Schlagwort-Archive: Fan

Schnappschuss aus Österreich

Lothar Matthäus und der Austria-Höllenengel, der sich über das Foto mit dem Ex-Fußballprofi sehr freute

(2010sdafrika-Redaktion)

– Hells Angels-Spezial –

Das Hells Angels-Spezial auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ erfreute sich einer großen Beliebtheit. Rund 140.000 Visits verbuchte das Online-Medium, das exklusiv über die deutsche und südafrikanische Rockerszene berichtete. Während des Spezials ist der Redaktion ein Foto zugespielt worden, auf welchem der Ex-Fußballer Lothar Matthäus und ein Member eines Hells Angels Charters in Wien zu sehen sind. In der Hauptstadt Österreichs ist der Rockerklub bereits seit 1985 vertreten. Wahrscheinlich entstand das Bild im Rahmen einer üblichen Fan-Promi-Begegnung. Leider sah sich das Management von Matthäus nicht imstande, auf die Presseanfrage zur Entstehungsgeschichte des Fotos zu reagieren. Mit diesem Bild wird das Hells Angels-Spezial abgeschlossen.

Matthäus und HAMC-Mitglied

© Der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ ist ein Foto zugespielt worden, das kürzlich in Wien entstanden ist. Zu sehen sind Lothar Matthäus und ein Member des Hells Angels MC Austria. Das Management des ehemaligen Fußballstars hat die eigene Presseanfrage zur Entstehungsgeschichte des Bildes unbeantwortet gelassen. (Quelle: Privat)

Drohendes Fan-Fiasko in Südafrika

Sportminister Mbalula ruft zur Unterstützung von Bafana Bafana auf: „Wir geben sie nicht auf“

(Autor: Ghassan Abid)

– Afrika-Cup 2013-Spezial –

Das aktuellste Statement des südafrikanischen Sportministers Fikile Mbalula könnte nicht eindeutiger sein. Heute ließ dieser verlauten, dass die Fans der südafrikanischen Fußballnationalmannschaft ihr Team nicht aufgeben dürften. Die gestrige Spielbegegnung zwischen Südafrika und Kap Verde sei zwar enttäuschend verlaufen, jedoch erst der Anfang einer Spielserie.

© Südafrikas Sportminister Fikile Mbalula rief die Südafrikaner nach dem enttäuschenden Unentschieden von Bafana Bafana gegen Kap Verde zur Geschlossenheit auf. "Wir dürfen sie nicht aufgeben", sagte Mbalula. Die Unterstützung der Fans sei unverzichtbar für die kommenden Spiele gegen Angola und Marokko. (Quelle: flickr/ GovernmentZA)

© Südafrikas Sportminister Fikile Mbalula rief die Südafrikaner nach dem enttäuschenden Unentschieden von Bafana Bafana gegen Kap Verde zur Geschlossenheit auf. „Wir dürfen sie nicht aufgeben“, sagte Mbalula. Die Unterstützung der Fans sei unverzichtbar für die kommenden Spiele gegen Angola und Marokko. (Quelle: flickr/ GovernmentZA)

Weiterlesen

Veranstaltungsbericht zu „Thierse trifft … EXTRA“

Makhenkesi A. Stofile, Botschafter von Südafrika, in der Retrospektive: Mit 10 Jahren beim ANC aktiv.

(Autor: Ghassan Abid)

Am 23. Mai 2012 lud die Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin den Botschafter Südafrikas in Deutschland im Rahmen der Veranstaltungsreihe Solidaritäten über Grenzen: 100 Jahre ANC“ zum Interview-GesprächThierse trifft … EXTRAein. In chronologischer Reihenfolge sind die verschiedenen Lebensabschnitte des Botschafters zu Zeiten der Apartheid, der Demokratisierung von 1994 bis hin zur Post-WM-Ära beleuchtet worden. Makhenkesi A. Stofile hatte hierbei stets den Afrikanischen Nationalkongress, welcher im Januar dieses Jahres seinen hundertsten Geburtstag zelebrierte und somit die älteste Bewegung des gesamten afrikanischen Kontinents darstellt, in den Blick genommen. Moderiert wurde die deutsch-südafrikanische Begegnung von Wolfgang Thierse, Bundestagsvizepräsident und SPD-Politiker.

© Makhenkesi A. Stofile, Botschafter von Südafrika in Deutschland, im Gespräch mit Wolfgang Thierse, Bundestagsvizepräsident und SPD-Politiker. (Quelle: Ranem/ SÜDAFRIKA - Land der Kontraste)

© Makhenkesi A. Stofile, Botschafter von Südafrika in Deutschland, im Gespräch mit Wolfgang Thierse, Bundestagsvizepräsident und SPD-Politiker. (Quelle: Ranem/ SÜDAFRIKA – Land der Kontraste)

Aufgewachsen auf einer Farm, mit dem Segen von Gott und der Leidenschaft für Sport
Stofile wuchs auf einer kleinen südafrikanischen Farm in der Provinz KwaZulu-Natal auf. Seine Familie brachte ihm schon früh die christliche Religion nahe. Er spricht isiXhosa, eine Sprache mit Klicklauten, welche von heute rund 6,7 Millionen Südafrikanern gesprochen wird und die zweitgrößte Sprachgruppe ausmacht. Genauso ist er ein großer Fan und Mannschaftssportarten und praktizierte Fußball, Cricket, Rugby und gar Tennis. Er erinnert sich an die Schwierigkeiten beim Schulbesuch – keine Stühle in den Klassenräumen, lange Wege zu den Schulen und äußerst enge Räume. Das beim Sport notwendige Durchhaltevermögen hat er unter anderem den schwierigen Umständen während der Schulzeit zu verdanken. „Wir konnten sogar die Decken anfassen“, führte Stofile an. Nach dem Bestehen des Abiturs ging er gleich arbeiten. In einer Weberei in Port Elizabeth erwirtschaftete er bei einer belgischen Familie ein wenig Geld, welches er für ein angefangenes Medizinstudium an der Universität Fort Hare am Ostkap dringend brauchte. Fort Hare, eine in Südafrika äußerst bekannte Einrichtung, auf welche viele südafrikanische Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur gingen. Zudem begab er sich regelmäßig auf Sponsorensuche, um die Kosten der Hochschulausbildung abdecken zu können.

Hochschulen nach Ethnien untergliedert
Der heutige Botschafter erinnert sich noch gut an die ungerechten Zustände von damals, als die Hochschulen für Schwarze weitgehend verschlossen blieben. Allerdings gab es einige wenige „liberale Universitäten“, die auf Basis von Quoten einigen schwarzen oder farbigen Studenten eine Ausbildung gewährten. Die renommierte Witwatersrand-Universität (Wits) in Johannesburg, an welcher Nelson Mandela sein Jurastudium aufnahm, war einer dieser Einrichtungen. Genauso gab es Hochschulen, die ausschließlich den Schwarzen oder anderen Ethnien vorbestimmt waren. Die Universität Fort Hare, welche Stofile zum Medizinstudium besuchte, war bis in die 1960er Jahre die „einzige und erste Hochschule für Schwarze. Dann folgten landesweit weitere solcher Institutionen“.
Schließlich entschied sich Stofile dann zur Aufnahme eines weiteren Studiengangs im Bereich der Theologie, nachdem er sein Geschichtsstudium aufgrund von Lerninhaltskonflikten mit einem Universitätsprofessor abbrechen musste. Er bedauert nach wie vor diesen Schritt.

© Im jungen Alter von 10 Jahren engagierte sich Makhenkesi A. Stofile beim Afrikanischen Nationalkongress gegen die Apartheid. (Quelle: Ranem/ SÜDAFRIKA - Land der Kontraste)© Im jungen Alter von 10 Jahren engagierte sich Makhenkesi A. Stofile beim Afrikanischen Nationalkongress gegen die Apartheid. (Quelle: Ranem/ SÜDAFRIKA - Land der Kontraste)

© Im jungen Alter von 10 Jahren engagierte sich Makhenkesi A. Stofile beim Afrikanischen Nationalkongress gegen die Apartheid. (Quelle: Ranem/ SÜDAFRIKA – Land der Kontraste)

Alle Eltern waren Aktivisten des ANC
Als Antwort auf die Frage von Thierse, wann Stofile zum Afrikanischen Nationalkongress beitrat, erwiderte er: „Alle Eltern waren Aktivisten … das war normal“. Dementsprechend fand er bereits 1954 seine erste politische Betätigung im ANC. Im Alter von 10 Jahren wohlgemerkt! Die Widerstandsbewegung wandte sich zum damaligen Zeitpunkt den Familien zu, welche mit der Verhaftung von Familienmitgliedern konfrontiert waren. Auf diese Weise konnte der ANC stetig seine Gefolgschaft vergrößern. Doch erst als Student begab sich der heutige Botschafter in den sogenannten Untergrund. Er traf mehrere Persönlichkeiten, etwa Thabo Mbeki – der zweite Präsident des demokratischen Südafrikas – oder die „Mutter der Nation“ Winnie Madikizela-Mandela –damalige Ehefrau von Nelson Mandela.

Verhaftung und Anklage wegen Terrorismus und Verrat
So wie unzählige ANC-Aktivisten war auch Stofile von Verhaftungen durch die Polizei nicht verschont geblieben.“Ich weiß nicht, wie oft ich verhaftet wurde“, beklagte der Botschafter das Leben in der Apartheid. Ausgangssperren für Schwarze dienten oft als diesbezügliche Rechtfertigung. „Die Polizei hat uns vor der Weberei aufgelauert. Nach 10 Uhr galt nämlich eine Ausgangssperre. Da einige Arbeiter doch einige Minuten später die Weberei verließen und auf den Bus warteten, wurden wir verhaftet“, so der ANC-Aktivist. Schließlich ist er eines Tages von der Staatsanwaltschaft angeklagt worden. Ihm wurden Terrorismus und Verrat vorgeworfen. „Mir hat man eine Verschwörung vorgeworfen“, sagte Stofile mit lauter Stimme. Das Gericht verurteilte ihn dann zu einer Haftstrafe von 12 ½ Jahren, wovon er 4 Jahre abgesessen hatte.

Die Deutschen waren sehr gute Freunde der Apartheid
Stofile hielt fest, dass die Bundesrepublik sehr gute Beziehungen zum Apartheidsregime pflegte. Sogar der „Vater der Apartheid“, Hendrik Frensch Verwoerd, stattete Deutschland einen Besuch ab. Während die DDR, die Sowjetunion und die Staaten Osteuropas den ANC umfassend beim Widerstand unterstützten, waren die Westdeutschen weniger für die Probleme der schwarzen Mehrheitsbevölkerung sensibilisiert. „Wir sind [im Westen] als Agenten des Kommunismus betitelt worden… In [Ost]Deutschland hatten wir hingegen viele Freunde und 1975 hielt ich mich in Berlin auf“. Der Botschafter untermauerte die damaligen Bestrebungen des ANC, dass die Westdeutschen auf Produkte aus dem Apartheids-Südafrika verzichten sollten, da die Wirtschaft das Rückgrat des Regimes darstellte. „Es war schwer, hier gehört zu werden“, erinnert er sich. Umso entschlossener setzte der ANC seinen Widerstand fort. Sämtliche Entscheidungen der Bewegung sind durch Nelson Mandela abgesegnet gewesen, der auch aus dem Gefängnis heraus einen enormen Einfluss auf die Bewegung – ob im In- oder im Ausland – entfaltete.

Der Apartheids-Geheimdienstchef als Parlamentskollege
Als Nelson Mandela 1990 vom Apartheidsregime und der ihr vorstehenden National Party (NP) aus der Haftanstalt entlassen wurde, schickte der erste schwarze Präsident Südafrikas zwei Männer zu Stofile, die ihn für eine Tätigkeit im Parlament gewannen: „Sie haben mir 2 Jahre angeboten. Dann sagten sie mir, dass ich länger bleiben kann.“. Als besonderen Umstand empfand der gewählte Parlamentarier die Zusammenarbeit mit Abgeordneten, die während der Apartheid hohe Ämter inne hatten und am Unrechtssystem beteiligt waren. Vor allem die Zusammenarbeit mit dem Geheimdienstchef, der bis 1999 Mitglied der Nationalversammlung war und heute als Geschäftsmann tätig ist, sorge bei ihm bisweilen für besondere Eindrücke.

Vom  Ministerpräsidentenamt des Ostkaps ins Sportministerium
Nachdem Raymond Mhlaba mit dem Amt des Ministerpräsidenten am Ostkap – bedingt durch die 35 jährige Haftzeit auf Robben Islands – überfordert war, wurde Makhenkesi A. Stofile zum neuen Regierungschef der Provinz ernannt. Gleichzeitig ist er auch nach erfolgter Abstimmung mit Mandela in die ANC-Spitze gewählt worden. Da Stofile ein großer Sportfan ist und auch selber regelmäßig sportlich aktiv war, erhielt er kurz vor der WM 2010 das Angebot, der nächste Sportminister Südafrikas zu werden. „Nach der WM war ich so erschöpft“, untermauert er die  immense Arbeit der Südafrikaner im Hinblick auf die Durchführung der ersten Fußball-Weltmeisterschaft in Afrika. Mit lächelndem Blick in Richtung Thierse unterstrich der Botschafter seine Freude über den Sieg gegen Frankreich: „Wir haben das erste Tor der WM überhaupt geschossen und dazu Frankreich besiegt!“.

© Botschafter Stofile erinnert sich an die großen Anstrengungen im Hinblick auf die Vorbereitung der ersten Fußball-WM in Afrika.  „Nach der WM war ich so erschöpft“, sagte er. (Quelle: Ranem/ SÜDAFRIKA - Land der Kontraste)

© Botschafter Stofile erinnert sich an die großen Anstrengungen im Hinblick auf die Vorbereitung der ersten Fußball-WM in Afrika. „Nach der WM war ich so erschöpft“, sagte er. (Quelle: Ranem/ SÜDAFRIKA – Land der Kontraste)

Der Islam gehört ganz klar zu Südafrika
Nach dem sportlichen Großspektakel ist Stofile ein Botschaftsposten in Finnland angeboten wurden, welches er gerne angenommen hätte. Doch die Entscheidung ist von den zuständigen Personen revidiert worden und Berlin wurde ihm nun vorgeschlagen. Seit 2011 ist er nun der höchste Repräsentant Südafrikas in Deutschland. Thierse fragte nach den Unterschieden von Südafrikanern und Deutschen. Der Botschafter machte deutlich, dass in Südafrika die Einwanderung ein großes Thema darstelle, während hierzulande über die Einwanderung UND Religion debattiert werde. „Der Islam gehört ganz klar zu Südafrika.“ Stofile spielt die kontrovers geführte Auseinandersetzung im Hinblick auf den Umgang mit Muslimen und dem Islam in Deutschland an.

© Südafrikas höchster Repräsentant in Deutschland sprach die deutsche Islamdebatte an. Mit ein wenig Verwunderung erläuterte Botschafter Stofile den Standpunkt seines Landes, dass der Umgang mit dem Islam und den Muslimen am Kap völlig normal ist und keineswegs kontroverse Debatten auslöst. (Quelle: Ranem/ SÜDAFRIKA – Land der Kontraste)

© Südafrikas höchster Repräsentant in Deutschland sprach die deutsche Islamdebatte an. Mit ein wenig Verwunderung erläuterte Botschafter Stofile den Standpunkt seines Landes, dass der Umgang mit dem Islam und den Muslimen am Kap völlig normal ist und keineswegs kontroverse Debatten auslöst. (Quelle: Ranem/ SÜDAFRIKA – Land der Kontraste)

Ich wünsche mir …
Botschafter Stofile hielt zum Ende der Veranstaltung fest, dass er sich einen Ausbau des Zugangs der Bevölkerung zu Wasser und Strom wünsche. Vor allem die „rural areas“, die ländlichen Gegenden Südafrikas, weisen weiterhin große Entwicklungsdefizite auf – gesteht er ein. „Alles außerhalb von Kapstadt braucht weitere Unterstützung. Südafrika ist ein armes Land.“ Aus diesem Grund verfolgt der Botschafter das Bestreben, dass die südafrikanischen Minister für ländliche Entwicklung nach Deutschland kommen. Außerdem bewertet Stofile den Landwirtschaftssektor, welcher im Vergleich zu anderen Sektoren wie den Minen an ökonomischer Bedeutung abgenommen hat, als wichtig. Die Landwirtschaft trägt zur Wohlstandsentwicklung der Nation bei. Diese schaffe viele Arbeitsplätze und produziere Nahrungsmittel, lautet seine Begründung. „Beides brauchen wir“, so Stofile. Ferner muss das Land noch große Anstrengungen im Bildungsbereich und beim Klima- bzw. Umweltschutz unternehmen. Die gegenwärtigen Machtkämpfe innerhalb des ANC bewertet das langjährige Parteimitglied als „sehr, sehr, sehr traurig“.

WM 2010 – ein dickes Geschäft für Deutschlands Unternehmen

WM 2010 – ein Big Deal der Extraklasse für Deutschlands Geschäftsleute

(Autor: Ghassan Abid)

Am 11. Juni 2010 ist es dann endlich soweit, wenn die erste Begegnung der Fußball- Weltmeisterschaft 2010 im Soccer City-Stadion in Soweto/Johannesburg vor 94.700 Zuschauern angepfiffen wird. Der Gastgeber „Bafana Bafana“ tritt dann gegen die mexikanische Nationalmannschaft an. Schwierig ist es, den genauen Ausgang dieser Partie zu prognostizieren, jedoch kann man die Deutschen schon als Sieger des afrikanischen Ereignisses zählen. Denn die Geschäftsbücher der deutschen Wirtschaft sind bereits jetzt mit vielen schwarzen Zahlen gefüllt.

Das Ziel der südafrikanischen Regierung ist ehrgeizig und gigantisch zugleich. Der Präsident Jacob Zuma hat sich zum Ziel gesetzt, das Sportereignis zum „the best World Cup ever“ zu etablieren. Dieser Wille setzte massive Investitionen in Verkehr und Transport, Umwelt und Tourismus, Kultur, Energie, Sicherheit und Kommunikation voraus. Der Botschafter der Republik Südafrika in Deutschland, S.E. Sonwabo Eddie Funde, bezifferte in einer Stellungnahme vom 05.12.2009 die Investitionen seines Staates in die Infrastruktur des Verkehrs- und Transportwesens, der Energiegewinnung und Telekommunikation, sowie im Stadienbau mit über 5 Milliarden Euro. Zusätzlich investiere die Privatwirtschaft weitere 2,5 Milliarden Euro in die touristische Infrastruktur des Gastgebers. An diesem großen Kuchen schneiden sich vor allem deutsche Firmen ein großes Stück ab.

Ein Erfolgsbeispiel hierfür stellt das Hamburger Architekturbüro Gerkan, Mang und Partner (gmp) dar, welches gemeinsam mit südafrikanischenPartnern den Zuschlag für gleich drei der insgesamt zehn WM-Stadien einholen konnte.

© Green Point Stadium in Kapstadt – Februar 2009

Im November 2005 gewann gmp den Auftrag zum Bau des Nelson Mandela Bay-Stadiums in Port Elizabeth, welches nach FIFA-Angaben Platz für 48.000 Zuschauer bereitstellt und ein Kostenvolumen von 55-60 Mio. Euro einnimmt. Schließlich knüpte am ersten Erfolg im Juni 2006 das Moses Mabhida Stadium in Durban an, welches 70.000 Sitzplätze vorsieht und über 177 Mio. Euro kosten wird. Zu guter Letzt folgte im selben Jahr die Vergabe des Green Point Stadiums, welches für 70.000 WM-Begeisterte in Kapstadt konzipiert wurde und rund 180 Mio. Euro teuer war. Geleitet wurden die Baumaßnahmen durch das extra hierfür eingerichtete gmp-Büro am Kap. Alle drei Stadien sahen bis 2009 ihren Abschluss vor, da jedoch durch Streiks der Arbeiter und Protestaktionen von Umweltaktivisten die Bauarbeiten unterbrochen wurden, steht der Abschluss des Stadions in Port Elizabeth noch aus, während Durban und Kapstadt die WM-Fangruppen bereits gastfreundlich empfangen können.

Die Siemens AG konnte ebenfalls kräftig absahnen und Aufträge in Höhe von einer Milliarde Euro an Land ziehen. Der Großteil dieses Auftragsvolumens entfällt auf Projekte im Energiebereich, im Verkehrsmanagement und in der medizinischen Versorgung. Ferner rüstet die Siemens-Tochter Osram acht von zehn Stadien mit deutscher Lichttechnik aus. Hingegen stattet die ZF Friedrichshafen AG über 700 Busse, die für die Fußball-Weltmeisterschaft zum Einsatz kommen werden, mit Getrieben vom Typ Ecomat und AS Tronic aus. Denn das effektive sowie umweltfreundliche Transportkonzept aus Friedrichshafen hat die südafrikansichen Auftraggeber überzeugt.

Auch die Münchener MAN Nutzfahrzeuge AG konnten ihren Marktanteil im Partnerland ausbauen und einen Deal mit der staatlichen PRASA (Public Rail Agency of South Africa) unter Dach und Fach bringen. Über 110 Überlandbusse des Typs MAN Lion’s Explorer werden an Südafrika verkauft, die den Transport von Fußballfans zu den WM-Spielen in das Soccer City-Stadion gewährleisten sollen. In Südafrika ist MAN mit einem Marktanteil von rund 30 Prozent seit Jahren Marktführer im Busbereich.

Für den Erfolg zahlreicher deutscher Unternehmen im Partnerland, spielen mehrere Grundvoraussetzungen bei der Auftragsvergabe eine überaus wichtige Rolle, wie bei den ausgewählten Unternehmen eindeutig zu erkennen war. Langjährige Kontakte nach Südafrika sichern den Unternehmen immer Up to Date zu sein und somit gleichzeitig die Transaktionskosten senken zu können. Ebenfalls gilt der Einschluss südafrikanischer Partner bei öffentlichen Ausschreibungsverfahren als Bonus für einen Zuschlag, zumal der Broad Based Black Economic Empowerment Act (BBBEE) der südafrikanischen Regierung unter bestimmten Voraussetzungen die Einstellung von schwarzen Mitarbeitern bzw. die Einbindung von lokalen (schwarzen) Partnern wie Zulieferer vorsieht. Des Weiteren erweist sich die Expertise deutscher Firmen, das German Know-how, insbesondere bei Infrastrukturmaßnahmen als unerlässlich. Deshalb konnte gmp infolge seiner Erfahrungen im Stadion(um)bau, etwa beim Berliner Olympiastadion, hierbei einen Vorsprung erzielen. Doch ein einzigartiger Aspekt hebt die Deutschen im Wettbewerb zu den konkurrierenden ausländischen Unternehmen insgesamt hervor, nämlich das Qualitätsimage des „Made in Germany“.  So ist es nicht verwunderlich, dass gegenwärtig über 650 deutsche Firmen in Südafrika tätig sind und mehr als 90.000 Menschen unmittelbar beschäftigen. Die Weltmeisterschaft hat Deutschland schon gewonnen.

—————————–

2010sdafrika-Artikel auf Business-On veröffentlicht:

http://www.business-on.de/jacob-zuma-sonwabo-eddie-funde-fussball-wm-_id20804.html