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Binationale Kommission: Das Außenpolitik-Dilemma

Südafrika und Deutschland zeigen außenpolitische Visionen auf, doch bleiben diese reine Illusionen

(Autor: Ghassan Abid)

Die 7. Deutsch-Südafrikanische Binationale Kommission vom 7. und 8. Mai 2012 in Berlin verlief äußerst erfolgreich und harmonisch. Die strategische Partnerschaft, die von Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) und dem südafrikanischen Vizepräsidenten Kgalema Motlanthe (ANC) mehrfach betont worden ist, fußt auf eine Verbundenheit der Gleichartigkeit. „Gemeinsame Verantwortung“, „gemeinsame Werte“ und eine „gemeinsame Erfahrung“ – so der Tenor aus dem Auswärtigen Amt – charakterisieren die deutsch-südafrikanischen Beziehungen.

© Vizepräsident Kgalema Motlanthe und Bundesaußenminister Guido Westerwelle betonen die deutsch-südafrikanischen Gemeinsamkeiten, untergraben jedoch die unzähligen Unterschiede zwischen beiden Nationen. Eine bilaterale Abstimmung in der Außen- und Sicherheitspolitik kann nicht funktionieren. Die Realpolitik belegt das Dilemma. (Quelle: flickr/ The Presidency of the Republic South Africa)

© Vizepräsident Kgalema Motlanthe und Bundesaußenminister Guido Westerwelle betonen die deutsch-südafrikanischen Gemeinsamkeiten, untergraben jedoch die unzähligen Unterschiede zwischen beiden Nationen. Eine bilaterale Abstimmung in der Außen- und Sicherheitspolitik kann nicht funktionieren. Die Realpolitik belegt das Dilemma. (Quelle: flickr/ The Presidency of the Republic South Africa)

Südafrika ist Deutschlands wichtigster Partner in Subsahara-Afrika„, hielt Westerwelle in seiner Eröffnungsansprache fest. Die Etablierung einer neuen Fachkommission für Außen- und Sicherheitspolitik ist demnach das Resultat eines neuen Verständnisses, die außenpolitischen Ziele beider Nationen aufeinander abzustimmen, wenn nicht sogar im Idealfall miteinander zu harmonisieren. Und dennoch kann diese Zielvorstellung nach gemeinsamer Verantwortung für globale Themen schlichtweg nicht funktionieren.

Südafrika verfolgt im Vergleich zu Deutschland weitgehend konträre Standpunkte, die sich aus dem Führungsanspruch der Südafrikaner als Vertreter afrikanischer Entwicklungsländer ergeben. Frieden und Sicherheit, Entwicklungszusammenarbeit und regionale Integration sind auch im Interesse und im Afrika-Konzept der Bundesregierung von 2011 niedergeschrieben. Dies wird keiner der Diplomaten bezweifeln. Doch ist die Umsetzung dessen umso komplizierter. An drei Fallbeispielen soll dieses angesprochene Dilemma erläutert werden.

Libyen: Südafrika gegen den NATO-Einsatz; Deutschland dafür

Allein die Libyen-Krise verdeutlichte die unterschiedlichen Positionen. Pretoria wollte einen Dialog zwischen dem Gaddafi-Regime und den Rebellen und darüber hinaus ein Ende des NATO-Militäreinsatzes, während Berlin den Rücktritt des libyschen Revolutionsführers auch unter der Anwendung von militärischen Mitteln befürwortete. Es ist schnell ersichtlich geworden, dass die von Präsident Jacob Zuma angestrebte Umsetzung der Roadmap der Afrikanischen Union für Libyen keineswegs im Einklang mit der Agenda des Auswärtigen Amtes stehen kann.

Iran: Südafrika importiert iranisches Erdöl; Deutschland setzt Sanktionen um

Dieser Nord-Süd-Antagonismus setzt sich auch in der aktuellen Iran-Krise fort. Die USA, die EU und Deutschland schenken der Islamischen Republik bei ihrem zivilen Atomprogramm wenig Vertrauen und werfen dem Mullah-Regime militärische Ambitionen vor, während Südafrika den Freunden in Teheran seine grundsätzliche Unterstützung angeboten hat. Zudem hält Südafrika wenig von politischen und wirtschaftlichen Sanktionen gegen den Iran. Dementsprechend wird das Kap weiterhin mit iranischem Erdöl beliefert. Auch die Partnerin Motlanthes, die Geschäftsfrau Gugu Sibiya, soll in einem Waffendeal mit dem Iran involviert sein. Diese Debatte verdeutlicht die engen Beziehungen von Schwellen- bzw. Entwicklungsländern zueinander, die sich nach wie vor als Opfer des europäischen (Neo-)Kolonialismus sehen.

BRICS-Bündnis: Aufbau eigener Süd-Süd-Institutionen; Deutschland ist in erster Linie auf die EU fixiert

Am 29. März 2012 trafen die Regierungschefs der BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) zum 4. Gipfeltreffen im indischen Neu-Delhi zusammen. Alle fünf Staaten haben bereits im Vorfeld dieses Events zum Ausdruck gebracht, noch unabhängiger vom Westen auftreten und auf globaler Ebene mit einer gemeinsamen Stimme sprechen zu wollen. Die Vertiefung der Süd-Süd-Kooperation spielt in diesem Kontext eine entscheidende Rolle. Die Gründung einer BRICS-Entwicklungsbank ist nur eine der Vorschläge, um diesem Anspruch gerecht zu werden.

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© „Südafrika und Deutschland werden in den Zukunftsbereichen Klimaschutz, erneuerbare Energien sowie Bildung und Ausbildung zukünftig ihre Kooperation ausbauen.“, so Bundesaußenminister Guido Westerwelle. (Quelle: flickr/ The Presidency of the Republic South Africa)

Südafrika und Deutschland werden in den Zukunftsbereichen Klimaschutz, erneuerbare Energien sowie Bildung und Ausbildung zukünftig ihre Kooperation ausbauen.„, hob Westerwelle gegenüber der südafrikanischen Delegation hervor. Doch bei der Harmonisierung der außenpolitischen Agenden zwischen Pretoria und Berlin sind der Kooperation enge Grenzen gesetzt. Die Bundesregierung sollte sich auf seine bisherigen Schwerpunkte konzentrieren und die außen- bzw. sicherheitspolitische Karte besser liegen lassen. Denn Deutschland und Südafrika haben nicht nur Gemeinsamkeiten, sondern weiterhin  noch zu viele Unterschiede, um diese Etappe der strategischen Partnerschaft einleiten zu können.

Mein Südafrika – Die Abstimmung beginnt!

DIE ABSTIMMUNG HAT BEGONNEN!

(2010sdafrika-Redaktion)

Mehrere Beiträge sind im Rahmen der Aktion „Mein Südafrika“ veröffentlicht worden. Die einen kritisieren bestimmte Themen in Südafrika, während die anderen das Positive hervorheben. Jeder einzelne Artikel verdeutlicht die Komplexität des Kaplandes. Allein die Wahrnehmung zu Land und Leute erweist sich als äußerst subjektiv; und dennoch finden sich bei allen Protagonisten die ein und dieselbe Gemeinsamkeit: Die Faszination für Südafrika.

Vom 01. September bis 20. September 2011 kann nun abgestimmt werden. Am 21. September erfolgt dann die Gewinnerverkündung und Preiszusendung. Es gewinnt der Beitrag, der die meisten Stimmen erhalten hat. „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ wünscht viel Glück!!!

Aktion „MEIN SÜDAFRIKA“ – Beitrag #12

Mein Südafrika. Eingereicht von Nataschia Zerna, Schülerin an der Deutschen Schule Durban

Es handelt sich hierbei um einen Beitrag im Rahmen der Mit Mach-Aktion „Mein Südafrika“. Bis zum Ende August werden die Beiträge vorgestellt. Vom 01. September bis 20. September 2011 kann abgestimmt werden. Am 21. September erfolgt dann die Gewinnerverkündung und Preiszusendung.

Hallo, mein Name ist Nataschia Zerna. Ich bin 13 Jahre alt und gehe in die Deutsche Schule Durban in KwaZulu-Natal.

Südafrika ist ganz anders, als viele Europäer denken. Wir haben bestimmt keine Löwen als Haustiere und wilde Tiere laufen nicht einfach so frei herum.

Unsere wilden Tiere leben in einem Wildpark. Es gibt ganz viele davon. Der größte den wir haben, ist der Kruger Nationalpark. Er ist wunderschön!

Ich war schon ungefähr zehnmal dort. Als ich 10 war, hatten wir ein Riesenglück, denn wir haben die Big Five gesehen.

Es gibt auch mehrere kleinere Parks wie Hluhluwe, Umfolozi, Tala und Pilanza Berg Wildpark. Sie haben auch die großen „5“, aber sie sind nicht so groß wie der Kruger Nationalpark.

Nataschia Zerna

Aktion „MEIN SÜDAFRIKA“ – Beitrag #11

Südafrika. Eingereicht von Nina Kolev, Schülerin an der Deutschen Schule Durban

Es handelt sich hierbei um einen Beitrag im Rahmen der Mit Mach-Aktion „Mein Südafrika“. Bis zum Ende August werden die Beiträge vorgestellt. Vom 01. September bis 20. September 2011 kann abgestimmt werden. Am 21. September erfolgt dann die Gewinnerverkündung und Preiszusendung.

Südafrika ist ein sehr schönes Land. Hier gibt es viele Bäume und viel Vegetation.

Am Strand kann man schwimmen gehen. Wir haben Glück, dass wir zwei Ozeane haben. Der Indische und der Atlantische Ozean. Da gibt es sehr viele verschiedene Fische. Man kann auch Delfine und Wale sehen, wenn man zum Strand geht.

Da sind auch viele verschiedene Arten wilder Tiere. Von Elefanten bis zu Löwen. Schöne Vögel gibt es auch.

 Viele Menschen hier sind nett und grüßen dich, auch wenn sie dich nicht kennen.

Das Klima hier ist toll. Es ist fast immer warm und sonnig, auch im Winter.

Südafrika ist mein Lieblingsland. Nicht nur, weil ich hier lebe, sondern auch, weil es viel zu sehen und zu machen gibt.

Mein Name ist Nina Kolev und ich bin 13 Jahre alt. Ich gehe in die Deutsche Schule Durban in Südafrika.

Aktion „MEIN SÜDAFRIKA“ – Beitrag #10

Hausbesuch mit Folgen. Eingereicht von Marlon Maas

Es handelt sich hierbei um einen Beitrag im Rahmen der Mit Mach-Aktion „Mein Südafrika“. Bis zum Ende August werden die Beiträge vorgestellt. Vom 01. September bis 20. September 2011 kann abgestimmt werden. Am 21. September erfolgt dann die Gewinnerverkündung und Preiszusendung.

Im Rahmen des „after care program“ des Baphumelele Respite Care Centre in Khayelitsha (einem Township nahe Kapstadts) führe ich unter der Woche mehrere Hausbesuche bei Patienten durch, die bald entlassen werden sollen. Es soll so festgestellt werden, ob es besonders schwerwiegende Dinge im Haus gibt, die man vor der Ankunft des Patienten in Ordnung bringen muss. Es ist wirklich immer wieder ein neues und vor allem spannendes Erlebnis, die Wohnkultur so nahe mitzuerleben. So komme ich manchmal in ein großes Steinhaus mit allem möglichen Dingen wie Fernseher, Waschmaschine usw. In dem sich um die 8 Menschen tummeln, zusammen kochen, fernsehen und sich um die kleinen Kinder kuemmern. Natuerlich geschieht all das nicht ohne eine maechtige Geraeuschkulisse.

Die Herzlichkeit die einem an so einem Ort entgegenschlägt, ist überwältigend. Sofort kommen Oma, Opa, Tochter, Enkel, zuerst auf den Patienten zugerannt, umarmen, schimpfen und küssen ihn, dann bin ich an der Reihe und die selbe Prozedur ergießt sich nun über mich. Oft begleitet mich auch ein Caregiver, um dem Sprachproblem vorzubeugen (Die Sprache der Bevölkerung in Khayelitsha ist Xhosa und gerade die älteren Menschen sprechen kaum Englisch,). Dieser Sprache mit ihren Klick-Lauten zu lauschen und selbst mal die kleinen Brocken einzuwerfen, die man mittlerweile gelernt hat – spannend! Es tut mir immer wieder Leid, wenn ich diese wunderschöne Atmosphäre irgendwann mit meinen sehr persönlichen Fragen zerstöre.

Wieviel Leute leben hier? Wer geht zu Schule? Wer hat Arbeit? Es gibt  aber auch die andere Seite der Hausbesuche. Eine Seite, die nicht freundlich, lachend und offen ist. Das wohl erschütternste Erlebnis erlebte ich in diesem Zusammenhang in Town Two in Khayelitsha Ich setzte mich mit Kenneth, einem Patienten, der die Tage zuvor aufgeregt herumgelaufen ist, mehr als bereit, wieder nach Hause zu fahren, ins Auto und wir fahren zu seiner Shack, die irgendwo in Town Two liegen soll. Da diese in einem „informal settlement“ liegt, nehme ich auch noch einen Caregiver mit und so fahren wir im ersten Gang über holprige Sandpfade, die so eng sind, dass ich große Mühe habe, keine der Shacks zu berühren.

Not macht Erfinderisch – dieser Spruch offenbart mir erst hier seine ganze Bedeutung. Ich sehe Shacks, die mit rostigen Wellblechen, Holz und Fernsehantennen zusammengehalten werden, Stromleitungen, die sich auf dem Weg schlängeln, provisorische Zäune, Reissäcke, die als Fenster dienen und immer wieder der Drang der Menschen, ihre Shack als Einzigartig darzustellen. So sind viele Blau, Grün, Rot – Malereien schmücken die Fassade…Als schließlich unser Auto im Sand stecken bleibt, führen wir unseren Weg zu Fuß fort. Ich werde wohl nie den Blick vergessen, den ich in Kenneths Gesicht sehe, als wir um die Ecke biegen. Der Blick eines Menschen, der vor den Überresten seiner Existenz steht. Vor uns erschließt sich ein Bild einer zusammengefallenen Shack. Selbst sein Bett ist in der Mitte zerbrochen. Der Caregiver, der mich begleitet, springt zu den Nachbarn und fragt, was vorgefallen ist. Keine befriedigenden Antworten. Ich rufe das Office an und versuche nüchtern die Situation zu schildern. Simphiewe, der Manager von Bonita, erklärt uns, dass Kenneth einen Bruder hat, der nicht weit entfernt von Town Two lebt und wir ihn zu ihm bringen sollen. Wir machen uns auf den Weg. Kenneth starrt ungläubig vor sich hin, als wir ihm versuchen zu erklären, dass wir ihn zu seinem Bruder bringen werden. Es scheint ihm egal zu sein.

Als wir die Shack seines Bruders erreichen, offenbart sich uns erneut ein Bild, welches man als unschön bezeichnen kann. Die Shack ist außen wie innen, in einem schlechten Zustand. Das Dach ist durchlöchert und überall dringt Regen ein. Wir sprechen mit seinem Bruder und dessen Frau, welche hoch schwanger ist. Beide sind entsetzt, als wir ihnen erzählen, was vorgefallen ist. Er meint selbstverständlich werde er seinen Bruder aufnehmen doch äußert er Bedenken, was geschehen soll, wenn sein kleines Kind geboren wird. Es ist einleuchtend, das es für ein Kleinkind nicht möglich ist, neben einem Mann die ersten Schritte zu gehen, der sich von Tuberkulose erholt und immer noch ansteckend ist.

Aktion „MEIN SÜDAFRIKA“ – Beitrag #9

Mein Südafrika [inkl. Diashow]. Eingereicht von Amanda Watt, Schülerin an der Deutschen Schule Durban

Es handelt sich hierbei um einen Beitrag im Rahmen der Mit Mach-Aktion „Mein Südafrika“. Bis zum Ende August werden die Beiträge vorgestellt. Vom 01. September bis 20. September 2011 kann abgestimmt werden. Am 21. September erfolgt dann die Gewinnerverkündung und Preiszusendung.

Hallo, mein Name ist Amanda.

Ich gehe zur Deutsche Schule Durban, und lebe in einem fantastischen Land namens Südafrika.

Hier in Sudafrika leben viele schöne Menschen. Fast alle sind freundlich und optimistisch. Wir leben, arbeiten und spielen zusammen.

Wir haben auch eine tolle Landschaft voller interessanter Blumen und Bäume.

Der Strand ist ein herrliche Platz wo man schön im Wasser spielen kann oder auf dem Sand Sandburgen bauen.

Wenn man in Durban ist und auf einem hohen Gebäude oder in einem Helikopter ist, dann kann man ganze Durban sehen.

Es ist hübsch, wenn es Nacht ist, weil man dann all die Lichter sehen kann. Manchmal, wenn man hochschaut, dann kann man all die hellen Sterne sehen.

Amanda Watt

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Aktion „MEIN SÜDAFRIKA“ – Beitrag #8

Mein Südafrika. Eingereicht von Michael Robert Cooke, Schüler an der Deutschen Schule Durban

Es handelt sich hierbei um einen Beitrag im Rahmen der Mit Mach-Aktion „Mein Südafrika“. Bis zum Ende August werden die Beiträge vorgestellt. Vom 01. September bis 20. September 2011 kann abgestimmt werden. Am 21. September erfolgt dann die Gewinnerverkündung und Preiszusendung.

Ich heiße Michael Robert Cooke. Mein Zulu-Name ist „Gewu“, das bedeutet Ente. Ich wurde am 16. Okt. 1997 in Westville, Durban geboren.

In Durban ist alles schön. Hier kann man im Winter mit einem T-Shirt und kurze Hosen barfuß herumlaufen oder zum Strand fahren und schwimmen gehen.

Es gibt auch viele Tiere und Vögel, Bäume überall und große freie Flächen zwischen den Häusern.

Wir haben auch die Drakensberge, die sind wunderbar. Da kann man im Busch oder auf großen Feldern und Bergen wandern gehen. Das ist sehr schön!

Michael Robert Cooke