Schlagwort-Archive: Gemeinde

Der Schock nach den Kommunalwahlen

Gekränktes Ego und fehlende Selbstreflektion. ANC-Führung führt ihre Politik der Arroganz fort

(2010sdafrika-Redaktion)

Am 3. August wurden rund 24 Millionen registrierte Wähler zu den Kommunalwahlen Südafrikas aufgerufen. Alle 5 Jahre wiederholt sich die Bestimmung der Zusammensetzung von Stadt- und Gemeinderäten, damit verbunden auch die Wahl der Bürgermeister. Zwar gelang der Regierungspartei von Jacob Zuma, dem ANC, landesweit erneut die absolute Mehrheit von 57 Prozent. Allerdings musste diese signifikante Verluste einstecken. Der ANC befindet sich bisweilen im Schockzustand.

Paul Saad

© Die Kommunalwahlen 2016 in Südafrika beschäftigen den ANC weiterhin. Die Regierungspartei unter der Führung von Präsident Jacob Zuma verlor im Vergleich zu den Wahlen 2011 rund 8 Prozentpunkte. Städte wie Johannesburg, Pretoria und Port Elizabeth gingen an die Opposition. (Quelle: flickr/ Paul Saad)

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Lichtblick-Kolumne: Initiativen ausm Township

Der Nemato Rowing Klub, ein beliebtes Entwicklungs- und Transformationsprojekt

(Autorin: Melanie Akerboom berichtet in ihrer Kolumne über innovative Projekte aus den Townships. Gegenwärtig ist sie als Fotografin tätig. Im Vorfeld studierte sie Social Entrepreneurship in London, verbunden mit Arbeitseinsätzen in Südafrika.)

Als ich 2009 zum ersten Mal nach Port Alfred kam, war mir die positive Auswirkung, die Sport auf benachteiligte Kinder und Jugendliche haben kann, noch nicht bewusst. Als ich dann ein halbes Jahr später ein Praktikum im Community Development (in der Gemeindeentwicklung) in der ortsansässigen Universität anfing, änderte sich dies zunehmend. Ich lernte immer mehr unterschiedliche Initiativen im Township, wie den Nemato Rowing Klub, kennen. Der Ruderklub im Nelson Mandela Township (Nemato) wurde 2005 von Jan Blom als Entwicklungs- und Transformationsprojekt gestartet.

Nemato Rowing Club

© Jan Blom gründete Ende 2005 im Nelson Mandela Township einen Ruderklub, der aktuell 75 Mitglieder hat. Inzwischen gibt es dort auch einen Handball-, Fecht- und Gymnastikklub. Lichtblick-Kolumnistin Melanie Akerboom schaute sich die Organisation „Nemato Change a Life“ an.

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Lichtblick-Kolumne: Initiativen ausm Township

Die Phumelela Youth Development Organization (PYDO) im Nelson Mandela Township in Port Alfred

(Autorin: Melanie Akerboom berichtet in ihrer Kolumne über innovative Projekte aus den Townships. Gegenwärtig ist sie als Fotografin tätig. Im Vorfeld studierte sie Social Entrepreneurship in London, verbunden mit Arbeitseinsätzen in Südafrika.)

Nachdem ich letztes Mal über den Ilizwi Photo Club geschrieben habe, möchte ich diesmal die Phumelela Youth Development Organization (PYDO) vorstellen. PYDO kümmert sich um gefährdete und benachteiligte Kinder und Jugendliche, sowie Waisen, im Alter von 4-24 Jahren. Die gemeinnützige Organisation, die als Non-Profit-Organisation (NPO) registriert ist, ist im Nelson Mandela Township in Port Alfred aktiv.

© Die Phumelela Youth Development Organization (PYDO) ist im Nelson Mandela Township in Port Alfred aktiv. Die Non-Profit-Organisation kümmert sich um gefährdete und benachteiligte Kinder und Jugendliche. Lichtblick-Kolumnistin Melanie Akerboom schaute sich das Projekt vor Ort an.

© Die Phumelela Youth Development Organization (PYDO) ist im Nelson Mandela Township in Port Alfred aktiv. Die Non-Profit-Organisation kümmert sich um gefährdete und benachteiligte Kinder und Jugendliche. Lichtblick-Kolumnistin Melanie Akerboom schaute sich das Projekt vor Ort an.

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Südafrikas meist beschützter Bürgermeister

27 Bodyguards bewachen Bürgermeister Tlhalefi Mashamaite, finanziert aus Steuergeldern

(2010sdafrika-Redaktion)

© Der ANC-Politiker Tlhalefi Mashamaite ist amtierender Bürgermeister der Mogalakwena-Gemeinde. Er folgte seiner Vorgängerin Esther Mothibi, die öffentliche Gelder für private Zwecke missbraucht hatte. Doch steht Mashamaite nun ebenfalls in der Kritik, Steuergelder aus dem Fenster zu schmeißen. Er engagierte 27 Bodyguards zu seinem Schutz.

© Der ANC-Politiker Tlhalefi Mashamaite ist amtierender Bürgermeister der Mogalakwena-Gemeinde. Er folgte seiner Vorgängerin Esther Mothibi, die öffentliche Gelder für private Zwecke missbraucht hatte. Doch steht Mashamaite nun ebenfalls in der Kritik, Steuergelder aus dem Fenster zu schmeißen. Er engagierte 27 Bodyguards zu seinem Schutz.

Der SPD-Politiker Gerhard Schröder hatte während seiner Amtszeit als Bundeskanzler im Schnitt 15 Leibwächter, maximal jedoch bis zu 20 Bodyguards an seiner Seite. Die Anzahl der einzusetzenden Beamten richtet sich nach dem Gefährdungspotential, um einen „sicheren Raum“ zu schaffen. Das Bundeskriminalamt stellt mit den sogenannten Sicherungsgruppen (SG) unter anderem den Schutz von Regierungsmitgliedern sicher. Doch ein südafrikanischer Bürgermeister lehrt nun die Öffentlichkeit, dass die Anzahl seines Personenschutzes die des deutschen Kanzlers weit übertrifft.

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Drei Tote bei Mothutlung-Protesten

Kommunal-, Landes- und Nationalverwaltung schieben sich gegenseitig die Schuld zu

(2010sdafrika-Redaktion)

In Mothutlung, einem Township in der Provinz North West, demonstrierten in den vergangenen Tagen die Bewohner gegen die Ignoranz und Untätigkeit der Behörden. Sie forderten die Wiederherstellung des kommunalen Wasserzugangs. Allerdings blieb ihr Anliegen ungehört. Der Frust schlug in Gewalt um, die sich gegen die Polizei richtete. Diese wiederum schoss mit scharfer Munition und tötete drei Demonstranten. Erneut steht die Polizei in der Kritik, nicht angemessen gehandelt zu haben.

© Südafrikas Polizeiminister Nathi Mthethwa und Polizeichefin Riah Phiyega stehen erneut in der Kritik, dass die ihnen unterstehende Polizei beim jüngsten Einsatz im Township Mothutlung nicht verhältnismäßig vorgegangen sei. Drei Demonstranten wurden erschossen, die einen Wasserzugang forderten. (Quelle: flickr/ GovernmentZA)

© Südafrikas Polizeiminister Nathi Mthethwa und Polizeichefin Riah Phiyega stehen erneut in der Kritik, dass die ihnen unterstehende Polizei beim jüngsten Einsatz im Township Mothutlung nicht verhältnismäßig vorgegangen sei. Drei Demonstranten wurden erschossen, die einen Wasserzugang forderten. (Quelle: flickr/ GovernmentZA)

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Theater für das Township Alexandra

Ntshieng Mokgoros Traum der Schauspielerei: Proben zwischen Bohnerwachs und Putzmitteln

(Autorin: Sine Thieme)

Alexandra, wie sich meine Leser vielleicht erinnern, ist der Ort vor dem ich strengstens gewarnt wurde. Wir waren vielleicht gerade eine Stunde auf südafrikanischem Boden gewesen, damals bei unserem Umzug aus den USA, und befanden uns auf der Fahrt vom Flughafen zu unserem neuen Haus im Norden Johannesburgs. G, der Fahrer meines Mannes, zeigte auf ein Ausfahrtschild. „Diese Abfahrt dürft ihr nie nehmen, wenn euch euer Leben lieb ist“, sagte er.

© Das Theaterstück "Paradise Lost", eine Produktion von Ntshieng Mokgoro, wird im Township Alexandra dargeboten. In einem Seifengeschäft proben die Schauspielerinnen. Es wird improvisiert und ausprobiert. (Quelle: Manuela Accarpio)

© Das Theaterstück „Paradise Lost“, eine Produktion von Ntshieng Mokgoro, wird im Township Alexandra dargeboten. In einem Seifengeschäft proben die Schauspielerinnen. Es wird improvisiert und ausprobiert. (Quelle: Manuela Accarpio)

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„Nicht nur Tebartz-van Elst bräuchte eine Auszeit“

Im Interview mit Bischof Michael Wüstenberg des südafrikanischen Bistums Aliwal

(Autor: Ghassan Abid)

© Michael Wüstenberg ist Bischof des südafrikanischen Bistums Aliwal. In der Hansestadt Hamburg ist er aufgewachsen. Später unterhielt er Kontakte nach Burkina Faso in Westafrika. In Südafrika engagiert er sich heute in vielfältiger Hinsicht in einer "Kirche der Armen unter den Armen". Die Berichterstattung zum Limburger Bischof Tebartz-van Elst hält er für wichtig und richtig, sofern Respekt und Menschenwürde geachtet werden. Zum Südafrika-Aufenthalt von Tebartz-van Elst wurde der Bischof durch das Online-Medium "SÜDAFRIKA - Land der Kontraste" auf die Probleme aufmerksam gemacht.

© Michael Wüstenberg ist Bischof des südafrikanischen Bistums Aliwal. In der Hansestadt Hamburg ist er aufgewachsen. Später unterhielt er Kontakte nach Burkina Faso in Westafrika. In Südafrika engagiert er sich heute in vielfältiger Hinsicht in einer „Kirche der Armen unter den Armen“. Die Berichterstattung zum Limburger Bischof Tebartz-van Elst hält er für wichtig und richtig, sofern Respekt und Menschenwürde geachtet werden. Zum Südafrika-Aufenthalt von Tebartz-van Elst wurde der Bischof durch das Online-Medium „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ auf die Probleme aufmerksam gemacht.

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Herrn Michael Wüstenberg, deutscher Bischof in Südafrika. Sie sind in Hamburg aufgewachsen und seit 1992 in Südafrika tätig. Wie kam es dazu, dass es Sie ans Kap verschlagen hatte?

Antwort: Ich bin ja noch immer etwa 1000 km vom Kap weg, eben im Ost-Kap. Verschlagen hat es mich nicht. Ich wollte in Afrika mehr über Inkulturation, aktive Beteiligung von Gemeindemitgliedern und Basisgemeinschaften lernen. Das hatte mich in Begegnungen mit Gemeinden vor allem in Burkina Faso fasziniert. Wenn etwas mich verschlagen hat, dann meine Unkenntnisse in Französisch. Ansonsten wäre Westafrika auch eine Wahl gewesen.

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