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Jüdische Verfolgte in Südafrika

17 einmalige und 57 dauerhafte Entschädigungszahlungen gehen an im Kapland lebende NS-Opfer

(2010sdafrika-Redaktion)

Regelmäßig informiert die Bundesregierung den Deutschen Bundestag mit einem Bericht über den Stand der Abwicklung des Fonds für Wiedergutmachungsleistungen an jüdische Verfolgte. Im Rahmen eines Abkommens zwischen dem Bundesfinanzministerium und der Jewish Claims Conference erhalten NS-Opfer entweder einmalige Beihilfen, laufende Beihilfen, einmalige Überbrückungen oder institutionelle Förderungen für den Aufbau von Alters- und Pflegeheimen. Auch in Südafrika lebende jüdische Verfolgte beziehen weiterhin Sonderleistungen aus dem Bundeshaushalt.

© Infolge der NS-Zeit sind nach heutigen Schätzungen rund 6.000 deutsche Juden nach Südafrika emigriert. Die Bundesregierung leistet an jüdische Verfolgte Wiedergutmachungsleistungen. Aktuell erhalten 17 NS-Opfer einmalige Beihilfen. Die Zahl der Empfänger mit dauerhaften Beihilfen wird mit 57 Personen beziffert. (Quelle: flickr/ Patrick Donovan)

© Infolge der NS-Zeit sind nach heutigen Schätzungen rund 6.000 deutsche Juden nach Südafrika emigriert. Die Bundesregierung leistet an jüdische Verfolgte Wiedergutmachungsleistungen. Aktuell erhalten 17 NS-Opfer einmalige Beihilfen. Die Zahl der Empfänger mit dauerhaften Beihilfen wird mit 57 Personen beziffert. (Quelle: flickr/ Patrick Donovan)

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Musikszene Südafrika

Hip Hop, Rock, Pop, Jazz oder Schlager. Musikgeschmack am Kap bleibt grundsätzlich Ethniensache.

(Autoren: Ghassan Abid, 2010sdafrika-Redaktion)

Das Kap hat seit dem Ende der Apartheid eine beachtliche Musikvielfalt aufbauen können, die sämtliche Genres des westlichen Musikbusiness abdeckt. Spätestens seit der Musizierung von Opernstücken durch schwarze Südafrikaner hat das Land eine breite Musikszene entwickeln können. Doch in Anbetracht des heterogenen Angebots sollte vielmehr von Musikszenen gesprochen werden.  

Allerdings ist der Musikgeschmack weiterhin von der Hautfarbe abhängig. Hip Hop wird vor allem von Schwarzen gehört und gesungen, während Schlager und Rock den Weißen vorbestimmt ist. Ähnliche ethnische Abhängigkeiten sind vom Sport bekannt – Fußball ist mehrheitlich bei Schwarzen; Rugby & Cricket bei  Weißen gefragt. Pop-Musik hingegen erfreut sich bei Schwarzen, Weißen, Indern und Asiaten – also allen Ethnien – einer sehr großen Beliebtheit. Dies soll nur eine grobe Untergliederung darstellen, da auch innerhalb der schwarzen Ethnien – beispielsweise zwischen Xhosa und Zulus – große traditionelle Unterschiede bestehen, welche sich durch die Eigenheiten der Lokalsprachen begründen. Es bleibt anzumerken, dass Südafrika elf offizielle Amtssprachen in seiner Verfassung aufgenommen hat. Einige Township-Dialekte könnten, dies hört man vor Ort öfters, gar als weitere Sprachen registriert werden – doch dies nur am Rande.

Ein besonderer Umstand in der südafrikanischen Musik ergibt sich mit Kwaito, einer in den 90er-Jahren enstandenen traditionellen Musikrichtung aus Soweto. Gangs sollen Kwaito für sich als künstlerische Plattform entdeckt haben. Diese ähnelt letztendlich sehr dem Hip Hop, ist jedoch vom Beat her deutlich verlangsamter. Ebenfalls soll auf Mbaqanga eingegangen werden, einer den Zulus nahestehendem Musikstil, welcher sich aus Elementen des Soul, Jazz oder Reggae zusammensetzt. Allerdings ist Mbaqanga, zumindest bei der jüngeren Generation, nicht mehr ganz im Trend.

Die Musik ist ständig im Wandel und vermischt sich stets mit anderen Genres aus dem In- und Ausland. Musikalische Kreationen werden auch weiterhin als Errungenschaft der Demokratisierung Südafrikas betrachtet, wobei erwähnt werden muss, dass bereits zu Apartheidszeiten einzelne schwarze Südafrikaner wie Miriam Makeba die Musikszene des Landes nachhaltig beeinflussten.

Heutzutage sind mehrere südafrikanische Bands wie The Parlotones, Die Antwoord oder Freshlyground auch in Deutschland beim breiten Publikum angekommen. Doch das Land bringt jeden Tag weitere eindrucksvolle Künstler hervor, die hierzulande unbekannt sind. Dementsprechend werden fünfzehn dieser Musiker auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ anhand eines offiziellen Musikclips kurz vorgestellt.

Songempfehlungen aus Südafrika – eine Auswahl

Artist: Cashtime Fam, Song: Stundee, Genre: Hip Hop

Artist: Ben Sharpa, Song: Hegemony, Genre: Hip Hop/ Rap

Artist: Locnville, Song: Stars Above You, Genre: Elektro-House

Artist: Kanyi, Song: Ingoma, Genre: Local-Rap (isiXhosa)

Artist: Khuli Chana & Notshi, Song: Tswa Daar, Genre: Local-Rap (Tswana)

Artist: Spoek Mathambo, Song: Control , Genre: House/ Hip Hop

Artist: Ruffest, Song: Bayavum, Genre: Kwaito

Artist: Queens of Dance, Song: Ngithanda Lonemali, Genre: Kwaito

Artist: Zahara, Song: Ndiza, Genre: Afro-Soul

Artist: Zakes Bantwini, Song: Wasting my time, Genre: Soul

Artist: Liquideep, Song: Still, Genre: House/ Soul

Artist: The Muffinz, Song: Ghetto, Genre: Jazz/ Soul

Artist: Byron Clarke, Song: The Rain, Genre: Volksmusik bzw. Folk/ Pop

Artist: Prime Circle, Song: Live This Life, Genre: Rock

Artist: Jesse Clegg, Song: Clarity, Genre: Rock

Schriftsteller Roger Smith im Interview

Die Wahrnehmung des demokratischen Südafrikas aus der Sicht eines Bestseller-Autors

Bestseller-Autor Roger Smith

(Autor/ Editor: Ghassan Abid)

2010sdafrika-Redaktion: Südafrika ist jetzt eine Demokratie mit der Möglichkeit einer politischen Partizipation für alle Bevölkerungsgruppen. Welche sind die größten Herausforderungen, die diese Nation zu bewältigen hat?

Antwort: Die Apartheid endete Mitte der 90er Jahre und Südafrika wurde unter Nelson Mandela vom einstigen Paria der Weltgemeinschaft zum Liebling aller Nationen. Bedauerlicherweise platzte die Blase als Mandela abtrat.

Die Lücke zwischen Reich und Arm war niemals größer. Wir haben heute die höchste HIV/AIDS-Verbreitung weltweit und Kriminalität sowie Korruption haben die Apartheid als größtes gesellschaftliches Übel abgelöst. Südafrikas Spitzenpolizist [damit gemeint ist Jackie Selebi] – während seiner Verhaftung Police Commissioner und Präsident von Interpol gewesen – steht wegen kriminellen Geschäften und der Annahme von Bestechungsgeldern durch die Organisierte Kriminalität unter Anklage.

Die südafrikanischen Tötungsdeliktstatistiken sind erschreckend – eine von vier südafrikanischen Frauen wird im Laufe ihres Lebens vergewaltigt. Um die 1.500 Kinder sind letztes Jahr in Südafrika ermordet worden. Die meisten dieser Kinder wurden zudem sexuell missbraucht.

Südafrikaner haben eine Menge worauf sie stolz sein können und sollten sich trauen, die sozialen Übel in unserem Lande nicht zu ignorieren.

2010sdafrika-Redaktion: Ihr neues Buch „Wake Up Dead“ (zu Deutsch: Blutiges Erwachen) gibt eine atemraubende Wahrnehmung der südafrikanischen Gesellschaft wieder. Das deutsche Magazin FOCUS bezeichnete Ihr Roman als „blutiger Bilderrausch“.  Um was geht es in Ihrem Buch und in welchem Kontext steht es mit der Realität?

Antwort: Meine Bücher sind natürlich reine Fiktion, beschreiben jedoch sehr realistisch Südafrika und Kapstadt. Das ganze Kapstadt, nicht nur die touristischen Gegenden.

Roman "Blutiges Erwachen"

Die „Cape Flats“ – die Kehrseite einer Postkarte Kapstadts – handeln von gewalttätigen Orten, welche man außerhalb von Kriegsgebieten findet. Vor 40 Jahren  hatte die Apartheid jeden nicht weißer Hautfarbe in diesem windgepeitschten Hüttenlabyrinth und Streichholzschachtelhäuser abgeladen. Regiert von Drogenbossen und Verbrechern, haben diese Hütten die höchsten Vergewaltigungs- und Mordraten in Südafrika überhaupt und die Sexualdelikte gegenüber Kindern sind erschreckend.

Mein Partner – welcher in einem dieser Hütten aufgewachsen ist – berät missbrauchte Kinder und erzählt mir Geschichten, die mir Albträume bereiten. Wenn dies im Westen passieren würde, würde es zu einem Aufschrei kommen. Hier bringt es kaum Schlagzeilen.

All dies hat seinen Niederschlag in meinen Büchern gefunden.

2010sdafrika-Redaktion: Denken Sie, dass Südafrika in der Lage ist die Weltmeisterschaft 2010 abzuhalten und die Basissicherheit von einer halben Million Gäste – so die Erwartung des Gastgebers – zu gewährleisten?

Antwort: Die Weltmeisterschaft wird ein gewaltiger Auftrieb für Südafrika sowie für den afrikanischen Kontinent sein und ich prognostiziere einen großen Erfolg. Südafrika veranstaltete 1995 die Rugby-Weltmeisterschaft, 2003 die Cricket-Weltmeisterschaft sowie letztes Jahr den COSAFA Cup [ = regionale Fußballmeisterschaft]. Natürlich kommt keine dieser Veranstaltungen an die Bedeutung der FIFA-Weltmeisterschaft heran, aber was ich sehe ist, dass die Infrastruktur/ Kapazitäten vorhanden sind.

Ich denke nicht, dass die Besucher der Weltmeisterschaft in Gefahr sein werden. Denn die traurige Wahrheit ist, dass die meisten Opfer von Kriminalität und Gewalt in den Ghettos und in den ländlichen Regionen leben; weit weg von der Blase der privilegierten Touristen, in der sich diese selbst befinden, wenn sie Südafrika zu Besuch kommen.

2010sdafrika-Redaktion: Roger Smith, wir danken Ihnen für Ihre Sicht der Dinge!

—— Das Interview wurde in Englisch geführt und ist ins Deutsche übersetzt worden. Unten ist das Originalinterview ebenfalls abgebildet.

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—> Blutiges Erwachen

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The perception of South Africa by Roger Smith, South African bestseller author

(Editor: Ghassan Abid)

2010sdafrika-editorial staff: South Africa is now a democracy with political participation for all sections of the population. Which are the biggest national challenges?

Answer: Apartheid ended by the mid-nineties, and South Africa went from being pariah of the world to everybody’s darling under Nelson Mandela. Unfortunately, the bubble burst when Mandela moved on.

The gap between rich and poor has never been greater. We now have the highest incidence of HIV/ Aids statistics in the world, and crime and corruption has replaced apartheid as our number one social ill. South Africa’s top cop – still commissioner of police and head of Interpol at the time of his arrest – is on trial for racketeering and taking bribes from organized crime.

The South African homicide statistics are off the charts, and one in four South African women will be raped in her lifetime. Nearly 1 500 children were murdered in South Africa last year. Most of these children were also sexually violated.

South Africans have much to be proud of, be we dare not ignore the social ills in our country.

2010sdafrika-editorial staff: Your new book „Wake Up Dead“ (in German: Blutiges Erwachen) is reflecting a very breathtaking perception on the South African society. The German magazin FOCUS declared your novel as „bloody inebriation of images“ (in German: Blutiger Bilderrausch). What is your book talking about and in which context is it connected with the reality?

Answer: My books are fiction, of course, but they are a very realistic depiction of South Africa and Cape Town. All of Cape Town, not just the tourist spots.

Novel "Wake Up Dead"

The Cape Flats – the flipside of the Cape Town picture postcard – is about as violent a place as you’ll find outside of a war zone. Forty years ago, the apartheid government dumped anybody who wasn’t white out in this windswept maze of shacks and matchbox houses. Ruled by drug lords and gangsters, the Flats has the highest number of rapes and murders in South Africa, and sex crimes against children are off the charts.

My partner – who grew up out on the Flats – counsels abused children, and tells me stories that give me nightmares. If this was happening anywhere in the West there would be an outcry. Here it barely makes the newspapers.

All of this has found its way into my books.

2010sdafrika-editorial staff: Do you think South Africa is already poised for hosting the World Cup 2010 and to ensure the basically security of the estimated half million of guests?

Answer: The World Cup will be a huge boost for the country, and for the African continent, and I predict that it will be a great success. South Africa has hosted the 1995 Rugby World Cup, the 2003 Cricket World Cup, as well as the COSAFA Cup last year. Of course, none of these are on the scale of the FIFA World Cup, but from what I have seen, the infrastructure is in place.

I don’t think visitors to the World Cup will be in danger. The sad truth is that most victims of crime and violence live in the ghettoes and rural areas, far from the bubble of privilege tourists find themselves in when they visit South Africa.

2010sdafrika-editorial staff: Roger Smith, we would like to thank you for your personal view to this matter!

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—> Wake Up Dead: A Thriller