Schlagwort-Archive: Freunde

Bewegung im Mordfall Anni Dewani

Brite Dewani verliert Abweisung eines Auslieferungsersuchens der Justiz Südafrikas

(Autor: Ghassan Abid)

Rund drei Jahre nach dem Flitterwochen-Mord an Anni Dewani in Kapstadt kommt Bewegung in die Sache. Shrien Dewani, ein Brite indischer Abstammung, verlor am gestrigen Freitag vor dem High Court in London seine Abweisung eines Auslieferungsersuchens der südafrikanischen Justiz. Die Richter machten unmissverständlich klar, dass sofern sich der Gesundheitszustand des Angeklagten stabilisiert hat, er mit einer unverzüglichen Auslieferung zu rechnen hat.

    © Rund drei Jahre nach dem Flitterwochen-Mord an Anni Dewani in Kapstadt kommt Bewegung in die Sache. Ihr Witwer Shrien Dewani verlor am gestrigen Freitag seine Abweisung eines südafrikanischen Auslieferungsersuchens. Der High Court in London macht den Weg für einen Strafprozess am Kap frei. Doch der Angeklagte kann noch in die Revision gehen. (Quelle: Privat)

© Rund drei Jahre nach dem Flitterwochen-Mord an Anni Dewani in Kapstadt kommt Bewegung in die Sache. Ihr Witwer Shrien Dewani verlor am gestrigen Freitag seine Abweisung eines südafrikanischen Auslieferungsersuchens. Der High Court in London macht den Weg für einen Strafprozess am Kap frei. Doch der Angeklagte kann noch in die Revision gehen. (Quelle: Privat)

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“Sie starb in meinen Armen”

Verteidiger von Oscar Pistorius trägt eidesstattliche Erklärung vor: Morddrohungen gegen den Star?

(Autor: Ghassan Abid)

Am heutigen Dienstag wurde am Pretoria Magistrates Court der Mordfall Reeva Steenkamp verhandelt, während zeitgleich die Beerdigung des Opfers in Port Elizabeth abgehalten wurde. Oscar Pistorius zitterte, weinte und rechtfertigte seinen Entschluss, in den frühen Morgenstunden des Valentinstags sich und Reeva beschützen zu müssen. Doch die weiteren Informationen bringen nicht unbedingt mehr Klarheit, sondern verstärken eher die Skepsis.

© EXKLUSIV-Bild: Im Gerichtssaal trat am heutigen Dienstag ein weinender, zitternder und gebrochener Oscar Pistorius auf. Seine Verteidigung erläuterte in einer eidesstaatlichen Erklärung die Geschehnisse zum angeblichen Unfall mit Todesfolge von Reeva Steenkamp. Die Staatsanwaltschaft hält allerdings an der Mordanklage fest. (Quelle: Privatfoto)

© EXKLUSIV-Bild: Im Gerichtssaal trat am heutigen Dienstag ein weinender, zitternder und gebrochener Oscar Pistorius auf. Seine Verteidigung erläuterte in einer eidesstaatlichen Erklärung die Geschehnisse zum angeblichen Unfall mit Todesfolge von Reeva Steenkamp. Die Staatsanwaltschaft hält allerdings an der Mordanklage fest. (Quelle: Privatfoto)

Emotional am Boden

Die südafrikanische Presseagentur SAPA war mit einem Journalisten im Gerichtssaal vertreten und beobachtete das Verfahren gegen Oscar Pistorius sehr aufmerksam. Richter Desmond Nair musste die Sitzung kurz unterbrechen, nachdem der emotionale Angeklagte unüberhörbar weinte.

Der Leichtathlet verneinte über seinen Strafverteidiger Barry Roux erneut eine angebliche Mordabsicht an seiner Freundin Reeva Steenkamp „in tiefster Form“. Der Bruder des Angeklagten, Carl Pistorius, war ebenfalls im Saal anwesend und versuchte Trost zu spenden.

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“Ihr seid ja wohl verrückt.”

Eine deutsche Bloggerin über ihre mutige Hilfsaktion in Alexandra – ein Gastbeitrag aus Joburg.

(Autorin: Sine Thieme)

© Sine Thieme lebt seit 2010 mit ihrem Mann und vier Kindern in Johannesburg. Ihr Blog, Joburg Expat (www.joburgexpat.com) beschreibt ihre dortigen Abenteuer aber vor allem den südafrikanischen Alltag in all seinen schönen und manchmal auch lästigen Variationen.

© Sine Thieme lebt seit 2010 mit ihrem Mann und vier Kindern in Johannesburg. Ihr Blog, Joburg Expat (www.joburgexpat.com) beschreibt ihre dortigen Abenteuer, aber vor allem den südafrikanischen Alltag in all seinen schönen und manchmal auch lästigen Variationen.

Das war die häufigste Antwort, die uns Freunde und Familienangehörige gaben, als wir Ende 2009 unseren baldigen Umzug nach Johannesburg ankündigten. Überfallen werde man uns und ausrauben, aber das nur im besten Fall, denn ganz sicher würden wir im eigenen Bett umgebracht werden. Denn wer zieht schon in die „Hauptstadt des Verbrechens?

Trotz aller Warnungen, aber zugegebenermaßen doch ein wenig besorgt, kamen wir Anfang 2010 am OR Tambo International Airport an, unsere vier Kinder im Schlepptau. Als wir auf dem „Motorway“ unserem neuen Haus entgegenfuhren, zeigte der Fahrer auf ein vorbeihuschendes Ausfahrtsschild. „Dort ist Alexandra. Dort dürft ihr NIE alleine hingehen.“ Ich legte dies mental bei all den anderen Informationen zum Thema “Vorsicht in Johannesburg” ab. Wenn jemand davor warnt, der in Soweto lebt – ein weiterer Ort, den man als Weisser auch eher mit Gefahr assoziiert – dann sollte man Alexandra wohl tatsächlich um jeden Preis vermeiden.

Ungefähr neun Monate später befinde ich mich am Steuer meines – nach vielem bürokratischem Hin- und Her – neu erworbenen Autos auf dem Weg nach Alexandra. Neben mir sitzt Lucky, den ich gerade vor einer Stunde persönlich kennengelernt habe, und weist mir den Weg. Ich versuche nicht daran zu denken, was mich dort erwartet. Dass Johannesburg keine verrückte Entscheidung war, weiss ich inzwischen, doch bei Alexandra bin ich mir nicht so sicher. Aber alle meine Zweifel fallen bald beiseite, weil ich vollauf damit beschäftig bin, mich auf die Straße zu konzentrieren und nicht irgendwen oder –was anzufahren. Alexandra ist rund um die Uhr voller Leben. Tausende von Menschen drängen sich auf den Straßen und Gassen, um ihren verschiedenen Geschäften nachzugehen. Ziegen wandern besitzerlos umher. Kinder starren mich durch das Autofenster an, wahrscheinlich das einzige weisse Gesicht, dass sie den ganzen Tag zu sehen bekommen werden. Die Straßen werden zunehmend enger, je weiter wir vordringen, und sind mit Schlaglöchern übersät. Nach mehreren Kreuzungen habe ich schnell gelernt, dass nur drankommt wer mutig mittenhinein fährt.

© Alexandra als Ort, wo Weiße in der Regel nicht anzutreffen sind.

© Alexandra als Ort, wo Weiße in der Regel nicht anzutreffen sind.

Während wir von einer Seitenstraße zur nächsten kriechen, bemühe ich mich, nicht zu sehr von dem Schaubild um mich herum abgelenkt zu werden. Denn sowas bekomme ich in meinem wohlgeordneten und eher langweiligen Dasein im Security Estate nie zu sehen: Der Typ, der mitten auf dem Gehweg seine uralte Nähmaschine bedient. Die Kinder, die einen alten Fussball die Straße hinunterkicken. Die Frau mit der unförmigen Tasche, die sie mit stocksteifem Rücken auf dem Kopf balanciert. Die klapprige Bude, wo alles von Kleidern bis zu SIM-Karten verkauft wird (und etwas, was wie Ziegenköpfe aussieht, aber so genau schaue ich nicht hin). Ja, die typischen Anzeichen der Armut sind überall zu sehen, die halb-fertiggebauten Häuser, die verfallenen Mauern, die aus Blech und Pappe zusammengestückelten und mit Steinen beschwerten Dächer, die barfüssigen Kinder, die Abwesenheit von jeglichem Grünzeug weil jeder neue Spross zerquetscht wird von tausenden Füßen und Minibustaxis, die sich um den Verkehr herum neue Wege bahnen. Aber der übergreifende Eindruck all derjeniger, die zum ersten Mal nach Alex kommen – so wird es liebevoll von den Einheimischen genannt – ist der einer pulsierenden Gemeinschaft voller Lebensfreude und Energie.

© Fläche zum Spielen von Baseball in Alexandra.

© Fläche zum Spielen von Baseball in Alexandra.

Seitdem habe ich Alexandra noch oft besucht, und es ist jedesmal ein neues Abenteuer. Der Grund warum ich allen Warnungen zum Trotz immer wieder zurückkehre, und deswegen oft ungläubiges Kopfschütteln meiner südafrikanischen Freunde aus dem wohlhabenden Vorort ernte, ist simpel: Es gibt Leute in Alexandra, die meine Hilfe brauchen, und ich bin diejenige mit dem Auto. Ich hatte mich damals mit Lucky getroffen um zu besprechen, wie ich am besten gebrauchtes Baseballzubehör aus Amerika besorgen könnte, um die von ihm gegründete Township-Mannschaft zu unterstützen. Bei meinem ersten Besuch zeigte er mir das Feld, auf dem die Spieler trainieren, wo es hinten und vorne an dem Zubehör fehlte, was man von amerikanischen Gemeindefeldern gewohnt ist. Ich startete eine Hilfskampagne über meinen Blog, und einige Monate später, als die Schläger, Helme und Handschuhe nach und nach eintrafen, drehte ich viele Runden, um alles auszuliefern. Wie sonst hätte es nach Alexandra gelangen sollen, wenn nicht mit meinem Auto? Lucky ist seitdem verschwunden, wie es nicht selten in dieser Kultur vorkommt, die doch oftmals sehr befremdlich scheint, aber ich arbeite seither eng mit den anderen Trainern und Managern – ein etwas großspuriges Wort – zusammen, damit möglichst viele unterprivilegierte Kinder durchs Baseballspiel den vielen Problemen des Townshiplebens zumindest zeitweise entgehen können.

© Die Bewohner von Alexandra entdecken das Baseball und somit ein Stück Zusammengehörigkeitsgefühl.

© Die Bewohner von Alexandra entdecken das Baseball und somit ein Stück Zusammengehörigkeitsgefühl.

Ich bin froh, Alexandra und einige seiner Bewohner kennengelernt und damit mein Leben auf so viele Arten bereichert zu haben.

Mehr Details über Alexandra Baseball können hier nachgelesen werden: Mzansi Africa Baseball Originals.

Freedom Day – Südafrikanische Feiertage

Freedom Day (27. April) und Workers‘ Day (1. Mai)

(Autorin: Anne Schroeter)

Heute wird in Südafrika der Freedom Day begangen. Er erinnert an die ersten freien Wahlen, die an diesem Tag im Jahr 1994 abgehalten wurden. Nelson Mandela ging als erster demokratisch gewählter Präsident als Sieger aus ihnen hervor.

© Der National Freedom Day 2012 bedeutet rein formell betrachtet 18 Jahre Freiheit am Kap. Unter dem Slogan "Working Together to Build Unity and Prosperity for All" ist die Regierung bemüht, die demokratische Transformation von Staat und Gesellschaft umzusetzen.© Der National Freedom Day 2012 bedeutet rein formell betrachtet 18 Jahre Freiheit am Kap. Unter dem Slogan "Working Together to Build Unity and Prosperity for All" ist die Regierung bemüht, die demokratische Transformation von Staat und Gesellschaft umzusetzen.

© Der National Freedom Day 2012 bedeutet rein formell betrachtet 18 Jahre Freiheit am Kap. Unter dem Slogan "Working Together to Build Unity and Prosperity for All" ist die Regierung bemüht, die demokratische Transformation von Staat und Gesellschaft umzusetzen. (Quelle: flickr/ The Presidency of the Republic South Africa)

Aktivisten gegen das Apartheid-Regime sollen an diesem Tag geehrt werden. Insbesondere denjenigen, die das Ende der Apartheid und den Sieg der Demokratie nicht miterleben konnten, soll heute gedacht werden.

Laut Regierung sollen alle Südafrikaner diesen Tag zu ihrem eigenen machen und sich der erlangten Freiheit bewusst werden.

Somit haben die Südafrikaner ein verlängertes Wochenende. Der Montag ist ein Brückentag, da auch der 1. Mai, der Tag der Arbeit, in Südafrika ein Feiertag ist. Zu Apartheid-Zeiten stellte dieses Datum einen wichtigen Tag zur Mobilisierung und Demonstration gegen das Regime dar.

Johannesburger Kinder über den Freedom Day 2012

Viele Familien werden daher dieses sehr lange Wochenende nutzen, um Ausflüge zu machen, Familien und Freunde zu besuchen und sicherlich wird auch der ein oder andere Braai gefeiert.

Tragisches Bollywood-Drama in Kapstadt

Südafrikas Justiz und Medien fordern Auslieferung des Briten Shrien Dewani

(Autor: Ghassan Abid)

Shrien Dewani beschäftigt seit Ende 2010 sämtliche Medien in Südafrika, Großbritannien und Indien. Mehrere Regierungspolitiker äußerten sich bereits zum Fall. Die Justiz Südafrikas fordert bisweilen die Auslieferung von Dewani, welcher sich aktuell in einer psychiatrischen Anstalt in England befindet. Allerdings verweigerte die britische Justiz am gestrigen Tag die vorläufige Auslieferung des reichen Businessman an Südafrika. Zur Begründung wurde der schlechte Gesundheitszustand des Tatverdächtigen angeführt.

Liebesgeschichte wie aus einem Bollywood-Film

Shrien Dewani stammt aus einem reichen bürgerlichen Elternhaus. Nach seinem Studium zum Wirtschaftsprüfer an der University of Manchester, arbeitete er für das Unternehmen Deloitte und die Stadtverwaltung von London. 2009 lernte er die Schwedin indischen Ursprungs, Anni Hindocha, kennen. Sie modelte in England. Im Oktober 2010 heirateten schließlich beide im indischen Mumbai und Anni Hindocha übernahm den Namen ihres Mannes. Bis zu diesem Zeitpunkt schilderten sämtliche Familienangehörige und Freunde, dass das Ehepaar sehr glücklich war und Shrien seiner großen Liebe jeden Wunsch erfüllte.

Hochzeitsvideo aus glücklichen Tagen

Horror in den Flitterwochen

Doch als die frisch Getrauten ihre Flitterwochen in Südafrika verbrachten, kehrte eine unerwartete Kehrtwende ein. Am 7. November 2010 landeten Shrien und Anni Dewani am Cape Town International Airport. Vier Nächte hielten sich im Krüger-Nationalpark auf. Am 13. November 2010 dinierten beide in einem Strandrestaurant und setzten ihren „slum tourism“ in Gugulethu fort, einem Township bei Kapstadt. Zola Tongo war mehrfach ihr Fahrer und auch am 13. November 2010 dabei, als das Taxi von zwei bewaffneten Männern überfallen wurde. Zu fünft fuhren sie ohne Ziel in Gugulethu herum, bis Shrien Dewani und Zola Tongo aus dem Fahrzeug geworfen wurden. Die Fahrt setzten die Kidnapper mit Anni alleine fort. Ein Tag später wurde die Schwedin im Township Khayelitsha von Polizeibeamten im selben Taxi tot aufgefunden. Ihr Körper wies mehrere Spuren von äußerer Gewalteinwirkung auf, unter anderem die einer Schusskugel im Nackenbereich. Mehrere Wertgegenstände Anni´s verschwanden.

© Anni Dewani, Geburtsname Hindocha, wurde im Vorort von Kapstadt entführt und ermordet. Ihr eigener Ehemann wird nach Auffassung der südafrikanischen Ermittlungsbehörden als Auftraggeber des Mordes bezichtigt. (Quelle: justice4anni.com)

© Anni Dewani, Geburtsname Hindocha, wurde im Vorort von Kapstadt entführt und ermordet. Ihr eigener Ehemann wird nach Auffassung der südafrikanischen Ermittlungsbehörden als Auftraggeber des Mordes bezichtigt. (Quelle: justice4anni.com)

Verdacht des Auftragsmordes

Seit dem Vorfall vom 13. November 2010 steht Shrien Dewani in Verdacht, den Mord an seiner Ehefrau in Auftrag gegeben zu haben. Nach einem Verhör des Taxifahrers Zola Tongo kam heraus, dass Shrien ihm rund 15.000 Rand angeboten haben soll, um seine Frau umbringen zu lassen. Aus den Indizien wurden zunehmend Beweise, nachdem Überwachungsbilder des Hotels ausgewertet wurden. Zu sehen ist, dass Shrien dem Fahrer Bargeld in einer weißen Tüte übergeben hatte. Auch soll sich Shrien in einigen Aussagen widersprochen haben. Dennoch beteuert Shrien Dewani bis zum heutigen Tage seine Unschuld. Die Geldübergabe im Hotel soll lediglich im Zusammenhang mit dem Tour-Guiding stattgefunden haben.

CCTV-Aufnahme: Geldübergabe zwischen Shrien Dewani und Zola Tongo

Großbritannien unterstützt Ermittlungsbehörden Südafrikas

Der High Court of Justice, das Oberste Gericht von England und Wales, hat seine Kooperationsbereitschaft mit den südafrikanischen Behörden signalisiert. Auch die Innenministerin Großbritanniens, Theresa May, untermauerte im September 2011 die Notwendigkeit einer Auslieferung des Beschuldigten. Shrien Dewani ist allerdings gegen die geplante Auslieferung in Berufung gegangen und versucht weiterhin einen Prozess in Südafrika zu verhindern. Die Haftbedingungen in südafrikanischen Gefängnissen würden für ihn ein Risiko darstellen, vor allem im Hinblick auf sexuelle Übergriffe durch Mitgefangene.

Strafverfolgungsbehörde in Südafrika geht von Schuld aus

Der Pressesprecher Mthunzi Mhaga von der National Prosecuting Authority (NPA), welche die Funktion der obersten Strafverfolgungsbehörde Südafrikas einnimmt, hat mehrfach festgehalten, dass die südafrikanische Justiz von einer Verwicklung Shrien Dewani´s in den Mord überzeugt ist. Die NPA geht davon aus, dass bei einer Verbesserung des Gesundheitszustandes des Angeklagten einer Auslieferung durch die britischen Kollegen nichts entgegenstehen wird.

Kritik an der Ermittlungsarbeit der Behörden

Die Polizei SAPS, die NPA und die Medien sind unter anderem durch die britische Presse kritisiert worden; die Behörden für die mangelnde saubere Ermittlungsarbeit und die Medien für die Vorfeld-Verurteilung von Dewani.  Der Grundsatz der Unschuldsvermutung sei mit Füßen getreten worden, heißt es von Prozessbeobachtern. Auch wird der südafrikanischen Öffentlichkeit vorgeworfen, dass die Medienkampagne der Familie von Anni eine Beeinflussung der mit dem Fall betrauten Personen erzielt hat. Mehrere Organisationen und formlose Vereinigungen sind ins Leben gerufen worden, wie etwa Justice for Anni, die eine harte Verurteilung des Businessman fordern. Ebenso konnte noch kein  überzeugendes Motiv ermittelt werden, warum Shrien seine Frau umbringen lassen sollte.  Der Taxifahrer Tongo ist bereits zu einer Haftstrafe von 18 Jahren verurteilt worden. Den beiden Kidnappern erwartet am 13. April das Urteil. Ihr Verteidiger wirft der Polizei vor, dass seine Mandaten Xolile Mngeni und Mzwamadoda Qwabe zu einem Geständnis unter Folterandrohung gezwungen wurden.

Unterdessen versicherte Südafrikas Justizminister Jeff Radebe  dem britischen Bürger einen fairen Prozess am Kap zu. Längst ist dieses Rechtsverfahren zu einem Politikum avanciert, welches die Leistungsfähigkeit der südafrikanischen Justiz ins Zentrum des öffentlichen Diskurses gerückt hat. Die weitere Entwicklung  bleibt abzuwarten.

Herzlichen Glückwunsch !!!

„SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ wird 2 Jahre alt

(2010sdafrika-Redaktion)

Am heutigen Tag wird „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ genau zwei Jahre alt. Vieles hat sich seither getan. Dieses Online-Medium entwickelt sich stets weiter. Immer mehr User werden auf das Projekt aufmerksam. Die geforderte Benutzerfreundlichkeit ist nun weitgehend umgesetzt worden. Weit über 112.000 Visits, rund 1000 Facebook- sowie 820-VZ-Freunde und 300 Twitter-Follower kann „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ mittlerweile aufweisen – Tendenz mit jedem weiteren Tag steigend.

© "SÜDAFRIKA - Land der Kontraste" wird 2 Jahre alt!

Genauso werden immer mehr Persönlichkeiten der deutsch-südafrikanischen Beziehungen interviewt. Zudem wird tagesaktueller berichtet, weitere Redakteure engagieren sich und exklusive News werden an die (deutschsprachige) Öffentlichkeit herangetragen.

Hingegen pflegt die überregionale Presse ein ambivalentes Verhältnis zu „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“. Ghassan Abid, Geschäftsführender Chefredakteur dieses Mediums, untermauert die Notwendigkeit zweier gegensätzlicher Bewertungsströmungen zum Vorantreiben des gemeinnützigen Projektes: „Denn nur Ablehner und Befürworter zeigen uns auf, welche Schwächen und Stärken wir haben. Wir haben als Team noch viel zu lernen und bestehende Kommunikationsprozesse zu verbessern“.

Recherche kostet, Kommunikation kostet ebenfalls und ehrenamtliches Engagement verlangt von den Beteiligten viel Freizeit ab. Dementsprechend sind kleine Spenden immer willkommen. Wenn alternativ Familie, Freunde und Bekannte auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ aufmerksam gemacht werden, dann wäre dies eine große Anerkennung für dieses deutsch-südafrikanische Kultur- und Bildungsvorhaben.

Wir brauchen weiterhin eure Anregungen, konstruktive Kritik und Ideen. Wir sagen danke für die Treue gegenüber „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“!!!

Gewinnspiel

Nimmt am Gewinnspiel teil und schickt eure Antwort mit dem Stichwort „2 Jahre“ bis zum 10. Februar 2012 an folgende Redaktionsmail: sdafrika2010@yahoo.de. Zu gewinnen gibt es ganz exklusiv den Dokumentarfilm „Gangster Project“ vom deutsch-südafrikanischen Regisseur Teboho Edkins, welcher noch nicht im Handel zu erwerben ist! Wir wünschen euch viel Glück bei der Verlosung!

Christmas Day, Day of Godwill – Südafrikanische Feiertage

25. und 26. Dezember – es wird gegrillt

(Autorin: Anne Schroeter)

Der 25. Dezember ist der traditionelle Weihnachtstag an dem Geschenke verteilt werden. Dies geschieht meist am Morgen, vor oder nach dem Weihnachtsgottesdienst. Die meisten Südafrikaner verbringen den Rest des Tages mit ihrer Familie und Freunden. Es wird groß und deftig gekocht: Truthahn, Braten und allerlei süße Nachspeisen.

© Weihnachten in Südafrika wird unter sommerlichen Temperaturen draußen verbracht - mit Grillparties

In Südafrika fällt die Weihnachtszeit in den Sommer. Daher wird oft draußen gegessen, man trifft sich zum Campen oder am Strand.

Wenn auch die Mehrheit der Südafrikaner christlichen Glaubens ist, so gibt es dennoch andere große Bevölkerungsgruppen, insbesondere Hindustani und Muslime. Sie praktizieren zu Weihnachten den „Nationalsport“ des Braai. Es ist eine Grillparty, oft am Strand oder im Park, zu der man sich mit Freunden und Familie trifft. Jeder bringt etwas mit und es wird generationen- und familienübergreifend gefeiert.

Der Day of Goodwill wird am 26. Dezember gefeiert und von den meisten Südafrikanern immer noch Boxing Day genannt. Nach britischer Tradition wurde an diesem Tag die Kollekte geöffnet und an die Armen verteilt. Viele Kirchengemeinden veranstalten am 26. Dezember gemeinnützige Events, zum Beispiel das Verteilen von Mahlzeiten in sozialschwachen Stadtteilen. Ansonsten verhält es sich mit dem 26. Dezember ähnlich wie in Deutschland, er wird als weiterer Weihnachtsfeiertag gesehen, an dem man mit Familie und Freunden zusammenkommt.

Laut dem entsprechenden Gesetz (Public Holidays Act, Act No 36 of 1994) ist der Montag auch noch frei, wenn der Feiertag auf einen Sonntag fällt. Da dies hier der Fall ist, ist in diesem Jahr auch der 27. Dezember frei.