Schlagwort-Archive: Funktionär

Alles nur gekauft?

CONCACAF-Verbandschef und Ex-FIFA-Vizepräsident Jack Warner und die 10 Mio. Dollar aus Südafrika

(Autor: Johannes Woywodt)

Alles nur gekauft? Das dürfte sich in diesen Tagen die Mehrheit der fußballbegeisterten Südafrikaner fragen. In der Aufarbeitung des jüngsten Bestechungs- und Manipulationsskandals beim internationalen Weltfußballverband und dem angekündigten und wieder zurückgezogenen Rücktritt Sepp Blatters, steht erneut die Vergabe der Fußballweltmeisterschaft nach Südafrika im Jahr 2004 im Fokus der untersuchenden Behörden.

BBC World Service

© CONCACAF-Verbandschef und Ex-FIFA-Vizepräsident Jack Warner [im Bild] steht im dringenden Verdacht, die von Südafrika gezahlten 10 Millionen US-Dollar für das African Diaspora Programme veruntreut zu haben. Ob die Mbeki-Regierung den Funktionär schmieren wollte oder das Geld tatsächlich zweckentfremdet wurde, ist noch unklar. (Quelle: flickr/ BBC World Service)

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Entwicklungshilfe im Fußballsport?

FIFA-Vergabe der Fußball-WM 2010 an Südafrika unter dem Eindruck von Korruption, Habgier und Lügen

(Autor: Johannes Woywodt)

Der 15. Mai 2004 sollte einer der wichtigsten Tage der südafrikanischen Sportgeschichte werden. Genauso wie der Gewinn der Rugby-Weltmeisterschaft 1995 oder des Afrika-Cups 1996. Die Anspannung war allen Beteiligten anzumerken. Schließlich handelte es sich um die erstmalige Vergabe einer Fußballweltmeisterschaft an den afrikanischen Kontinent.

GovernmentZA

© Die FIFA-Vergabe der Fußball-WM 2010 lief dubios ab. Danny Jordaan, zum damaligen Zeitpunkt der Chef des südafrikanischen Bewerbungskomitees, bestätigte die (Schmiergeld-)Zahlung von 10 Millionen US-Dollar an FIFA-Funktionäre. Der kürzlich zurückgetretene FIFA-Präsident Joseph S. Blatter soll hiervon gewusst haben. (Quelle: flickr/ GovernmentZA)

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Bestechung bei WM 2010 in Südafrika?

Kap-Funktionäre zahlten für Vergabe über 10 Millionen US-Dollar an Bestechungsgeldern an FIFA-Spitze

(Autor: Ghassan Abid)

Dass die FIFA einer umfassenden Reform und einem Generationswechsel bedarf, dürfte keiner mehr bestreiten. Doch die jüngsten Vorwürfe gegen den in der Schweiz ansässigen Weltfußballverband sprengen jegliche Vorstellungskraft über das zwielichtige Agieren der FIFA-Führungsriege. Ins Visier der Ermittlungen von US-Justizministerium, New Yorker Staatsanwaltschaft und FBI rückt auch die WM-Vergabe an Südafrika – ein ranghoher Funktionär am Kap steht im Fokus der US-Behörden.

SOCCER CITY STADIUM - JOHANNESBURG

© Hat Südafrika die WM 2010 nur deshalb ausrichten dürfen, weil Funktionäre des Landes hohe Bestechungsgelder an die FIFA gezahlt hatten? Diesen Verdacht haben zumindest die US-Behörden, die umfangreiche Ermittlungen gegen den Weltfußballverband einleiteten. (Quelle: flickr/ Steve Evans)

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Journalisten zum Abschuss freigegeben

ANC schafft ein großes Stück Demokratie ab

(Autor: Ghassan Abid)

In dieser Woche hat das südafrikanische Parlament dem sog. „Protection of State Information Bill“ zugestimmt. Mit den Stimmen der Abgeordneten von der Regierungspartei ANC kann die Veröffentlichung von als vertraulich eingestuften Dokumenten grundsätzlich unter Strafe gestellt werden. 229 Abgeordnete stimmten dem Einschnitt der Pressefreiheit zu, während sich 107 Parlamentarier dem nicht anschlossen. 35 weitere Volksvertreter erschienen erst gar nicht zur Sitzung. Insgesamt gehören der National Assembly rund 400 Mitglieder an.

© Regierung in Pretoria baut Demokratie ab; Journalisten im Visier des ANC

Dies bedeutet, dass sich Journalisten beim Publizieren von Geheimakten nach Kapitel 11 des Gesetzes strafbar machen, auch wenn diese Fälle wie Korruption, Misswirtschaft oder Steuerverschwendung aufdecken würden. Allein für den Empfang von Dokumenten mit der Geheimhaltungsstufe „Streng Geheim“ drohen beispielsweise nach Kapitel 11 Absatz 37 des Protection Bill bis zu 25 Jahre Haft.

Die größte Oppositionspartei, die Democratic Alliance (DA) unter der Parteivorsitzenden Helen Zille, hält den Tag der Abstimmung vom 22. November 2011 als einen „schwarzen Tag“ fest, welcher historisch betrachtet eines Tages als negativer Wendepunkt in die Geschichte des Landes eingehen wird. Nach Ansicht der DA liegt eine Zensurpolitik vor, welche zuletzt zu Apartheidszeiten existierte. Vor allem Journalistenverbände und große Teile der Zivilgesellschaft sehen sich in ihren Freiheitsrechten verletzt. Die Chefredakteure der größten Medien des Landes sprachen sich bereits in der Vergangenheit mit einem Offenen Brief gegen die Pläne der Regierung aus.

Zwar ist der Gesetzesentwurf seit dem März 2010 mehrfach geändert worden, doch bleibt der Wesensgehalt im Grunde genommen unverändert. Human Rights Watch (HRW) zeigt sich darüber enttäuscht, dass die Regierung von Jacob Zuma die Bedenken der Bevölkerung nicht ausreichend berücksichtigt hat. Denn dieser müsste noch umfangreich geändert werden, so HRW. Auch die Konrad-Adenauer-Stiftung hält in ihrem Länderbericht vom 23.11.2011 fest, dass die Pressefreiheit auf diesem Wege massiv eingeschränkt wird.

Nun muss noch die Länderkammer Südafrikas, der National Council of Provinces (NCOP) dem Protection of State Information Bill zustimmen, doch dessen positive Entscheidung wird von politischen Analysten nicht bezweifelt, da diese Kammer ebenfalls vom ANC dominiert ist. Journalistenverbände und Gewerkschaften befürchten nun einen Rückschritt in der Demokratisierung Südafrikas.

„SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ widmete sich bereits in der Vergangenheit dieser Materie und besprach diese Policy mit Pro- und Kontra-Anhängern. Die freie Südafrika-Redakteurin der taz, Elena Beis, bewertet die Lage als „sehr beunruhigend„. „Schon die Idee, in einer Demokratie, ein Gesetz vorzuschlagen, das vorsieht, dass Journalisten, die „sensible Informationen“ veröffentlichen (wobei Politiker willkürlich selbst festlegen können, was „sensibel“ ist), mit bis zu 25 Jahren Haft bestraft werden, finde ich absurd – geschweige denn, tatsächlich darüber im Parlament zu beraten.„, so die Journalistin und Buchautorin. ANC-Funktionär Theunisen Andrews hingegen bewertet das Gesetz als positiv, da die Medien bewusst falsche Informationen veröffentlicht hätten, um den African National Congress in Misskredit zu bringen.

Fakt ist, dass dem investigativem Journalismus nun harte Zeiten bevorstehen. Der für den Geheimdienst Secret Service Agency (SSA) zuständige Minister, Siyabonga Cwele, hat das Gesetz bereits begrüßt.

1. FC Köln im Fokus südafrikanischer Funktionäre

Delegation südafrikanischer Fußballverbands-Repräsentanten besucht rheinischen Bundesligisten

(Autor: Ghassan Abid)

© Südafrikanische Delegation beim 1. FC Köln (Quelle: 1. FC Köln e.V.)

© Klaus Pabst, Manager beim 1. FC Köln

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen ganz herzlich auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Herrn Klaus Pabst, Sportlicher Leiter U8-U15 des 1. FC Köln. Im Oktober 2010 erhielt der 1. FC Köln Besuch von einer Delegation aus Südafrika, zusammengesetzt aus Verein- und Verbandsvertretern. Welchen Vereinen und Verbänden gehörten die Delegationsmitglieder an und von wem wurde diese geleitet?

Antwort: Bei der Delegation handelte es sich um Vertreter der südafrikanischen Profi-Liga, welche sich beim 1. FC Köln ein professionelles Nachwuchs-Leistungs-Zentrum anschauen wollten.

2010sdafrika-Redaktion: Welche Themen dominierten die Gespräche zwischen beiden Fußballvertretern?

Antwort: Besonderes Interesse galt neben der vorhandenen Infrastruktur vor allem den Bereichen Spielerausbildung, Trainingsauffassung, Spielauffassung und Spielerbewertung. Außerdem besuchte die Delegation das NetcologneSportslab, um sich über moderneste Möglichkeiten des Scoutings zu informieren.

2010sdafrika-Redaktion: Wie lange bereits bestehen Verbindungen des 1. FC Köln nach Südafrika und mit welchen Akteuren werden diese unterhalten?

Antwort: Es bestehen keine konkreten Beziehungen nach Südafrika. Beim Besuch dieser südafrikanischen Delegation handelte es sich um eine Maßnahme der DFL.

2010sdafrika-Redaktion: Welche Kooperationen könnten bzw. werden zukünftig verfolgt?

Antwort: Im Rahmen des Projekts FC.International bestehen Verbindungen in die USA, nach Japan und Schweden.

© Logo 1. FC Köln

2010sdafrika-Redaktion: Mit Lukas Podolski, dem quasi „Aushängeschild“ des 1. FC Köln, war Ihr Verein somit auch bei der WM 2010 in Südafrika vertreten. Nun kam es in den letzten Wochen zu gewissen Meinungsverschiedenheiten zwischen dem genannten Fußballer und dem 1. FC Köln bezüglich der Strategie des Vereins. Ich weiß, dass Sie hierüber nichts sagen dürfen. Jedoch erlaube ich mir die Frage, inwiefern diese Debatte die künftigen Clubtätigkeiten im In- und Ausland beeinflussen könnte?

Antwort: Kein Kommentar!

2010sdafrika-Redaktion: Waren Sie persönlich bereits in Südafrika und welche Assoziationen verbinden Sie mit diesem Land?

Antwort: Persönlich war ich noch nicht in Südafrika. Von Bildern und Filmen hat mich allerdings besonders die bewundernswerte Natur des Landes beeindruckt. Auch konnte bei der WM 2010 eine große Fußballbegeisterung übertragen werden.

2010sdafrika-Redaktion: Klaus Pabst, Sportlcher Leiter U8-U15 des 1. FC Köln, vielen Dank für das Interview!