Schlagwort-Archive: Gesundheit

Kap-Kolumne: Life-Esidimeni-Skandal

Das Elend im Gesundheits- und Sozialwesen: 143 Patienten mussten sterben – aus Kostengründen

(Autor: Detlev Reichel, Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals)

Richter Dikgang Moseneke ist immer wieder fassungslos. Die Aussagen der Zeugin Dr. Makgabo Manamela sind meist ausweichend, wirr, unzusammenhängend. Dr. Manamela ist nicht irgendwer in diesem Drama. Sie ist die suspendierte leitende Direktorin für den Bereich geistig behinderte Menschen bei der Gesundheitsbehörde der Provinz Gauteng. Sie war zuständig für Patienten, die mit staatlicher Hilfe u.a. bei dem privaten, also auf Gewinn orientierten Krankenhaus-Unternehmen Life Esidimeni untergebracht waren.

© Dr. Makgabo Manamela [im Bild] war die leitende Direktorin für geistig behinderte Menschen bei der Gesundheitsbehörde Gautengs. Ihre Behörde entschied, 1.300 Patienten, die beim Unternehmen Life Esidimeni untergebracht waren, aus Kostengründen auszulagern. Dabei starben 143 Menschen – ein Skandal.

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17 Teelöffel Zucker am Tag

Jeder fünfte Bürger nimmt zu viel Zucker zu sich. Finanzministerium Südafrikas erwägt Zuckersteuer

(Autor: Ghassan Abid)

Die Südafrikaner lieben ihre internationalen und nationalen Erfrischungsgetränke. Cola, Sprite oder Pepsi gehören für viele Menschen am Kap ganz selbstverständlich zum täglichen Genussmittelbedarf. Jedoch sind die Folgen des Konsums verheerend. Die Fälle von Diabetes, Adipositas und Osteoporose steigen rasant. Nun erwägt das Finanzministerium Südafrikas entsprechende Maßnahmen: Die Einführung der Zuckersteuer.

La Viña Liverpool

© Südafrikas Regierung sagt dem hohen Zuckerkonsum im Land den Kampf an. 2017 soll eine Zuckersteuer auf Endprodukte wie Softdrinks erhoben werden. Staaten wie Frankreich und Mexiko haben entsprechende Verbrauchssteuern bereits eingeführt – mit positiven Ergebnissen. (Quelle: flickr/ La Viña Liverpool)

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60 Prozent aller Prostituierten sind HIV-positiv

Aids-Rat Südafrikas startet Gesundheitsprogramm für Sexarbeiterinnen in Johannesburg

(2010sdafrika-Redaktion)

In Südafrika wird geschätzt, dass rund 150.000 Personen – meist Frauen – zum gegenwärtigen Zeitpunkt der Prostitution nachgehen. Insbesondere im Johannesburger Großraum ist das horizontale Gewerbe stark vertreten. Südafrikas Aids-Rat SANAC hat nun ermitteln können, dass 60 Prozent aller Sexarbeiterinnen mit dem HI-Virus infiziert sind. Dementsprechend sei es notwendig, in dieser Branche die staatliche Präventionsarbeit auszuweiten.

Marco Fieber Ostblog.org

© Der Großteil der 150.000 Prostituierten Südafrikas ist mit dem HI-Virus infiziert. Nun hat der Aids-Rat des Landes beschlossen, mit einem umfassenden Sozial- und Gesundheitsprogramm den Frauen des horizontalen Gewerbes beizustehen. Beratungs-, Diagnose- und Verhütungsdienstleistungen sollen die weitere Verbreitung des Virus verhindern. (Quelle: flickr/ Marco Fieber, Ostblog.org)

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Südafrika verhängt Ebola-Einreiseverbote

Gesundheitsministerium befürchtet Ausbruch des Virus am Kap. Maßnahmen wurden eingeleitet

(Autor: Bartosz Marek)

Südafrikas Gesundheitsminister Aaron Motsoaledi teilte gestern mit, dass die südafrikanische Regierung unverzüglich geltende Einreiseverbote für Nicht-Südafrikaner aus den von Ebola betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone beschlossen hat. Zudem wurden umfangreiche Maßnahmen eingeleitet und Gelder bereitgestellt. Die Regierung will eine Epidemie am Kap verhindern.

EU Humanitarian Aid and Civil Protection

© Südafrika befürchtet den Ausbruch von Ebola am Kap. Dementsprechend hat das Gesundheitsministerium umfangreiche Maßnahmen eingeleitet. Gesundheitsminister Aaron Motsoaledi arbeitet nun mit anderen Ressorts zusammen, um eine Epidemie zu verhindern. (Quelle: flickr/ EU Humanitarian Aid and Civil Protection)

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Linksradikal, antikapitalistisch, anti-imperialistisch

Südafrikaner im Wahlfieber: Malema-Partei „Economic Freedom Fighters“ fordert ANC heraus

(2010sdafrika-Redaktion)

Julius Malema ist einer der umstrittensten Politiker Südafrikas. Als ehemaliger Präsident der ANC-Jugendliga schaffte er es – mit Unterstützung seines damaligen Mentors Jacob Zuma – ganz nach oben aufzusteigen. Nach seinem Rausschmiss aus dem ANC entschloss sich Malema für die Gründung einer eigenen Partei. Mit Spannung wird auf das morgige Wahlergebnis gewartet.

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© Julius Malema ist umstritten und beliebt zugleich. Die Jugend jubelt dem ehemaligen Präsidenten der ANC-Jugendliga in großen Teilen zu. Kritiker werfen ihm vor, als „Brandstifter“, „Populist“ und „Krimineller“ kein Interesse daran zu haben, den Bedürftigen und Armen Südafrikas helfen zu wollen. Als Gründer und Führer der „Economic Freedom Fighters“ will er zurück in die Politik. (Quelle: EFF)

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Experten bewerten Südafrika als Krisenstaat

„Die soziale Sprengkraft kann sich manifestieren“, warnt Professor Robert Kappel vom GIGA-Institut

(Autor: Ghassan Abid)

Am vergangenen Donnerstag, den 23. Januar 2014, lud das Forschungsinstitut GIGA German Institute of Global and Area Studies die Öffentlichkeit zur Veranstaltung „Südafrika – auf dem Weg in die große Krise?“ ein. Professor Robert Kappel vom GIGA und Professor Ulf Engel von der Universität Leipzig – beide als Südafrika-Experten bekannt – beurteilten die politische und wirtschaftliche Lage am Kap mit Kurzvorträgen. Im Anschluss folgte eine Fragerunde durch das Publikum. Das Ergebnis war erwartungsgemäß mehr als beunruhigend. Südafrika ist längst zu einem Krisenstaat geworden.

    © Am vergangenen Donnerstag, den 23. Januar 2014, sprachen die beiden Südafrika-Experten Professor Robert Kappel vom GIGA-Institut und Professor Ulf Engel von der Universität Leipzig über den Krisenstaat im südlichen Afrika. Auch der Moderator und Südafrika-Experte Dr. Gero Erdmann bemängelte die aktuellen Entwicklungen am Kap.

© Am vergangenen Donnerstag, den 23. Januar 2014, sprachen die beiden Südafrika-Experten Professor Robert Kappel vom GIGA-Institut und Professor Ulf Engel von der Universität Leipzig über den Krisenstaat im südlichen Afrika. Auch der Moderator und Südafrika-Experte Dr. Gero Erdmann bemängelte die aktuellen Entwicklungen am Kap.

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Kap-Kolumne: Der Arzt, der mit dem Tod tanzte

Wird „Dr. Death” seine ärztliche Approbation verlieren oder behalten?

(Autor: Detlev Reichel ist der Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals. Als Missionskind, Sozialist und einstiger Westberliner Anti-Apartheids-Aktivist berichtet er aus und zu Südafrika.)

Am 18. Dezember 2013 spricht der „Health Professions Council of South Africa (HPCSA)“ [Anmerkung der Redaktion: Vergleichbar mit Ärztekammer] sein Urteil über die Fortdauer der ärztlichen Zulassung des Wouter Basson. Der Kardiologe besitzt eine lukrative private Herzklinik in Kapstadt und KwaZulu-Natal. Basson (Jahrgang 1950) ist eine der finstersten Figuren des Apartheidregimes.

© Wouter Basson ist studierter Kardiologe. Der Mediziner ist der ärztlichen Ethik und somit dem Wohlergehen des Menschen verpflichtet. Der internationale Grundsatz „Primum non nocere“ verbietet das Beifügen eines Schadens am Menschen. Doch der Südafrikaner ist für viel Leid von Apartheidopfern verantwortlich und bis heute noch nicht zur Rechenschaft gezogen worden. Am 18. Dezember 2013 entscheidet die Ärztekammer HPCSA über die Fortdauer des "Dr. Death" als zugelassenen Arzt.

© Wouter Basson ist studierter Kardiologe. Der Mediziner ist der ärztlichen Ethik und somit dem Wohlergehen des Menschen verpflichtet. Der internationale Grundsatz „Primum non nocere“ verbietet das Beifügen eines Schadens am Menschen. Doch der Südafrikaner ist für viel Leid von Apartheidopfern verantwortlich und bis heute noch nicht zur Rechenschaft gezogen worden. Am 18. Dezember 2013 entscheidet die Ärztekammer HPCSA über die Fortdauer des „Dr. Death“ als zugelassenen Arzt.

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