Schlagwort-Archive: Feiertag

In eigener Sache: Merry Christmas

Ho, ho, ho – frohe Weihnachten!

(2010sdafrika-Redaktion)

Und wieder neigt sich ein ereignisreiches Jahr dem Ende zu. In Südafrika passierten viele spannende, interessante und leider auch besorgniserregende Dinge. Wir berichteten über die wichtigsten Ereignisse am Kap. Nun gilt es, die besinnlichste Zeit des Jahres mit Familie und Freunden zu verbringen. Gutes Essen, tolle Geschenke und arbeitsfreie Tage stehen auf dem Programm. Wir, die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“, wünschen allen Südafrikanern, Südafrika-Liebhabern und Lesern frohe Weihnachten, eine große Portion Besinnlichkeit und leckere Speisen. Genießt die Zeit im Kreis eurer Liebsten und schaltet einfach mal ab – fernab von Smartphones, Nachrichten und Alltagsproblemen.

Merry Christmas, wünscht euch „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“

 Maureen Barlin

© Die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ wünscht euch frohe Weihnachten, besinnliche Feiertage und viel Harmonie im Kreis eurer Liebsten! (Quelle: flickr/ Maureen Barlin)

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Tausende bei Zuma-Must-Fall-Demos

In Pretoria, Johannesburg und Kapstadt wurde der Rücktritt von Präsident Jacob Zuma gefordert

(2010sdafrika-Redaktion)

Der heutige 16. Dezember ist in Südafrika ein gesetzlicher Feiertag. Als Tag der Versöhnung erinnert dieser an die einstigen Rivalitäten zwischen Weißen und Schwarzen bzw. an das Ende der Apartheid. Bewusst ist dieser wichtige Termin ausgewählt worden, um gegen Staatspräsident Jacob Zuma zu demonstrieren. Tausende Südafrikaner gingen auf die Straßen der Städte Pretoria, Johannesburg und Kapstadt, um seinen Rücktritt lautstark zu fordern.

ZumaMustFall

© Tausende Menschen kamen unter dem Slogan „Zuma Must Fall“ in Pretoria, Johannesburg und Kapstadt zusammen, um den Rücktritt von Staatspräsident Jacob Zuma zu fordern. Er sei korrupt, habgierig und handele nicht im Interesse der Bevölkerung Südafrikas, hieß es von den Demonstranten. (Quelle: James van der Hoven)

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Öffentliche Arbeitsvermittlung in Südafrika

Im Interview mit Dr. Ralf Brauksiepe, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium

(Autor: Ghassan Abid)

© Dr. Ralf Brauksiepe, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium (Quelle: BMAS)

© Dr. Ralf Brauksiepe, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium (Quelle: BMAS)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ den Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), Herrn Dr. Ralf Brauksiepe. Sie standen bereits mehrfach mit südafrikanischen Partnern in Kontakt, zuletzt am 21. März 2012. Eine Delegation unter der Leitung von Herrn Mamagase Elleck Nchabeleng, Vorsitzender des Arbeitsausschusses im südafrikanischen Unterhaus, informierte sich über die deutsche Arbeitsmarktpolitik. Welche Themen standen konkret auf der Agenda?

Antwort: Seitens Südafrikas gibt es ein großes Interesse an dem Aufbau einer Arbeitsverwaltung, die in Deutschland im wesentlichen der Bundesagentur für Arbeit obliegt. Die Bundesagentur für Arbeit informiert, berät und vermittelt Arbeitskräfte, bietet Berufsberatung und Berufsorientierung an, zahlt viele Entgeltersatzleistungen (z.B. Arbeitslosengeld, Insolvenzgeld) aus und erbringt noch einige andere wichtige Dienstleistungen. In Südafrika hingegen übernimmt das Ministerium für Arbeit diese Aufgaben selbst. Unsere Gesprächspartner haben uns von Plänen berichtet, die öffentliche Arbeitsvermittlung auszubauen.

© Mamagase Elleck Nchabeleng, Vorsitzender des Arbeitsausschusses im südafrikanischen Unterhaus, mit Dr. Ralf Brauksiepe, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium. (Quelle: BMAS)

© Mamagase Elleck Nchabeleng, Vorsitzender des Arbeitsausschusses im südafrikanischen Unterhaus, mit Dr. Ralf Brauksiepe, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium. (Quelle: BMAS)

2010sdafrika-Redaktion: Am 7. März 2012 mobilisierte der Gewerkschaftsdachverband COSATU rund 100.000 Menschen zu einer Demonstration im Hinblick auf die schlechten Arbeitsbedingungen im Rahmen der Zeitarbeit. Wurde diese Angelegenheit ebenfalls angesprochen und falls nicht, inwieweit stand dieser Aspekt bereits im Mittelpunkt der deutsch-südafrikanischen Arbeitskonsultationen?

Antwort: Der Aspekt der Zeitarbeit steht im Zusammenhang mit dem Ausbau der öffentlichen Arbeitsvermittlung in Südafrika. Für den Einsatz solcher Dienstleistungsanbieter sind eindeutige gesetzliche Regelungen häufig von Vorteil. Sie bieten den Agenturen, den aufnehmenden Firmen und insbesondere den Arbeitskräften eine rechtliche Sicherheit. Sie schützen die Arbeitskräfte vor schlechten Arbeitsbedingungen. In Deutschland ist die Arbeit der Zeitarbeitsfirmen in einem eigenen Gesetz, dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz, geregelt. Ein Austausch zu diesem Thema einschließlich des Aufbaus der öffentlichen Arbeitsvermittlung steht seit längerem im Fokus unserer Beziehungen mit Südafrika.

2010sdafrika-Redaktion: Die Parlamentsdelegation besuchte ebenfalls die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. Das deutsche Arbeitsvermittlungsmodell stand – wie bereits bei einem Arbeitsbesuch des damaligen Staatssekretärs im BMAS, Herrn Andreas Storm, vom 21. April 2011 in Johannesburg – im Gesprächsfokus. Welche neuen Impulse konnten gegeben werden?

Antwort: Gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit wurden Möglichkeiten für Verbesserungen diskutiert. Wichtig für eine funktionsfähige Arbeitsvermittlung ist die Verfügbarkeit von Ressourcen. Dies betrifft z. B. die IT-Ausstattung und die Qualifizierung des Personals.

© Deutsch-südafrikanisches Arbeitstreffen zum Aufbau einer öffentlichen Arbeitsvermittlung in Südafrika (Quelle: BMAS)

© Deutsch-südafrikanisches Arbeitstreffen zum Aufbau einer öffentlichen Arbeitsvermittlung in Südafrika (Quelle: BMAS)

2010sdafrika-Redaktion: Bereits im August 2010 beschäftigten Sie sich vor Ort mit der nach Südafrika ausgerichteten Arbeitsmigration aus Simbabwe. Wie bewerten Sie den überaus hohen Anteil an nicht-qualifizierten Arbeitnehmern für den südafrikanischen Arbeitsmarkt?

Antwort: Für eine erfolgreiche und moderne Volkswirtschaft ist es heutzutage wichtig, über gut ausgebildete Fachkräfte zu verfügen. Dies betrifft in erster Linie, auch in Deutschland, das Potenzial an Menschen, die bereits im eigenen Land leben. In Deutschland haben wir das Problem einer alternden Gesellschaft. Langfristig wird es weniger Menschen im sog. erwerbsfähigen Alter geben. Daher hat die Bundesregierung bereits im letzten Jahr ein Konzept zur Fachkräftesicherung beschlossen. Danach fokussieren wir uns besonders auf Frauen und die Bildung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen, auf ältere Arbeitnehmer und deren Beschäftigungsfähigkeit sowie die Weiterbildung von Erwachsenen. Ich denke mir, dass einige unserer Erfahrungen und unserer Konzepte auch für Südafrika von Interesse sind, gerade im Bereich der Aus- und Weiterbildung. So gibt es in Südafrika ein großes Interesse an der dualen Berufsausbildung, um der Nachfrage der südafrikanischen Wirtschaft nach betriebsnah ausgebildeten Arbeitnehmern zu entsprechen.

2010sdafrika-Redaktion: Am 28. Oktober 2011 und kürzlich im März dieses Jahres warben Sie persönlich für die Förderung der Sozialen Marktwirtschaft am Kap. Dennoch setzt die Regierungspartei ANC zunehmend auf ein staatsinterventionistisches Wirtschaftsmodell. Der Privatsektor verliert in diesem Kontext, so die Einschätzung von Analysten, verstärkt die Anreize zu investieren. Inwieweit macht ein solcher bilateraler Dialog noch Sinn, wenn die Umsetzung dessen weniger beachtet bzw. missachtet wird?

Antwort: Der bilaterale Dialog ist ein Austausch auf gleicher Augenhöhe. Wir sehen uns gemeinsam erfolgreiche Lösungen für beschäftigungs- und sozialpolitische Fragestellungen an. Auf Grundlage dieses Austausches muss allerdings jedes Land seinen eigenen Weg finden.

© Die südafrikanische Parlamentsdelegation des Arbeitsausschusses im Bundesarbeitsministerium. (Quelle: BMAS)

© Die südafrikanische Parlamentsdelegation des Arbeitsausschusses im Bundesarbeitsministerium. (Quelle: BMAS)

2010sdafrika-Redaktion: Dr. Ralf Brauksiepe, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium, vielen Dank für die Möglichkeit dieses kurzfristigen Inteviews!

Freedom Day – Südafrikanische Feiertage

Freedom Day (27. April) und Workers‘ Day (1. Mai)

(Autorin: Anne Schroeter)

Heute wird in Südafrika der Freedom Day begangen. Er erinnert an die ersten freien Wahlen, die an diesem Tag im Jahr 1994 abgehalten wurden. Nelson Mandela ging als erster demokratisch gewählter Präsident als Sieger aus ihnen hervor.

© Der National Freedom Day 2012 bedeutet rein formell betrachtet 18 Jahre Freiheit am Kap. Unter dem Slogan "Working Together to Build Unity and Prosperity for All" ist die Regierung bemüht, die demokratische Transformation von Staat und Gesellschaft umzusetzen.© Der National Freedom Day 2012 bedeutet rein formell betrachtet 18 Jahre Freiheit am Kap. Unter dem Slogan "Working Together to Build Unity and Prosperity for All" ist die Regierung bemüht, die demokratische Transformation von Staat und Gesellschaft umzusetzen.

© Der National Freedom Day 2012 bedeutet rein formell betrachtet 18 Jahre Freiheit am Kap. Unter dem Slogan "Working Together to Build Unity and Prosperity for All" ist die Regierung bemüht, die demokratische Transformation von Staat und Gesellschaft umzusetzen. (Quelle: flickr/ The Presidency of the Republic South Africa)

Aktivisten gegen das Apartheid-Regime sollen an diesem Tag geehrt werden. Insbesondere denjenigen, die das Ende der Apartheid und den Sieg der Demokratie nicht miterleben konnten, soll heute gedacht werden.

Laut Regierung sollen alle Südafrikaner diesen Tag zu ihrem eigenen machen und sich der erlangten Freiheit bewusst werden.

Somit haben die Südafrikaner ein verlängertes Wochenende. Der Montag ist ein Brückentag, da auch der 1. Mai, der Tag der Arbeit, in Südafrika ein Feiertag ist. Zu Apartheid-Zeiten stellte dieses Datum einen wichtigen Tag zur Mobilisierung und Demonstration gegen das Regime dar.

Johannesburger Kinder über den Freedom Day 2012

Viele Familien werden daher dieses sehr lange Wochenende nutzen, um Ausflüge zu machen, Familien und Freunde zu besuchen und sicherlich wird auch der ein oder andere Braai gefeiert.

Christmas Day, Day of Godwill – Südafrikanische Feiertage

25. und 26. Dezember – es wird gegrillt

(Autorin: Anne Schroeter)

Der 25. Dezember ist der traditionelle Weihnachtstag an dem Geschenke verteilt werden. Dies geschieht meist am Morgen, vor oder nach dem Weihnachtsgottesdienst. Die meisten Südafrikaner verbringen den Rest des Tages mit ihrer Familie und Freunden. Es wird groß und deftig gekocht: Truthahn, Braten und allerlei süße Nachspeisen.

© Weihnachten in Südafrika wird unter sommerlichen Temperaturen draußen verbracht - mit Grillparties

In Südafrika fällt die Weihnachtszeit in den Sommer. Daher wird oft draußen gegessen, man trifft sich zum Campen oder am Strand.

Wenn auch die Mehrheit der Südafrikaner christlichen Glaubens ist, so gibt es dennoch andere große Bevölkerungsgruppen, insbesondere Hindustani und Muslime. Sie praktizieren zu Weihnachten den „Nationalsport“ des Braai. Es ist eine Grillparty, oft am Strand oder im Park, zu der man sich mit Freunden und Familie trifft. Jeder bringt etwas mit und es wird generationen- und familienübergreifend gefeiert.

Der Day of Goodwill wird am 26. Dezember gefeiert und von den meisten Südafrikanern immer noch Boxing Day genannt. Nach britischer Tradition wurde an diesem Tag die Kollekte geöffnet und an die Armen verteilt. Viele Kirchengemeinden veranstalten am 26. Dezember gemeinnützige Events, zum Beispiel das Verteilen von Mahlzeiten in sozialschwachen Stadtteilen. Ansonsten verhält es sich mit dem 26. Dezember ähnlich wie in Deutschland, er wird als weiterer Weihnachtsfeiertag gesehen, an dem man mit Familie und Freunden zusammenkommt.

Laut dem entsprechenden Gesetz (Public Holidays Act, Act No 36 of 1994) ist der Montag auch noch frei, wenn der Feiertag auf einen Sonntag fällt. Da dies hier der Fall ist, ist in diesem Jahr auch der 27. Dezember frei.