Schlagwort-Archive: Gottesdienst

Der Glücksfall der begrenzten Präsidentschaft

Die Notwendigkeit des Artikels 88 der Verfassung Südafrikas für den Erhalt der Demokratie. Ein Kommentar

(Autor: Ghassan Abid)

Die Gefahr für die Demokratie in Südafrika ist so groß wie noch nie zuvor. Die einstigen Errungenschaften des ersten Staatspräsidenten scheinen in Vergessenheit geraten zu sein. Nelson Mandela trat für ethische Grundsätze wie Verantwortungsbewusstsein, Aussöhnung und Bescheidenheit ein. Millionen von Bürgern sehen genau dieses Erbe auf der Kippe. Denn Tausende demonstrieren seit dem „Mitternachtsmassaker“ für ein Ende von Korruption, Vetternwirtschaft und Missmanagement. Der am 4. Februar 1997 in Kraft getretenen Verfassung kommt hierbei eine Schlüsselrolle zu.

© Jacob Zuma würde nach dem Willen seiner Anhängerschaft für eine dritte Amtszeit kandidieren. Jedoch verhindert dies der Artikel 88 der Verfassung. Im Bild ist Zuma am Karfreitag im Ellis-Park-Stadium zu sehen. (Quelle: flickr/ The Presidency of South Africa)

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Berlin dankt Nelson Mandela

Ein Gastbeitrag von Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin: Südafrika hielt den Atem an“

(Ein Exklusiv-Artikel des Politikers Klaus Wowereit)

– MANDELA-Spezial –

© Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin, verfasste für die Redaktion von “SÜDAFRIKA – Land der Kontraste” einen Exklusiv-Gastbeitrag zum Tod Nelson Mandelas. (Quelle: Senatskanzlei Berlin)

© Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin, verfasste für die Redaktion von “SÜDAFRIKA – Land der Kontraste” einen Exklusiv-Gastbeitrag zum Tod Nelson Mandelas. (Quelle: Senatskanzlei Berlin)

Der feierliche Abschied von Nelson Mandela hat in den letzten Tagen eindrucksvoll bewiesen, welch große geschichtliche Gestalt es war, die uns verlassen hat. Staatsmänner und –frauen aus aller Welt, Bürgerinnen und Bürger des freien Südafrikas, Weggefährten, Freunde, ehemalige Gegner und viele hundert Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer an den Fernsehgeräten gedachten eines Vorbilds für Demokratie und Freiheit. Es war ein Tag, an dem Südafrika den Atem anhielt, aber auch ein Moment globaler Emotion.

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Mandela-Trauergottesdienst im Berliner Dom

1.000 Bürger nehmen persönlich Abschied von Südafrikas Ikone Madiba. Ein Erlebnisbericht

(Autor: Ghassan Abid)

– MANDELA-Spezial –

Es ist Mittwoch, der 11. Dezember 2013 gegen 18.00 Uhr, als rund 1.000 Menschen sich im Berliner Dom einfinden, um Nelson Mandela vom irdischen Leben zu verabschieden. Sie wollen ihm Lebewohl und Dankeschön sagen. Innerhalb des Gotteshauses ist es kühl. Trotzdem ist der Dom bis in die letzte Reihe gefüllt, mit jungen und alten Gästen. Kalter Wind zieht teilweise durch die Gänge. Die Stimmung ist gedrückt. Viele Berliner sind in sich gekehrt; auch ich.

© Am 11. Dezember 2013 verabschiedeten sich rund 1.000 Berliner von Nelson Mandela. Im Berliner Dom fand ein Trauergottesdienst anlässlich der südafrikanischen Ikone statt, an welcher auch Ghassan Abid - Chefredakteur von "SÜDAFRIKA - Land der Kontraste" - teilnahm.

© Am 11. Dezember 2013 verabschiedeten sich rund 1.000 Berliner von Nelson Mandela. Im Berliner Dom fand ein Trauergottesdienst anlässlich der südafrikanischen Ikone statt, an welcher auch Ghassan Abid – Chefredakteur von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ – teilnahm.

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Scientology in Südafrika

Exklusiv: Eine Sekte ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen, unterstützt von Politik und Medien

(2010sdafrika-Redaktion)

Ist Scientology eine Religionsgemeinschaft oder eine Sekte? Zumindest das Bundesamt für Verfassungsschutz lässt keinen Zweifel darüber aufkommen, dass diese 1954 in den USA gegründete Organisation, die seit den 70er Jahren auch von Deutschland aus mit rund 5.000 Mitgliedern operiert, eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellt. Im Verfassungsschutzbericht 2011 wird ein ganzes Kapitel der Scientology-Organisation (SO) gewidmet, aus welchem hervorgeht, dass SO eine neue Zivilisation errichten will, die jenseits eines demokratischen Systems anzuordnen ist. In Südafrika hingegen hat Scientology das erreicht, was in Deutschland noch nicht realisiert werden konnte: Die Hubbard-Kirche ist längst in der Mitte der Gesellschaft am Kap angekommen. Kritische Stimmen sind selten zu hören bzw. werden einfach überhört.

© Scientology in Südafrika: Mehr als 1.000 Mitglieder dieser Organisation strömten zur südafrikanischen Hauptstadt-Repräsentanz nach Pretoria am 23. Februar 2013. Begleitet wurde die Eröffnung von Persönlichkeiten aus Politik, Medien und Kultur. Die Sekte ist längst in der Mitte der Gesellschaft am Kap angekommen und nun in unmittelbarer Nachbarschaft zur Deutschen Botschaft Pretoria. (Quelle: Scientology South Africa)

© Scientology in Südafrika: Mehr als 1.000 Mitglieder dieser Organisation strömten zur südafrikanischen Hauptstadt-Repräsentanz nach Pretoria am 23. Februar 2013. Begleitet wurde die Eröffnung von Persönlichkeiten aus Politik, Medien und Kultur. Die Sekte ist längst in der Mitte der Gesellschaft am Kap angekommen und nun in unmittelbarer Nachbarschaft zur Deutschen Botschaft Pretoria. (Quelle: Scientology South Africa)

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Christmas Day, Day of Godwill – Südafrikanische Feiertage

25. und 26. Dezember – es wird gegrillt

(Autorin: Anne Schroeter)

Der 25. Dezember ist der traditionelle Weihnachtstag an dem Geschenke verteilt werden. Dies geschieht meist am Morgen, vor oder nach dem Weihnachtsgottesdienst. Die meisten Südafrikaner verbringen den Rest des Tages mit ihrer Familie und Freunden. Es wird groß und deftig gekocht: Truthahn, Braten und allerlei süße Nachspeisen.

© Weihnachten in Südafrika wird unter sommerlichen Temperaturen draußen verbracht - mit Grillparties

In Südafrika fällt die Weihnachtszeit in den Sommer. Daher wird oft draußen gegessen, man trifft sich zum Campen oder am Strand.

Wenn auch die Mehrheit der Südafrikaner christlichen Glaubens ist, so gibt es dennoch andere große Bevölkerungsgruppen, insbesondere Hindustani und Muslime. Sie praktizieren zu Weihnachten den „Nationalsport“ des Braai. Es ist eine Grillparty, oft am Strand oder im Park, zu der man sich mit Freunden und Familie trifft. Jeder bringt etwas mit und es wird generationen- und familienübergreifend gefeiert.

Der Day of Goodwill wird am 26. Dezember gefeiert und von den meisten Südafrikanern immer noch Boxing Day genannt. Nach britischer Tradition wurde an diesem Tag die Kollekte geöffnet und an die Armen verteilt. Viele Kirchengemeinden veranstalten am 26. Dezember gemeinnützige Events, zum Beispiel das Verteilen von Mahlzeiten in sozialschwachen Stadtteilen. Ansonsten verhält es sich mit dem 26. Dezember ähnlich wie in Deutschland, er wird als weiterer Weihnachtsfeiertag gesehen, an dem man mit Familie und Freunden zusammenkommt.

Laut dem entsprechenden Gesetz (Public Holidays Act, Act No 36 of 1994) ist der Montag auch noch frei, wenn der Feiertag auf einen Sonntag fällt. Da dies hier der Fall ist, ist in diesem Jahr auch der 27. Dezember frei.