Schlagwort-Archive: gangster

Sicherheitsdesaster in Südafrika

Gangster rauben Militärbasis in Kapstadt aus. Mehrere Sturmgewehre der Armee wurden entwendet

(Autor: Ghassan Abid)

Am Karfreitag ereignete sich auf der Militärbasis des 9. Infanterie-Bataillons in Khayelitsha bei Kapstadt ein äußerst erschreckender Vorgang, der bei Polizei und Militär gleichermaßen für ein großes Entsetzen sorgte. Demnach sollen Unbekannte mehrere Sturmgewehre der südafrikanischen Armee unter Waffengewalt erbeutet haben. Sicherheitsexperten zeigten sich schockiert und fordern eine umfassende Aufklärung, wie es zu solch einem Desaster kommen konnte. Die zuständigen Stellen schweigen zum Tathergang.

© Am Karfreitag wurde eine Militärbasis bei Kapstadt ausgeraubt. Mehrere R4-Sturmgewehre samt Munition [im Bild] der südafrikanischen Armee wurden entwendet. Sicherheitsexperten fordern eine rasche Aufklärung und warnen die Bevölkerung vor einem Missbrauch der Schusswaffen. (Quelle: flickr/ US Army Africa)

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Polizeigeheimdienst nimmt eigene Agentin fest

Südafrikas Unterweltboss Radovan Krejcir engagierte Profikiller, um Staatsbedienstete zu ermorden

(2010sdafrika-Redaktion)

Die Entwicklungen um den tschechischen Unterweltboss Radovan Krejcir – aus Sicht einiger Kriminologen der gefährlichste Kriminelle Südafrikas – nehmen immer erschreckendere Formen an. Es verdichten sich die Hinweise, dass der Gangsterboss nicht nur Profikiller engagierte, um gegen ihn gerichtete Ermittlungen zu verhindern. Vielmehr habe Krejcir auch eine Agentin des Polizeigeheimdienstes CIPS bestechen können, die den Tod ihrer Kollegen des Geldes wegen in Kauf nahm. Die Sicherheitsbehörden sind alarmiert.

© Der südafrikanische Polizeigeheimdienst CIPS hat eine eigene Agentin festnehmen müssen, die vermutlich durch den tschechischen Unterweltboss Radovan Krejcir bestochen worden ist. Zudem hatte Krejcir mehrere Profikiller auf den Polizeigeheimdienst-Mitarbeiter Nkosana Ximba und den Forensiker Paul O'Sullivan angesetzt, um deren Ermittlungen gegen den gefürchteten Gangsterboss zu verhindern. (Quelle: flickr/ Werner Vermaak)

© Der südafrikanische Polizeigeheimdienst CIPS hat eine eigene Agentin festnehmen müssen, die vermutlich durch den tschechischen Unterweltboss Radovan Krejcir bestochen worden ist. Zudem hatte Krejcir mehrere Profikiller auf den Polizeigeheimdienst-Mitarbeiter Nkosana Ximba und den Forensiker Paul O’Sullivan angesetzt, um deren Ermittlungen gegen den gefürchteten Gangsterboss zu verhindern. (Quelle: flickr/ Werner Vermaak)

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Polizei-Desaster in Südafrika

Fremdenhass, Korruption und Killerkommandos – eine Behörde im absoluten Totalversagen

(Autor: Ghassan Abid)

Wer in Not ist oder die Unterstützung von Polizeibeamten braucht, der ruft in Deutschland die 110 an. In Südafrika wählt man hingegen die übliche Rufnummer 10111. Doch wer von dieser Hilfe Gebrauch macht, den erwarten nicht selten große Enttäuschungen. Die Geschehnisse um die getöteten 34 Minenarbeiter in Rustenburg durch Polizeibeamte bekräftigen eine Reform dieser Sicherheitsbehörde.

© Kollaps der südafrikanischen Polizei: Zwei Polizeichefs mussten infolge von Korruptionsvorfällen bereits gehen. Neben dem Fremdenhass, stellt auch die ausbleibende Verhältnismäßigkeit der Polizisten bei der Anwendung von physischer Gewalt ein gewaltiges Problem dar. Das Vertrauen der südafrikanischen Bevölkerung in diese Bundesbehörde nimmt zunehmend ab. Doch das zuständige Polizeiministerium verzichtet auf eine Reform. Die Bürger haben das Nachsehen. (Quelle: Bongani Nkosi/ MediaClubSouthAfrica.com)

© Kollaps der südafrikanischen Polizei: Zwei Polizeichefs mussten infolge von Korruptionsvorfällen bereits gehen. Neben dem Fremdenhass, stellt auch die ausbleibende Verhältnismäßigkeit der Polizisten bei der Anwendung von physischer Gewalt ein gewaltiges Problem dar. Das Vertrauen der südafrikanischen Bevölkerung in diese Bundesbehörde nimmt zunehmend ab. Doch das zuständige Polizeiministerium verzichtet auf eine Reform. Die Bürger haben das Nachsehen. (Quelle: Bongani Nkosi/ MediaClubSouthAfrica.com)

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Afrikanisches Kino

Gangsterfilm „Viva Riva“ schockt und fasziniert zugleich: „Geld ist wie Gift. Es bringt dich um.“

(Autoren: Doreen S., Ghassan Abid)

Seit März 2012 ist „Viva Riva“ nun auch in deutschen Kinos zu sehen. Ein Gangsterfilm aus einer multinationalen Produktion von 2010, an welchem auch Südafrikaner beteiligt sind. Er behandelt in narrativ-provokativer Weise und teilweise mit Klischees unterlegten Szenen die Geschichte von Riva (gespielt von Patsha Bay Mukuna), der den angolanischen Gangsterboss Cesar (Hoji Fortuna) um eine wertvolle Lkw-Ladung Benzin beraubt hat. In Kinshasa, der Hauptstadt der DR Kongo, begibt sich Riva auf die Suche nach einer gewinnbringenden Absatzmöglichkeit für das Benzin und entdeckt gleichzeitig im Nachtleben dieser Metropole seine große Liebe in Form der rothaarigen Nora (Manie Malone). Sie ist die unglückliche Frau eines Gangsters, die allein des Geldes wegen bei ihm geblieben ist. Riva packt die Schönheit Noras und beide erkennen, dass nichts so bleiben wird wie bisher und beide in große Gefahr sind.

© Die Rolle "Nora" im Film Viva Riva wird durch die in Frankreich lebende Newcomerin Manie Malone gespielt.

© Die Rolle „Nora“ im Film Viva Riva wird durch die in Frankreich lebende Newcomerin Manie Malone gespielt.

Macht, Geld und Sex werden in Viva Riva bewusst ins Zentrum des Spielfilms gerückt. An intensiven Sex- und Gewaltszenen mangelt es nicht. Drehbuchautor und Regisseur Djo Tunda wa Munga spricht mit soziokritischer Absicht die bestehenden Verhältnisse Kinshasa´s und wohl damit auch die anderer Städte Afrikas an. Willkür durch Staatsbedienstete, Bürgerkrieg, Diskriminierung von Homosexuellen, Gewalt, zerrüttete Familienstrukturen, Armut, Geldgier, Fremdenhass und der schnelle Sex werden in rascher Abfolge thematisiert und ermöglichen den Zuschauern einen Einblick in eine Welt, die für Europäer äußerst fremd erscheint. Untermalt wird der Film mit lebendiger kongolesischer Musik, vor allem die der skurrilen Band CongopunQ und unter gleichzeitiger Verwendung beeindruckender Bilder zwischen Perspektivlosigkeit und Hoffnung.

Trailer zu Viva Riva

Viva Riva ist ein hochwertig produzierter Film, der die bisherigen afrikanischen Filme größtenteils in den Hintergrund rücken wird. TAZ-Redakteur Lukas Förster bezeichnet den Film als „dynamischen Thriller„.  Seine Weltpremiere feierte Viva Riva 2010 auf dem Filmfestival in Toronto. Auch auf der Berlinale wurde dieser vorgeführt. In den südafrikanischen Kinos fiel der Film auf viel Zustimmung durch Presse und Publikum; teilweise ist dieser auf gleicher Höhe mit südafrikanischen Topfilmen wie District 9 gestellt worden. Im Juni 2010 gewann Viva Riva den MTV Award in der Kategorie bester afrikanischer Film. Ein absolut sehenswerter Spielfilm!

2010sdafrika-Artikel zur Südafrika-Doku „Gangster Project“:

https://2010sdafrika.wordpress.com/2011/10/03/bonteheuwel-toten-oder-getotet-werden/

Review of „Gangster Project“

Pure violence as basis of interaction between people in Bonteheuwel

(Editor: Ghassan Abid, Translator German-English: Serge Aka)

Violence, drugs, unemployment, jail and shot holes in walls, such is how one imagines the daily life of a community dominated by gangsters. With the documentation „Gangster Project“, the director Teboho Edkins introduces the audience to Bonteheuwel, one of the poorest and most criminal suburbs of Cape Town.

© Outtake from documentary „Gangster Project“

In January 2010, Edkins went with a cameraman to a world, where life in prison seemed nicer than that in this dreary place. Bonteheuwel, like many places in South Africa is in the hands of several gangs. Entire streets are under the control of a certain gang. In Bonteheuwel, gangs like Wonder Kids, Stupaboys, youngsters or Junior Night Pigs reign over the territories and their residents. From childhood, the inhabitants of these suburbs realized that pure violence is the only remaining option for them to survive. With bestial film sequences, like the fight of dogs, Edkins brings the viewers in an atmosphere of another South Africa beyond TV glamor.

The production was not without risk, and despite the skepticism of his own parents, the director went forward with the film production. Edkins succeeded immensely into this underworld by means of an insider, called Thurston, who made the contacts to the different collectives of the criminal milieu possible. With Macho behaviors and verbal claims to power like “We have to fight ” (to German: Wir müssen kämpfen) or “We try to protect the area” (Wir versuchen das Gebiet zu schützen), it is clear to the outsider that the social situation in Bonteheuwel can completely overturn any time and especially unexpected.

Edkins deliberately confronts the gangster with gangster-stereotypical perceptions of western life culture, according to which a gangster is for example, someone who comes with a lot of charisma in appearance. “Gangster Project” brings the audience within these 55 minutes to a total realization, that death is omnipresent.

Edkins makes clear with its documentation that the gangster existence is connected primarily with the lack of perspectives of young people, who basically have nothing to lose. The gangsters do not look – like us – in the future, but only in the present. No one wants to be a gangster, if not has to, in order to finally survive. With drug consumption such as TIK these young people try to escape their hopeless reality – even if it’s only for few hours.

Each of these protagonists ultimately illustrates the failure of the South African government, to have this problem under control. The effects of gangs remain open of course on the role of the women, who are after reports of several NGOs in many cases victims of sexual assaults by gangs. It also remains uncertain how the relationship of the gangsters to their own relatives is; and what the parents think of the criminal careers of their offspring.

„SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ recommends “Gangster Project” as impressing, thoughtfully making and frightening film about the true life of millions of South Africans, who know nothing else other than blood, violence and the fear of death.

Absolutely worth seeing!

The German review to „Gangster Project:

https://2010sdafrika.wordpress.com/2011/10/03/bonteheuwel-toten-oder-getotet-werden/

Filmregisseur Teboho Edkins im Interview

Deutsch-südafrikanischer Filmregisseur über das Ich und die Welt

(Autor: Ghassan Abid)

Teboho Edkins, 1980 in den USA geboren und in Lesotho, Deutschland, Südafrika sowie Frankreich aufgewachsen, ist Filmemacher und tritt somit in die Fußstapfen seines renommierten Vaters Don Edkins, einem der bekanntesten Filmproduzenten Südafrikas.

In Kapstadt studierte er Kunst und rundete dieses Studium mit Ausbildungen in Frankreich und Deutschland ab. Teboho Edkins zeichnet sich insbesondere durch sozialkritische Dokumentationen aus, für welche er mehrfach Auszeichnungen gewinnen konnte. Auch nahm er bereits an mehreren Filmfestivals teil, etwa beim FID Marseille, Festival panafricain du cinéma et de la télévision de Ouagadougou (FESPACO), International Filmfestival Innsbruck, Vision du Reel Nyon, Tampere Short Film Festival oder an der Berlinale.  Teboho Edkins erläuterte dem Südafrika-Portal seine beruflichen Visionen und dessen Südafrika-Dokumentationen.

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2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ den in Berlin lebenden Filmemacher Teboho Edkins. Sie konzentrieren sich in Ihrer Arbeit auf Dokumentationen mit sozialkritischer Ausrichtung, welche südafrikanische Themen aufgreifen. In Ihren Dokus „Ask me I´m positive“, „True Love“ oder „Looking Good“ konzentrieren Sie Ihre Produktionen auf HIV. Was veranlasst Sie diese Pandemie zu thematisieren?

Antwort: Die HIV-Pandemie in Lesotho war zum Zeitpunkt meines ersten produzierten Filmes „ Ask me I’m positive“ ein Monster, welches einfach nicht ignoriert werden konnte. Diese war weit verbreitet und zugleich unsichtbar – einfach nicht nachzuvollziehen. Gerade das Abbild von Lesotho von 2004 verdeutlicht, dass ungefähr 30 % der Bevölkerung mit HIV infiziert ist, aber der Zustand von nur einer handvoll von Menschen öffentlich wurde und drei von denen Protagonisten im Film waren. Dort herrschte (und es ist immer noch enorm) solche Verwirrung und Voreingenommenheit über die Erkrankung, sodass ich fühlte, dass es das einzige Thema war, worüber ich einen Film machen konnte.

Was die Entstehung des Filmes ermöglicht hat war der Umstand, dass es ein Stück einer wirklich hochinteressanten aus 35 Titeln bestehenden revolutionären Filmreihe zu HIV war – „STEPS for the future“ – welche im Jahr 2000 von Filmemachern aus dem südlichen Afrika herausgebracht worden ist.

In meinem anderen Film „True Love“, gehe ich nicht wirklich auf die HIV-Pandemie ein, aber auf eine Person in Lesotho mit dem HI-Virus, sodass es nicht um dessen HIV-positiv Dasein geht, sondern eher um einen Menschen der HIV-positiv durch Liebes- und Sex-Erfahrungen erlebt. (Der Status quo ist dessen HIV-Positivität. Ich versuche aufzuzeigen, wie jemand jenseits des Virus ein normales Leben führt – und ich denke dieses ist wirklich wichtig zu verstehen; insbesondere im Kontext zum Südlichen Afrika, wo viele Menschen infiziert sind).

2010sdafrika-Redaktion: In „Gangster Project 1“, greifen Sie ein neues Thema im Hinblick auf die Kriminalität in Südafrika auf. Wechseln Sie Ihren Fokus auf andere soziale Herausforderungen?

Antwort: Naja, ich bin wirklich kein politischer Analyst oder Aktivist, sodass ich Filme zu Themen mache, die ich relevant und interessant finde sowie filmisch erforschen möchte. Nach den HIV-Filmen beispielsweise, machte ich das „Gangster Project 1“, eine Art Dekonstruktion eines Gangster Rap-Videos mit realen Gangstern und im Anschluss „Kinshasa 2.0“, einen Kurzfilm über Demokratie und übers Internet genutzte Second Life, einer virtuellen Welt …

2010sdafrika-Redaktion: Ihr neuer Film behandelt auch auch die Kriminalität in Südafrika. Was ist der genaue Titel Ihrer neuesten Produktion, wann wird diese in Deutschland zu sehen sein und worum geht es?

Antwort: Der Titel meines letzten Filmes lautet „Gangster Project“ (es ist sozusagen eine Fortsetzung von „Gangster Project 1“). Kurz gesagt ist es ein Langspielfilm und Halbdoku-Gangsterfilm, gedreht in Kapstadt/ Südafrika. Die Story geht auf einen jungen weißen Menschen ein, der einen perfekten Gangsterfilm drehen möchte, jedoch nicht wirklich etwas über Gangsters weiß. Er trifft zahlreiche Ganoven, besetzt letztendlich diejenigen für seinen Film die er für die perfekten Gangsters hält, hängt mit Ihnen rum. Er findet ihr Leben ziemlich schnell wenig reizvoll und langweilig, ihre begangene Gewalt für belanglos und dreckig, sodass er selbst anfängt Handlungen der Gewalt anzuzetteln (alles im Geiste der Entstehung seines Gangsterfilmes). Paradoxerweise entwickelt er sich enger an sie und versteht diese als Menschen mit realen Ängsten; verängstigt um ihre Häuser zu verlassen …

© Teboho Edkins (dritter von links) mit Darstellern seines Films „Gangster Project“

Wir sind noch in der Postproduktionsphase des Films, sodass dieser erst sachgerecht fertiggestellt werden muss, wenn dieser das Color Grading, die Vertonung etc. durchläuft – zum Ende November. Wir werden diesen dann in Filmfestival-Kreisen herausbringen, inklusive der Festivals in Deutschland und vielleicht könnte dann eine Rundfunkanstalt diesen kaufen oder dieser wird in einem kleinen Kino hier und dort kurzzeitig vorgeführt … aber noch ist es zu früh, um hierbei etwas sagen zu können.

2010sdafrika-Redaktion: Wie würden Sie die aktuelle Kriminalitätslage in Südafrika beschreiben?

Antwort: Ich bin kein Experte auf dem Gebiet der Kriminalität in Südafrika, aber sämtliche Statistiken bekräftigen, dass es einer der gewaltigsten Länder weltweit ist, eine der höchsten Mord- und Vergewaltigungsraten aufweist etc.

Ich verstehe die Kriminalität als äußerst ungleiches Phänomen (Südafrika ist ja als Land der Gegensätze bekannt, oder?). Wenn man arm ist und in einem Township lebt, wird man eher getötet und vergewaltigt, sodass die Kriminalität als geopolitisch aufgefasst werden kann – innerhalb des Kontextes der politischen Apartheid in Südafrika. Das ist der Grund, warum in meinem Film der weiße Junge seine relative sichere Umgebung verlässt und dorthin geht, wo Gewalt herrscht und die Umgebung durch diese verzehrt ist …

2010sdafrika-Redaktion: Welche Erfahrungen konnten Sie bereits mit deutschen Partnern in punkto Verbreitung/Verleih sammeln? Ihre Dokumentationen thematisieren explizit südafrikanische Probleme, sodass sich die Frage stellt, ob Ihre Werke ein positives Feedback seitens der deutschen Kinos, Rundfunkanstalten und Zuschauer erhalten?

Antwort: Das ist eine interessante Frage. Ich studierte an einer Postgraduierten-Institution in Frankreich und an einer Filmschule in Berlin. Gerade als ich Filme im südlichen Afrika gemacht habe, tat ich es oft mittels europäischer Institutionen und Förderungen. Und ich würde denken wenn der Film ein guter Film ist, dann ist die Wahl des Standortes nicht so wichtig wie die Filmentstehung und dessen Produktionsprozess, welche jenseits des Standortes diesen interessant machen.

Genau genommen haben meine Filme den meisten Erfolg und beste Verbreitung bei europäischen Filmfestivals – wie das Oberhausen Short film festival, Visions Du Reel, Leipzig, Berlinale, Marseille etc. – als auch bei europäischen Fernsehsendern wie ARTE, YLE, TV2.

2010sdafrika-Redaktion: Können Sie sich vorstellen, eines Tages Filme des Genres Entertainment/ Science-Fiction zu drehen, so wie Ihr südafrikanischer Kollege Neill Blomkamp mit seinem Film „District 9“? Diese Filme sind in punkto Umsatz sehr erfolgreich, aber sie verlieren in vielen Fällen die Botschaft gegenüber dem Publikum. Stimmen Sie dieser Meinung zu?

Antwort: Es ist oft der Fall, dass je größer das Budget eines Filmes ist, desto stärker ist dieser unter dem Einfluss des Produzenten oder des Studios – jedoch immer weniger unter der Kontrolle des Regisseurs. Und ich denke nicht, dass ich jemals einen Film machen möchte, worüber ich keine Regelung habe; gerade (oder besonders) wenn es sich um eine Slasher-/ Zombie-Filmkulisse im Naturreservoir handelt.

2010sdafrika-Redaktion: Was sind Ihre nächsten kinematografischen Ideen und werden Sie einen Film mit Ihrem Vater Don Edkins drehen, einem der bekanntesten Filmproduzenten Südafrikas?

Antwort: Genau genommen arbeite ich zurzeit an meiner nächsten Idee (teilweise, weil ich in Südafrika war, als ich diesen schrieb), jedoch möchte ich hierzu für diesen Moment lieber wenig sagen, weil es noch unausgereift ist. Und ja, das Arbeiten mit meinem Vater Don Edkins, welcher meine ersten beiden Dokumentationen produzierte, war sehr bereichernd für mich (auch wenn es meine Mutter ein wenig irritierte, dass wir nur darüber sprechen wollten und somit den Stress zum Esstisch transportierten). Ich würde es lieben, verstärkt mit ihm beim Filmdreh zusammenzuarbeiten.

2010sdafrika-Redaktion: Teboho Edkins, vielen Dank für das Interview!

Interview: Film director Teboho Edkins

German-South African film director about his work and Southern Africa

(Editor: Ghassan Abid)

Teboho Edkins, born in 1980 in the United States of America, grown up in Lesotho, Germany, South Africa as well as France, is film director and following the career of his renowned father Don Edkins, one of the most famous film producers of South Africa.

In Cape Town he studied Arts and he enhanced his course of studies with post graduations in France and Germany.  Teboho Edkins documentaries are characterized by sociolcritical bias, for which he has taken several awards. In addition, he took part  at umpteen film festivals, such as FID Marseille, Festival panafricain du cinéma et de la télévision de Ouagadougou (FESPACO), International Filmfestival Innsbruck, Vision du Reel Nyon, Tampere Short Film Festival or Berlinale.  Teboho Edkins is explaining to our South Africa web portal his job-related visions and documentaries on South Africa.

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2010sdafrika-editorial staff: We welcome on „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“, the German gateway to South Africa, the in Berlin living filmmaker Teboho Edkins. You concentrate in your work on documentaries with sociocritical messages on South African issues. In „Ask me I’m positive“, „True Love“, or „Looking Good“ you focused your productions on HIV. What are the reasons to debate this pandemic?

Anwer: The HIV pandemic, especially in Lesotho at the time when I made my first film, Ask me I’m positive, was a monster that could simply not be ignored, it was all prevalent but at the same time invisible –not understood. Just image- Lesotho in 2004 was a county where almost 30% of the population was infected with HIV, but only a handful of people were public about their status and three of these were the protagonists in the film. There was (and still is to an extent is) such confusion and prejudice about the disease that it was the only topic I felt I could make a film about.

What helped make the film possible was that it was part of a really exciting revolutionary series of 35 films titled, STEPS for the future, on HIV by Southern African filmmakers that had been launched in 2000.

In my other film True Love, I don’t really deal with the HIV pandemic as such, but it so happens that the character in Lesotho is HIV, so its not about him being HIV positive but rather about a person that happens to be HIV positive experiencing love and sex. (That he is HIV positive is the status quo, I am trying to show how beyond having the virus one lives a normal life- and I think this is really important to understand especially in the context of Southern Africa where so many people are infected).

2010sdafrika-editorial staff: In „Gangster Project 1, you are taking a new topic with regard to crime in South Africa. Are you changing your view on other social challenges?

Answer: Well I am not really a political activist, so I make films on topics that I find relevant and interesting, and that I want to explore filmically. After the HIV films for instance I made Gangster Project 1, a sort of deconstruction of a Gangster Rap video with real gangsters and then I also made Kinshasa 2.0  a short film about democracy and the internet using second life, a virtual world …

2010sdafrika-editorial staff: Your new movie will be handling with crime in South Africa, too. What’s the exactly title of your newest production, when it will be come out in Germany and what it is about?

Answer: The working title of my latest film is Gangster Project . (its sort of picks up on the idea of Gangster Project 1). Briefly it is a feature length half-fiction half documentary Gangster film shot in Cape Town, South Africa.. The basic story is a young white person wanting to make a perfect gangster film, without really knowing what gangsters are, he meets various gangsters, finally casts what he believes are the perfect gangsters for his film, hangs out with them and pretty soon finds their life uninspiring and boring, the violence they commit petty and dirty so he starts to instigate acts of violence himself (all in the spirit of making his gangster film), and so paradoxically grows closer to them and understands them as people with real fears, too frightened to leave their house…

© Teboho Edkins (third one from left) with actors of his movie "Gangster Project"

We are still in the postproduction phase of this film, so it will only be properly finished, that at is colour graded, mixed etc end of November. We will then initially launch it onto the film festival circuit, including festivals in Germany and then perhaps a television station might buy it or it might show in a small cinema here and there for a short time…. its early days yet.

2010sdafrika-editorial staff: How do you would like to describe the current crime situation in South Africa?

Answer: I am not an expert on crime in South Africa but the statistics all say its one of the most violent countries in the world, has one of the highest murder rates, rape rates etc.

I do understands though that the crime is very uneven (South Africa is famous as the land of contrasts no? ) meaning that you are much, much more likely to be killed or raped if you are poor and live in a township, so the crime has to be understood geo politically, within the political apartheid context of South Africa. Which is why in my film the white boy leaves his relatively safe neighbourhood to go where the violence is and is consumed by it…

2010sdafrika-editorial staff: Which experience has you already done with German partners in respect of film distribution. Your documentaries are targeting explicit South African problems, so the question arises if your arts getting a good feedback by German cinemas, broadcastings and spectators?

Answer: That is an interesting question. I studied at a post grad art institution in France and did a post grad film school in Berlin so even if I made films in Southern Africa I often did it through European Institutions and funding and I would like to think that if the film is good as a film, then the location is not as important as the way one goes about making the film and the filmmaking process make it interesting beyond its location.

So in fact my films have had most of their successes and distribution at European films festivals like Oberhausen Short film festival, Visions Du Reel, Leipzig, Berlinale, Marseille etc as well as European television stations like ARTE, YLE, TV2..

2010sdafrika-editorial staff: Will it be imaginable to produce one day movies from genre entertainment/ science fiction, such as your South African colleague Neill Blomkamp with District 9? These movies are very successful according to turnover, but their are losing in many cases the real message to the public. Do you agree with this opinion?

Answer: Its often true that the larger a budget a film has, the more it is controlled by the producers or the studios and leaves the director less and less control. And I don’t’ think I would ever want to make a film over which I don’t have control, even (or especially) if it’s a Slasher Zombie set in a nature reserve..

2010sdafrika-editorial staff: Which are your next cinematic ideas and will you shoot a film with your father Don Edkins, who is counting to one of the most famous film producers from South Africa?

Answer: In fact I am currently working on my next idea, (which is partly why I am in South Africa as I write this), but would rather keep quite about if for the moment, its still very half baked. And yes working with my father Don Edkins, – he produced my first two documentary films, was really rewarding (even if it made my mother a bit irritated that is all we would talk about, and bring the stress to the dinner table) and I would love to work make more films with him.

2010sdafrika-editorial staff: Teboho Edkins, thank you very much for your time to this interview!

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This interview has been translated in German. For this one please click on following link:https://2010sdafrika.wordpress.com/2010/08/06/filmregisseur-teboho-edkins-im-interview/

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Teboho Edkins at „Berlinale Talent Campus“:

http://www.berlinale-talentcampus.de/campus/talent/teboho-edkins/profile

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2010sdafrika-Artikel published on artsouthafrica.com:

http://www.artsouthafrica.com/?news=203