Schlagwort-Archive: Ellis-Park-Stadium

Tiefe Frustration in Südafrika

Parlamentswahlen 2019 – Präsident Cyril Ramaphosa kämpft um die Glaubwürdigkeit des ANC

(2010sdafrika-Redaktion)

Überall in Südafrika erlebt man wiederholt frustrierte Menschen, die den Glauben an das neue Südafrika verloren haben. Ihre Enttäuschung ist längst der Wut gewichen. Nahezu wöchentlich demonstrieren die Ärmsten des Landes – teilweise unter der Anwendung von Gewalt – gegen die ausgebliebene soziale Gerechtigkeit. Vielerorts fühlen sich die Bürger vom regierenden ANC im Stich gelassen. Die ausufernde Korruption im Staat hat diese Wahrnehmung verstärkt. Die einstige Mandela-Partei befindet sich in einer Glaubwürdigkeitskrise.

© Millionen von Menschen wurden mit Wohnraum, Wasser und Strom versorgt. Dennoch lebt noch knapp die Hälfte der Bevölkerung in extremer Armut. Meist Schwarze sind vom Wohlstand abgeschnitten und dies über 25 Jahre nach dem Ende der Apartheid. Der Frust sitzt vielerorts tief. (Quelle: flickr/ Jan Truter)

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Wahlkampf-Endspurt in Südafrika

ANC mobilisiert zehntausende Menschen im Ellis Park Stadium. Angst vor Wahltag am 8. Mai

(2010sdafrika-Redaktion)

Am heutigen Sonntagmorgen machten sich zehntausende Menschen auf den Weg ins Ellis Park Stadium in Johannesburg, um der Rede ihres Parteivorsitzenden und dem gleichzeitigen Staatspräsidenten Cyril Ramaphosa zu lauschen. Der ANC veröffentlichte in den sozialen Medien dutzende Fotos vom Wahlkampf-Endspurt und demonstriert entgegen den vorherrschenden Wahlumfragen Stärke. Der Staatsrundfunk SABC unterstützte die sogenannte Siyanqoba Rally mit ihrer Berichterstattung. Denn der ANC versucht um jeden Preis eine Wahlschlappe am 8. Mai zu vermeiden.

© Am 8. Mai 2019 wählt Südafrika zum sechsten Mal die Parlamente auf der Bundes- und Landesebene. Der ANC mobilisiert kurz vor dem Wahltag seine Wählerschaft. Die einstige Mandela-Befreiungsbewegung zeigt sich kämpferisch, trotz negativer Wahlumfragen. (Quelle: MyANC)

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Springboks erstmals mit schwarzem Kapitän

Siya Kolisi führt Südafrikas Rugby-Nationalmannschaft gegen England an. Eine historische Premiere

(2010sdafrika-Redaktion)

Wer sich mit der südafrikanischen Geschichte auseinandersetzt, der weiß, dass die Rugby-Nationalmannschaft eine bedeutende Rolle in der Verarbeitung der einstigen Rassentrennungspolitik spielt. Galten die „Springboks“ – wie die Auswahl auch bezeichnet wird – zur Apartheid noch als Symbol für den institutionellen Rassismus, so oblag ihnen bei der Rugby-WM 1995 unter der Aufsicht Nelson Mandelas der Auftrag zur nationalen Versöhnung. Insofern ist die Ernennung des dunkelhäutigen Siya Kolisi zum Kapitän der aus Weißen dominierenden Springboks als weiterer historischer Meilenstein zu werten.

© Siya Kolisi ist ein Superstar am Kap. Denn der schwarze Rugby-Spieler wurde zum Kapitän der aus Weißen dominierenden Springboks ernannt – das erste Mal in der Sportgeschichte Südafrikas überhaupt. (Quelle: Facebook/ Siya Kolisi)

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Der Glücksfall der begrenzten Präsidentschaft

Die Notwendigkeit des Artikels 88 der Verfassung Südafrikas für den Erhalt der Demokratie. Ein Kommentar

(Autor: Ghassan Abid)

Die Gefahr für die Demokratie in Südafrika ist so groß wie noch nie zuvor. Die einstigen Errungenschaften des ersten Staatspräsidenten scheinen in Vergessenheit geraten zu sein. Nelson Mandela trat für ethische Grundsätze wie Verantwortungsbewusstsein, Aussöhnung und Bescheidenheit ein. Millionen von Bürgern sehen genau dieses Erbe auf der Kippe. Denn Tausende demonstrieren seit dem „Mitternachtsmassaker“ für ein Ende von Korruption, Vetternwirtschaft und Missmanagement. Der am 4. Februar 1997 in Kraft getretenen Verfassung kommt hierbei eine Schlüsselrolle zu.

© Jacob Zuma würde nach dem Willen seiner Anhängerschaft für eine dritte Amtszeit kandidieren. Jedoch verhindert dies der Artikel 88 der Verfassung. Im Bild ist Zuma am Karfreitag im Ellis-Park-Stadium zu sehen. (Quelle: flickr/ The Presidency of South Africa)

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