einzudämmen. Da geht es um verschiedene Aktionen: Aufdeckung von Schmuggel (z.B. durch Schnüffelhunde an einigen afrikanischen Flughäfen), Verbesserung des Vollzugs u.a. durch Beweismaterialien, Unterstützung der Ausbildung von Richtern, Game Scouts und Rangern. Der WWF betreibt ein Aktionsprogramm für Afrikanische Nashörner, welches die Bemühungen zum Tracking [der Verfolgung] von gefährdeten Tieren unterstützt; sowie die Umsiedelung aus gefährdeten Gebieten.

Der WWF lobbyiert in den asiatischen Ländern für die Eindämmung der internen Märkte und gegen den Bedarf, denn nur wenn dieser sinkt, haben die Nashörner in freier Wildbahn wieder ihre Ruhe. Dies geschieht durch die WWF-Büros vor Ort, aber auch durch netzwerkweite Aktionen und Umweltausbildung. Diese sind alles vor allem ausgerichtet auf die Reduzierung der makabren Legenden aus Vietnam, wonach das Horn Krebs heile.

2010sdafrika-Redaktion: Mehrere südafrikanische Besitzer von Ländereien mit Nashörnern haben sich unterdessen in der WRSA Private Rhino Owners Association (PROA) zusammengeschlossen, um für eine Legalisierung des Hornhandels zu werben. Was halten Sie von dieser Idee, wenn man bedenkt, dass das Horn wie der Nagel beim Menschen problemlos nachwächst?

Antwort: Das ist eine kontroverse Diskussion, die erst in diesem Jahr richtig stark aufkommt. Man muss sich da doch schon fragen, ob es etwas mit dem hohen Hornpreis zu tun hat und warum gerade jetzt und nicht vor einigen Jahren, als das Horn noch nicht so lukrativ war? Geht es bei dieser Diskussion wirklich um Nashornschutz oder um ökonomische Fragen?  

© Mit Helikoptern hat der WWF die Nashörner im Eastern Cape umgesiedelt. (Quelle: WWF)

© Mit Helikoptern hat der WWF die Nashörner im Eastern Cape umgesiedelt. (Quelle: WWF)

Allerdings müssen wir auch eingestehen, dass das seit 1977 bestehende CITES-Handelsverbot nicht allgemein und vor allem nicht die erhoffte Wirkung gezeigt hat. Der Nashornmarkt ist in die Illegalität verdrängt worden. Sicherlich auch ein Beitrag zu den extrem angestiegenen illegalen Hornpreisen.

2010sdafrika-Redaktion: Das aus Keratin bestehende Horn soll, so die Annahme vieler Menschen in Asien, Heil- und Potenzkräfte entfalten. Können Sie dem widersprechen?

Antwort: Internationale Gesundheitsorganisationen und Wissenschaftler haben wiederholt Analysen durchgeführt und wissenschaftlich nachgewiesen, dass das Nashorn keine medizinalen Wirkungen hervorruft. Es heilt kein Fieber oder Krebs. Im Jahre 1993, als es noch 15.000 Spitzmaulnashörner in Afrika gab, gaben WWF und IUCN eine pharmakologische Studie in Auftrag. Diese Studie wurde von Hoffmann-La Roche durchgeführt. Es ließen sich keine Beweise zu schmerz- und/oder entzündungshemmenden Wirkungen des Nashorns finden. Unglücklicherweise fielen 10 Jahre danach die Spitzmaulnashornzahlen auf 2.300.  Auch eine spätere Studie von Dr. Raj Amin (Zoologische Gesellschaft London) bestätigte die Ergebnisse der früheren Studie.

2010sdafrika-Redaktion: Die Wilderer sollen sehr gut organisiert sein und ähnlich der organisierten Kriminalität sehr professionell vorgehen. Nachtsichtgeräte, Armbrüste und Funkgeräte dienen als Werkzeuge. Vereinzelt ist gar von Hubschraubereinsätzen die Rede. Welche diesbezüglichen Erkenntnisse liegen Ihnen vor?

Antwort: Diese Informationen erhalten wir aus Projektgebieten – Hubschrauber, Maschinengewehre, Mobilfunk usw.. In einigen Gebieten wie im Nationalpark Quirimbas im Norden Mosambiks wurden sogar Dorfbewohner zur Mitarbeit und Wegweisung zu Elefantenherden gezwungen und regelrecht gekidnappt. Eigentlich können nur eine große Anzahl gut ausgerüsteter, gut ausgebildeter und vor allem überzeugter Anti-Wildereibrigaden, die permanent die Gebiete patroullieren, dagegen etwas ausrichten. Dazu fehlen leider den Regierungen die Gelder und/oder die Kapazitäten und Erfahrungen.

© Die Nashornwilderei spielt sich hauptsächlich in den Provinzen Limpopo, Mpumalanga, North West und KwaZulu-Natal ab. Allein in diesem Jahr sind 272 Nashörner getötet worden. 173 mögliche Wilderer wurden festgenommen. (Quelle: WWF)

© Die Nashornwilderei spielt sich hauptsächlich in den Provinzen Limpopo, Mpumalanga, North West und KwaZulu-Natal ab. Allein in diesem Jahr sind 272 Nashörner getötet worden. 173 mögliche Wilderer wurden festgenommen. (Quelle: WWF)

2010sdafrika-Redaktion: Die Umweltbehörden in Namibia befürchten durch die Entwicklungen in Südafrika nun ähnliche Wilderer-Vorfälle im eigenen Land. Teilen Sie diese Befürchtung oder handelt es beim illegalen Hornhandel um ein rein südafrikanisches Problem?

Antwort: Der WWF teilt diese Befürchtungen, dass sich die Nashornwilderei auf alle Nashornstaaten ausdehnen wird. Denn wenn Wilderer mit dem Hornhandel höhere Preise als Gold erzielen und einem relativ geringerem Risiko ausgesetzt sind, dann ist das ein starker Anreiz für kriminelle Syndikate. Die aus ökologischen Gründen relativ großen Naturschutzgebiete und deren Wilderness & Remoteness tragen auch dazu bei, das schnelle und gut ausgerüstete Wildereibanden oft ungesehen davon kommen können. Leider müssen die Nashornländer nun wieder ganz massiv in paramilitärische Anti-Wildereibrigaden investieren, welche viel Geld und Ressourcen kosten.

2010sdafrika-Redaktion: Brit Reichelt-Zolho, Afrika-Referentin beim WWF Deutschland, vielen Dank für das Interview und Ihrer Organisation weiterhin viel Erfolg!

2010sdafrika-Artikel zum Artenschutz in Südafrika:

https://2010sdafrika.wordpress.com/2012/07/26/artenschutz-in-sudafrika-ade/