Schlagwort-Archive: Gastronomie

Cannabis-Pizza in Südafrika

Restaurantkette Col’Cacchio erweitert Speisekarte mit Rauschmittel-Rezeptur

(2010sdafrika-Redaktion)

Die südafrikanische Restaurantkette Col’Cacchio wird in Zusammenarbeit mit Africanpure, einem der führenden Cannabidiol-Marken auf dem afrikanischen Kontinent, die erste Cannabis-Pizzaserie auf den heimischen Markt bringen. Das Produktangebot solle auf die neuen Kundenbedürfnisse angepasst werden, heißt es in einer am 24. Juni 2019 veröffentlichten Pressemitteilung.

© Die südafrikanische Restaurantkette Col’Cacchio produziert zwei Cannabis-Pizzaserien, die unter den Namen „Green Goddess“ und „Not-So-Plain-Mary-Jane“ vertrieben werden. Das Unternehmen wolle innovativ sein. (Quelle: Col’Cacchio)

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Kapstadt droht Katastrophe am 29.04.2018

Soziale Unruhen, wirtschaftliche Schäden und flächendeckender Einsatz von Militär befürchtet

(Autor: Ghassan Abid)

In der Stadtverwaltung Kapstadts herrscht zum Ende des Jahres eine wie noch nie zuvor bekannte Krisenstimmung. Nach einer Dringlichkeitssitzung beschlossen die Angestellten der Stadt, so heißt es gegenüber der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste, das Level 6 des Wassermanagements zum Jahreswechsel einzuleiten. Übermäßige Wasserverbraucher werden mit hohen Geldstrafen bestraft. Das Autowaschen bleibt weiterhin verboten und Schwimmbäder dazu geschlossen. Ferner haben Bauern ihren Verbrauch noch stärker zu reduzieren. Denn nach aktuellen Berechnungen der Stadt soll am 29. April 2018 das Trinkwasser abgestellt werden.

© Kapstadt droht am 29. April 2018 die Katastrophe. Denn an diesem Tag soll den rund 4 Millionen Einwohnern, darunter 60.000 Deutsche, der Wasserhahn zugedreht werden. Die Wasserknappheit hat die Westkap-Region in eine ernste Krise gebracht. Notfallpläne sehen den Einsatz von Militär und Polizei vor. (Quelle: flickr/ Vince Smith)

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„Bilbao-Effekt“ bestimmt Erfolg sportlicher Events

Wolfgang Männing, Professor für Ökonomie an der Universität Hamburg, über WM-Effekte

(Autor: Ghassan Abid)

Am 11. Juni 2010 ist es soweit, wenn im Johannesburger Soccer City Stadion das Eröffnungsspiel zwischen Gastgeber Südafrika und Mexiko angepfiffen wird. Für vier Wochen wird die mediale Aufmerksamkeit ununterbrochen auf die Regenbogennation, wie es mal der Erzbischof und Nobelpreisträger Desmond Tutu formuliert hatte, gerichtet sein. Doch was bringt die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 konkret für Südafrika? Welche Gewinne kann das Land für sich ziehen? Was bedeutet dieses Sportspektakel für die nationalen Unternehmen? Kann das Ausrichterland längerfristig hiervon profitieren? Nehmen vielleicht die sozialen Spannungen im Lande ab? Hierüber sind sich Experten uneinig.

Wenn man sich jedoch mit den Expertisen der Wissenschaft auseinandersetzt, dann fällt eines auf. Die Effekte der FIFA-WM für Südafrika werden nicht so rosarot ausfallen, wie es gegenwärtig die Politik und der Weltfußballverband für richtig halten. Eine dieser Meinungen stammt von Wolfgang Männing, Professor für Ökonomie an der Universität Hamburg, der mit uns über die tatsächlichen wirtschaftlichen Auswirkungen der Fußball-Weltmeisterschaft auf Südafrika diskutierte.

Effekte von Mega-Events auf Südafrika

© Prof. Wolfgang Männing (Quelle: http://www.dbretschneider.de)

Wolfgang Männing betonte die Bedeutung der Weltmeisterschaft für Südafrika, deutete jedoch auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse ernüchternde Auswirkungen der WM auf das Kapland an. Demnach müsse man die Effekte von Mega-Events nach verschiedenen Auswirkungsperioden differenzieren: Kurzfristige Effekte, Imageeffekte und stadtökonomische Effekte.

Die kurzfristigen Effekte der WM, etwa die erwarteten 400.000 Besucher aus Übersee, stellen für die Volkswirtschaft Südafrikas keinen Netto-Gewinn dar. Erfahrungsgemäß werden bei Mega-Events, wie der Fußball-EM 2004 in Portugal oder der Fußball-WM 1998 in Frankreich, beispielsweise sämtliche Hotelbuchungen innerhalb des betreffenden Jahreszeitraumes unmittelbar zeitnah an der Sportveranstaltung in Erwägung gezogen. Dieses Phänomen wird in Fachkreisen als „Time-Switching“ bezeichnet.
Auch sind bei der WM 2006 in Deutschland kaum spürbare Umsätze im Tourismus, in der Gastronomie, beim Einzelhandel bzw. Handel zu beobachten gewesen. Der „couch potatoe-Effekt“ besagt, dass sämtliche Branchen einer Volkswirtschaft zumindest für den Zeitraum des Mega-Events eher Gewinneinbrüche zu bewältigen haben, da sich das gesellschaftliche Leben für diese wenigen Wochen verstärkt in den privaten Lebensbereich umverlagert.

Imageeffekte und Bilbao-Effekt wichtig für Stadtentwicklung

Männing bemängelt die überhöhten Preise bei Hotels, innerafrikanischen Flügen und Stadien. Dementsprechend sind nur 20.000 Tickets nach Deutschland verkauft worden. Kritisch sei ebenfalls der Auktionscharakter der FIFA, ein Monopolist des kommerziellen Fußballs, da die betreffenden Zuschläge an Geschäftspartner meistens mit unternehmerischen Verlusten verbunden sind. Jedoch bringen Imageeffekte für das WM-Land unerschwingliche Feel-Good-Vorteile, etwa wie bei der WM 2006, die als „Sommermärchen“ in Erinnerung bleiben. Nach der Studie „GMI-Anholt Nations Branch Index“, wonach 17 Kriterien zur Imagewahrnehmung einer Nation gemessen werden, konnte sich Deutschland durch die WM im eigenen Land hierbei verbessern.

Bei den langfristigen bzw. stadtökonomischen Effekten erläuterte Männing den sogenannten „Bilbao-Effekt“, benannt nach dem Guggenheim Museum im spanischen Bilbao, wonach eine ganze Stadt durch den Bau eines einzigen Gebäudes für sich stadtentwicklungspolitische Effekte ziehen kann.

© WM-Infrastrukturprojekte im ganzen Land

Dieses Phänomen ist auch beim Sydney Opera House oder beim Tate Gallery of Modern Art in London eingetreten. Voraussetzungen eines Bilbao-Effektes sei, dass die „Iconic Buildings“ vier Prämissen erfüllen müssen: Zentrale Lage, in der Umgebung von Gewässer, mit innovativer/unpraktischer Architektur, die zugleich provokativ wirkt. Diese ikonischen Bauwerke würden dementsprechend die Immobilienpreise ihrer Umgebung nach oben treiben, sodass dies aus volkswirtschaftlicher Sicht positiv zu bewerten ist.

Soccer City und Ellis Park Stadien werden nur begrenzte Effekte entfalten

Hinsichtlich der Einschätzung der WM-Stadien in Johannesburg betonte Männing, dass das Soccer City Stadion, welches übrigens in Form eines Topfes errichtet wurde, nur begrenzte positive Effekte auf die Stadt entwickeln wird, da es nicht an einem Gewässer errichtet wurde: „Gutes Design an falscher Stelle“. Das Ellis Park Stadion hingegen befinde sich in einer guten Lage, verfüge jedoch über ein schlechtes Design – also das genaue Gegenteil vom Soccer City Stadion. Daher wird zumindest in Johannesburg der Bilbao-Effekt ausbleiben. Abschließend hielt der Hamburger Professor fest, dass bei der WM 2010 in Südafrika keine kurzfristigen und längerfristigen Effekte erwartet werden könnten, jedoch dieses Mega-Event eine große Chance für das Reiseziel Südafrika darstelle.

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2010sdafrika-Artikel auf Business-On veröffentlicht:

http://www.business-on.de/mega-event-suedafrika-wm-2010-wolfgang-maenning-_id24074.html

Mit freundlicher Unterstützung des Fotografen Danilo Bretschneider: www.dbretschneider.de.

Erfahrungsbericht zu Südafrika

Sabrina Angermann, Studentin der Wirtschaftsinformatik und IBM-Praktikantin, berichtet

(Autorin: Sabrina Angermann)

Im Rahmen eines Praktikums bei der IBM durfte ich im Sommer 2009 neun Wochen in Johannesburg leben und arbeiten. Nach gut 10 Stunden Flug bin ich endlich angekommen und war von der Modernität des Flughafens und der Größe Johannesburgs überrascht. Die Fahrt zur Wohnung einmal durch die halbe Stadt dauerte fast eine Stunde.

© Sabrina Angermann

In den 9 Wochen habe ich so viele verschiedene Dinge erlebt wie noch nie – von Tigerbabys streicheln, über Elefanten direkt vor dem Auto bis hin zu der atemberaubenden Landschaft rund um Kapstadt. Das Erlebnis, das mich jedoch am meisten geprägt hat, war die Fahrt durch Soweto. Mir war mein Wohlstand noch nie so unangenehm, wie an diesem Tag, ich fühlte mich wirklich schlecht, wie ich mit Fotoapparat und Geld bewaffnet in Soweto stand, um mir die Gegend anzuschauen, in der die Menschen am Existenzminimum leben… Jetzt weiß ich warum man sagt, in Südafrika trifft die erste auf die dritte Welt. Diesen enormen Gegensatz gibt es nirgendwo in Deutschland.

Mein Fazit nach den neun Wochen ist: jederzeit wieder! Johannesburg selbst hat mir nicht so gefallen, da man sich wirklich entscheiden muss, ob man in der reichen, abgesicherten und somit sehr teuren Gegend oder eben in der armen und unsicheren Gegend wohnen möchte, wodurch man sehr isoliert lebt. Kapstadt jedoch gehört zu den interessantesten Städten, die ich kenne, und ich würde später sehr gerne noch einmal hinreisen. Auch kulinarisch gesehen ist Südafrika für mich eines der besten Länder, egal in welches Restaurant ich gegangen bin, immer gab es sehr gute Qualität, sei es beim Fisch, Steak oder bei Pasta – und das so günstig, wie man es in Deutschland nie finden würde. Denjenigen, die aufgrund der ganzen negativen Geschichten Angst haben, nach Südafrika zu reisen, kann ich nur sagen: Es ist längst nicht so schlimm, wie in den Medien berichtet wird!