Schlagwort-Archive: Einkaufszentrum

Schießerei in Johannesburger Einkaufszentrum

Zwei Bankräuber attackieren Geldtransporter-Mitarbeiter. Ein Angreifer wird getötet

(2010sdafrika-Redaktion)

Am heutigen Freitagmorgen fuhr ein Geldtransporter zur FNB-Bank im Oriental-Plaza-Einkaufszentrum in Fordsburg. Der Johannesburger Stadtteil ist für seinen hohen Anteil an Menschen mit indischer und pakistanischer Herkunft bekannt. Neu hingegen sind Raubüberfalle. Denn zwei Bankräuber hatten es auf den Geldtransporter abgesehen. Innerhalb des Einkaufszentrums kam es zu einer heftigen Schießerei. Shoppinggäste wurden trotz der chaotischen Zustände nicht verletzt.

Chris Eason

© Die FNB-Bank im Oriental-Plaza-Einkaufszentrum [im Bild] in Johannesburg wurde heute Morgen Ziel eines Raubüberfalls. Zwei Sicherheitsmitarbeiter eines Geldtransporters gerieten in eine heftige Schießerei. Ein Angreifer wurde getötet. (Quelle: flickr/ Chris Eason)

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Im parlamentarischen Kreuzverhör

Südafrikas Präsident Jacob Zuma bekräftigt seine Unschuld in der Nkandla-Affäre und weicht aus

(Autor: Ghassan Abid)

In den letzten Wochen ist Präsident Jacob Zuma infolge der Enthüllungen um die als Geheimsache eingestufte Steuerfinanzierung seines Privatanwesens in Nkandla mit anfänglich rund 203 Millionen Rand (umgerechnet knapp 18,7 Millionen Euro) unter Druck geraten. Zivilgesellschaftliche Akteure und allen voran die Medienhäuser kritisierten, dass das öffentliche Bezuschussen eines Privatgrundstücks einer Selbstbereicherung gleichkäme. Demnach sollen 95 Prozent der geplanten Summe durch den Steuerzahler abgedeckt werden, während die restlichen 5 Prozent durch Zuma selbst getragen werden. Mittlerweile ist die Rede von 250 Millionen Rand. Begründet wurde dieser Zuschuss mit „notwendigen Sicherheitsmaßnahmen“. Die National Assembly of South Africa, das Unterhaus mit Sitz in Kapstadt, bediente sich zum anstehenden Jahresende dieses Skandals und nahm Präsident Zuma ins Kreuzverhör. Hitzig war die Diskussion und Parlamentspräsident Max Sisulu musste die Parlamentarier mehrfach zur Ordnung rufen.

    © In der Sitzung des südafrikanischen Unterhauses vom 15.11.2012 bestimmte die Nkandla-Affäre des Präsidenten Jacob Zuma die Tagesordnung. Rund zwei Stunden lang musste sich Zuma den kritischen Fragen der Oppositionsparteien stellen. Zuma erklärt, dass erst alle Fakten bekannt sein müssten, um die Angelegenheit abschließend klären können. Die Abgeordneten mussten während der Sitzung mehrfach durch Parlamentspräsident Max Sisulu zur Ordnung gerufen werden. (Quelle: flickr/ The Presidency of the Republic of South Africa)

© In der Sitzung des südafrikanischen Unterhauses vom 15.11.2012 bestimmte die Nkandla-Affäre des Präsidenten Jacob Zuma die Tagesordnung. Rund zwei Stunden lang musste sich Zuma den kritischen Fragen der Oppositionsparteien stellen. Zuma erklärt, dass erst alle Fakten bekannt sein müssten, um die Angelegenheit abschließend klären können. Die Abgeordneten mussten während der Sitzung mehrfach durch Parlamentspräsident Max Sisulu zur Ordnung gerufen werden. (Quelle: flickr/ The Presidency of the Republic of South Africa)

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Heiratsantrag-Spezial

Flashmob im Johannesburger Einkaufszentrum Sandton City. Mission: Sie muss „Ja“ sagen.

(2010sdafrika-Redaktion)

Heute vor knapp einem Jahr spielte sich im Shopping Center Sandton City in Johannesburg ein Spektakel der Romantik ab. Die Angehimmelte ahnte noch nicht, was ihr geschah, als plötzlich die Mitmenschen um sie herum anfingen zu tanzen & singen. Unter dem Titel „All You Need Is Love“ der Beattles merkte die Frau, dass sie im Mittelpunkt eines Flashmobs gerückt wurde. Wie eine Erscheinung näherte sich der künftige Bräutigam seiner großen Liebe und machte ihr vor den Augen des gesamten Einkaufszentrums einen Heiratsantrag. Sie sagte „Ja“ … diesen außergewöhnlichen Tag wird sie so schnell nicht mehr vergessen.

© Heiratsantrag in Sandton City. Ein Flashmob beflügelte einem der wichtigsten Momente im Leben eines Paares mit öffentlicher Romantik. (Quelle: YouTube)

© Heiratsantrag in Sandton City. Ein Flashmob beflügelte einem der wichtigsten Momente im Leben dieses Paares mit öffentlicher Romantik. (Quelle: YouTube)

Flashmob in Port Elizabeth

Unser Link-Tipp zum Weekend

(2010sdafrika-Redaktion)

Eines Samstagmorgens um 11.30 Uhr im Greenacres Shopping Centre in Port Elizabeth. Der alltägliche Shoppingablauf geht an einem vorbei. Doch plötzlich singen vermeintlich völlig spontan mehrere Angestellte des Einkaufszentrums ein Lied in der Regionalsprache Xhosa. Schließlich schließen sich Passanten den singenden Leuten mit englischen Songs an. Das Einkaufszentrum wurde Ziel eines sogenannten Flashmobs.  Im Vorfeld haben sich mehrere Studenten der Nelson Mandela Metropolitan University (NMMU) zu einem ungewöhnlichen Auftritt in der Öffentlichkeit verabredet. Ein Genuss für jeden Zuschauer. Die 2010sdafrika-Redaktion wünscht euch ein schönes Wochenende.

Plötzlich hatte ich eine Schusswaffe an der Stirn…

Informant von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ einem Tötungsdelikt knapp entkommen

(Autor: Ghassan Abid)

Es war ein schöner Tag. Der Abend war mild, der Film im Kino unterhaltsam und nun ging es zur Tiefgarage des in Pretoria liegenden Einkaufszentrums Menlyn Park. Die Freundin ging schon mal vor, während ich ein weniger später nachkam, um ein Ticket zu lösen. Auf einmal hörte ich meine Freundin laut schreien und als ich bei ihr war, sah ich zwei maskierte Männer, die sie an die Wand drückten und begrabschten …“. Dieses Zitat stammt von unserem Informanten für südafrikanische Innenpolitik, den wir Mbulaeni nennen wollen.

© Illegale Schusswaffen-Problematik in Südafrika (Quelle: Michael Donnermeyer/ Wikimedia)

© Einkaufszentrum Menlyn Park - ein Ort wird zum traumatischen Erlebnis

Mbulaeni musste schockierend feststellen, dass er völlig unerwartet inmitten eines Gewaltverbrechens war. Als er hinzu kam, wurde seine Freundin losgelassen und beide Männer im Alter von jeweils ca. 30 Jahren widmeten sich nun ausschließlich ihm. Mbulaeni gab ihnen, nachdem ihm eine Schusswaffe an die Stirn gehalten wurde, Geldbörse und andere Wertsachen. Da sich dieser Raub im Parkhaus eines Einkaufszentrums abspielte, zwangen die beiden Männer Mbulaeni und seine Freundin in das eigene Auto – das der Opfer – unverzüglich einzusteigen. Die Täter gingen äußerst aggressiv vor. Sie wurden entführt.

Zu viert fuhren sie rund drei Stunden aus der Hauptstadt Pretoria raus. Die Räuber drohten immer wieder mit der Tötung der Opfer, wenn diese auf „dumme Gedanken“ kommen würden. Als das Auto spät in der Nacht einen menschenleeren Ort erreichte, hielten sie an. Eine lähmende Stille machte sich im Fahrzeug breit. Mbulaeni kämpfte mit der eigenen Angst und befürchtete, dass der Raub in ein Sexual- und/ oder Tötungsdelikt übergehen könnte. „Wo sind wir und was machen wir hier?„, fragte er sich immer wieder und wieder. Doch es blieb Gott sei Dank beim Verlust von Handy, Portemonnaie und Auto. Beide durften aussteigen. Die Kriminellen rasten davon und zwei verängstigte Opfer fielen weinend in die Arme des Gegenübers. Sie hatten Glück im Unglück gehabt.

Es war der schlimmste Tag meines Lebens; heute habe ich Südafrikas hässliches Gesicht erstmalig am eigenen Leib erleben dürfen„, so der junge Mann aus der Mittelschicht Südafrikas. Mbulaeni hat nach diesem traumatischen Erlebnis die für ihn angemessenen Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet – neue Unterkunft in einer abgesicherten Anlage, erhöhte Wachsamkeit im öffentlichen Raum und keine allzu späten Freizeitaktivitäten mehr. Strafanzeige gegen Unbekannt wurde gestellt, doch wird das Verfahren wie in vielen Gewaltverbrechensfällen im Lande eingestellt werden. Das Kraftfahrzeug wird laut Auskunft der Polizei SAPS in seine Einzelteile zerlegt und auf dem Schwarzmarkt weiter verkauft. Doch die Versicherung des Opfers wird ein neues Auto bereitstellen.

„SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ drückt Mbulaeni sein ganzes Mitgefühl aus und dankt für sein Vertrauen, dass seine Geschichte der Öffentlichkeit unterbreitet werden kann. Südafrikas Kriminalität ist ein maßgeblicher Faktor für den Wegzug von vor allem weißen Südafrikanern guter Qualifikation. Die Regierung hat noch viel zutun …