Schlagwort-Archive: Erlebnisse

Mandela ist Präsident

Als Vater der Nation sich für die Versöhnung der Ethnien eingesetzt

(Autorin: Nadja Krupke)

– MANDELA-Spezial –

„Never, never and never again shall it be that this beautiful land will again experience the oppression of one by another and suffer the indignity of being the skunk of the world.Nelson Mandela

Nach seiner Wahl am 10. Mai 1994 stellte Nelson Mandela sich zum ersten Mal vor dem Volk und plädierte, dass Südafrika nie wieder unter den menschenunwürdigen Verhältnissen leiden solle, wie es in der Apartheid der Fall war. Er war der erste Präsident der Südafrika die Demokratie und den Frieden brachte und der den Menschen wieder Hoffnung schenkte. Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Eine Zukunft ohne Rassenhass und Rassentrennung. Eine Zukunft mit politischer, sozialer und wirtschaftlicher Gleichberechtigung.

© Nelson Mandela war der erste schwarze Präsident Südafrikas. Während seiner Amtszeit von 1994 bis 1999 setzte er sich für eine friedliche Transformation des Landes ein (Quelle: flickr/ Geoff's Trains)

© Nelson Mandela war der erste schwarze Präsident Südafrikas. Während seiner Amtszeit von 1994 bis 1999 setzte er sich für eine friedliche Transformation des Landes ein. (Quelle: flickr/ Geoff’s Trains)

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Berlinale 2013 – Filmkritik „Elelwani“

Ist Liebe stärker als Tradition? Ein außergewöhnliches Drama mit sozialkritischem Anspruch

(2010sdafrika-Redaktion)

© Sequenz aus dem Film "Elelwani". (Quelle: Berlinale/ Shadowy Meadows Productions)

© Sequenz aus dem Film „Elelwani“. (Quelle: Berlinale/ Shadowy Meadows Productions)

Offizielle Handlung:

Es beginnt mit einer Autofahrt, die sich für Elelwani und Vele anfühlt wie der Aufbruch in die Sommerfrische des Lebens. Elelwani hat gerade ihr Studium abgeschlossen, ist verliebt in Vele, der neben ihr sitzt. Sie fahren durch die immer grüner werdende Landschaft in Elelwanis Heimatdorf, wo sie ihren Eltern ihre Pläne von ihrer Heirat und Zukunft erzählen wollen. Sie werden mit einem dramatischen Tanz empfangen – zu Ehren der ersten Frau aus dem Dorf, die es zu akademischen Würden gebracht hat. So vermutet Elelwani.

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Verlierer sehen anders aus

Der Parteitag endet: Motlanthe, Zuma, der ANC und die Wirtschaft gehen als Sieger hervor

(Autor: Ghassan Abid)

– ANC-Parteitag-Spezial –

Spannend waren die Ereignisse auf dem 53. Bundesparteitag der Regierungspartei ANC im südafrikanischen Mangaung, der am Donnerstag zu Ende ging. Bereits am ersten Tag drohte die Mangaung-Konferenz in einen Eklat zu enden. In den darauf folgenden Tagen kam es zu turbulent artigen Szenen innerhalb und außerhalb des Tagungsortes. Und dennoch konnten alle Beteiligten mit einem guten Gefühl den Parteitag verlassen. Denn Verlierer gab es diesmal nicht.

    © Der 53. Bundesparteitag des ANC in Mangaung ist nun zu Ende gegangen. Präsident Jacob Zuma, der neue ANC-Vizepräsident Cyril Ramaphosa und Kgalema Motlanthe sind als Polit-Trio taktisch vorgegangen. Zwar ist Motlanthe nicht mehr Parteivizepräsident, doch wird er in einem anderen Bereich seine Verwendung finden. Ihm wird die Führung einer ANC-Hochschule übertragen. Ebenso kann die Wirtschaft aufatmen, da die Verstaatlichungspläne endgültig vom Tisch sind. (Quelle: flickr/ MyANCOfficial)

© Der 53. Bundesparteitag des ANC in Mangaung ist nun zu Ende gegangen. Präsident Jacob Zuma, der neue ANC-Vizepräsident Cyril Ramaphosa und Kgalema Motlanthe sind als Polit-Trio taktisch vorgegangen. Zwar ist Motlanthe nicht mehr Parteivizepräsident, doch wird er in einem anderen Bereich seine Verwendung finden. Ihm wird die Führung einer ANC-Hochschule übertragen. Ebenso kann die Wirtschaft aufatmen, da die Verstaatlichungspläne endgültig vom Tisch sind. (Quelle: flickr/ MyANCOfficial)

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Buchkritik Elena Beis: Südafrika 151

Südafrika als Land der Widersprüche, Faszination und außergewöhnlichen Erlebnisse

(Autor: Ghassan Abid)

Jeder der mal in Südafrika war, ist vom Land entweder positiv oder negativ angetan. Die Einen verlieben sich auf der Stelle in Land und Leute, während die Anderen das Kapland mit einer negativen Wahrnehmung verknüpfen. Die in Köln geborene Dauerreisende Elena Beis, die seit 2005 freiberuflich für mehrere Medien zum Land Südafrika schreibt, geht in ihrem aktuellsten Buch „Südafrika 151“ diesem Paradoxon auf den Grund. Als Resultat dessen entstand ein Lesestoff mit 151 Momentaufnahmen.

© Buchcover von "Südafrika 151 - Portrait einer sich wandelnden Nation in 151 Momentaufnahmen".

© Buchcover von „Südafrika 151 – Portrait einer sich wandelnden Nation in 151 Momentaufnahmen“.

Im Portrait „Der Traum“ wird ein Mädchen beschrieben, welches die Bewegungen einer Libelle mit großer Neugierde beobachtet. Das Insekt, das als „Wesen des Himmels“ umschrieben wird, animiert das Mädchen zu eigenen flugartigen Bewegungen. Nicht nur am Einfangen der Libelle scheitert das Kind, sondern auch am Hinaufsteigen in die Höhe. Im Abbild „Widersprüchlichkeit“ eröffnet die Autorin bei Erläuterung der europäischen Seeweghistorie zum Kap die beiden konträren Gesichter Kapstadts. Während das „Kap des Untergangs“ von Elendsvierteln östlich der Stadt geprägt ist, dominiert beim „Kap der Hoffnung“ die Schönheit der Sommerabende. Der Tafelberg, mit dem diese Metropole in Verbindung gebracht wird, legt sich wie eine schützende und warme Hand über seine Bewohner. Hingegen werden im Portrait „Nelson Mandela“ die verschiedenen Lebensabschnitte dieses Idols – Königssohn, Hirte, Freiheitskämpfer, Häftling, Präsident, Anti-AIDS-Aktivist und Tata (Vater der Nation) – präzise gekennzeichnet.

Südafrika ist tatsächlich kein klassisches afrikanisches Land, falls eine solche Beschaffenheit überhaupt vorhanden ist. Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Regenbogennation ließen und lassen deutliche Gegensätze erkennen. Sofern man sich der exemplarischen Tatsache bewusst wird, dass neben der modernen Medizin des Westens auch die der traditionellen Medizinmänner, die der Sangomas, als parallel existierende Gesundheitssysteme von Patienten aufgesucht werden, dann versteht man die gesellschaftliche Sonderbarkeit dieser Region.

Elena Beis gelingt die Mammutaufgabe, Südafrika aus verschiedenen Perspektiven heraus zu beleuchten und vorzustellen. Eindrucksstarke Bilder, unterhaltsame Anekdoten und interessante Einblicke in die einzelnen Bevölkerungsgruppen machen Südafrika 151 zu einer absolut lesenswerten Lektüre! Jedes der 151 Momentaufnahmen entführt den Leser peu à peu in eine Welt, die zwischen Leidenschaft und Ernüchterung pendelt. Wer das Buch nicht liest, der verpasst was.

Elena Beis: Südafrika 151 – Portrait einer sich wandelnden Nation in 151 Momentaufnahmen. Conbook Verlag, Meerbusch 2012, ca. 300 Seiten, 14,95 Euro, erscheint 10/2012.

Leben in der „Stadt des Goldes“

Ein Gastbeitrag von Barbara Brühwiler, Schweizer Buchautorin

© Buchautorin Barbara Brühwiler

Johannesburg hat für jeden Besucher eine andere Bedeutung. Die armen Massen in Afrika nennen Johannesburg Egoli, die Stadt des Goldes, die Stadt, in der es Arbeitsplätze gibt, und unermesslichen Luxus wie zum Beispiel eine Waschmaschine, in der schimmernde neue Autos durch die breiten Strassen fahren, wo der Reichtum einen blendet. Für die Touristen ist Johannesburg die Welthauptstadt des Verbrechens und das Eingangstor zu Afrika, wo man in ein Flugzeug nach Kapstadt, an die Victoria-Fälle oder nach Namibia umsteigt, oder ein Mietauto in Empfang nimmt und mit bangem Gefühl so schnell als möglich die Autobahn in Richtung Krüger-Park oder Durban unter die Räder nimmt. Die afrikanischen Geschäftsleute schauen nach Johannesburg als das New York Afrikas, die wichtigste geschäftliche Drehscheibe des ganzen Kontinents. Und die Fussball-Fans richten ihre Aufmerksamkeit auf Johannesburg, wenn dort im Juni der Anpfiff zur Fussball-WM 2010 stattfinden wird.

Ihren Ursprung hat die Stadt Johannesburg in Goldminen. Im Juli 1886 entdeckte ein australischer Abenteurer Gold im Witwatersrand, dem Hügelzug in Johannesburgs Westen. Zum Missfallen der Afrikaans sprechenden Buren, die in diesem Gebiet Landwirtschaft betrieben, strömten Goldsucher, Glücksritter und ihr Gefolge aus aller Welt in Massen ins Gebiet und liessen sich um Johannesburg nieder, das sich als grösste Goldfundstätte der Welt entpuppen sollte. Im Stadtzentrum von Johannesburg sind die alten Strukturen von damals immer noch zu sehen: schachbrettartig angelegte Strassen, der historische Marktplatz und alte Häuser mit hölzernen Vordächern, die an Saloons aus amerikanischen Western-Filmen erinnern. Einige eingewanderte Männer, die sogenannten Randlords, wurden durch den Goldbau sehr schnell sehr reich und konnten sich riesige, luxuriöse Villen bauen. Die schwarzen Minenarbeiter jedoch wurden nur als Saisonarbeiter zugelassen. Bis zum Ende der Apartheid mussten sie ihre Familien zurücklassen und unter traurigen Bedingungen in gefängnisartigen Kasernen hausen.

Diese Gegensätze prägen das Johannesburg von heute immer noch. Einerseits sind da die gepflegten Villen und Einfamilienhäuser im prächtigenNorden und Nord-Westen von Johannesburg, die mit ihrem grosszügigen Umschwung dafür sorgen, dass Johannesburg als der grösste von Menschen angepflanzte Wald gilt.

© Downtown Johannesburg

Etwas weiter weg vom Stadtzentrum haben sich die sogenannten Estates entwickelt, die Siedlungen, bei denen ein Dorf durch einen Zaun und ein durchdachtes Sicherheitssystem geschützt wird. Sie sollen dafür sorgen, dass sich die Bewohner innerhalb der Grenzen des Estate frei bewegen können, ohne sich um ihre Sicherheit zu sorgen. Andererseits gibt es überall verstreut sogenannte Squatter Camps, Hüttensiedlungen für die Ärmsten, die zu grossen Teilen auch von Menschen bewohnt werden, die aus anderen afrikanischen Staaten eingewandert sind. SOWETO, das berühmt-berüchtigte Township, in dem es während der Apartheid-Zeiten gärte, hat sich in weiten Teilen zu einer Vorstadt amerikanischer Art gemausert. Kleine Häuser sitzen friedlich auf kleinen Grundstücken, und von vielen Garagen aus werden Geschäfte betrieben.

Zu Zeiten der Apartheid wurden die Bewohner Südafrikas streng getrennt nach der Farbe ihrer Haut. Diese jahrelange Trennung lässt sich in Johannesburg auch heute noch spüren; noch immer mischen sich die verschiedenen Menschenrassen nicht so einfach. Im Café sitzen Inder fast immer mit Indern, Weisse mit Weissen, und Schwarze mit Schwarzen. Gemischtfarbene Paare sieht man selbst in Europa weit öfters als hier.

Johannesburg gibt sich auf den ersten Blick kosmopolitisch-modern, doch eine genaue Beobachtung zeigt, dass sein Herz eben doch afrikanisch schlägt. Dies ist wohl einer der Gründe, weshalb sich auch viele Europäer gerne in dieser Stadt niederlassen. Die Stadt bietet – sagen die Johannesburger – das beste Klima der Welt, moderne Infrastruktur, Arbeitsplätze und Geschäftsmöglichkeiten, und daneben eine afrikanische Atmosphäre, einen afrikanischen Vibe.

Bevor wir uns vor vier Jahren in Richtung Johannesburg aufgemacht haben, suchte ich in Europa verzweifelt nach Informationen über diese Stadt, die sich abheben von den häufigen negativen Zeitungsartikeln, die immer nur Schreckensmeldungen über Johannesburg verbreiteten.

© Cover des Buches ´Boerewors und Chardonnay – Ein Jahr in Südafrika´

Ich suchte nach einem Buch, das tiefer greift und dem modernen Südafrika gerecht wird. Leider wurde ich nicht fündig. Damit es andere leichter haben und den Start im neuen Land oder den Urlaub in Südafrika geniessen können, habe ich ein Buch über das Leben im heutigen Südafrika geschrieben: „Boerewors und Chardonnay – Ein Jahr in Südafrika“. Es ist das Buch, das ich vor Jahren gesucht habe. Und auch ein bisschen eine Liebeserklärung an ein wunderbares Land.


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Boerewors und Chardonnay – Ein Jahr in Südafrika“ von Barbara Brühwiler, im Wiesenburg Verlag
ISBN 978-3-940756-89-3
Unterhaltsame Situationen und Anekdoten, gewürzt mit ernsten Themen und geschichtlichem Hintergrund: Südafrika für Anfänger und Fortgeschrittene!“

www.ein-jahr-in-suedafrika.com

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—> Boerewors und Chardonnay: Ein Jahr in Südafrika