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Mandela-Beerdigung in Qunu

Südafrika tut sich mit dem Abschied Madibas schwer. Eine Nation sucht nach einer neuen Stütze – vergeblich

(2010sdafrika-Redaktion)

– MANDELA-Spezial –

Der Leichnam von Nelson Mandela ist nun in Qunu in der Ostkap-Provinz unter Ausschluss der Presse beigesetzt worden. Im Vorfeld bewegte eine Rede von Ahmed Kathrada, ein Weggefährter und enger Freund Mandelas, die Trauergäste aus dem In- und Ausland. „Ich habe einen Bruder verloren“, sagte Kathrada, der den Tränen nahe war. Morgen wird eine Statue vor den Union Buildings, dem Präsidialamt Südafrikas, zu Ehren Mandelas enthüllt. Somit endet dann die offizielle Trauerwoche. Doch das Land tut sich mit dem Abschied ihres Vorbilds noch sichtlich schwer. Die Gesellschaft sucht nach einer neuen Stütze, die sie in der aktuellen Regierung vergeblich sucht.

    © Nelson Mandela ist nun in Qunu beigesetzt worden. Morgen endet mit der Enthüllung der Mandela-Statue vor den Union Buildings die offizielle Staatstrauer. Südafrika tut sich noch schwer, diesen Verlust zu akzeptieren. Die Nation sucht vergeblich nach einer neuen Stütze. (flickr/ The Presidency of the Republic of South Africa)

© Nelson Mandela ist nun in Qunu beigesetzt worden. Morgen endet mit der Enthüllung der Mandela-Statue vor den Union Buildings die offizielle Staatstrauer. Südafrika tut sich noch schwer, diesen Verlust zu akzeptieren. Die Nation sucht vergeblich nach einer neuen Stütze. (flickr/ The Presidency of the Republic of South Africa)

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Desillusionierung ehemaliger ANC-Guerillas

Im Interview mit Ludger Schadomsky, Redaktionsleiter der Deutschen Welle

(Autor: Ghassan Abid)

    © Ludger Schadomsky ist Buchautor und Redaktionsleiter beim deutschen Auslandsrundfunk Deutsche Welle. Vor Kurzem hielt sich der Journalist zwecks Recherche für einen Artikel in Qunu auf, der Heimat von Nelson Mandela. (Quelle: DW)

© Ludger Schadomsky ist Buchautor und Redaktionsleiter beim deutschen Auslandsrundfunk Deutsche Welle. Vor Kurzem hielt sich der Journalist zwecks Recherche für einen Artikel in Qunu auf, der Heimat von Nelson Mandela. (Quelle: DW)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ den für die Deutsche Welle tätigen Journalisten und Afrika-Buchautoren Ludger Schadomsky. Sie studierten in Köln und schließlich in Kapstadt. Wie kam es dazu, dass sie den Weg nach Südafrika fanden?

Antwort: Während der Umwälzungen am Kap zu Beginn der 90er-Jahre studierte ich in Köln Afrikanistik und Politikwissenschaften. Klar war, dass ich mich intensiver und vor allem vor Ort mit dem „neuen Südafrika“ auseinandersetzen wollte. Also habe ich mich um ein DAAD-Stipendium zum Studium der Sprache Xhosa an der Universität Kapstadt (UCT) bemüht. So kam ich 1996 nach Südafrika und blieb bis 1998, schloss mein Studium an der UCT ab und begann parallel als Korrespondent für die Zeitungen „Afrika Post“ und „afrika süd“ zu berichten – eine faszinierende Zeit, zumal der Berichtsraum nicht nur Südafrika, sondern auch die Nachbarländer umfasste. Die Berichterstattung über die Aufarbeitung der Apartheidverbrechen in der sog. „Wahrheits- und Versöhnungskommission“(TRC) gehört bis heute, trotz vieler anschließender Reisen in afrikanische Krisengebiete, zum Aufwühlendsten überhaupt. Demgegenüber stand die Verabschiedung der modernsten Verfassung der Welt – ein Meilenstein für die junge Regenbogennation! 1998 bin ich schweren Herzens für ein Volontariat zur Deutschen Welle nach Deutschland zurückgegangen, wo ich heute als Redaktionsleiter tätig bin.

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