Schlagwort-Archive: exotisch

Reiseziel Südafrika

120 eingereiste Südafrikaner warben auf der Tourismusmesse ITB Berlin um deutsche Urlauber

(Autor: Ghassan Abid)

Es ist Sonntag, der 10. März 2013, als winterliche Temperaturen die Bundeshauptstadt Berlin voll im Griff haben. An einem Ort hingegen war die Atmosphäre alles andere als grau, kühl und trist. Denn auf der weltgrößten Tourismusmesse ITB Berlin tummelten sich Menschen aus aller Welt. Tänze, Gesänge und bunte Farben prägten die Messe. Von regionalen Reiseanbietern aus Deutschland bis hin zu exotischen Zielen war alles vertreten. Auch warme Reiseziele wie Südafrika waren wie in den Jahren zuvor erneut präsent.

© 120 Südafrikaner sind anlässlich der Tourismusmesse ITB 2013 nach Berlin eingeflogen worden, um die deutsche Öffentlichkeit für einen Urlaub in Südafrika zu gewinnen. 204.247 deutsche Touristen besuchten im Zeitraum Januar 2012 bis Oktober 2012 das Kap.

© 120 Südafrikaner sind anlässlich der Tourismusmesse ITB 2013 nach Berlin eingeflogen worden, um die deutsche Öffentlichkeit für einen Urlaub in Südafrika zu gewinnen. 204.247 deutsche Touristen besuchten im Zeitraum Januar 2012 bis Oktober 2012 das Kap.

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Berlinale 2013 – Filmkritik „Elelwani“

Ist Liebe stärker als Tradition? Ein außergewöhnliches Drama mit sozialkritischem Anspruch

(2010sdafrika-Redaktion)

© Sequenz aus dem Film "Elelwani". (Quelle: Berlinale/ Shadowy Meadows Productions)

© Sequenz aus dem Film „Elelwani“. (Quelle: Berlinale/ Shadowy Meadows Productions)

Offizielle Handlung:

Es beginnt mit einer Autofahrt, die sich für Elelwani und Vele anfühlt wie der Aufbruch in die Sommerfrische des Lebens. Elelwani hat gerade ihr Studium abgeschlossen, ist verliebt in Vele, der neben ihr sitzt. Sie fahren durch die immer grüner werdende Landschaft in Elelwanis Heimatdorf, wo sie ihren Eltern ihre Pläne von ihrer Heirat und Zukunft erzählen wollen. Sie werden mit einem dramatischen Tanz empfangen – zu Ehren der ersten Frau aus dem Dorf, die es zu akademischen Würden gebracht hat. So vermutet Elelwani.

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MIAGI Youth Orchestra

Jugendliche aus Südafrika und Deutschland mit der Leidenschaft für das interkulturelle Musizieren

(Autor: Ghassan Abid)

Das Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt war am vergangenen Wochenende äußerst lebendig, multikulturell und durchaus exotisch aufgestellt. Anlässlich des Young Euro Classic trat die aus rund 90 jungen Musikern bestehende Band „Music is A Great Investment“ – kurz MIAGI – unter der Leitung des Komponisten, Dirigenten und Musikers Tshepo Tsotetsi in der Bundeshauptstadt auf. Der südafrikanische Botschafter in Deutschland, Makhenkesi A. Stofile, sowie Vertreter des südafrikanischen Kulturministeriums schauten mit großem Stolz auf die Bühne.

© Das Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt dient als Austragungsort für das Young Euro Classic, an welchem auch MIAGI aus Südafrika teilnahm.

© Das Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt dient als Austragungsort für das Young Euro Classic, an welchem auch MIAGI aus Südafrika teilnahm.

Aus Südafrika eingeflogen begaben sich die jungen Gäste hauptsächlich in Österreich und Deutschland auf zweiwöchiger Tournee. In Berlin traten sie gemeinsam mit jungen Deutschen, meist Studenten, auf. MIAGI wird grundsätzlich durch staatliche Gelder – allen voran durch das Kulturministerium Südafrikas, die Lottogesellschaft Südafrikas und die Europäische Union – finanziert. Das „Young Euro Classic featuring African Jazz“, die deutsch-südafrikanische Begegnung, ist hingegen durch Spenden von Privatpersonen ermöglicht worden. Fachlich werden die Teenager durch mehrere bewährte Musiker begleitet.

© 90 junge Südafrikaner spielten am Berliner Gendarmenmarkt für das Publikum.

© 90 junge Südafrikaner spielten am Berliner Gendarmenmarkt für das Publikum.

© Vielen jungen Menschen in Südafrika bleibt der Zugang zu musischen Aus- und Weiterbildungen weiterhin verwehrt. MIAGI setzt hierbei an und ermöglicht durch Spenden die Möglichkeit der Teilhabe am Musikprojekt.

© Vielen jungen Menschen in Südafrika bleibt der Zugang zu musischen Aus- und Weiterbildungen weiterhin verwehrt. MIAGI setzt hierbei an und ermöglicht durch Spenden die Möglichkeit der Teilhabe am Musikprojekt.

Das Orchester setzte sich aus einer Vielfalt an Jugendlichen zusammen, die auf den ersten Blick zueinander mehr Differenzen als Gemeinsamkeiten aufzeigen: unterschiedliche Hautfarben, soziokulturelle Hintergründe, Einkommensverhältnisse und Erfahrungen. Doch die Erwartungshaltung der binationalen Musiktruppe ist dieselbe: Spaß und eine große Portion Leidenschaft für das gemeinsame Musizieren. Die Jugendlichen errichteten mit Hilfe der Musik eine „Brücke zwischen den Kulturen“, wie es Tsotetsi bei der Einführung zum Konzert formuliert hat. Der Mix verschiedener Musikstile wie Jazz, Klassik und südafrikanischer Folklore, verbunden mit starken Stimmen, haben das deutsche Publikum in eine außergewöhnliche Welt der akustischen und visuellen Sinne entführt. Werke wie Claude Debussys „Prélude à l’après-midi d’un faune “ werden, teilweise untermalt mit afrikanischen Klängen, in die moderne Musik überführt.

© Innenansicht des Berliner Konzerthauses am Gendarmenmarkt : Der Saal war komplett ausverkauft und die Neugierde des Publikums an die jungen Südafrikaner riesig.

© Innenansicht des Berliner Konzerthauses am Gendarmenmarkt : Der Saal war komplett ausverkauft und die Neugierde des Publikums an die jungen Südafrikaner riesig.

© Tshepo Tsotetsi ist Komponist, Dirigent und Musiker. Er leitet MIAGI und betrachtet jeden einzelnen praktizierenden Nachwuchsmusiker als "Katze"; als Bestandteil einer Familie.

© Tshepo Tsotetsi ist Komponist, Dirigent und Musiker. Er leitet MIAGI und betrachtet jeden einzelnen praktizierenden Nachwuchsmusiker als „Katze“; als Bestandteil einer Familie.

Tsotetsi, der seine Schützlinge „Cats“ nennt, setzt die Zusammenarbeit mit diesen jungen Menschen mit Lebensfreude gleich. Er betrachtet seine Katzen sogar als große Familie. Seiner lockeren, coolen und herzlichen Art ist der Erfolg von MIAGI letztendlich zu verdanken.

In einem kurzen persönlichen Gespräch mit „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ untermauerte der zum Lächeln animierende Komponist, dass er stets gerne nach Deutschland kommt und die Deutschen seine Brüder sind. Er liebt Berlin und verbindet diese deutsche Metropole mit absoluter Glückseligkeit. Auch nächstes Jahr möchte er wieder Gast an der Spree sein.  Zur starken öffentlichen Resonanz der Deutschen am Projekt MIAGI bekräftigt er seine Begeisterung mit einem ausdrucksstarkem „woooooow“. 2013 wird MIAGI sicherlich erneut anreisen. Ein Konzertbesuch lohnt sich auf jeden Fall!

Vorstellungsvideo zum Projekt MIAGI

Die letzten Zehn

Nluu, eine von nur noch rund 10 Personen gesproche Sprache, droht auszusterben.

(Autor: Ghassan Abid)

Nluu (auch geschrieben Nǀu, Nǁŋǃk) ist für viele Menschen kein Begriff, den man zuordnen kann. Es handelt sich hierbei um eine Sprache der Bevölkerungsgruppe Khoisan, welche im Süden Afrikas beheimatet ist. Khoisan ist nach geltendem Standpunkt der Ethnologie als der Oberbegriff für die beiden indigenen afrikanischen Völker Khoikhoi und San zu verstehen.

© Die Sprache Nluu wird nur noch von ca. 10 Menschen gesprochen. Ihr Aussterben und damit verbunden ein Stück afrikanisch-indigene Kultur ist vorprogrammiert.

Schon 1973 erklärte das Südafrika der Apartheid die Sprache Nluu als ausgestorben, doch haben Nachforschungen des South African San Institute (SASI) aus den neunziger Jahren ergeben, dass nur 25 Menschen aus Südafrika und dem südlichen Botswana diese Sprache noch sprechen und verstehen können. Heute wird die Anzahl der Nluu-Kenner auf gerade einmal weniger als 10 Personen geschätzt.

Als Ursache für diese Sprachvernachlässigung wird die Bevorzugung anderer Sprachen, etwa Afrikaans oder Tswana, angeführt. Genauso hat das Apartheidsregime und die einstige Rivalität mit den zahlenmäßig überlegenen Bantu-sprechenden Gruppen (z.B. Zulus und Xhosa) nach Auffassung von Sprachwissenschaftlern zur drohenden Ausrottung von Nluu geführt.

Den Linguisten Grace Humphreys und Nigel Crawhall ist es gelungen, einige Tonaufzeichungen des auf das Schnalzen basierenden Sprechverhaltens dieser indigenen Ethnie festzuhalten.