Schlagwort-Archive: England

Springboks erstmals mit schwarzem Kapitän

Siya Kolisi führt Südafrikas Rugby-Nationalmannschaft gegen England an. Eine historische Premiere

(2010sdafrika-Redaktion)

Wer sich mit der südafrikanischen Geschichte auseinandersetzt, der weiß, dass die Rugby-Nationalmannschaft eine bedeutende Rolle in der Verarbeitung der einstigen Rassentrennungspolitik spielt. Galten die „Springboks“ – wie die Auswahl auch bezeichnet wird – zur Apartheid noch als Symbol für den institutionellen Rassismus, so oblag ihnen bei der Rugby-WM 1995 unter der Aufsicht Nelson Mandelas der Auftrag zur nationalen Versöhnung. Insofern ist die Ernennung des dunkelhäutigen Siya Kolisi zum Kapitän der aus Weißen dominierenden Springboks als weiterer historischer Meilenstein zu werten.

© Siya Kolisi ist ein Superstar am Kap. Denn der schwarze Rugby-Spieler wurde zum Kapitän der aus Weißen dominierenden Springboks ernannt – das erste Mal in der Sportgeschichte Südafrikas überhaupt. (Quelle: Facebook/ Siya Kolisi)

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Unbezwingbar?

Südafrika im Halbfinale der Rugby-WM gegen den Favoriten Neuseeland – die All Blacks

(Autor: Johannes Woywodt)

Nach ihrer erfolgreichen Viertelfinalpartie gegen Wales (23:19) stehen die Springboks heute Nachmittag, am 24. Oktober 2015, vor ihrer bisher größten Herausforderung bei dieser Rugbyweltmeisterschaft. Im Semifinale wartet kein geringerer Gegner als der amtierende Weltmeister aus Neuseeland.

David Roberts

© Das Halbfinale der Rugby-WM 2015 zwischen Südafrika und dem Favoriten Neuseeland ist heute ab 16:45 Uhr (MESZ) live auf Eurosport zu sehen. (Quelle: flickr/ David Roberts)

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Drachenbändiger

Südafrika im Viertelfinale der Rugby-WM gegen Wales – vor 82.000 Zuschauern im Twickenham-Stadion

(Autor: Johannes Woywodt)

Morgen Nachmittag ab 16:45 Uhr (MESZ, live auf Eurosport) werden alle rugbybegeisterten Südafrikaner ihre Augen nach London richten. Im Twickenham-Stadion, dem Mekka des Rugbys, wird die südafrikanische Rugbynationalmannschaft ihre Viertelfinalpartie vor 82.000 Zuschauern austragen. Ihr Gegner – Wales.

Springboks

© Am morgigen Samstag, den 17. Oktober 2015 ab 16:45 Uhr (MEZ), tritt Südafrika im Viertelfinale der Rugby-WM 2015 gegen Wales an. Rund 82.000 Zuschauer werden im Twickenham-Stadion live dabei sein. (Quelle: Facebook/ Springboks)

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Im Ungewissen

Springboks bei Rugby-WM 2015: Zwischen politischer Ablehnung und sportlicher Schwäche

(Autor: Johannes Woywodt)

Das Objekt der Begierde ist 38 Zentimeter hoch, wiegt 4,5 Kilogramm, besteht aus vergoldetem Silber und hört auf den Spitznamen Bill. Gemeint ist der William-Webb-Ellis-Pokal, der alle vier Jahre an die weltbeste Rugbynationalmannschaft vergeben wird. Dieser lässt die Herzen der Spieler, Funktionäre und Fans schneller und höher schlagen. In England wird die 8. Rugby-Union-Weltmeisterschaft von heute an bis zum 31. Oktober ausgetragen – Südafrikas Auswahl ist auch dabei.

Martin Dobey

© Vom 18. September bis zum 31. Oktober 2015 findet zum nun achten Mal die Rugby-WM in England statt. Neuseeland verteidigt seit 2011 den begehrten William-Webb-Ellis-Pokal. Südafrikas Rugby-Auswahl – die Springboks – nehmen an diesem wichtigen Sportspektakel teil. (Quelle: flickr/ Martin Dobey)

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Kap-Kolumne: Ah! Zwelonke – Folklore oder mehr?

Jacob Zuma inthronisiert Mpendulo Zwelonke Sigcawu – den König des AmaXhosa-Stammesgebiets

(Autor: Detlev Reichel, Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals)

Ein historisches Ereignis ist es zweifellos. Nach 50 Jahren wird erstmals ein König der Xhosa-Nation offiziell eingeschworen und auf den Thron gehoben. Und dies von den Organen einer konstitutionellen Demokratie, deren Verfassung global als vorbildlich gilt.

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© Am 15. Mai 2015 wohnte Südafrikas Staatspräsident Jacob Zuma der Krönung des Xhosa-Königs König Mpendulo Zwelonke Sigcawu bei [Beide im Archivbild zu sehen]. Kap-Kolumnist Detlev Reichel beleuchtet die Hintergründe zur Verflechtung von konstitutioneller Demokratie und traditionell-feudalen Herrschaftsstrukturen. (Quelle: flickr/ GovernmentZA)

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Bewegung im Mordfall Anni Dewani

Brite Dewani verliert Abweisung eines Auslieferungsersuchens der Justiz Südafrikas

(Autor: Ghassan Abid)

Rund drei Jahre nach dem Flitterwochen-Mord an Anni Dewani in Kapstadt kommt Bewegung in die Sache. Shrien Dewani, ein Brite indischer Abstammung, verlor am gestrigen Freitag vor dem High Court in London seine Abweisung eines Auslieferungsersuchens der südafrikanischen Justiz. Die Richter machten unmissverständlich klar, dass sofern sich der Gesundheitszustand des Angeklagten stabilisiert hat, er mit einer unverzüglichen Auslieferung zu rechnen hat.

    © Rund drei Jahre nach dem Flitterwochen-Mord an Anni Dewani in Kapstadt kommt Bewegung in die Sache. Ihr Witwer Shrien Dewani verlor am gestrigen Freitag seine Abweisung eines südafrikanischen Auslieferungsersuchens. Der High Court in London macht den Weg für einen Strafprozess am Kap frei. Doch der Angeklagte kann noch in die Revision gehen. (Quelle: Privat)

© Rund drei Jahre nach dem Flitterwochen-Mord an Anni Dewani in Kapstadt kommt Bewegung in die Sache. Ihr Witwer Shrien Dewani verlor am gestrigen Freitag seine Abweisung eines südafrikanischen Auslieferungsersuchens. Der High Court in London macht den Weg für einen Strafprozess am Kap frei. Doch der Angeklagte kann noch in die Revision gehen. (Quelle: Privat)

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„Die Klageabweisung in den USA ist enttäuschend“

Im Interview mit Barbara Müller, Koordinatorin der Schweizer Entschädigungskampagne KEESA

(Autor: Ghassan Abid)

© Barbara Müller ist Koordinatorin der Schweizer „Kampagne für Entschuldung und Entschädigung im südlichen Afrika (KEESA)“. Ihre Organisation setzt sich seit 1998 dafür ein, dass südafrikanischen Apartheidsopfern durch westliche Konzerne Entschädigungszahlungen geleistet werden sollen. Deutschen Unternehmen wie Rheinmetall und Daimler wirft KEESA vor, durch ihre Geschäftstätigkeit Beihilfe zu den schweren Menschenrechtsverletzungen des Apartheidregimes begangen zu haben.

© Barbara Müller ist Koordinatorin der Schweizer „Kampagne für Entschuldung und Entschädigung im südlichen Afrika (KEESA)“. Ihre Organisation setzt sich seit 1998 dafür ein, dass südafrikanischen Apartheidsopfern durch westliche Konzerne Entschädigungszahlungen geleistet werden sollen. Deutschen Unternehmen wie Rheinmetall und Daimler wirft KEESA vor, durch ihre Geschäftstätigkeit Beihilfe zu den schweren Menschenrechtsverletzungen des Apartheidregimes begangen zu haben.

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Frau Barbara Müller, Koordinatorin der „Kampagne für Entschuldung und Entschädigung im südlichen Afrika (KEESA)“. Seit wann gibt es Ihre Organisation und welche Ziele verfolgt diese?

Antwort: Die KEESA wurde 1998 in der Schweiz gegründet, sie ist Teil einer internationalen Kampagne, welche die Forderung erhob, dem Neuen Südafrika die Apartheid-Schulden zu erlassen und die Apartheid-Opfer zu entschädigen. Die Kampagne entstand im Rahmen von Jubilee 2000, einer Kampagne, die sich unter anderem auch mit der Frage von illegitimen Schulden befasste. In der Schweiz tritt die KEESA darüber hinaus auch dafür ein, dass Politik und Wirtschaft Verantwortung für ihre Verstrickung mit dem Apartheid-Regime übernehmen. Sie hat erreicht, dass der schweizerische Bundesrat 2001 ein nationales Forschungsprojekt zur Untersuchung der Beziehungen zwischen der Schweiz und Südafrika in Auftrag gab, dessen Resultate 2005 publiziert wurden [Anmerkung der Redaktion: Der Bundesrat in der Schweiz ist vergleichbar mit der Bundesregierung in Deutschland] .

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