Schlagwort-Archive: Elend

Kap-Kolumne: Identitätssuche am Freedom Day

Schriftsteller François Loots zeigt im Roman „Rooi Jan Alleman“ ein Neues Südafrika auf

(Autor: Detlev Reichel ist der Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals. Als Missionskind, Sozialist und einstiger Westberliner Anti-Apartheids-Aktivist berichtet er aus und zu Südafrika.)

Manchmal findet sich ein Kleinod in einem Buchladen – unter all den marktschreierisch angepriesenen Grishams, Pattersons und wie sie alle heißen. Neulich entdeckte ich einen afrikaansen Roman über das Leben des Bram Fischer. Das Buch ist tatsächlich eine Seltenheit in der neueren afrikaanssprachigen Literatur. Der Schriftsteller François Loots hat damit ein Thema aufgegriffen, über das unter den (weißen) Afrikanern oder Buren wenig Kenntnis vorhanden ist. Bram Fischer repräsentiert den Teil ihrer Geschichte, den das Apartheidregime dem historischen Reißwolf anvertrauen wollte.

© Der burischstämmige Schriftsteller François Loots [hier im Bild] skizziert in seinem Roman "Rooi Jan Alleman" am Beispiel des Rechtsanwalten Bram Fischer das Engagement einzelner weißer Südafrikaner, die sich unter der Entziehung ihrer eigenen Freiheit für die Rechte aller Südafrikaner einsetzten. (Quelle: flickr/ Books LIVE)

© Der burischstämmige Schriftsteller François Loots [hier im Bild] skizziert in seinem Roman „Rooi Jan Alleman“ am Beispiel des Rechtsanwalten Bram Fischer das Engagement einzelner weißer Südafrikaner, die sich unter der Entziehung ihrer eigenen Freiheit für die Rechte aller Südafrikaner einsetzten. (Quelle: flickr/ Books LIVE)

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Priester Stefan Hippler im Interview

Im Kampf gegen HIV/ AIDS und für die Rettung eines jeden einzelnen Menschenlebens

(Autor: Ghassan Abid)

© Stefan Hippler, Priester der Erzdiözese Kapstadt und Vorsitzender von HOPE Cape Town Trust

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ den in Kapstadt lebenden Priester Stefan Hippler. Herr Hippler, wenn man Ihren Namen hört, dann denkt man sofort an Ihr Engagement zur Bekämpfung von HIV/AIDS. Wann und in welcher Situation verspürten Sie das Bedürfnis, diesem irdischen Elend entgegenzutreten?

Antwort: Als ich in Südafrika ankam, war mir das Elend im HIV/AIDS-Bereich gar nicht so deutlich. Erst als ich im Jahre 1999 im Rahmen eines Telemedizin-Projektes meines Rotary Clubs Signal Hill zum ersten Mal das Tygerberg Kinderkrankenhaus betrat, wurde mir das Ausmaß klar. Und von da an gab es eigentlich kein zurück, obwohl mir von Anfang an klar war, das dieses Thema nicht unbedingt das „beste“ sein konnte für einen katholischen Geistlichen.

2010sdafrika-Redaktion: Soweit wir informiert sind, gehören Sie dem katholischen Glauben an. Wie bewerten Sie das strikte Kondom-Verbot des Vatikans. Zwar lockerte Papst Benedikt XVI. Ende 2010 dieses, doch stellt sich die Frage, ob nicht die katholische Kirche eine Mitschuld an der HIV/ AIDS-Situation in Südafrika trägt?

Antwort: Auch wenn es nach außen nach einem strikten Kondomverbot aussieht: In Fragen HIV und AIDS, also in Fragen des Schutzes vor einer Ansteckung gibt es keine offizille Lehrmeinung der Kirche. Das Kondomverbot wird einfach – sehr oft auch innerkirchlich aber auch populistisch abgeleitet von dem Verbot der künstlichen Verhütung, die Papst Paul VI in der Enzyklika „Humanae Vitae“ gegen den Rat seiner Experten ausgesprochen hat. Das Thema damals war die Weitergabe des Lebens – heute ist es die Frage des Lebensschutzes. Die ist noch nicht beantwortet, auch wenn Benedikt XVI in dem bekannten Interviewbuch vom Anfang der Moralität spricht, wenn ein homosexueller Escort einen Kondom benutzt.
Was die Mitschuld angeht, da bin ich immer sehr vorsichtig – ich denke, die katholische Kirche als eine der größten Glaubensgemeinschaften der Welt sollte zeitnah Antworten geben, die den Menschen helfen und das Leben schützen.

2010sdafrika-Redaktion: Über 5,7 Mio. Menschen der 50,49 Mio. umfassenden Bevölkerung Südafrikas sind, so der Stand vom Dezember 2010, mit dem HI-Virus infiziert; in absoluten Zahlen somit mehr als in jedem anderen Staat der gesamten Welt. 310.000 Südafrikaner starben nach offiziellen Angaben allein 2009 an dieser Immunschwächekrankheit.
Wo schöpfen Sie Ihre Kraft für diese Mammutaufgabe? Verspürten Sie nie ein Gefühl der absoluten Ohnmacht und falls ja, wie gingen Sie vor, um dem zu entkommen?

Antwort: Da gibt es manchmal schon das Gefühl von Ohnmacht, wenn man das pure Zahlenmaterial sieht – aber sobald ich diesen Zahlen ein Gesicht geben kann – sobald ich die Mutter sehe, die dank der Behandlung ihre Kinder aufwachsen sieht, wenn ich sehe, wie Kinder groß werden und studieren – trotz der Infektion – dann gibt das mir die Kraft, weiterzumachen. Ich weiß, alles, was ich tun kann, ist nur den ein oder anderen Tropfen zu ändern im Ozean des AIDS-Dramas – aber jeder Tropfen, jede Zahl, jede Statistik hat ein Gesicht, ist ein Mensch. „Rette einen Menschen und du rettest die ganze Welt“ , dieser jüdische Spruch ist Hilfe und Zuspruch zugleich.

2010sdafrika-Redaktion: Laut Angaben der britischen NGO „Avert“ leben zurzeit 1,9 Mio. Waisenkinder in Südafrika, bei denen ein oder beide Elternteile durch HIV verstorben sind. 70 Prozent dieser Waisen wachsen demnach ohne ihre Mutter auf. Wie bewerten Sie die diesbezüglichen Gegenmaßnahmen der südafrikanischen Regierung?

Antwort: Die südafrikansiche Regierung kommt erst langsam in Bewegung, was dieses Problem angeht. Das Kinderschutzalter wurde in bestimmten Bereichen gesenkt, um den Realitäten angemessen zu sein. Ich denke, da gibt es noch viel zu tun, aber da wir es hier oft mit Großfamilien zu tun haben ,mit vielen Vätern und Müttern – sprich Onkel und Tanten, die sich die Erziehung teilen, bin ich optimistisch, dass das Problem der Waisenkinder in den Griff zu bekommen ist. Aber es belastet natürlich eine Familie mit geringen Einkommen, wenn die Kinder der Schwester oder des Bruders noch mit am Tisch sitzen. Da müsste noch mehr getan werden.

2010sdafrika-Redaktion: Im Mai 2009 beendete die Deutsche Bischofskonferenz den Vertrag mit Ihnen als Pfarrer der deutschsprachigen Gemeinde in Kapstadt. Sie sollen mit umstrittenen AIDS-Aussagen für Aufsehen gesorgt haben. Um welche Aussagen handelt es sich und wie reagieren Sie mittlerweile auf die Entscheidung Ihres alten Dienstherren?

Antwort: Nicht jeder in der Kirche mag es, wenn man Wahrheiten ausspricht – und das Kleine Stückchen Gummi scheint für so manche Würdenträger ein Stein des Anstoßes zu sein. Ich habe immer das gesagt, was ich in der erlebten Situation als verantwortlich gesehen habe. Das mag in bestimmten Kreisen für Aufsehen gesorgt – die Welt sieht von einem Schreibtisch oder einem Bischofssitz natürlich anders aus, als wenn man in den Townships direkt mit den Menschen arbeitet. Die Entscheidung, meinen Vertrag nicht zu verlängern, habe ich damals wie heute als „vorauseilenden Gehorsam“ gesehen – aber Gott schreibt Gott-sei-Dank auch auf den krummen Wegen gerade Linien – und ich trage es meinem alten Dienstherrn nicht nach. Angst ist halt ein schlechter Berater – und zu Kadavergehorsam bin ich einfach nicht geboren. Aber wir haben heute wieder ein gutes Verhältnis – der Augenblick zählt und ist gestaltbar  ist – sowieso nur die Zukunft – und aus dem Vergangen haben hoffentlich alle gelernt.

2010sdafrika-Redaktion: Sie betreiben das gemeinnützige Projekt „HOPE Cape Town“. Was sind die Ziele Ihrer Organisation und welche weitere Unterstützung könnten Sie noch brauchen?

© Stefan Hippler auf einer Graduierungsfeier von Sangomas

© Partnerschaft mit dem Freistaat Bayern

Antwort: HOPE Cape Town ist ein gemeinnütziger Verein und eine Stiftung. Wir arbeiten in den verschiedensten Bereichen: Vorbeugung, Aufklärung, Behandlung, Arbeit mit Sangomas, wir unterstützen mit unseren 24 HOPE Community Health Workers Township-Kliniken und Grass Root-Projekte, sind aber auch wissenschaftlich tätig im Bereich Pharmacology (Muti und ART Therapy), arbeiten mit Unis zusammen: Hochschule Niederrhein in Fragen Ernährung und HIV, TU München in Sport und HIV, Universität Stellenbosch in den Themen Community Outreach und Training. Wir sind Teil der Partnerschaftsarbeit zwischen Bayern und dem Westkap.

Momentan schauen wir uns den Bereich des E-learnings an, zusammen mit dem missionsärztlichen Institut in Würzburg – mit der Katholischen Stiftungsfachhochschule München und der Hochschule Neu-Ulm sind wir im Gespräch. D.h. vom Gemüsegarten bis zur akademischen Forschung finden sie alle Bereiche vertreten. Am besten ist ein Blick auf unsere Webseite www.hopecapetown.com – wir haben 28 MitarbeiterInnen und sehen ca. 300.000 Patienten im Jahr.

Wir versuchen, HIV und AIDS holistisch anzugehen – und zwar hier im Westkap – immer auch in Verbindung mit der Regierung des Bundeslandes. Und wir versuchen, unsere Arbeit und die Situation der Menschen vor Ort denen deutlich zu machen, die in Europa oder Amerika wohnen. Wir sind da wie eine Brücke, wo Welten sich begegenen können. Auf Youtube hat HOPE Cape Town Trust auch einen eigenen Kanal, wo man sich unsere Arbeit bildlich ansehen kann, auf Facebook eine „cause“ Support Seite. Social Media werden ja immer wichtiger.

Unterstützung können wir immer gebrauchen – wir sind rein privat und durch Spenden / Sponsorship von Einzelpersonen und Firmen finanziert. Zurzeit bauen wir die Stiftung HOPE Cape Town Trust auf – so das wir unsere Zukunft auch finanziell sichern können. Zustiftungen, die sowohl in Deutschland als auch in Südafrika steuerabzugsfähig sind, sind da immer willkommen – eine Investition für die Ewigkeit sozusagen.

2010sdafrika-Redaktion: Welcher Moment in Südafrika war der einprägsamste überhaupt?

Antwort: 2004 hatte ich die Gelegenheit, Nelson Mandela zu begegnen und kurz mit ihm zu reden – das war sehr einprägsam. Aber auch die Begegnungen mit Bischof Tutu und der Besuch der Bundeskanzlerin Angela Merkel waren Highlights. Für mich persönlich aber war und ist die Begegnung mit einem Jungen, ich nenne ihn in meinem Buch, das ich zusammen mit Bartholomäus Grill geschrieben habe, Farid, dessen Geburtstag wir – außerhalb der Reihe, nur um ihm seinen letzten Wunsch zu erfüllen – Tage bevor er starb – im Krankenhaus feierten, das einprägsamste Erlebnis gewesen. Dieses Gesicht, diese Augen, diese glücklichen Momente für ihn bevor er starb, werde ich nie vergessen.

© Bundeskanzlerin Angela Merkel und Stefan Hippler in Kapstadt

© Bei Nelson Mandela - ein unbeschreiblicher Moment!

2010sdafrika-Redaktion: Haben Sie noch Träume, die Sie verwirklichen wollen?

Antwort: Ja, die habe ich wie jeder Mensch. Ein „Centre of Healing“ für Priester und Ordensleute, die in Krisensituationen stecken – hier in Südafrika, oder in Afrika. Ein Ort, wo unter anderem auch Priester und Ordensleute, die HIV-positiv sind, ihr Stigma in einen Segen für andere umwandeln können. Wir haben im Februar das erste Treffen mit dem Erzbischof von Kapstadt bezüglich eines solchen Ortes – das würde ich gerne noch auf dem Weg sehen.

2010sdafrika-Redaktion: Stefan Hippler, Priester der Erzdiözese Kapstadt, alles Gute für Ihr weiteres Engagement und möge Sie Gott auf Ihrem Lebensweg weiter begleiten.

Antwort: Herzlichen Dank – ich erwidere Ihre Wünsche.

Percy kickt die Armut

Wie der Fußball in Südafrika Selbstbewusstsein und Ehrgeiz schafft

Ein Gastbeitrag von Sandra Bulling, stellv. Pressesprecherin von CARE Deutschland-Luxemburg e.V.

© Fußball-Turnier im Township (Quelle CARE/ Sandra Bulling)

Slash ist auf dem Bolzplatz ein absoluter Profi. Er rast über den roten Staubplatz, kickt sich nach vorne, schiebt sich an den Gegnern vorbei – und schießt das erste Tor gegen Block H. Seine Mannschaftskollegen jubeln, klopfen ihm auf die Schultern. Slash lässt den Triumph ungerührt über sich ergehen. Er bricht gleich wieder aus dem Pulk aus und bringt sich in Position. Schnell zieht er noch seine geliehenen Fußballschuhe aus. „Zu heiß und zu unbequem“, sagt er. Kurz danach schießt er das zweite Tor. Der Jubel wird größer, die Mädchen am Rande schreien: „Slash, Slash“ und tröten mit ihren Vuvuzelas. Doch Slash lächelt nur kurz und stürmt sofort wieder nach vorne. Ein echter Profi eben.

Nach 40 Minuten Spielzeit ist das Match zu Ende. Trainerin Portia scharrt ihr Team um sich. Slash ist der Star, jetzt endlich bricht ein großes Grinsen aus ihm heraus. Der Jubel legt sich etwas, die nächsten beiden Teams stehen schon zum Spielen bereit. Und langsam verändert sich Slash. Er ist jetzt wieder Percy. Percy Mduduzi Kama, der 13jährige Junge aus Soshanguve, Südafrika. Dessen Mutter vor einem Jahr gestorben ist und dessen Vater auszog, um die Trauer und den Frust mit Alkohol zu betäuben. Der Junge, der sich auf dem Bolzplatz selbstbewusst Slash nennt und kickt und rennt und alles aus sich herausholt, ist nun wieder der schüchterne Schüler Percy.

Traumlos in Soshanguve

In seiner Heimat Soshanguve, dem Township in der Nähe der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria leben 2,2 Millionen Menschen. Es ist eine Stadt voller kleiner Hütten und einstöckiger Häuser, die meisten kaum größer als Bungalows. Es gibt keine Straßennamen, die Viertel sind in Blocks eingeteilt. Als ob eine Straße hier keinen eigenen Namen verdiene. Die Townships sind die Spiegelstädte der großen südafrikanischen Metropolen. Hier lebte früher die schwarze Bevölkerung in Elend und Armut, klar abgegrenzt vom weißen Reichtum. Heute, fast 20 Jahre nach dem Ende der Apartheid, haben immerhin die meisten Einwohner ein festes Dach über dem Kopf. Die Regierung stellt die kleinen Häuser zur Verfügung, mit einem Vorgarten und finanzieller Unterstützung für diejenigen, die gar kein Einkommen haben. Und das sind die meisten. Denn in Soshanguve gibt es keine Jobs. Es gibt keine Industrie, keine Unternehmen, keine Dienstleistungen. Die Jugendlichen sind frustriert, fast jeder zweite ist hier arbeitslos. Ihren Frust leben sie in Kriminalität und Aggression aus, angespornt durch Drogen und Alkohol. Wer nichts hat, der hat auch nichts zu verlieren.

© Percy Mduduzi Kama (Quelle CARE/ Sandra Bulling)

Percy ist mit dieser Realität aufgewachsen. Seine Mutter hat er an die Krankheit AIDS verloren, die sich in Sohanguve festgesetzt hat und den Kindern ihre Eltern raubt. Percys 26-jähriger Bruder Patrick hat keinen Job, er verdingt sich als Tagelöhner. Und sein Vater, der trinkt. Er hat die Familie verlassen und lässt sich kaum blicken. Nur seine Großmutter ist noch für ihn da; doch die hatte sich ihren Lebensabend anders vorgestellt. Anstatt sich von Percy und Patrick im hohen Alter pflegen zu lassen, muss sie nun Mutter und Vater ersetzen. Von der Regierung erhält Percy kein Geld. „Ich habe keine Geburtsurkunde, bin nicht registriert und erhalte auch keine staatliche Unterstützung“, sagt er, und blickt dabei schüchtern auf den Boden. Doch dann erzählt er vom Fußball. Und auf einmal blitzt Slashs Eifer in seinen Augen durch.

Der pünktliche Star

Als Percy vor einem Jahr am Bolzplatz in Block W vorbei kam, sah er, wie die energische Portia ein Fußballteam trainierte. Erst schaute er vom Rand aus zu, doch dann überwand er sich und fragte, ob er mitspielen dürfe. Portia ließ in sofort ins Team. Denn sie ist eine Trainerin von Kick-It, dem Fußballprojekt von CARE Deutschland-Luxemburg. Kick-It will Jungen wie Percy von der Straße holen, ihnen mit Sport eine Abwechslung vom tristen Alltag und eine Perspektive für eine bessere Zukunft geben. „Sport zeigt Jungs wie Percy, dass sie für ihre Ziele kämpfen müssen“, sagt die 27jährige Portia und schiebt sich lässig die schwarze Kappe aus dem Gesicht. „Fußball schafft Teamgeist, Disziplin, Ehrgeiz. Das brauchen die Kids hier, damit sie nicht an der Realität verzweifeln.“ Portia weiß, wovon sie spricht. Sie trainiert mit ihrem Team dreimal die Woche und bereitet die Kids für die Turniere vor, die an manchen Samstagen stattfinden. „Percy ist enorm engagiert. Er kommt pünktlich zu jedem Training und gibt immer sein Bestes. Nicht nur beim Fußball, sondern auch bei den Kick-It-Spielen“, lobt Portia ihren Spieler, schützend legt sie den Arm um ihn. Die Kick-It-Spiele nutzt Portia, um mit den Kindern und Jugendlichen über AIDS zu diskutieren. Sie zeigt ihnen, wie man sich schützt, dass man AIDS nicht mit bloßem Auge erkennt und dass man Infizierte nicht diskriminieren darf. Percy hat es erkannt: „Wenn ich einen dünnen und einen dicken Mann sehe, dann denke ich automatisch, dass nur der dünne AIDS haben kann. Doch das muss nicht sein. Wir urteilen nur, nach dem was wir sehen. Das ist falsch.

© Percy Mduduzi Kama im Fußball-Fieber (Quelle CARE/ Sandra Bulling)

Die Trainings haben Percy gezeigt, dass ihm das Leben mehr bieten kann als Drogen, Kriminalität und AIDS. Er muss sich anstrengen und herauskämpfen aus der Armut. Zwar kann der Sport alleine keine Arbeitsplätze schaffen und eine sichere Zukunft garantieren. Aber er kann persönliche Leistungen steigern. „Wenn ich erwachsen bin, möchte ich keine schlimmen Dinge tun“, sagt Percy leise. „Ich möchte kein Alkohol trinken oder rauchen. Ich möchte ein guter Mann werden.“ Sein größter Traum ist es, professioneller Fußballstar zu werden, so wie sein Idol Lionel Messi. Auch wenn er dafür barfuss oder in geliehen Schuhen kicken, auch wenn er den Bolzplatz vor jedem Turnier von Müll und Scherben befreien muss – Fußball hat Percys Leben verändert. Er hat ihn zu Slash gebracht, dem selbstbewussten starken Kicker, der Tore schießt und von allen bejubelt wird.

Die 2010sdafrika-Redaktion möchte sich ganz herzlich bei CARE für die Bereitstellung von Text und Fotos bedanken.

Informationen zum „Kick-It Projekt“ von CARE:

http://www.care.de/suedafrika_kickit.html