Schlagwort-Archive: Gesang

115 Minuten erstklassiges Live-Entertainment

Kuba-Tanzspektakel „Ballet Revolución“ begeistert deutsches Publikum auf höchstem Niveau

(Autor: Ghassan Abid)

Das Tanzspektakel „Ballet Revolucn“ ist wieder da. Seit dem zweiten Weihnachtstag touren die kubanischen Tänzer und Sänger wie im Jahr zuvor durch die Städte Deutschlands, Österreichs und der Schweiz. Auf der aktuellen Tour erwartet das Publikum ein neues und vor allem vielfältiges Programm, bestehend aus neuen Choreografien, neuem Lichtdesign, neuen Songs und neuen Kostümen. Die Tanzshow in Kombination mit feuriger Live-Musik erweist sich als absolutes Event-Highlight. Die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ war bei der Premiere im Berliner Admiralspalast dabei.

© Ein Hauch Kubas mitten in Berlin: Das Tanzspektakel „Ballet Revolución“ ist erneut auf Tournee in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Publikum im Admiralspalast zeigte sich vom erstklassigen Entertainment des australischen Choreografen Aaron Cash begeistert. (Quelle: Johan Persson)

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Eine Reise in die Welt der Träume

„THE ONE Grand Show“ begeistert im ausverkauften Friedrichstadt-Palast in Berlin die Zuschauer

(Autor: Ghassan Abid)

Südafrika ist das Land der Träume, so zumindest die feste Überzeugung hunderttausender Touristen aus aller Welt. Wer jedoch nicht das nötige Kleingeld für eine Reise ans Kap der guten Hoffnung hat, dem bietet sich der Besuch der „THE ONE Grand Show“ im Berliner Friedrichstadt-Palast an. Im legendären Revuetheater an der Spree kann eine traumwandlerische Reise genommen werden, die in besonderer Weise poetischen Gesang, modische Ästhetik und darbietende Kunst miteinander verbindet. An diesem Ort entfaltet sich die künstlerische Kreativität in ihrer ganzen Pracht.

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© Der renommierte Friedrichstadt-Palast in Berlin begeistert zurzeit mit „THE ONE Grand Show“ die Zuschauer. Mit bis zu 100 Künstlerinnen und Künstler werden die Theatergäste auf eine Reise in die unbegrenzte Welt der Träume genommen. (Quelle: Sven Darmer)

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Lichtblick-Kolumne: Initiativen ausm Township

Die Phumelela Youth Development Organization (PYDO) im Nelson Mandela Township in Port Alfred

(Autorin: Melanie Akerboom berichtet in ihrer Kolumne über innovative Projekte aus den Townships. Gegenwärtig ist sie als Fotografin tätig. Im Vorfeld studierte sie Social Entrepreneurship in London, verbunden mit Arbeitseinsätzen in Südafrika.)

Nachdem ich letztes Mal über den Ilizwi Photo Club geschrieben habe, möchte ich diesmal die Phumelela Youth Development Organization (PYDO) vorstellen. PYDO kümmert sich um gefährdete und benachteiligte Kinder und Jugendliche, sowie Waisen, im Alter von 4-24 Jahren. Die gemeinnützige Organisation, die als Non-Profit-Organisation (NPO) registriert ist, ist im Nelson Mandela Township in Port Alfred aktiv.

© Die Phumelela Youth Development Organization (PYDO) ist im Nelson Mandela Township in Port Alfred aktiv. Die Non-Profit-Organisation kümmert sich um gefährdete und benachteiligte Kinder und Jugendliche. Lichtblick-Kolumnistin Melanie Akerboom schaute sich das Projekt vor Ort an.

© Die Phumelela Youth Development Organization (PYDO) ist im Nelson Mandela Township in Port Alfred aktiv. Die Non-Profit-Organisation kümmert sich um gefährdete und benachteiligte Kinder und Jugendliche. Lichtblick-Kolumnistin Melanie Akerboom schaute sich das Projekt vor Ort an.

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Grammy geht an A-cappella-Band aus Südafrika

„Ladysmith Black Mambazo“ überzeugt mit Livealbum „Singing for Peace Around the World“

(2010sdafrika-Redaktion)

Am vergangenen Sonntagabend fand zum 56. Mal die wichtigste Auszeichnung in der internationalen Musikindustrie in Los Angeles statt. Der Grammy Award in der Kategorie „Bestes Weltmusikalbum“ ging nach Südafrika. Die A-cappella-Band „Ladysmith Black Mambazo“ überzeugte die Jury mit ihrem Livealbum „Singing for Peace Around the World“ – zum wiederholten Mal.

© Die südafrikanische A-cappella-Band „Ladysmith Black Mambazo“ gewann am vergangenen Sonntag zum vierten Mal einen Grammy Award. Mit ihrem Livealbum „Singing for Peace Around the World“ überzeugte der Zulu-Chor die Jury in der Kategorie „Bestes Weltmusikalbum“. (Quelle: flickr/ Anna Berthold)

© Die südafrikanische A-cappella-Band „Ladysmith Black Mambazo“ gewann am vergangenen Sonntag zum vierten Mal einen Grammy Award. Mit ihrem Livealbum „Singing for Peace Around the World“ überzeugte der Zulu-Chor die Jury in der Kategorie „Bestes Weltmusikalbum“. (Quelle: flickr/ Anna Berthold)

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Zapiro im Exklusiv-Interview

4.000 Cartoons und 15 Bücher. Johnathan Shapiro über sein Leben, Meinungsfreiheit und Politik

(Autorin: Annalisa Wellhäuser)

© Johnathan Shapiro alias Zapiro, Südafrika´s einflussreichster und provokantester Cartoonist. Er stand bereits mehrfach in Konflikt mit der Regierung.

Egal in welche südafrikanische Zeitung man schaut, man wird mit großer Wahrscheinlichkeit eine von Zapiro gezeichnete Karikatur finden, die die Politik Südafrikas kommentiert. Wer kennt ihn nicht, den berühmten Cartoon, der den derzeitigen südafrikanische Präsidenten Jacob Zuma mit einem Duschkopf über seinem Haupt zeigt; in Anspielung auf seine Aussage, er habe nach dem Geschlechtsverkehr mit einer HIV-positiven Frau geduscht. Zapiro, geboren 1958 in Kapstadt als Jonathan Shapiro, ist zur Zeit der berühmteste Cartoonist Südafrikas. Seine Zeichnungen erscheinen im Mail and the Guardian , der Sunday Times und der Times. Außerdem wurde seine Kunst bereits in Ausstellungen in der ganzen Welt gezeigt und er erhielt zahlreiche Auszeichnungen.

© Karikatur von Zapiro: Präsident Jacob Zuma glaubt AIDS wegduschen zu können. Die Zeichnung basiert auf eine Aussage Zuma´s.

Zapiro entdeckte seine Leidenschaft für das Zeichnen bereits als Kind, als er in einer Art Selbsttherapie die Monster aus seinen nächtlichen Albträumen malte. Auf diese Weise überkam er diese Träume und genoss zugleich die Malerei. Seit diesem Zeitpunkt war es sein Traum, Künstler zu werden. Er nahm an Zeichenwettbewerben teil und war in der Schülerzeitung aktiv. Für diese erfand er den kleinen ,,Prepi”, der alles kommentierte, was in der Vorschule passierte.

Mit Politik kam Zapiro dann auch als bald in Kontakt. Schon im jungen Alter machte ihn seine Mutter darauf aufmerksam, dass sie in einer ,,falschen” Gesellschaft leben würden. Seine erste, ,,so in der Art„ politische Erfahrung hatte er als Verwoerd1 ermordet wurde und er mit den anderen Kindern in seiner Schule für diesen beten sollte. Zapiro erinnert sich daran, dass er verwirrt war und sich dachte ,,Hey, dieser Typ war nicht gut!”. Im weiteren Verlauf seiner Schulzeit war er stets auf Kriegsfuß mit dem Trend, Apartheid zu unterstützen, welcher sogar unter den englischen Südafrikanern geherrscht habe. Allerdings war er während dieser Zeit noch nicht politisch aktiv. Nach der Schule studierte Zapiro Architektur; nicht weil er sich für das Fach interessierte, sondern um zu verhindern, in die Armee eingezogen zu werden. Als er sich dann dazu entschloss, Grafikdesign zu studieren, um ein Cartoonist zu werden, wurde er einberufen. Bei der Armee verweigerte er eine Waffe zu tragen. Also musste er stattdessen eine schwere Holzattrappe mit sich ,,herumschleppen“ und wurde zum Gespött seiner Kollegen. Einmal habe er sogar mit der Attrappe Wache stehen müssen, was er als absolut lächerlich empfand.

Jedoch konnten seine Kollegen nicht lange über ihn lachen, denn er zeigte ihnen, wie gut er mit der schweren Attrappe umgehen konnte, indem er all das tat und meisterte, was seine Genossen mit ihren Waffen bewerkstelligen mussten. Dies war seine Art zu rebellieren und seine politische Botschaft zu verbreiten. Man habe geglaubt, er sei ein Kommunist und er wurde als gefährlich angesehen. Zu der Zeit war Zapiro noch nicht politisch aktiv, da die UDF (United Democratic Front) erst ein Jahr nach seinem Einzug in die Armee gegründet wurde. Als diese dann ins Leben gerufen wurde, wollte er unbedingt mitwirken. Ebenso taten es seine Mutter, seine Schwester und viele seiner Freunde. Plötzlich gab es da diese ,,non-racial“ Gruppe, die sich für sie richtig anfühlte: Viel offener und viel stärker mit der nationalen Politik verbunden. Es gab auch eine Verbindung mit dem ANC (African National Congress), allerdings wollte er nicht mit diesem involviert sein oder gar darüber sprechen, denn würde dies ,,ans Licht kommen„ wäre es gefährlich geworden. Letztendlich kam es sogar dazu, dass er und einige seiner Familienmitglieder in Gewahrsam genommen wurden.

© Karikatur von Zapiro: Das Gerechtigkeitssystem in Form einer Frau wird von ANC, ANCYL, SACP und Gewerkschaft COSATU zu Boden gedrückt, während Präsident Jacob Zuma seine Hose zum bevorstehenden "Akt" öffnet - zur Vergewaltigung.

Zapiro wollte jedoch nie ein Politiker werden. Er sieht einen großen Unterschied zwischen jemandem, der professionell Politik betreibt und einem politischen Aktivisten. Seiner Meinung nach hätten es nur wenige Leute gemeistert, die Ideale ,welche sie im Kampf gegen die Apartheid hatten, beizubehalten. Der Rest der Leute sei korrupt und bequem geworden; nur ihren persönlichen Gewinn im Blick habend. Auch hätten sich einige gegen die Leute gewendet, welche sich außerhalb der Partei für gute Dinge engagiert hätten. ,,All dies würde ich hassen„, so Zapiro. Seiner Ansicht nach braucht das Land jene Leute, die Politiker werden und sowohl konzentriert bleiben als auch altruistisch und nicht korrupt sind. Allerdings brauche Südafrika auch eine Zivilgesellschaft und die Medien. Deshalb sieht Zapiro seine beste Rolle als visueller Kolumnist und zu einem kleinen Teil auch als Aktivist. Um seine Zeichnungen zu Papier bringen zu können, bedarf es natürlich einer Menge Recherche über die Politik. Hierfür hört Zapiro viel Radio, liest viele verschiedene Zeitungen und nutzt das Internet. Auch zeichnet er einige Sachen im Fernsehen auf. Insgesamt erhält er somit diverse Darstellungen desselben Themas und kann sich seine eigene diesbezügliche Meinung bilden.

Zapiro erklärt, dass Cartoons hauptsächlich Gedanken und Kommunikation seien, quasi 80% Idee und 20% Zeichnung. Man könne der beste Künstler überhaupt sein – das helfe nicht, wenn die Idee hinter der Zeichnung schwach sei. Andererseits, wenn die Botschaft eine starke sei, dann würde die Zeichnung nur einen kleinen Teil des Cartoons ausmachen. Als Beispiel bezieht sich Zapiro auf einen sehr starken, seiner Meinung nach einer seiner besten Cartoons, welcher eigentlich nur eine weiße Seite zeigte mit dem Untertitel „Weiße, die nie von der Apartheid profitiert haben“. Er habe den Cartoon deshalb gemacht, weil er es Leid gewesen sei, dass ein Teil der weißen Bevölkerung bestritt, von der Apartheid gewusst und von dieser profitiert zu haben; für diese verantwortlich gewesen zu sein.

© Karikatur von Zapiro: Weiße Südafrikaner haben von der Apartheid profitiert.

Mit seinen Karikaturen möchte Zapiro die Menschen zum Denken anregen. Vielleicht würden manche Leute sagen „Hey, das ist genau, was ich meine, ich wusste es nur nicht auszudrücken.“ Allerdings sei es nicht seine Absicht, nur die Menschen anzusprechen, welche genau so denken würden wie er; dies würde seiner Meinung nach keinen Sinn ergeben. Manche Leute stimmen ihm zu, manche nicht. Zapiro will auch nicht diejenigen überzeugen, die komplett anders denken als er. Seine Hauptzielgruppe seien die Leute „der Mitte“, welche er mit etwas Überzeugungskraft zu einer neuen Denkweise bewegen könne.

Auf die Frage, zu welchem durch die Gesellschaft oder Politik ,,verbotenen„ Thema er gerne einen Cartoon machen würde, antwortet er , dass er sich nicht sagen lassen würde, worüber er zeichnen könne und worüber nicht. Es sei vielmehr er selbst, der sich von sich aus zurückhalte, wenn es um ein bestimmtes Thema gehe. Er mag es nicht, Menschen extrem zu beleidigen, wenn diese verletzlich seien. Dennoch sei sein Toleranzbereich bezüglich über welches Thema man einen Cartoon zeichnen könne, doch noch viel größer. Wenn er der Auffassung sei, jemand greife andere Menschen an, dann nehme er kein Blatt vor den Mund. Zum Beispiel empfindet er, dass Religion eine großes Ausmaß an Schaden angerichtet habe in Bezug auf homosexuelle Menschen und Frauen. Auch habe sie die Verbreitung von HIV gefördert. Diesbezüglich würde er wirklich hart gegen die hierfür verantwortlichen Personen an der Macht vorgehen.

Zapiro fährt fort. Er habe Cartoons gemacht , die andere Menschen als extrem beleidigend empfunden hätten. Es sei sehr schwierig, sich mit bestimmten Themen rund um Tradition und Kultur in seinen Cartoons auseinanderzusetzen. Denn es gebe Menschen, die diese Themen in einer Weise behandeln würden, als handele es sich um Religion. Und gerade zurzeit käme es sehr oft vor, dass Cartoons absichtlich missinterpretiert würden, um jemanden als Rassisten darzustellen, der gar keiner ist.

Zapiro bekommt nicht nur positive Rückmeldungen bezüglich seiner Arbeit. Präsident Jacob Zuma habe ihn schon verklagt, weil er über ihn in seinen Cartoons gezeichnet hat. Zapiro glaubt an die südafrikanische Verfassung und das diese stark genug sei, Meinungsfreiheit zu schützen. Zapiro erklärt, dass seine eigene Politik sich nicht geändert habe, aber jene von einigen Menschen in Machtpositionen. Und er sei froh, dass er nicht so eingeschränkt sei wie diese, wenn es darum ginge, das zu sagen was denkt. Wenn er an etwas glauben würde, würde er sich dafür einsetzen und sagen was er glaubt.

Ich spreche Zapiro auf die Meinung einiger Leute in Südafrika an, welche behaupten, eine Art ,,umgedrehte Apartheid„ sei im Aufschwung, in welchem schwarze Südafrikaner gegenüber den anderen Kulturen dominieren würden. Zapiro antwortet, dass dies eines der Themen sei, wo er entweder in die eine oder andere Diskussion einsteigen würde, abhängig davon, wer sein Gesprächspartner sei. Einerseits, wenn er mit seinen alten Kameraden sprechen würde, dann würde er sich tierisch aufregen über das Ende von ,,non racialism“ und das Aufkommen von einer gewissen Form von Nationalismus und Elitismus. Andererseits, wenn er mit solchen weißen Südafrikanern sprechen würde, die während Apartheid nie etwas mit Politik zu tun gehabt hätten und sich auf uninformierter Art und Weise darüber aufregen, wie schlimm alles sei und dass es einen ,,umgekehrten Rassismus„ gäbe, dann führe er eine komplett andere Diskussion. Er würde versuchen, ihnen zu erklären, wie viel besser die Dinge jetzt seien. Er sagt, es gäbe immer noch einen bestimmten Rassismus innerhalb der weißen Bevölkerung. Und nach wie vor seien es immer noch vor allem weiße Menschen, die an der Spitze der Macht in vielen wichtigen Bereichen seien. Er denkt, dass die sogenannte ,,affirmative action„ nicht immer fehlerlos praktiziert würde und er sei die letzte Person, die sage, dass alles in Ordnung sei. Aber zu behaupten, die Dinge seien genau wie zu Apartheidszeiten, nur umgedreht, sei nicht wahr, sondern absoluter Blödsinn.

In Bezug auf Julius Malema`s Gesang ,,Kill the Boers„ (Tötet die Buren) sagt Zapiro, dass sein Verhalten ,,krass „ und falsch gewesen sei. Der Song stamme aus der Apartheidsära und habe eine metaphorische Bedeutung. Er sei gegen das System der Apartheid gerichtet gewesen; für die Zerstörung dessen. Ein Kampf gegen die Polizeikräfte und solche Farmer, die andere Leute brutal angegriffen und umgebracht haben. Damals sei der Song verständlich gewesen. Aber den Song heutzutage zu singen, so Zapiro, sei falsch. Es sei der Versuch, eine desillusionierte Jugend zu mobilisieren, weil der ANC es nicht geschafft habe, seine Versprechen zu halten und jetzt die Wut dieser Jugend auf die Leute richten will, welche heutzutage nicht mehr unbedingt die Attackierenden darstellen; zumindest nicht in dem Ausmaß wie zuvor. Allerdings glaubt Zapiro nicht, dass man einen Song verbieten könne. Er empfindet die Entscheidung des höchsten Gerichts in Südafrika demnach als falsch. Als Unterstützer der Meinungsfreiheit kann er dem nicht zustimmen. Man könne jemanden politisch-opportunistisch nennen ohne ihm das Singen des Liedes zu verbieten. Es sei viel komplizierter als dass man einfach sagen könne: Julius Malema sei äquivalent zu dem was Terre Blanche2 war. So funktioniere das nicht. Zapiro sagt, er habe Cartoons gemacht, die die Entscheidung des Gerichts kritisiert haben. Er stimme der Definition von Hassrede zu, welche von der Menschenrechtskommission und der UN beschlossen wurde und finde, dass Hassrede verhindert werden sollte. „ Diese Definition würde beinhalten, dass es eine Verbindung zwischen einem Mord und einer vorausgegangen Aufforderung, wie zum Beispiel eine Rede, ein Lied oder ein Schreiben geben würde. Aber er denke nicht ,, dass Leute andere Menschen auf Grund dessen umgebracht haben, was Julius gesagt hat 3

Slideshow zu Zapiro-Karikaturen mit HIV/AIDS-Bezug

Zapiro sagt weiterhin, dass es auch Beschwerden über seinen ,,Lady Justice-Cartoon“ gegeben hatte und die Menschenrechtskommission ihn diesbezüglich freisprach, da diese meinte, sein Cartoon ermutige keinen Menschen dazu, einem anderen etwas anzutun. Es sei eine Metapher über Zumas Verhalten gegenüber der Justiz gewesen. Meinungsfreiheit ist Zapiro sehr wichtig. Wenn also jemand sagen würde, man solle den Song, gesungen von Malema, verbieten, so müsse man auch seine Cartoons verbieten, denn beides könne in einer Art und Weise als ,,falsch“ interpretiert werden.

Was wünscht sich Zapiro für das neue Südafrika. Er erinnert sich an Desmond Tutu´s Idee der Regenbogennation, während der ,,inconscription campaign“ in 1985. ,,Es war etwas idealistisch.„ Tutu wünschte sich eine politische Bewegung in Form einer Regenbogenkoalition, die gemeinsam für Freiheit, ,,non-racialism“ und Demokratie kämpfen würde. Leider habe Südafrika seit Apartheidsende nur wenige solcher Regenbogenmomente zeigen können, wie zum Beispiel die Rugby-Weltmeisterschaft von 1995. Er sagt, dass er früher gedacht habe, die weiße Bevölkerung sei hauptsächlich dafür verantwortlich; sie habe sich nicht entschuldigt und keine Verantwortung gezeigt. Er glaube immer noch, dass sie eine sehr große Verantwortung dafür trage, allerdings denke er jetzt, dass viel mehr hätte erzielt werden können, wenn der ANC nicht so ,,fett, bequem und korrupt„ geworden wäre. Und wenn die Leute ganz oben nicht eine kleine Elite promoten würden, sondern versuchen würden, die Lücke zwischen Arm und Reich zu schließen. Nur dann könne man eine Art ,,Versöhnung” haben. Vieles sei nach den Anhörungen der ,,Truth Reconciliation Commission“ ungelöst geblieben. Das Wichtigste sei, die Ungerechtigkeiten in diesem Land zu beseitigen. Südafrika sei das Land mit der größten Ungleichheit zwischen den Menschen; es läge sogar hinter Brasilien. Und das sei skandalös nach 17 Jahren nach Einführung der Demokratie.

Was wünscht sich Zapiro für seine eigene Zukunft, was sind seine Pläne. Für den Moment und solange er noch das Gefühl hat, etwas mitteilen zu können, möchte er weiterhin Cartoons zeichnen. In ferner Zukunft möchte er aber zu anderen Genres von Cartoons und Geschichtserzählungen übergehen. Er habe schon 4.000 Cartoons und 15 Bücher veröffentlicht; er wolle schließlich nicht dieselbe Sache für immer und ewig machen. Auch möchte er mehr Ausgeglichenheit erlangen, denn die Intensität, mit welcher er seine Zeichnerei betreibe, sei sehr einvernehmend . Er möchte einfach mehr Zeit mit seiner Familie verbringen.

HERE YOU WILL FIND THE ENGLISH VERSION OF THIS INTERVIEW.

1 Er war der dritte Premierminister nach DF Malan und Jacob Strijdom

2 Gründer der Afrikaaner Widerstandsbewegung waehrend Apartheid; als weisser Suprematist angesehen

3 Diskussion in Südafrika über eine mögliche Verbindung zwischen Malema`s Singen des Songs ,,Kill the boers“ und dem Mord an Terre Blanche

Rezension zu „Mother Africa“

„Circus der Sinne“ entführt  in die afrikanische Welt der Farben, Akrobatik und Sinnlichkeit!

(Autoren: Nadja Krupke, Robert Irmscher)

Es ist wieder so weit. Der Zirkus Mother Africa ist zum fünften Mal wieder in Deutschland auf Tournee und verzaubert mit Farben, Rhythmus, Akrobatik, und Tanz! Diesen Winter steht ein besonderes Programm an. Das Team von Mother Africa zeigt sich zur Jubiläumsshow von seiner besten Seite mit den atemberaubenden Vorstellungen.

© Das Zirkusteam von Mother Africa (Quelle: http://www.circus-mother-africa.de)

Der Zirkus entführt sein Publikum in eine Welt der Freude, Vielfalt und Leidenschaft. Die 36 Artisten, Musiker und Tänzer/innen ermöglichten es bis jetzt 900.000 Zuschauern weltweit für zwei Stunden die pulsierende Natur Afrikas für sich neu zu entdecken und das positive Lebensgefühl Afrikas zu erleben. Bunte und ausgefallene Kostüme, Akrobatik und Zirkusvorstellungen, die das Herz schneller schlagen lassen, Tanz der zum Mitmachen anregt und großartige Stimmen spiegeln die Energie und den Facettenreichtum des afrikanischen Kontinents wider. Bewundernswert ist die Leichtigkeit und Authentizität der Vorstellung, die wie ein kleiner fröhlicher Wirbelwind scheint, der alle mitreißt. Die verschiedenen Aufführungen werden mit so viel Kraft, Leidenschaft und Überzeugung dargeboten, dass schnell das Gefühl aufkommt, man sei auf einer großen Feier gelandet, auf der sich alle zusammen wohl fühlen und Spaß verspüren. Der Besucher hat in diesen zwei Stunden die Möglichkeit, Afrika von seiner schönen und kulturellen Seite kennenzulernen und zu erkennen, dass es ein tanzlustiger, lautstarker und freundlicher Kontinent ist.

Die vierjährige Erfolgsgeschichte von Mother Africa verdankt der „Circus der Sinne“ dem 40-jährigen „Vater“ von Mother Afrika, Winston Ruddle. Er ist selbst ausgebildeter Artist und betreibt in Tansania eine Zirkusschule, die Artisten die Chance auf internationalen Erfolg ermöglicht. Er ist für die Choreographie, Musik und die Kostüme verantwortlich und castet selbst in ganz Afrika Künstler. Auch Hubert Schober, der Projektleiter und Co-Produzent, hat in Mother-Africa seine Leidenschaft entdeckt und ist mit seinen großen Erfahrungen eine Bereicherung für das Projekt.

Das vielfältige Programm mit all seinen Künstlern, darunter auch der Schlangenmensch Mwangi Lazaraus Gitu aus Kenia, der „gelenkigste Mensch der Welt“, bringt den Zuschauer, mit seinen unmöglichen Körperstellungen ins schwitzen. Ebenso die Gesangseinlagen der Sängerinnen scheinen magisch und versprühen eine enorme Sinnlichkeit und Schönheit. Man spürt als Zuschauer die Ausdauer und unglaubliche Körperbeherrschung mit der alle Akte vollzogen werden und kann förmlich die Schweißperlen auf den durchtrainierten Hubert Schober und agilen Körpern glitzern sehen.

Doch der „Circus der Sinne“ ist nicht nur Spannung, Spaß und Aufregung für sein Publikum, sondern auch ein Akteur auf entwicklungspolitischer Ebene. 50 Cent jeder verkauften Eintrittskarte werden in langfristige Projekte in Afrika investiert. Ein langjähriges Projekt und Partner von Mother Africa ist Karl-Heinz Böhms Äthiopienhilfe „Menschen für Menschen“. Dieses Jahr gehen die gesammelten Einnahmen an das Projekt „Viva con Aqua“, welches sich für die Trinkwasserversorgung in Afrika einsetzt.

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Mother Africa ist eine sensationelle Show, die einen Eindruck afrikanischer Kulturen vermittelt und die Menschen mit einer Leichtigkeit und trotz des kalten Winters mit einem warmen Gefühl ums Herz wieder nach Hause gehen lässt und den dunklen Kontinent Afrika gar nicht mehr so dunkel scheinen lässt.

Power of Zulu – Tanzen als integraler Bestandteil

Ob Krieg oder Heirat – bei den Zulus wird getanzt

(Autor: Ghassan Abid)

Afrikaner tanzen gerne. Die Lebensfreude vieler afrikanischer Völker spiegelt sich insbesondere im Tanz umd im Gesang wieder, unter anderem auch bei den Zulus. Die Zulus sind eine Ethnie der Volksgruppe Bantu. Sie stellt mit knapp 11 Millionen Volkszugehörigen die größte Ethnie Südafrikas dar.  Ihre Sprache ist IsiZulu, welche in der östlichen Provinz Südafrikas, in KwaZulu-Natal, beheimatet ist. Ebenfalls leben im Königreich Swasiland weitere  Zulus, welches seit dem 25. April 1986 durch den autokratischen König Mswati III.  regiert wird.

Die Zulus sind eine stolze Bevölkerungsgruppe, die nach den Erkenntnissen von Afrikawissenschaftlern aus dem heutigen Kongo in Zentralafrika stammt und nach Südafrika wanderte. Sie verdrängten sehr erfolgreich andere Völker. Das Stammeshäuptling spielt hierbei eine Schlüsselrolle, da die Zulus bis zum heutigen Tage ihre Herrscher nach wie vor verehren und schätzen. König Shaka gilt als eines der populärsten Vorbilder, denn war er jenes Oberhaupt, welches die Zulu-Bevölkerung im 19. Jahrhundert zu großen Siegen verschaffte und erstmalig eine professionelle Kriegerausbildung organisierte. Die Einbindung von unterlegenen Stämmen in die Strukturen der Zulus erwies sich als neuartig und raffiniert zugleich, da die Kriegeranzahl somit erheblich angestiegen ist und territoriale Expansionsbestrebungen leichter zu erzielen waren.

Als die Briten ihre Kolonialpolitik im südlichen Afrika ausweiten wollten, erkannten sie die Gegenmacht der Zulus. Blutige Kriege und die Schlacht bei Ulundi am 04. Juli 1879 zerstörten letztendlich die regionale Vormachtsstellung der Zulus. Das Königreich der Zulus ist in 13 kleinere Einheiten zersplittert worden. Was heute geblieben ist, ist der Stolz der Zulus auf ihre eigene kulturelle Identität. Vor allem der Tanz verbunden mit musikalischer Begleitung spielt bei den Zulus eine bedeutende Rolle.

Der gegenwärtige Präsident Südafrikas, Jacob Zuma, ist ebenfalls ein  Zulu, der mehrfach mit großem Stolz seine ethnische Zugehörigkeit und kulturelle Verbundenheit betont hat, unter anderem seine Vorliebe für die Polygamie. Allerdings werden die Zulus für genau dieses patriarchalische Verhältnis zu Frauen sehr kritisiert. Laut Angaben der südafrikanischen NGO ´Bobbi Bear´- aber auch andere Organisationen vertreten diese Auffassung – blockieren vor allem Zulus die Aufdeckung von sexuellen Missbrauchsfällen an Kindern und Frauen.

Klassischer Zulu-Tanz zur Vorbereitung auf den Krieg