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Nelson Mandela wird 95 Jahre alt

Madibas Geburtstag im Zeichen des Gemeinwohls. Eine Aktion, die vom ANC missbraucht wird

(Ein Kommentar von Chefredakteur Ghassan Abid)

Das Kalafong Hospital im Westen Pretorias ist Anfang der 70er Jahre eröffnet worden. Das im braunen Backstein erbaute Gebäude der Universität Pretoria liegt im Township Atteridgeville. An jenem Ort, das während der Apartheid im Jahr 1988 Ziel eines ANC-Bombenanschlages wurde. Genau 20 Jahre später wurden in Atteridgeville afrikanische Flüchtlinge gejagt. Sieben Ausländer starben. Und heute leben im Township arme Südafrikaner weißer Hautfarbe, die im Kalafong Hospital mit schwarzen Patienten – ebenfalls aus ärmlichen Verhältnissen – auf ihre Behandlung warten. Dennoch herrschen auch unter den Armen derselben Gemeinschaft große Berührungsängste. Das Geben und Nehmen im demokratischen Südafrika erweist sich aus Sicht vieler Bürger als utopische Vorstellung.

    © Nelson Mandela ist heute 95 Jahre alt geworden. Die Regierung hat die Bürger Südafrikas dazu aufgerufen, ehrenamtlich tätig zu werden und am Mandela Day gemeinwohlorientiert zu handeln. Man müsse die Ideale Mandelas umsetzen, heißt es. Doch die Mitglieder der Regierung, allen voran Präsident Jacob Zuma, leben alles andere als nach den Grundsätzen Mandelas. Die wahren Vorbilder sind andere Menschen. (Quelle: flickr/ edjane obama)

© Nelson Mandela ist heute 95 Jahre alt geworden. Die Regierung hat die Bürger Südafrikas dazu aufgerufen, ehrenamtlich tätig zu werden und am Mandela Day gemeinwohlorientiert zu handeln. Man müsse die Ideale Mandelas umsetzen, heißt es. Doch die Mitglieder der Regierung, allen voran Präsident Jacob Zuma, leben alles andere als nach den Grundsätzen Mandelas. Die wahren Vorbilder sind andere Menschen. (Quelle: flickr/ edjane obama)

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Helen Zille in Deutschland

Südafrika auf dem Weg zu einem Zweiparteiensystem. Ein Veranstaltungsbericht aus Berlin

(Autorin: Anne Schroeter)

Am 12. Dezember 2012 versammelten sich rund 200 Interessierte in der Landesvertretung von Nordrhein-Westfalen beim Bund in Berlin, um einem Vortrag der Premierministerin des Westkaps zu lauschen. Helen Zille ist Vorsitzende der Democratic Alliance (DA), der größten Oppositionspartei Südafrikas. Hierzu eingeladen hatten die Friedrich-Naumann-Stiftung (FNSt) und die Initiative Südliches Afrika (INISA).

    © Mitte Dezember 2012 stattete die wichtigste Oppositionsführerin Südafrikas, die DA-Vorsitzende Helen Zille, u.a. der deutschen Hauptstadt Berlin einen Arbeitsbesuch ab. Auf verschiedenen Veranstaltungen bekräftigte die Deutschstämmige den Machtanspruch ihrer Partei - teilweise in deutscher Sprache. Die Regierungspartei ANC verliere zunehmend an Macht, sagte sie. (Quelle: Screenshot/ YouTube)

© Mitte Dezember 2012 stattete die wichtigste Oppositionsführerin Südafrikas, die DA-Vorsitzende Helen Zille, u.a. der deutschen Hauptstadt Berlin einen Arbeitsbesuch ab. Auf verschiedenen Veranstaltungen bekräftigte die Deutschstämmige den Machtanspruch ihrer Partei – teilweise in deutscher Sprache. Die Regierungspartei ANC verliere zunehmend an Macht, sagte sie. (Quelle: Screenshot/ YouTube)

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Im Untergrund zählt nur die Disziplin

Eine Rezension zum Dokumentarfilm „Memories of Rain“. Der Kampf für Ideale fordert seinen Tribut.

(Autor: Ghassan Abid)

Wir schreiben das Jahr 1976. In Soweto bricht der sogenannte Schüleraufstand aus. Mehrere Kinder demonstrieren gegen die rassistische Bildungspolitik des Apartheidregimes, welcher blutig niedergeschlagen wird. Die Dominanz von Afrikaans als Unterrichtssprache in den Schulen Südafrikas erwies sich als Ventil einer generationsübergreifenden Frustration der entmündigten schwarzen Mehrheitsgesellschaft. Hector Pieterson wird als erstes Todesopfer in die Geschichtsbücher eingehen.

© "Memories of Rain" ist in zehnjähriger Produktion durch die Regisseurinnen Gisela Albrecht und Angela Mai erstellt worden. 2004 ist dieser Dokumentarfilm auf der Berlinale präsentiert worden. 2005 wurde "Memories of Rain" mit dem durch das Land NRW vergebenen Eine-Welt-Filmpreis honoriert.

© „Memories of Rain“ ist in zehnjähriger Produktion durch die Regisseurinnen Gisela Albrecht und Angela Mai erstellt worden. 2004 ist dieser Dokumentarfilm auf der Berlinale präsentiert worden. 2005 wurde „Memories of Rain“ mit dem durch das Land NRW vergebenen Eine-Welt-Filmpreis honoriert.

Soweto veränderte alles
Mittendrin im Chaos befindet sich die in Stettin geborene Journalistin Gisela Albrecht, die die dramatischen Ereignisse vor Ort begleitete und diese gemeinsam mit der Südafrikanerin Angela Mai im Dokumentarfilm „Memories of Rain: Szenen aus dem Untergrund“ künstlerisch verarbeitete. Soweto stellte den Wendepunkt des Untergrundkampfes gegen die Apartheid dar, hält Albrecht zutreffend fest. Der Afrikanische Nationalkongress agierte vom In- und Ausland gegen die rassistischen Machthaber in Pretoria. Albrecht ist mit mehreren Personen des Untergrundkampfes während und nach der Apartheid in Kontakt getreten, führte Interviews, skizzierte Werdegänge und hob deren Träume & Ängste hervor. Ihr ist ein eindrucksvoller und vor allem persönlicher Film gelungen, der den Zuschauern Einblicke in eine völlig fremde Welt gewährt.

© Jenny Cargill studierte Wirtschaftswissenschaften in Durban und arbeitete im Anschluss als Wirtschaftsjournalistin. Die Ungerechtigkeiten der Apartheid konnte sie nicht ertragen, so entschloss sie sich für den Untergrundkampf gegen das Regime. Mit einer Militärausbildung durch die Stasi in Ost-Berlin fungierte sie als wichtige Person für den ANC. Ihr oblagen neben der Observation von Militäreinrichtungen, auch die Rekrutierung von neuen Untergrundkämpfern.

© Jenny Cargill studierte Wirtschaftswissenschaften in Durban und arbeitete im Anschluss als Wirtschaftsjournalistin. Die Ungerechtigkeiten der Apartheid konnte sie nicht ertragen. So entschloss sie sich für den Untergrundkampf gegen das Regime. Mit einer Militärausbildung durch die Stasi in Ost-Berlin fungierte sie als wichtige Person für den ANC. Ihr oblagen neben der Observation von Militäreinrichtungen, auch die Rekrutierung von neuen Untergrundkämpfern. (Quelle: YouTube)

Jenny Cargill und Kevin Qhobosheane: Bereit zu sterben
Im Mittelpunkt der Doku stehen die Protagonisten Jenny Cargill und Kevin Qhobosheane. Sie aus der weißen Mittelschicht, er aus einem den Schwarzen vorbestimmten Townships. Beide waren im Nachrichtendienst des bewaffneten Flügels des ANC aktiv. Die studierte Ökonomin Jenny arbeitete als Wirtschaftsjournalistin, verspürte allerdings zusammen mit ihrem damaligen Ehemann Howard Barrell das Verlangen, sich gegen die staatlich verordneten Ungerechtigkeiten einzusetzen. Sie suchte von sich aus den Kontakt zum ANC und bot ihre Unterstützung an. Anfänglich sammelte sie Informationen über Militäreinrichtungen. Sie observierte das Armeeareal Eastgate und beobachtete Armeeangehörige. Später absolvierte sie eine halbjährige Militärausbildung bei der Stasi in Ost-Berlin. Kevin hingegen zog es nach Angola, wo er ebenfalls an militärischen Ausbildungen teilnahm und vom Ausland aus gegen die Apartheid agierte.

Als Untergrundkämpfer lebt man länger als 6 Monate
Wer in Südafrika als ANC-Mann enttarnt wurde, musste genauso wie der Gewerkschaftsführer Sam Pholoto mit Folter rechnen; oder gar sein Leben geben. Nach der Section 29 hatte die Regierung sämtliche Bürgerrechte im juristischen Verfahren abgeschafft: kein Anwalt, kein faires Gehör und keinen Kontakt zur Außenwelt. Dr. Zweli Mkhize, ein im Dokumentarfilm interviewter Arzt, ist als Untergrundkämpfer enttarnt worden und musste ins Exil flüchten.  Andernfalls wäre er wohl nicht am Leben geblieben. Es galt der Grundsatz, dass ein Untergrundkämpfer eine Lebenserwartung von maximal 6 Monaten habe.
Die Polizei setzte alles, um ihren Widersachern entgegenzutreten. Beispielsweise kooperierte sie mit sogenannten A-Teams, eine Art Terrormiliz in den Townships, die für Unruhe sorgte und ANC-Mitglieder tötete. Einige dieser Kollaborateure leben heute noch unbestraft mit den Angehörigen ihrer Opfer Tür an Tür.

Disziplin geht immer vor!

© Kevin Qhobosheane stammt aus ärmlichen Verhältnissen. Aufgewachsen in einem Township, ohne Schulbildung und konfrontiert mit der ständigen Frustration durch die weiße Minderheitsregierung. In Angola agierte er für den ANC. Er absolvierte Militärausbildungen im Ausland und kehrte nach der Verbotsaufhebung nach Südafrika zurück. Mit Jenny Cargill schmuggelte er Waffen in die Townships.

© Kevin Qhobosheane stammt aus ärmlichen Verhältnissen. Aufgewachsen in einem Township, ohne Schulbildung und konfrontiert mit der ständigen Frustration durch die weiße Minderheitsregierung. In Angola agierte er für den ANC. Er absolvierte Militärausbildungen im Ausland und kehrte nach der Verbotsaufhebung des ANC nach Südafrika zurück. Mit Jenny Cargill schmuggelte er Waffen in die Townships. (Quelle: YouTube)

Der ANC stand  unter gewaltigem Druck. Die Untergrundkämpfer hatten immer wieder das Gefühl, dass jederzeit ihr Dasein beendet werden könne. Eine ständige Angst wurde zur Begleitung des eigenen Alltags.  Infiltrierungen durch Nachrichtendienste, Folter in den Polizeigefängnissen oder Terror durch apartheidstreue Milizen drohten den Untergrundkämpfern.

Doch die genauen Folgen des Widerstandes bleiben bisweilen unbekannt. Welche psychotraumatischen Konsequenzen hat der Kampf gefordert, wie viele Ehen sind zerbrochen und wie hoch ist die Anzahl jener Menschen, die für ihre Ideale ihr Leben lassen mussten. Auch Jenny erläuterte ihren Frust, dass ein von ihr gewollter Austritt aus dem ANC nicht möglich war. Sie teilte der ANC-Führung mit, dass sie aufgrund eines Burnouts nicht mehr am Kampf teilnehmen könne. Doch ihre Emotionen und ihr persönlicher Zustand interessieren den ANC nicht. Sie musste ihren Kampf fortsetzen.

ANC-Folter gegen mögliche Verräter
Der Afrikanische Nationalkongress akzeptierte keine persönlichen Befindlichkeiten. Vielmehr forderte er seinen Mitgliedern absolute Disziplin ab, um der größten Herausforderung des Untergrundes wirksam begegnen zu können: Die Aufrechterhaltung der Kommunikation zwischen internen und externen ANC-Kräften, also zwischen In- und Ausland. Problematisch ist die Herangehensweise der Mandela-Bewegung mit möglichen Spitzeln gewesen. Folter wurde angewandt. So ist von einem Fall bekannt, bei dem ein junger Mann aus einem Township durch den ANC zu Tode gefoltert wurde. Ihm wurde eine Komplizenschaft mit dem südafrikanischen Nachrichtendienst nachgerufen. Seine Verhaltensauffälligkeiten infolge eines Nervenzusammenbruchs wurde allerdings nicht erkannt – ein Unschuldiger starb. Ferner bemängelt Jenny, dass der Untergrundkampf keine Antworten für die Zeit nach dem Widerstand anbot. Ein normales Leben ist für viele Kämpfer nicht möglich gewesen. Wie zur Tagesordnung übergehen, wenn diese vorher nie existierte.

Terror der Inkatha
Als das Verbot des ANC im Jahr 1990 aufgehoben wurde, befand sich diese in einer großen Legitimationskrise. Jacob Zuma machte deutlich, dass der Afrikanische Nationalkongress den Widerstand innerhalb Südafrikas aufbauen müsse. Der Terror durch die Inkatha-Bewegung, welche viele Tote in den Townships hervorrief, brachte den ANC in große Bedrängnis. Die heutige Regierungspartei hatte in der Übergangsphase 1990 bis 1994 keine Strategie parat. Jenny und Kevin agierten trotz dieser destabilen Lage auch in dieser Zeit weiterhin für den ANC im Untergrund und schmuggelten Waffen in die Townships.

Ausschnitt aus „Memories of Rain“

Gisela Albrecht im Gespräch
Die Co-Regisseurin und Journalistin Gisela Albrecht erläuterte im Anschluss zum Dokumentarfilm ihre Sichtweisen zur heutigen Politik Südafrikas und zur Entstehungsgeschichte des Films. Albrecht bemängelt die zweite Generation innerhalb der ANC-Führung, die die „Mehrheit der Südafrikaner heute zurückgelassen“ hat. Macht, Habgier und Eigennutz sind ein Problem, die der Gesellschaft letztendlich schadet. Auch Vizepräsident Kgalema Motlanthe kritisierte kürzlich diese ANC-interne Entwicklung. Ebenso hält Albrecht fest, dass „das Erbe der Apartheid“ weiterhin nachwirke. Es wird ihrer Meinung nach noch eine Generation dauern, um diesen Prozess abzuschließen. Beim Film machte die Filmemacherin auf den Kontrast zwischen Jenny und Kevin deutlich – sie hochausgebildet mit Universitätsabschluss und er ohne Schulabschluss aus ärmlichen Verhältnissen. Und dennoch fanden sich beide in derselben Organisation mit denselben Idealen wieder. Letztendlich hat Gisela Albrecht den Film auf den Wunsch von Jenny Cargill produziert, an welchem sie rund 10 Jahre saß. Beide Frauen verfolgten den Anspruch, die Wahrheit zu zeigen. Finanziert wurde diese Produktion nicht durch die staatliche Filmförderung, sondern vielmehr mit kirchlichen Geldern. Im Jahr 2004 ist „Memories of Rain“ dem deutschen Publikum auf der Berlinale präsentiert worden. Ein Jahr später gewann dieser den Eine-Welt-Filmpreis. Ein Anschauen dieses Dokumentarfilmes lohnt sich!

Kap-Kolumne: Wann sagt die Jugend – Es reicht!

Schüler zwischen Aufstand gegen die Apartheid und Bildungsnotstand im Neuen Südafrika.

(Autor: Detlev Reichel ist der Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals. Als Missionskind, Sozialist und einstiger West-Berliner Anti-Apartheids-Aktivist berichtet er aus und zu Südafrika.)

Am 16. Juni, am heutigen Tage, gedenkt Südafrika des Schüleraufstandes in Soweto 1976. Erinnern wir uns: Das Diktat des weißen Apartheid-Regimes, Afrikaans als Unterrichts- und Prüfungssprache an allen schwarzen Schulen einzuführen, war der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Der Apartheidstaat verschärfte damit die so genannte Bantu-Erziehung („Bantu Education“), deren erklärtes Ziel es war, die schwarze Mehrheit in Südafrika auf ewig als Knechte und Mägde der weißen Herren(rasse) zu erhalten. Einer der Architekten des Apartheid-Systems, Hendrik Frensch Verwoerd, stellte in den fünfziger Jahren zynisch fest, den Schwarzen könne nur so viel Wissen zugemutet werden, wie sie „als Holzsammler und Wasserträger“ benötigten.

© Der landesweite Bildungsnotstand stellt ein großes Problem für die Entwicklung des Landes dar. Die Jugend im Neuen Südafrika könnte infolge der Perspektivlosigkeit den Aufstand gegen die Regierung proben. Es ist allgemeines Wissen, dass Schüler die Grundschulen verlassen, ohne wirklich lesen, schreiben oder rechnen zu können. Die Bildungsmisere verursacht verherrende Gefahren für die Demokratie am Kap: Armut, Arbeitslosigkeit oder Kriminalität.

© Der landesweite Bildungsnotstand stellt ein großes Problem für die Entwicklung des Landes dar. Die Jugend im Neuen Südafrika könnte infolge der Perspektivlosigkeit den Aufstand gegen die Regierung proben. Es ist allgemeines Wissen, dass Schüler die Grundschulen verlassen, ohne wirklich lesen, schreiben oder rechnen zu können. Die Bildungsmisere verursacht verherrende Gefahren für die Demokratie am Kap: Armut, Arbeitslosigkeit oder Kriminalität.

Vor sechsunddreißig Jahren also sagte die Jugend Südafrikas: Es reicht! Und der Apartheidstaat erklärte dieser Jugend den Krieg. Das erste Opfer, Hector Petersen, ging in die Annalen der Weltgeschichte ein. Abertausende Tote, Verletzte, Gefolterte folgten ihm. Die Protagonisten des Apartheidsystems verloren am Ende ihre politische Macht. Südafrika ist heute eine konstitutionelle Demokratie, frei vom staatlich verordneten Rassismus, alle Bürger und Bürgerinnen sind vor dem Gesetz gleich.

Hat damit die schwarze Jugend ihren Kampf um Freiheit, um eine gleiche und bessere Bildung gewonnen? Diese Frage darf gestellt werden, angesichts der täglichen Misere an den Schulen. Diese Misere zeigt sich in vielerlei Symptomen. Nehmen wir Beispiele aus der Provinz Limpopo, wo ich als Freiwilliger in einem Kinderprojekt tätig bin. In Limpopo blieben die meisten Schulen bis sechs Monate nach Beginn des Schuljahres 2012 ohne Schulbücher, wegen Unfähigkeit der Schulbehörden. Dieser Skandal beschäftigt die nationalen Medien und nun auch die Gerichte. Lehrkräfte sind schlecht ausgebildet, kommen häufig nicht zur Arbeit. Ich höre die Klagen von Schülerinnen und Schülern, dass sie „heute mal wieder ein paar Schulstunden ohne Lehrer“ in der Klasse verbracht haben. Es ist allgemeines Wissen, dass die Schüler und Schülerinnen die Grundschulen verlassen, ohne wirklich lesen, schreiben oder rechnen zu können. Und das setzt sich munter in der Oberschule fort. Jeder Pädagoge weiß, wenn die Grundlagen nicht gelegt sind, kann der Unterricht noch so gut sein, das Ergebnis wird im besten Falle mager ausfallen. Die Liste der Mängel ist lang.

Das in Limpopo erlebte ist leider ein landesweiter Zustand, um nicht zu sagen ein nationaler Bildungsnotstand. An zu geringen staatlichen Mitteln für die Bildung liegt das nicht. Und doch ist es keine Seltenheit, dass Angestellte des Staates wie Lehrer, Polizisten, Sozialarbeiter, höhere Beamte Nebengeschäften nachgehen. Frei nach dem Motto: Die unternehmerische Initiative ergreifen, beispielsweise bei staatlichen Ausschreibungen mitmischen. „Tenderpreneurship“ heißt das hier. Der Traum vom großen Geld ohne Maloche von „8 to 6“ ist eben eine starke Versuchung.

Soweto-Schüleraufstand von 1976 in Bildern

Die Misere im Bildungswesen Südafrikas steht im krassen Widerspruch zu den hehren Zielen der Befreiungsbewegung und auch zur Verfassung. Kein geringerer als Nelson Mandela hat der Jugend immer wieder eingehämmert, Bildung ist der Schlüssel zur Freiheit, zur Teilhabe am Aufbau einer neuen Gesellschaft. Doch irgendwo bei den Mühen der Ebene ist diese Geisteshaltung am Wegesrand liegengeblieben. Ich denke, einen wesentlichen Anteil an diesem Verlust hat der fast religiöse Glaube an den freien Markt, die Orientierung der Gesellschaft auf den individuellen ökonomischen Erfolg. „Reich sein ist geil“ ist auch in Südafrika der Wahlspruch der Eliten, die, übrigens, ihren Kindern auf teuren Privatschulen eine bessere Bildung zukommen lassen können. Wer wirtschaftlich erfolgreich ist, ist „gesegnet“. Auf wessen Kosten? Diesen unbequemen Gedanken überläßt man, so er denn überhaupt gehegt wird, gern den „Sozialheinis“ und „Weltverbessern“.

Die herrschenden Eliten in Südafrika haben nicht mehr viel Zeit, einen neuen Aufstand der Jugend unter anderen Vorzeichen zu vermeiden. Sie müssen nur die Schrift an der Wand lesen: „Come back to the people“.

NGO-Direktor Braam Hanekom im Interview

Polizei in Südafrika ist von Rassismus gegen afrikanische Flüchtlinge befallen

(Autor/ Editor: Ghassan Abid)

Deutsche Interview-Zusammenfassung:

Südafrika hat ein großes Rassismusproblem im Zusammenhang mit afrikanischen Flüchtlingen. Insbesondere die Behörden des Landes, allen voran die Polizei und die Einwanderungsbehörden, sind von xenophoben Strömungen gegen Afrikaner betroffen. Ermittlungsverfahren im Hinblick auf die Misshandlung von Ausländern durch Polizeibeamte werden all zu oft erst gar nicht betrieben. Zu dieser Erkenntnis kommt auch Braam Hanekom, Gründer und Direktor der NGO PASSOP. Der gebürtige Simbabwer versucht mit seiner in Kapstadt ansässigen Organisation die Grundrechte von afrikanischen Flüchtlingen, Immigranten und Asylanten durchzusetzen. Denn nicht jeder, der Recht hat, kriegt auch sein Recht. Vor allem dann nicht, wenn diese keine Aufenthaltspapiere bekommen. Nur hochqualifizierten Afrikanern steht der legale Aufenthalt am Kap offen. Vor 2009 sind pro Jahr rund eine Viertelmillion Simbabwer abgeschoben worden. Trotz der Einheitsregierung in Simbabwe von 2008, welche aus den Parteien MDC and ZANU-PF zusammengesetzt ist,  machen sich – bei einer Arbeitslosenquote von 85 Prozent durchaus verständlich – weiterhin viele Simbabwer auf dem Weg in das südafrikanische Nachbarland. Diese erwartet nicht nur eine fremde Umgebung, sondern auch Fremdenfeindlichkeit durch Staatsdiener sowie Township-Bewohnern und ein unsicherer Rechtsstatus.  Flüchtlinge, so Hanekom, werden in der Regenbogennation als Gefahr wahrgenommen. Einige Hilfesuchende stellen einen Asylantrag, die anderen leben illegal im Untergrund. Bei absoluter Armut, hoher Arbeitslosigkeit und unzureichenden Schulplatzkapazitäten mündet der Wettbewerb um die begrenzten Ressourcen in einen Hass gegen Afrikaner ein. Der NGO-Direktor spricht in diesem Kontext von der „Afrophobia„; einer Xenophobie, die sich ausschließlich gegen afrikanische Flüchtlinge richtet. „Die Armen greifen die Armen an„, hält Hanekom mit Bedauern fest. Solange in Südafrika die Ungleichheit bestehen bleibt, wird die Fremdenfeindlichkeit fortbestehen. Hanekom erwartet in naher Zukunft die nächsten Ausschreitungen gegen afrikanische Flüchtlinge. Im Mai 2012 jährt sich zum vierten Mal die Gewaltwelle gegen Flüchtlinge im Johannesburger Stadtteil Alexandra.

© PASSOP is counting to one of the most important NGOs for protecting and promoting „the rights of all refugees, asylum seekers and immigrants in South Africa“. (Source: flickr/ PASSOP)

© PASSOP is counting to one of the most important NGOs for protecting and promoting „the rights of all refugees, asylum seekers and immigrants in South Africa“. (Source: flickr/PASSOP)

© Braam Hanekom, founder and director of the NGO PASSOP

© Braam Hanekom, founder and director of the NGO PASSOP

2010sdafrika-editorial staff: We would like to welcome on „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ – the German Gateway to South Africa – Mr. Braam Hanekom, founder and director of the NGO „People Against Suffering, Oppression and Poverty (PASSOP)“.  You are originally from Zimbabwe and assisted the most important oppositon party Movement for Democratic Change (MDC) by president Morgan Tsvangirai. How would you describe the actually situation in your native country, if you are hearing the government hasn´t money to finance elections?

Answer: Thank you for giving me this opportunity – it’s great to see people in Germany taking such an interest and caring about issues in South Africa and the region. To answer your question, the situation in Zimbabwe remains much unchanged since the formation of the unity government in 2008. There is a still a political deadlock between the MDC and ZANU-PF. While Mugabe has been pushing for early elections this year – probably because he currently has the finances to run a big propaganda campaign through the diamonds that were recently uncovered, as well as the fact that he is not getting any younger – the MDC and regional partners have maintained that the preconditions for fair and sound elections outlined in the Global Political Agreement have not yet been met. It is clear that although there has been a minor economic recovery in Zimbabwe, it has been the rich who have prospered while the vast majority of the population is suffering in poverty and have to cope with a 85% unemployment rate. Therefore, the situation remains precarious and we are trying to push the South African government to take a more active and assertive foreign policy approach towards Zimbabwe to ensure it’s stability. 

© Immigrants from Zimbabwe are living as second class citizens in South Africa. The South African government is ignoring the xenophobic tendencies in their authorities. (Source: flickr/PASSOP)© Immigrants from Zimbabwe are living as second class citizens in South Africa. The South African government is ignoring the xenophobic tendencies in their authorities. (Source: flickr/PASSOP)

© Immigrants from Zimbabwe are living as second class citizens in South Africa. The South African government is ignoring the xenophobic tendencies in their authorities. (Source: flickr/PASSOP)

2010sdafrika-editorial staff: PASSOP is protecting and promoting „the rights of all refugees, asylum seekers and immigrants in South Africa“. There are estimates that 5 million African refugees living in South Africa, mostly from Zimbabwe. Which are the biggest problems for these humans?

Answer: Immigrants that come to South Africa find it extremely difficult to get documentation. Only people who have advanced degrees are able to get work permits. All others, including teachers or nurses, for example, are unable to get work permits. As a result the only chance immigrants have to document themselves is to apply for asylum. The vast majority of applicants are however rejected, and are forced to live in South Africa without documents. This has negative implications for the realisation of their basic rights. They are often exploited, discriminated against and left in vulnerable positions. They are also often faced with a hostile and xenophobic environment in South Africa, and are subjected to verbal threats and physical violence. To put it simply: people come here fleeing hunger and conflict, but once they get here, life does not get much easier for most of them. 

2010sdafrika-editorial staff: Several South African communities are strucked by xenophobic violence such as Du Noon in 2008, Imizamo Yethu in 2008, De Doorns 2009, Masiphumelele in 2009, as well as Mbekweni in 2010. What are the factors for these hate outbreaks?

Answer: There are many theories. I guess this ‚hate of foreigners‘ is common in countries around the world, including the States and Europe. Like in other regions, hence, xenophobic tension here is essentially the result from the competition for scarce resources, like jobs or access to schools, and many South Africans feel that foreigners are making lives more difficult for them in these ways. The difference in South Africa compared to other parts of the world is that the tensions here more often turn violent. This excessive violence here is the result of a number of factors, including that the scars from the Apartheid regime have not yet fully healed in South Africa, there are deep inequalities and frustration across the country, and the media is making it worse by being flooded with gruesome images of murders or crime, which perpetuates the ‚culture of violence‘.  By the way, it is probably more appropriate to call this ‚afrophobia‘ rather than xenophobia, because you don’t see any Europeans being attacked, just other Africans.  It is the poor attacking the poor, fighting over the crumbs left behind by the (mostly white) elite and rich. It’s very sad.

© PASSOP demonstration in Cape Town. The NGO held in 2009 a demonstration calling for all Zimbabwe's political prisoners to be released. (Source: flickr/  Sokwanele - Zimbabwe + PASSOP)

© PASSOP demonstration in Cape Town. The NGO held in 2009 a demonstration calling for all Zimbabwe’s political prisoners to be released. (Source: flickr/ Sokwanele – Zimbabwe + PASSOP)

2010sdafrika-editorial staff: Would you agree the opinion that the South African police is afflicted with racism against African refugees?

Answer: Yes, and even if it is not just racism, it is definitely a very clear apathy or indifference towards foreigners, which means that in practice, many cannot access their rights. We constantly hear cases in which police officers refuse to open or investigate cases for foreigners, as stipulated by law. This police apathy is in fact what makes outbreaks of xenophobia possible. If the police doesn’t protect vulnerable foreigners, then who will. It is a major problem, but it is acknowledged by political leaders. I recently laughed when I had a debate with a police chief on the radio about this, and he admitting that it was a massive problem but that there were ‚pockets of excellence‘ in the police force.  

2010sdafrika-editorial staff: Do you think xenophobic violence could arising in the near future again?

Answer: Definitely. We are now coming up to the four year anniversary of the major outbreak of May 2008, but the tensions are still boiling right under the surface because the preconditions have remained the same. As long as South Africa is plagued by the current levels of inequality, they will keep resurfacing. I am not saying that the majority of South Africans are xenophobic at all, but there is a certain group of frustrated young South African men across the country that are prone to violence. 

2010sdafrika-editorial staff: What should the South African government and first of all the Department of Home Affairs undertake for avoiding xenophobia?

Answer: The government needs to create more jobs and work harder to reduce the inequality. The Department of Home Affairs should give foreigners a chance to document themselves by issuing temporary work permits, rather than forcing them to be undocumented and then deporting them in their thousands. This deportation of foreigners is an important issue. The deportation of Zimbabweans was stopped between 2009 and 2011 – prior to 2009 about 250,000 Zimbabweans were deported every year. Going into communities doing immigration raids and targeting foreigners was one of the key factors that triggered the xenophobic violence, because it legitimized the mistreatment of foreigners in the eyes of many in the townships („if the government can kick out foreigners, so can I“) and it also led to huge instability. Five months ago deportations of Zimbabweans was resumed, and already 20,000 have been deported and immigration raids have started again. This is dangerous for stability and needs to handled very differently. 

© Braam Hanekom is originally from Zimbabwe. His organisation PASSOP is protecting and promoting „the rights of all refugees, asylum seekers and immigrants in South Africa“

© Braam Hanekom is originally from Zimbabwe. His organisation PASSOP is protecting and promoting „the rights of all refugees, asylum seekers and immigrants in South Africa“ (Source: PASSOP)

2010sdafrika-editorial staff: We took notice that with your programme coordinator David von Burgsdorff a German citizen is engaged in your NGO structures. Is PASSOP maintaining relations to Germany and if yes, which ones?

Answer: Yes, David is my right-hand man who has helped me build up this organisation. He embodies the classic stereotype of ‚German efficiency‘ – it’s amazing how he gets things done. In fact, he is the only of our 11 full-time staff members who is not African, although I suspect at heart he is by now more African than German…  We don’t receive any funding from Germany, nor have any formal relations with the German Embassy at this point, but what is certain is that through David our staff have become big admirers of your country and it’s people! 

2010sdafrika-editorial staff: Braam Hanekom, PASSOP director, thank you very much for this interesting interview!

Zapiro im Exklusiv-Interview

4.000 Cartoons und 15 Bücher. Johnathan Shapiro über sein Leben, Meinungsfreiheit und Politik

(Autorin: Annalisa Wellhäuser)

© Johnathan Shapiro alias Zapiro, Südafrika´s einflussreichster und provokantester Cartoonist. Er stand bereits mehrfach in Konflikt mit der Regierung.

Egal in welche südafrikanische Zeitung man schaut, man wird mit großer Wahrscheinlichkeit eine von Zapiro gezeichnete Karikatur finden, die die Politik Südafrikas kommentiert. Wer kennt ihn nicht, den berühmten Cartoon, der den derzeitigen südafrikanische Präsidenten Jacob Zuma mit einem Duschkopf über seinem Haupt zeigt; in Anspielung auf seine Aussage, er habe nach dem Geschlechtsverkehr mit einer HIV-positiven Frau geduscht. Zapiro, geboren 1958 in Kapstadt als Jonathan Shapiro, ist zur Zeit der berühmteste Cartoonist Südafrikas. Seine Zeichnungen erscheinen im Mail and the Guardian , der Sunday Times und der Times. Außerdem wurde seine Kunst bereits in Ausstellungen in der ganzen Welt gezeigt und er erhielt zahlreiche Auszeichnungen.

© Karikatur von Zapiro: Präsident Jacob Zuma glaubt AIDS wegduschen zu können. Die Zeichnung basiert auf eine Aussage Zuma´s.

Zapiro entdeckte seine Leidenschaft für das Zeichnen bereits als Kind, als er in einer Art Selbsttherapie die Monster aus seinen nächtlichen Albträumen malte. Auf diese Weise überkam er diese Träume und genoss zugleich die Malerei. Seit diesem Zeitpunkt war es sein Traum, Künstler zu werden. Er nahm an Zeichenwettbewerben teil und war in der Schülerzeitung aktiv. Für diese erfand er den kleinen ,,Prepi”, der alles kommentierte, was in der Vorschule passierte.

Mit Politik kam Zapiro dann auch als bald in Kontakt. Schon im jungen Alter machte ihn seine Mutter darauf aufmerksam, dass sie in einer ,,falschen” Gesellschaft leben würden. Seine erste, ,,so in der Art„ politische Erfahrung hatte er als Verwoerd1 ermordet wurde und er mit den anderen Kindern in seiner Schule für diesen beten sollte. Zapiro erinnert sich daran, dass er verwirrt war und sich dachte ,,Hey, dieser Typ war nicht gut!”. Im weiteren Verlauf seiner Schulzeit war er stets auf Kriegsfuß mit dem Trend, Apartheid zu unterstützen, welcher sogar unter den englischen Südafrikanern geherrscht habe. Allerdings war er während dieser Zeit noch nicht politisch aktiv. Nach der Schule studierte Zapiro Architektur; nicht weil er sich für das Fach interessierte, sondern um zu verhindern, in die Armee eingezogen zu werden. Als er sich dann dazu entschloss, Grafikdesign zu studieren, um ein Cartoonist zu werden, wurde er einberufen. Bei der Armee verweigerte er eine Waffe zu tragen. Also musste er stattdessen eine schwere Holzattrappe mit sich ,,herumschleppen“ und wurde zum Gespött seiner Kollegen. Einmal habe er sogar mit der Attrappe Wache stehen müssen, was er als absolut lächerlich empfand.

Jedoch konnten seine Kollegen nicht lange über ihn lachen, denn er zeigte ihnen, wie gut er mit der schweren Attrappe umgehen konnte, indem er all das tat und meisterte, was seine Genossen mit ihren Waffen bewerkstelligen mussten. Dies war seine Art zu rebellieren und seine politische Botschaft zu verbreiten. Man habe geglaubt, er sei ein Kommunist und er wurde als gefährlich angesehen. Zu der Zeit war Zapiro noch nicht politisch aktiv, da die UDF (United Democratic Front) erst ein Jahr nach seinem Einzug in die Armee gegründet wurde. Als diese dann ins Leben gerufen wurde, wollte er unbedingt mitwirken. Ebenso taten es seine Mutter, seine Schwester und viele seiner Freunde. Plötzlich gab es da diese ,,non-racial“ Gruppe, die sich für sie richtig anfühlte: Viel offener und viel stärker mit der nationalen Politik verbunden. Es gab auch eine Verbindung mit dem ANC (African National Congress), allerdings wollte er nicht mit diesem involviert sein oder gar darüber sprechen, denn würde dies ,,ans Licht kommen„ wäre es gefährlich geworden. Letztendlich kam es sogar dazu, dass er und einige seiner Familienmitglieder in Gewahrsam genommen wurden.

© Karikatur von Zapiro: Das Gerechtigkeitssystem in Form einer Frau wird von ANC, ANCYL, SACP und Gewerkschaft COSATU zu Boden gedrückt, während Präsident Jacob Zuma seine Hose zum bevorstehenden "Akt" öffnet - zur Vergewaltigung.

Zapiro wollte jedoch nie ein Politiker werden. Er sieht einen großen Unterschied zwischen jemandem, der professionell Politik betreibt und einem politischen Aktivisten. Seiner Meinung nach hätten es nur wenige Leute gemeistert, die Ideale ,welche sie im Kampf gegen die Apartheid hatten, beizubehalten. Der Rest der Leute sei korrupt und bequem geworden; nur ihren persönlichen Gewinn im Blick habend. Auch hätten sich einige gegen die Leute gewendet, welche sich außerhalb der Partei für gute Dinge engagiert hätten. ,,All dies würde ich hassen„, so Zapiro. Seiner Ansicht nach braucht das Land jene Leute, die Politiker werden und sowohl konzentriert bleiben als auch altruistisch und nicht korrupt sind. Allerdings brauche Südafrika auch eine Zivilgesellschaft und die Medien. Deshalb sieht Zapiro seine beste Rolle als visueller Kolumnist und zu einem kleinen Teil auch als Aktivist. Um seine Zeichnungen zu Papier bringen zu können, bedarf es natürlich einer Menge Recherche über die Politik. Hierfür hört Zapiro viel Radio, liest viele verschiedene Zeitungen und nutzt das Internet. Auch zeichnet er einige Sachen im Fernsehen auf. Insgesamt erhält er somit diverse Darstellungen desselben Themas und kann sich seine eigene diesbezügliche Meinung bilden.

Zapiro erklärt, dass Cartoons hauptsächlich Gedanken und Kommunikation seien, quasi 80% Idee und 20% Zeichnung. Man könne der beste Künstler überhaupt sein – das helfe nicht, wenn die Idee hinter der Zeichnung schwach sei. Andererseits, wenn die Botschaft eine starke sei, dann würde die Zeichnung nur einen kleinen Teil des Cartoons ausmachen. Als Beispiel bezieht sich Zapiro auf einen sehr starken, seiner Meinung nach einer seiner besten Cartoons, welcher eigentlich nur eine weiße Seite zeigte mit dem Untertitel „Weiße, die nie von der Apartheid profitiert haben“. Er habe den Cartoon deshalb gemacht, weil er es Leid gewesen sei, dass ein Teil der weißen Bevölkerung bestritt, von der Apartheid gewusst und von dieser profitiert zu haben; für diese verantwortlich gewesen zu sein.

© Karikatur von Zapiro: Weiße Südafrikaner haben von der Apartheid profitiert.

Mit seinen Karikaturen möchte Zapiro die Menschen zum Denken anregen. Vielleicht würden manche Leute sagen „Hey, das ist genau, was ich meine, ich wusste es nur nicht auszudrücken.“ Allerdings sei es nicht seine Absicht, nur die Menschen anzusprechen, welche genau so denken würden wie er; dies würde seiner Meinung nach keinen Sinn ergeben. Manche Leute stimmen ihm zu, manche nicht. Zapiro will auch nicht diejenigen überzeugen, die komplett anders denken als er. Seine Hauptzielgruppe seien die Leute „der Mitte“, welche er mit etwas Überzeugungskraft zu einer neuen Denkweise bewegen könne.

Auf die Frage, zu welchem durch die Gesellschaft oder Politik ,,verbotenen„ Thema er gerne einen Cartoon machen würde, antwortet er , dass er sich nicht sagen lassen würde, worüber er zeichnen könne und worüber nicht. Es sei vielmehr er selbst, der sich von sich aus zurückhalte, wenn es um ein bestimmtes Thema gehe. Er mag es nicht, Menschen extrem zu beleidigen, wenn diese verletzlich seien. Dennoch sei sein Toleranzbereich bezüglich über welches Thema man einen Cartoon zeichnen könne, doch noch viel größer. Wenn er der Auffassung sei, jemand greife andere Menschen an, dann nehme er kein Blatt vor den Mund. Zum Beispiel empfindet er, dass Religion eine großes Ausmaß an Schaden angerichtet habe in Bezug auf homosexuelle Menschen und Frauen. Auch habe sie die Verbreitung von HIV gefördert. Diesbezüglich würde er wirklich hart gegen die hierfür verantwortlichen Personen an der Macht vorgehen.

Zapiro fährt fort. Er habe Cartoons gemacht , die andere Menschen als extrem beleidigend empfunden hätten. Es sei sehr schwierig, sich mit bestimmten Themen rund um Tradition und Kultur in seinen Cartoons auseinanderzusetzen. Denn es gebe Menschen, die diese Themen in einer Weise behandeln würden, als handele es sich um Religion. Und gerade zurzeit käme es sehr oft vor, dass Cartoons absichtlich missinterpretiert würden, um jemanden als Rassisten darzustellen, der gar keiner ist.

Zapiro bekommt nicht nur positive Rückmeldungen bezüglich seiner Arbeit. Präsident Jacob Zuma habe ihn schon verklagt, weil er über ihn in seinen Cartoons gezeichnet hat. Zapiro glaubt an die südafrikanische Verfassung und das diese stark genug sei, Meinungsfreiheit zu schützen. Zapiro erklärt, dass seine eigene Politik sich nicht geändert habe, aber jene von einigen Menschen in Machtpositionen. Und er sei froh, dass er nicht so eingeschränkt sei wie diese, wenn es darum ginge, das zu sagen was denkt. Wenn er an etwas glauben würde, würde er sich dafür einsetzen und sagen was er glaubt.

Ich spreche Zapiro auf die Meinung einiger Leute in Südafrika an, welche behaupten, eine Art ,,umgedrehte Apartheid„ sei im Aufschwung, in welchem schwarze Südafrikaner gegenüber den anderen Kulturen dominieren würden. Zapiro antwortet, dass dies eines der Themen sei, wo er entweder in die eine oder andere Diskussion einsteigen würde, abhängig davon, wer sein Gesprächspartner sei. Einerseits, wenn er mit seinen alten Kameraden sprechen würde, dann würde er sich tierisch aufregen über das Ende von ,,non racialism“ und das Aufkommen von einer gewissen Form von Nationalismus und Elitismus. Andererseits, wenn er mit solchen weißen Südafrikanern sprechen würde, die während Apartheid nie etwas mit Politik zu tun gehabt hätten und sich auf uninformierter Art und Weise darüber aufregen, wie schlimm alles sei und dass es einen ,,umgekehrten Rassismus„ gäbe, dann führe er eine komplett andere Diskussion. Er würde versuchen, ihnen zu erklären, wie viel besser die Dinge jetzt seien. Er sagt, es gäbe immer noch einen bestimmten Rassismus innerhalb der weißen Bevölkerung. Und nach wie vor seien es immer noch vor allem weiße Menschen, die an der Spitze der Macht in vielen wichtigen Bereichen seien. Er denkt, dass die sogenannte ,,affirmative action„ nicht immer fehlerlos praktiziert würde und er sei die letzte Person, die sage, dass alles in Ordnung sei. Aber zu behaupten, die Dinge seien genau wie zu Apartheidszeiten, nur umgedreht, sei nicht wahr, sondern absoluter Blödsinn.

In Bezug auf Julius Malema`s Gesang ,,Kill the Boers„ (Tötet die Buren) sagt Zapiro, dass sein Verhalten ,,krass „ und falsch gewesen sei. Der Song stamme aus der Apartheidsära und habe eine metaphorische Bedeutung. Er sei gegen das System der Apartheid gerichtet gewesen; für die Zerstörung dessen. Ein Kampf gegen die Polizeikräfte und solche Farmer, die andere Leute brutal angegriffen und umgebracht haben. Damals sei der Song verständlich gewesen. Aber den Song heutzutage zu singen, so Zapiro, sei falsch. Es sei der Versuch, eine desillusionierte Jugend zu mobilisieren, weil der ANC es nicht geschafft habe, seine Versprechen zu halten und jetzt die Wut dieser Jugend auf die Leute richten will, welche heutzutage nicht mehr unbedingt die Attackierenden darstellen; zumindest nicht in dem Ausmaß wie zuvor. Allerdings glaubt Zapiro nicht, dass man einen Song verbieten könne. Er empfindet die Entscheidung des höchsten Gerichts in Südafrika demnach als falsch. Als Unterstützer der Meinungsfreiheit kann er dem nicht zustimmen. Man könne jemanden politisch-opportunistisch nennen ohne ihm das Singen des Liedes zu verbieten. Es sei viel komplizierter als dass man einfach sagen könne: Julius Malema sei äquivalent zu dem was Terre Blanche2 war. So funktioniere das nicht. Zapiro sagt, er habe Cartoons gemacht, die die Entscheidung des Gerichts kritisiert haben. Er stimme der Definition von Hassrede zu, welche von der Menschenrechtskommission und der UN beschlossen wurde und finde, dass Hassrede verhindert werden sollte. „ Diese Definition würde beinhalten, dass es eine Verbindung zwischen einem Mord und einer vorausgegangen Aufforderung, wie zum Beispiel eine Rede, ein Lied oder ein Schreiben geben würde. Aber er denke nicht ,, dass Leute andere Menschen auf Grund dessen umgebracht haben, was Julius gesagt hat 3

Slideshow zu Zapiro-Karikaturen mit HIV/AIDS-Bezug

Zapiro sagt weiterhin, dass es auch Beschwerden über seinen ,,Lady Justice-Cartoon“ gegeben hatte und die Menschenrechtskommission ihn diesbezüglich freisprach, da diese meinte, sein Cartoon ermutige keinen Menschen dazu, einem anderen etwas anzutun. Es sei eine Metapher über Zumas Verhalten gegenüber der Justiz gewesen. Meinungsfreiheit ist Zapiro sehr wichtig. Wenn also jemand sagen würde, man solle den Song, gesungen von Malema, verbieten, so müsse man auch seine Cartoons verbieten, denn beides könne in einer Art und Weise als ,,falsch“ interpretiert werden.

Was wünscht sich Zapiro für das neue Südafrika. Er erinnert sich an Desmond Tutu´s Idee der Regenbogennation, während der ,,inconscription campaign“ in 1985. ,,Es war etwas idealistisch.„ Tutu wünschte sich eine politische Bewegung in Form einer Regenbogenkoalition, die gemeinsam für Freiheit, ,,non-racialism“ und Demokratie kämpfen würde. Leider habe Südafrika seit Apartheidsende nur wenige solcher Regenbogenmomente zeigen können, wie zum Beispiel die Rugby-Weltmeisterschaft von 1995. Er sagt, dass er früher gedacht habe, die weiße Bevölkerung sei hauptsächlich dafür verantwortlich; sie habe sich nicht entschuldigt und keine Verantwortung gezeigt. Er glaube immer noch, dass sie eine sehr große Verantwortung dafür trage, allerdings denke er jetzt, dass viel mehr hätte erzielt werden können, wenn der ANC nicht so ,,fett, bequem und korrupt„ geworden wäre. Und wenn die Leute ganz oben nicht eine kleine Elite promoten würden, sondern versuchen würden, die Lücke zwischen Arm und Reich zu schließen. Nur dann könne man eine Art ,,Versöhnung” haben. Vieles sei nach den Anhörungen der ,,Truth Reconciliation Commission“ ungelöst geblieben. Das Wichtigste sei, die Ungerechtigkeiten in diesem Land zu beseitigen. Südafrika sei das Land mit der größten Ungleichheit zwischen den Menschen; es läge sogar hinter Brasilien. Und das sei skandalös nach 17 Jahren nach Einführung der Demokratie.

Was wünscht sich Zapiro für seine eigene Zukunft, was sind seine Pläne. Für den Moment und solange er noch das Gefühl hat, etwas mitteilen zu können, möchte er weiterhin Cartoons zeichnen. In ferner Zukunft möchte er aber zu anderen Genres von Cartoons und Geschichtserzählungen übergehen. Er habe schon 4.000 Cartoons und 15 Bücher veröffentlicht; er wolle schließlich nicht dieselbe Sache für immer und ewig machen. Auch möchte er mehr Ausgeglichenheit erlangen, denn die Intensität, mit welcher er seine Zeichnerei betreibe, sei sehr einvernehmend . Er möchte einfach mehr Zeit mit seiner Familie verbringen.

HERE YOU WILL FIND THE ENGLISH VERSION OF THIS INTERVIEW.

1 Er war der dritte Premierminister nach DF Malan und Jacob Strijdom

2 Gründer der Afrikaaner Widerstandsbewegung waehrend Apartheid; als weisser Suprematist angesehen

3 Diskussion in Südafrika über eine mögliche Verbindung zwischen Malema`s Singen des Songs ,,Kill the boers“ und dem Mord an Terre Blanche

Zwei Jahre Präsidentschaft Jacob Zuma

Ein Südafrika-Veranstaltungsbericht im Berliner Afrikakreis

(Autor: Martin Hiebsch)

Hat Jacob Zuma die hohen an ihn gestellten Erwartungen bisher erfüllen können? Wie ist Südafrika durch die Weltwirtschaftskrise gekommen? Ist die Demokratie intakt und hat sich die Lage der Armen im Land verbessert?

Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion des Berliner Afrikakreises am 08. März 2011 um 19.00 Uhr im Afrikahaus in Berlin. Die Diskutanten waren Dr. Helmut Orbon, Leiter des Programms Unterstützung von Frieden, Sicherheit, und Good Governance in der SADC-Region in Gaborone, Dr. Ben Khumalo-Seegelken, Sozialwissenschaftler und Dozent an der Universität Oldenburg und Lothar Berger, dem stellvertretenden Geschäftsführer der Informationsstelle Südliches Afrika in Bonn. Moderiert wurde die Veranstaltung von Konrad Melchers, dem ehemaligen Chefredakteur der Zeitschrift „Entwicklungspolitik“.

© Südafrika-Debatte im Afrikahaus Berlin

© Diskutanten im Gespräch

Das herausragendste Ereignis in Südafrika der letzten zwei Jahre sei mit Sicherheit die FIFA-Fußballweltmeisterschaft gewesen, sagte Dr. Orbon zu Beginn der Veranstaltung. Die vorbildliche Organisation und Durchführung des Ereignisses habe gezeigt, dass das Land am Kap in der Lage sei Großprojekte stemmen zu können – auch entgegen der Erwartungen vieler westlicher Industriestaaten.

Auf der anderen Seite hinterließ die WM einen faden Nachgeschmack im eigenen Land. Eine Arbeitslosenquote von 25 Prozent und 14 Millionen Sozialhilfeempfänger sind noch immer die Realität in Südafrika. Das erhoffte Wirtschaftswachstum blieb aus und die Ungleichheit zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen hat, im Vergleich zur Apartheid, sogar weiter zugenommen. Während die Lebenserwartung seit den neunziger Jahren stetig fällt, war Südafrika im letzten ja sogar erstmals Netto-Exporteur von Lebensmitteln.

Viele Südafrikaner fragen sich, warum Milliarden an Summen in ein Sportereignis investiert werden können, während die sozialen Probleme im Land aber die gleichen bleiben. Zwar habe es verschiedene Programme zur Umverteilung und Fortschritte in der Bekämpfung von HIV/ Aids gegeben, das eigentliche Problem der Aus- und Weiterbildung der zu großen Teilen unzureichend gebildeten Bevölkerung, bleibe jedoch weiter bestehen, ergänzte Dr. Khumalo-Seegelken.

Zuma werde sich an den Arbeitslosenzahlen messen lassen müssen, seinem Hauptwahlkampfthema vor 2 Jahren und das von ihm immer wieder aufgegriffenen Kernproblem des Landes, erklärte Orbon. Bisher sind seine Erfolge auf diesem Gebiet eher bescheiden. Zwar ist die Arbeitslosenquote zwischen 2003 und 2008 leicht gesunken, mit Beginn der Wirtschaftskrise und trotz WM stieg sie seit 2009 allerdings wieder an.

Als besonders problematisch befindet Orbon, dass 51 Prozent der 15 bis 24 Jährigen und über 60 Prozent der schwarzen Frauen ohne Arbeit sind. Für eine grundlegende Veränderung der Beschäftigungspolitik seien neben dem Anstieg der öffentlichen Investitionen, vor allem auch eine bessere Koordinierung zwischen den Regierungsressorts und ein gut funktionierender öffentlicher Dienst notwendig. Afrikaner und Farbige – die als „neue Elite“ aufgestiegen sind – profitieren vom vorhandenen Reichtum, statt neue Produkte oder Unternehmen zu schaffen, kritisierte Lothar Berger. Das Einwanderer aus anderen Ländern die qualifizierten Stellen auf dem südafrikanischen Arbeitsmarkt besetzen ist eine logische Folge des Fachkräftemangels, führt allerdings zu Rassismus und immer wieder zu gewalttätigen Übergriffen auf afrikanische Einwanderer – vor allem auf jene Ausländer aus dem Nachbarland Simbabwe.

Laut Orbon sei unterm Strich – seit dem Wechsel von Thabo Mbeki zu Jacob Zuma an der Staatsspitze- keine große Politikverschiebung in Südafrika zu beobachten gewesen. War die Machtübernahme Zuma’s lange Zeit als Durchsetzung des linken Flügels innerhalb des ANC gesehen worden, zeigt die Realität eine Fortführung der unter Mbeki praktizierten neoliberalen Wirtschaftspolitik. Zuma habe sich aber bisher als Integrationsfigur zwischen den verschiedenen ANC-Gruppierungen etablieren können und dafür gesorgt, dass es trotz vieler unterschiedlicher Ansichten innerhalb der Partei relativ ruhig geblieben ist.

Das der Regierungssprecher Jimmy Manyi kürzlich die stärkere Verteilung von farbigen und asiatischstämmigen Südafrikanern über das Land forderte und die Bevölkerungskonzentration dieser Gruppen im Western Cape und in Kwa-Zulu Natal kritisierte, löste jedoch eine Diskussion aus, die selbst Zuma nicht so schnell beenden konnte. „Wenn es dem Präsidenten nicht gelingt, die Partei zur Ordnung zu rufen und zusammen zu halten, kommen schwere Zeiten auf Südafrika zu“, fasste Orbon die derzeitige Situation im Land zusammen.

Trotz Meinungsverschiedenheiten innerhalb des ANC und anhaltender sozialer Probleme, stellten die drei Podiumsgäste dem Land kein besorgniserregendes Zeugnis aus. Südafrika sei gefestigt und stabil genug, um den derzeitigen Abwärtstrend wieder zu stoppen. Dabei sei es wichtig langfristige Ziele zu formulieren und an den eigenen Prinzipien festzuhalten, so Orbon. Mehr Mut der politischen Akteure, nun unterschiedliche Meinungen zu formulieren, würde die Demokratie fördern und einen breiteren Dialog ermöglichen; auch außerhalb der politischen Elite des ANC.

Auch Zuma müsse von seiner Rolle des Vermittlers abrücken und klare politische Stellungen beziehen. Die jüngste Erkrankung Nelson Mandelas und das damit empfundene Gefühl der Führungslosigkeit innerhalb der Bevölkerung habe gezeigt, dass es Zuma an der wichtigsten Funktion eines Präsidenten mangelt – die Fähigkeit den Menschen eine Perspektive zu geben.