Schlagwort-Archive: Ermittlungsbehörden

Bewegung im Mordfall Anni Dewani

Brite Dewani verliert Abweisung eines Auslieferungsersuchens der Justiz Südafrikas

(Autor: Ghassan Abid)

Rund drei Jahre nach dem Flitterwochen-Mord an Anni Dewani in Kapstadt kommt Bewegung in die Sache. Shrien Dewani, ein Brite indischer Abstammung, verlor am gestrigen Freitag vor dem High Court in London seine Abweisung eines Auslieferungsersuchens der südafrikanischen Justiz. Die Richter machten unmissverständlich klar, dass sofern sich der Gesundheitszustand des Angeklagten stabilisiert hat, er mit einer unverzüglichen Auslieferung zu rechnen hat.

    © Rund drei Jahre nach dem Flitterwochen-Mord an Anni Dewani in Kapstadt kommt Bewegung in die Sache. Ihr Witwer Shrien Dewani verlor am gestrigen Freitag seine Abweisung eines südafrikanischen Auslieferungsersuchens. Der High Court in London macht den Weg für einen Strafprozess am Kap frei. Doch der Angeklagte kann noch in die Revision gehen. (Quelle: Privat)

© Rund drei Jahre nach dem Flitterwochen-Mord an Anni Dewani in Kapstadt kommt Bewegung in die Sache. Ihr Witwer Shrien Dewani verlor am gestrigen Freitag seine Abweisung eines südafrikanischen Auslieferungsersuchens. Der High Court in London macht den Weg für einen Strafprozess am Kap frei. Doch der Angeklagte kann noch in die Revision gehen. (Quelle: Privat)

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Pistorius-Bruder Carl angeklagt

Skepsis an der Glaubwürdigkeit der Staatsanwaltschaft Südafrikas kommen auf

(2010sdafrika-Redaktion)

© Carl Pistorius ist nun wie sein berühmter Bruder Oscar Pistorius im Visier der Staatsanwaltschaft. Ihm wird die fahrlässige Tötung einer Motarradfahrerin in der Industriestadt Vanderbijlpark im Jahr 2010 vorgeworfen. (Quelle: flickr)

© Carl Pistorius ist nun wie sein berühmter Bruder Oscar Pistorius im Visier der Staatsanwaltschaft. Ihm wird die fahrlässige Tötung einer Motarradfahrerin in der Industriestadt Vanderbijlpark im Jahr 2010 vorgeworfen. (Quelle: flickr)

Damit hätte wirklich niemand gerechnet. Wie heute bekannt wurde, ist gegen den Bruder des Leichtathleten Oscar Pistorius Anklage erhoben worden. Carl Pistorius wird vorgeworfen, im Jahr 2010 eine Motorradfahrerin im Rahmen eines Verkehrsunfalls getötet zu haben. Die Anklage lautet daher auf fahrlässige Tötung. Es drohen ihm mehrere Jahre Haft.

Ende März 2013 soll sich Carl Pistorius vor einem Gericht verantworten. Er habe in Vanderbijlpark, einer Industriestadt südlich von Johannesburg, grob fahrlässig gehandelt. Als Autofahrer soll er am Tod der Motorradfahrerin verantwortlich gewesen sein. Kenny Oldwage werde nicht nur Oscar sondern zusätzlich auch Carl Pistorius als Anwalt vor Gericht vertreten.

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Tragisches Bollywood-Drama in Kapstadt

Südafrikas Justiz und Medien fordern Auslieferung des Briten Shrien Dewani

(Autor: Ghassan Abid)

Shrien Dewani beschäftigt seit Ende 2010 sämtliche Medien in Südafrika, Großbritannien und Indien. Mehrere Regierungspolitiker äußerten sich bereits zum Fall. Die Justiz Südafrikas fordert bisweilen die Auslieferung von Dewani, welcher sich aktuell in einer psychiatrischen Anstalt in England befindet. Allerdings verweigerte die britische Justiz am gestrigen Tag die vorläufige Auslieferung des reichen Businessman an Südafrika. Zur Begründung wurde der schlechte Gesundheitszustand des Tatverdächtigen angeführt.

Liebesgeschichte wie aus einem Bollywood-Film

Shrien Dewani stammt aus einem reichen bürgerlichen Elternhaus. Nach seinem Studium zum Wirtschaftsprüfer an der University of Manchester, arbeitete er für das Unternehmen Deloitte und die Stadtverwaltung von London. 2009 lernte er die Schwedin indischen Ursprungs, Anni Hindocha, kennen. Sie modelte in England. Im Oktober 2010 heirateten schließlich beide im indischen Mumbai und Anni Hindocha übernahm den Namen ihres Mannes. Bis zu diesem Zeitpunkt schilderten sämtliche Familienangehörige und Freunde, dass das Ehepaar sehr glücklich war und Shrien seiner großen Liebe jeden Wunsch erfüllte.

Hochzeitsvideo aus glücklichen Tagen

Horror in den Flitterwochen

Doch als die frisch Getrauten ihre Flitterwochen in Südafrika verbrachten, kehrte eine unerwartete Kehrtwende ein. Am 7. November 2010 landeten Shrien und Anni Dewani am Cape Town International Airport. Vier Nächte hielten sich im Krüger-Nationalpark auf. Am 13. November 2010 dinierten beide in einem Strandrestaurant und setzten ihren „slum tourism“ in Gugulethu fort, einem Township bei Kapstadt. Zola Tongo war mehrfach ihr Fahrer und auch am 13. November 2010 dabei, als das Taxi von zwei bewaffneten Männern überfallen wurde. Zu fünft fuhren sie ohne Ziel in Gugulethu herum, bis Shrien Dewani und Zola Tongo aus dem Fahrzeug geworfen wurden. Die Fahrt setzten die Kidnapper mit Anni alleine fort. Ein Tag später wurde die Schwedin im Township Khayelitsha von Polizeibeamten im selben Taxi tot aufgefunden. Ihr Körper wies mehrere Spuren von äußerer Gewalteinwirkung auf, unter anderem die einer Schusskugel im Nackenbereich. Mehrere Wertgegenstände Anni´s verschwanden.

© Anni Dewani, Geburtsname Hindocha, wurde im Vorort von Kapstadt entführt und ermordet. Ihr eigener Ehemann wird nach Auffassung der südafrikanischen Ermittlungsbehörden als Auftraggeber des Mordes bezichtigt. (Quelle: justice4anni.com)

© Anni Dewani, Geburtsname Hindocha, wurde im Vorort von Kapstadt entführt und ermordet. Ihr eigener Ehemann wird nach Auffassung der südafrikanischen Ermittlungsbehörden als Auftraggeber des Mordes bezichtigt. (Quelle: justice4anni.com)

Verdacht des Auftragsmordes

Seit dem Vorfall vom 13. November 2010 steht Shrien Dewani in Verdacht, den Mord an seiner Ehefrau in Auftrag gegeben zu haben. Nach einem Verhör des Taxifahrers Zola Tongo kam heraus, dass Shrien ihm rund 15.000 Rand angeboten haben soll, um seine Frau umbringen zu lassen. Aus den Indizien wurden zunehmend Beweise, nachdem Überwachungsbilder des Hotels ausgewertet wurden. Zu sehen ist, dass Shrien dem Fahrer Bargeld in einer weißen Tüte übergeben hatte. Auch soll sich Shrien in einigen Aussagen widersprochen haben. Dennoch beteuert Shrien Dewani bis zum heutigen Tage seine Unschuld. Die Geldübergabe im Hotel soll lediglich im Zusammenhang mit dem Tour-Guiding stattgefunden haben.

CCTV-Aufnahme: Geldübergabe zwischen Shrien Dewani und Zola Tongo

Großbritannien unterstützt Ermittlungsbehörden Südafrikas

Der High Court of Justice, das Oberste Gericht von England und Wales, hat seine Kooperationsbereitschaft mit den südafrikanischen Behörden signalisiert. Auch die Innenministerin Großbritanniens, Theresa May, untermauerte im September 2011 die Notwendigkeit einer Auslieferung des Beschuldigten. Shrien Dewani ist allerdings gegen die geplante Auslieferung in Berufung gegangen und versucht weiterhin einen Prozess in Südafrika zu verhindern. Die Haftbedingungen in südafrikanischen Gefängnissen würden für ihn ein Risiko darstellen, vor allem im Hinblick auf sexuelle Übergriffe durch Mitgefangene.

Strafverfolgungsbehörde in Südafrika geht von Schuld aus

Der Pressesprecher Mthunzi Mhaga von der National Prosecuting Authority (NPA), welche die Funktion der obersten Strafverfolgungsbehörde Südafrikas einnimmt, hat mehrfach festgehalten, dass die südafrikanische Justiz von einer Verwicklung Shrien Dewani´s in den Mord überzeugt ist. Die NPA geht davon aus, dass bei einer Verbesserung des Gesundheitszustandes des Angeklagten einer Auslieferung durch die britischen Kollegen nichts entgegenstehen wird.

Kritik an der Ermittlungsarbeit der Behörden

Die Polizei SAPS, die NPA und die Medien sind unter anderem durch die britische Presse kritisiert worden; die Behörden für die mangelnde saubere Ermittlungsarbeit und die Medien für die Vorfeld-Verurteilung von Dewani.  Der Grundsatz der Unschuldsvermutung sei mit Füßen getreten worden, heißt es von Prozessbeobachtern. Auch wird der südafrikanischen Öffentlichkeit vorgeworfen, dass die Medienkampagne der Familie von Anni eine Beeinflussung der mit dem Fall betrauten Personen erzielt hat. Mehrere Organisationen und formlose Vereinigungen sind ins Leben gerufen worden, wie etwa Justice for Anni, die eine harte Verurteilung des Businessman fordern. Ebenso konnte noch kein  überzeugendes Motiv ermittelt werden, warum Shrien seine Frau umbringen lassen sollte.  Der Taxifahrer Tongo ist bereits zu einer Haftstrafe von 18 Jahren verurteilt worden. Den beiden Kidnappern erwartet am 13. April das Urteil. Ihr Verteidiger wirft der Polizei vor, dass seine Mandaten Xolile Mngeni und Mzwamadoda Qwabe zu einem Geständnis unter Folterandrohung gezwungen wurden.

Unterdessen versicherte Südafrikas Justizminister Jeff Radebe  dem britischen Bürger einen fairen Prozess am Kap zu. Längst ist dieses Rechtsverfahren zu einem Politikum avanciert, welches die Leistungsfähigkeit der südafrikanischen Justiz ins Zentrum des öffentlichen Diskurses gerückt hat. Die weitere Entwicklung  bleibt abzuwarten.

Hells Angels am Kap droht das Aus

Arbeitsteilung und PR-Arbeit als Bestandteile eines Neustruktierungskonzeptes

(2010sdafrika-Redaktion)

In der Vergangenheit berichtete „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ mehrfach über die Hells Angels in Südafrika. Zum Einen fielen die Höllenengeln Johannesburgs mit Rechtsextremismus-Vorwürfen und zum Andern mit dem Einfluss deutscher Rocker hinsichtlich des Aufbaus eines Netzwerks am Kap auf.

© Screenshot zur neuen Webseite "www.hells-angels.co.za/index1.htm"

Wie nun aus interner Quelle bekannt wurde, befinden sich die Höllenengel seit Mitte 2011 in einer Neuorganisationsphase. Der Mitgliederschwund gilt als größte Herausforderung, die die fortwährende Existenz dieser Organisation deutlich erschwert. Auch sollen finanzielle Engpässe die Rocker in Bedrängnis gebracht haben. Die Hells Angels stellen sich gegenwärtig diesen Zäsuren, indem das Charter Johannesburg offensiv auf Mitgliedersuche ist. Jede Woche finden im Rockerladen „Angels Palace“ in der Kommune Boksburg südlich des Flughafens von Johannesburg offene Veranstaltungen statt. Die Anwerbung von neuen Rockern stellt bei der Zielsetzung des Charters eine äußerst wichtige Priorität dar.  Allerdings sollen entsprechend rassischer Kriterien nach wie vor nur hellhäutige Südafrikaner in diesem Prozess eingebunden werden.

Ebenfalls ist die Website der Hells Angels Südafrika komplett umgestaltet, ein Newsletter eingerichtet, das Sortiment des Rockershops ausgeweitet und Rockermagazine sind ins Leben gerufen worden. Der Verkauf von Hells Angels-Artikeln wird vornehmlich über das Charter Durban betrieben, um auf diesem Wege die Freunde des Johannesburger Clubs bei der Rekrutierung zu unterstützen. Diese Arbeitsteilung erweist sich in der Geschichte der Rockerszene in Südafrika als neuartige Entwicklung in diesem Milieu.

Genauso wurde bekannt, dass nicht nur deutsche Hells Angels-Mitglieder wie „Batschi“ beim Aufbau südafrikanischer Rockerstrukturen mithalfen, sondern schwerpunktmäßig auch schwedische „Vereinsfreunde“. Der ehemalige Hells Angels-Präsident Schwedens, Thomas Möller, ist bei den Höllenengeln innerhalb und außerhalb Südafrikas äußerst bekannt. Südafrikanische und schwedische Ermittlungsbehörden wurden auf Möller aufmerksam, nachdem sein exzessiver Lebensstil Fragen hinsichtlich seiner Einnahmen aufgeworfen hatte. Die Aufdeckung von möglichen kriminellen Aktivitäten bleibt in diesem Zusammenhang unbeantwortet. Möller´s gegenwärtiger Aufenthaltsort gilt nach dem heutigen Stand  und trotz der Recherchen von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ weiterhin als unbekannt.