Schlagwort-Archive: Forschung

#RhodesHasFallen

Mehr als nur ein „Kampf um Statuen“

(Autor: Detlev Reichel, Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals)

Die Statue des stoisch in die Ferne blickenden Cecil John Rhodes, die 81 Jahre lang auf dem Campus der Universität von Kapstadt (UCT) stand, ist fort. Am frühen Donnerstagabend (9. April), um 17:30 Uhr hob der Kran den Sitzenden vom Sockel. Am Abend zuvor hatte der 30-köpfige Universitätsrat der UCT einstimmig beschlossen, das heftig umstrittene Sinnbild des britischen Imperialismus zu beseitigen.

Michael Walker

© Ganze 81 Jahre lang stand die Statue zu Ehren des britischen Unternehmers und Kolonialisten Cecil John Rhodes auf dem Campus der University of Cape Town. Gestern wurde diese nach wochenlanger Debatte entfernt. Sie sei ein Sinnbild des britischen Imperialismus, so die Studierendenschaft. Kap-Kolumnist Detlev Reichel schildert die Hintergründe und Folgen dieses historischen Ereignisses. (Quelle: M. Walker)

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Weltraumforschung ohne Weitblick

Wissenschaftler fühlen sich vom Bundesforschungsministerium im Stich gelassen. Viele sind enttäuscht

(Autor: Ghassan Abid)

Die südafrikanische Regierung war stolz darauf, als sie gemeinsam mit Australien und anderen Staaten im Mai 2012 den Zuschlag für den Bau eines kilometergroßen Radioteleskops erhielt, das als Square Kilometre Array (SKA) bekannt ist. Die Forscher erhoffen sich Erkenntnisse über die Entstehung des Universums und einen möglichen Kontakt zu außerirdischem Leben. Doch Deutschland hat seine anfängliche Zusage zur Zusammenarbeit im Juni 2014 zurückgezogen. Hinter verschlossenen Türen fühlen sich deutsche Forscher von der Bundesregierung im Stich gelassen. Man zeigt sich vom zuständigen Bundesforschungsministerium enttäuscht.

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© Das Max-Planck-Institut für Radioastronomie wird den Empfänger des MeerKAT-Teleskops [im Bild] konzipieren und aufbauen, der in das Mammutprojekt „Square Kilometre Array (SKA)“ aufgeht. Allerdings hat sich die Bundesregierung für den SKA-Austritt entschlossen. Die Folgen seien katastrophal, so die Forscher zur Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“. (Quelle: SKA South Africa)

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Kriminelle tragen Uniform

Studie sorgte für große Entrüstung. Südafrikas Polizei grundsätzlich in schwere Verbrechen involviert?

(2010sdafrika-Redaktion)

Am 28. Januar 2015 stellte das renommierte „South African Institute for Race Relations (IRR)“ in Zusammenarbeit mit der Burenlobby AfriForum zum zweiten Mal eine knapp dreißig Seiten umfassende Studie vor, die für viel Entrüstung im politischen Pretoria sorgte. Dem „Broken Blue Line“-Report zufolge sei die Polizei, die bekanntermaßen für die Bekämpfung und Verhinderung von Straftaten zuständig ist, selbst kriminell. Es läge ein strukturelles Problem vor, so die Forscher.

Broken Blue Line

© Die zweite Ausgabe des Broken Blue Line-Reports, herausgegeben von IRR und AfriForum, bescheinigt der Polizei Südafrikas ein grundsätzliches Kriminalitätsproblem. Zu oft seien die Beamten in schwere Straftaten verwickelt. Es könne längst nicht mehr die Rede von Einzelfällen sein. (Quelle: Cover des 2. Broken Blue Line-Reports)

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Wildkatzen-Kolumne

Katzenarten aus Südafrika: Gepard

(Autorin: Andrea C. Schäfer berichtet in ihrer Kolumne über gefährdete Katzenarten in Südafrika. Die Tierpsychologin arbeitet als freiwillige Mitarbeiterin auf der Katzenauffang- und -zuchtstation Wild Cats World, auf welcher sich Gäste über die wilden Katzen hautnah informieren lassen können.)

Der Gepard (Acinonyx jubatus) ist das schnellste Landsäugetier, er beschleunigt von 0 bis 90 km/h in unter 3 Sekunden und erreicht als Höchstgeschwindigkeit 110-120 km/h, die er jedoch nur etwa 400 Meter aufrechterhalten kann. Der Gepard muss sich also recht nahe an seine Beute heranschleichen. Nach dem Sprint muss die Katze rasten und sich erholen, ganz gleich ob sie eine Beute erwischt hat oder nicht, weil sie sonst an Überhitzung sterben würde!

Gepard

© In dieser Ausgabe der Wildkatzen-Kolumne behandelt Autorin Andrea C. Schäfer den Geparden.

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Experten bewerten Südafrika als Krisenstaat

„Die soziale Sprengkraft kann sich manifestieren“, warnt Professor Robert Kappel vom GIGA-Institut

(Autor: Ghassan Abid)

Am vergangenen Donnerstag, den 23. Januar 2014, lud das Forschungsinstitut GIGA German Institute of Global and Area Studies die Öffentlichkeit zur Veranstaltung „Südafrika – auf dem Weg in die große Krise?“ ein. Professor Robert Kappel vom GIGA und Professor Ulf Engel von der Universität Leipzig – beide als Südafrika-Experten bekannt – beurteilten die politische und wirtschaftliche Lage am Kap mit Kurzvorträgen. Im Anschluss folgte eine Fragerunde durch das Publikum. Das Ergebnis war erwartungsgemäß mehr als beunruhigend. Südafrika ist längst zu einem Krisenstaat geworden.

    © Am vergangenen Donnerstag, den 23. Januar 2014, sprachen die beiden Südafrika-Experten Professor Robert Kappel vom GIGA-Institut und Professor Ulf Engel von der Universität Leipzig über den Krisenstaat im südlichen Afrika. Auch der Moderator und Südafrika-Experte Dr. Gero Erdmann bemängelte die aktuellen Entwicklungen am Kap.

© Am vergangenen Donnerstag, den 23. Januar 2014, sprachen die beiden Südafrika-Experten Professor Robert Kappel vom GIGA-Institut und Professor Ulf Engel von der Universität Leipzig über den Krisenstaat im südlichen Afrika. Auch der Moderator und Südafrika-Experte Dr. Gero Erdmann bemängelte die aktuellen Entwicklungen am Kap.

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Wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Südafrika

Im Interview mit Bundesforschungsministerin Johanna Wanka

(Autor: Ghassan Abid)

© Prof. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung. (Quelle: Bundesregierung/Steffen Kugler)

© Prof. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung. (Quelle: Bundesregierung/Steffen Kugler)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Frau Prof. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung (BMBF). Das „Deutsch-Südafrikanische Wissenschaftsjahr“ nahm im April 2013 sein offizielles Ende. Welches Fazit ziehen Sie?

Antwort: Das Wissenschaftsjahr hat uns die Gelegenheit gegeben, die fast 20-jährige Zusammenarbeit zu reflektieren, zu würdigen und in die Zukunft zu blicken. Die intensive gemeinsame Vorbereitung des Wissenschaftsjahres führte zu neuen wichtigen Projekten wie beispielsweise der Vereinbarung zur Einrichtung eines deutsch-südafrikanischen Forschungslehrstuhls. Gleichzeitig haben wir einem breiten Publikum die Vielfalt und Ergebnisse der jahrelangen Zusammenarbeit gezeigt. Wissenschaftsjahre dienen auch dem Aus- und Aufbau von Kontakten für Wissenschaftler und Forscher, Lehrende und Lernende.

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„Die Arbeit des BMZ in Südafrika zeigt Wirkung“

Im Interview mit Hans-Jürgen Beerfeltz, Staatssekretär beim Bundesentwicklungsminister

(Autor: Ghassan Abid)

© Hans-Jürgen Beerfeltz, Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). (Quelle: Lukas Kolodziej)

© Hans-Jürgen Beerfeltz, Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). (Quelle: Lukas Kolodziej)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ den Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Herrn Hans-Jürgen Beerfeltz.

Frauen in Südafrika sind besonders stark von sexueller Gewalt betroffen. Laut aktuellsten Angaben des „SA Institute of Race Relations (SAIRR)“ werden pro Jahr 2.500 Frauen getötet und über 200.000 Frauen attackiert. Hervorzuheben ist hierbei die Vergewaltigung der 17-jährigen Anene Booysens in Bredasdorp. Wie erklären Sie sich diese gesellschaftliche Stellung des weiblichen Geschlechts am Kap?

Antwort: Die erschreckende Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Südafrika hat viele Ursachen: Traditionelle Geschlechterrollen gehören dazu, aber auch die Zerrissenheit der Gesellschaft durch die Apartheid wirkt heute noch nach. Viele Familien wurden durch das System der Wanderarbeit auseinander gerissen. Wo in den Arbeiterwohnheimen der Bergbaustädte nur Männer unter sich waren – und zum Teil heute immer noch sind – hat Gewalt immer weiter um sich gegriffen. Arbeitslosigkeit und Alkohol unter jungen Männern verstärken die Brutalisierung.

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