Schlagwort-Archive: Graça Machel

Buch in Südafrika sorgt für Aufregung

Ex-Arzt beschreibt in Biografie die unwürdigen letzten Jahre seines Patienten Nelson Mandela

(2010sdafrika-Redaktion)

Die Wellen schlugen hoch, als der Inhalt des Buches „Mandela´s Last Years“ bekannt wurde. Denn der Autor Vejay Ramlakan beschuldigt die Familie Mandelas, die letzten Jahre des Anti-Apartheid-Kämpfers nicht unbedingt erträglich gemacht zu haben. Prompt erfolgte ein unüberhörbarer Aufschrei. Die Kritik an den ehemaligen Militär-Chefarzt und persönlichen Arzt Madibas ist so groß geworden, dass sich der US-amerikanische Verlag „Penguin Random House“ in der Notwendigkeit sah, nur wenige Tage nach der Veröffentlichung das Buch wieder vom Markt zu nehmen. Ebenso sind die Autorenangaben auf der Webseite des Verlags gelöscht worden. Der Schaden ist gewaltig.

© Nelson Mandela ein Opfer seiner eigenen Familie? So deutet es sich zumindest im Buch „Mandela´s Last Years“ an, welches sein Arzt Vejay Ramlakan verfasste. Auf Druck der Familie Madibas hat der in New York ansässige Verlag das Buch nur wenige Tage nach der Veröffentlichung vom Markt genommen. (Quelle: flickr/ mrgarethm)

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Der Bettler neben dem Ferrari

Im Interview mit Jan-Philippe Schlüter, Korrespondent des ARD-Studios in Johannesburg

(Autor: Ghassan Abid)

© Jan-Philippe Schlüter ist seit dem 1. Juni 2013 der neue Hörfunkkorrespondent des ARD-Studios Südliches Afrika in Johannesburg. Er tritt die Nachfolge seines Kollegen Claus Stäcker an.

© Jan-Philippe Schlüter ist seit dem 1. Juni 2013 der neue Hörfunkkorrespondent des ARD-Studios Südliches Afrika in Johannesburg. Er tritt die Nachfolge seines Kollegen Claus Stäcker an.

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Herrn Jan-Philippe Schlüter, Hörfunkkorrespondent des ARD-Studios Südliches Afrika in Johannesburg. Wann waren Sie das erste Mal und aus welchem Grund in Südafrika?

Antwort: Meine erste Afrikareise war Anfang 2009. Ein sehr guter Freund von mir hat in Franschhoek bei Kapstadt geheiratet. Ich habe die Reise genutzt, um mir außerdem Johannesburg und den Kruger Park anzuschauen. Das Land hat mich sofort begeistert und in den Folgejahren war ich mit meiner Frau jedes Jahr mindestens einmal in Afrika.

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Desillusionierung ehemaliger ANC-Guerillas

Im Interview mit Ludger Schadomsky, Redaktionsleiter der Deutschen Welle

(Autor: Ghassan Abid)

    © Ludger Schadomsky ist Buchautor und Redaktionsleiter beim deutschen Auslandsrundfunk Deutsche Welle. Vor Kurzem hielt sich der Journalist zwecks Recherche für einen Artikel in Qunu auf, der Heimat von Nelson Mandela. (Quelle: DW)

© Ludger Schadomsky ist Buchautor und Redaktionsleiter beim deutschen Auslandsrundfunk Deutsche Welle. Vor Kurzem hielt sich der Journalist zwecks Recherche für einen Artikel in Qunu auf, der Heimat von Nelson Mandela. (Quelle: DW)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ den für die Deutsche Welle tätigen Journalisten und Afrika-Buchautoren Ludger Schadomsky. Sie studierten in Köln und schließlich in Kapstadt. Wie kam es dazu, dass sie den Weg nach Südafrika fanden?

Antwort: Während der Umwälzungen am Kap zu Beginn der 90er-Jahre studierte ich in Köln Afrikanistik und Politikwissenschaften. Klar war, dass ich mich intensiver und vor allem vor Ort mit dem „neuen Südafrika“ auseinandersetzen wollte. Also habe ich mich um ein DAAD-Stipendium zum Studium der Sprache Xhosa an der Universität Kapstadt (UCT) bemüht. So kam ich 1996 nach Südafrika und blieb bis 1998, schloss mein Studium an der UCT ab und begann parallel als Korrespondent für die Zeitungen „Afrika Post“ und „afrika süd“ zu berichten – eine faszinierende Zeit, zumal der Berichtsraum nicht nur Südafrika, sondern auch die Nachbarländer umfasste. Die Berichterstattung über die Aufarbeitung der Apartheidverbrechen in der sog. „Wahrheits- und Versöhnungskommission“(TRC) gehört bis heute, trotz vieler anschließender Reisen in afrikanische Krisengebiete, zum Aufwühlendsten überhaupt. Demgegenüber stand die Verabschiedung der modernsten Verfassung der Welt – ein Meilenstein für die junge Regenbogennation! 1998 bin ich schweren Herzens für ein Volontariat zur Deutschen Welle nach Deutschland zurückgegangen, wo ich heute als Redaktionsleiter tätig bin.

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Mandelas Lebenszeit tickt immer schneller

Südafrika bereitet sich auf das zu erwartende Trauma vor. Den Tatsachen ins Auge sehen

(Autor: Ghassan Abid)

Die Zulus, eine bedeutende Ethnie im südlichen Afrika, prägten das in Südafrika vorherrschende Sprichwort: „Ein alter Mensch hat den Kalender im Bauch.“ Nach diesem Verständnis verlagern sich eigene Prioritäten mit zunehmenden Alter ausschließlich auf die physiologischen Grundbedürfnisse wie Essen, Schlafen oder Schmerzensfreiheit. Mandela kann schon seit längerer Zeit diese Bedürfnisse nicht mehr befriedigen. Vielmehr leidet er mit jedem weiteren Tag. Die südafrikanische Nation muss lernen, endlich loslassen zu können.

© Die südafrikanische Öffentlichkeit sucht in diesen Tagen den Weg, wie sie mit dem Tod von Nelson Mandela umzugehen hat. Die Presse versucht, jede Redaktion für sich, die passenden Ansätze zu liefern. Einige halten an einem irdischen Fortbestehen Mandelas fest, andere verabschieden sich bereits von Madiba. (Quelle: flickr/ woolerybj)

© Die südafrikanische Öffentlichkeit sucht in diesen Tagen ihren Weg, wie sie mit dem Tod von Nelson Mandela umzugehen hat. Die Presse versucht, jede Redaktion für sich, die passenden Ansätze zu liefern. Einige halten an einem irdischen Fortbestehen Mandelas fest, andere verabschieden sich bereits von Madiba. (Quelle: flickr/ woolerybj)

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Marke Mandela

Wie mit einer politischen Ikone viel Geld gemacht wird. Ein öffentlicher Familienstreit ist entbrannt

(Autor: Ghassan Abid)

Mandela-Bücher kann man kaufen, Mandela-Klamotten ebenfalls und Mandela-Souvenirs sowieso. Längst ist der erste schwarze Präsident Südafrikas zu einem beliebten Kaufprodukt geworden. Eine politische Ikone, die im Interesse vieler Unternehmer steht. Wenn der Vater der Nation stirbt, so dürfte der Wettbewerb um die besten Business-Ideen um ein weiteres schärfer werden.

    © Nelson Mandelas Kind Makaziwe [im Bild rechts] betreibt mit ihrer Tochter Tukwini [im Bild links] die Firma „House of Mandela“, die Mandela-Weine vertreibt. Längst wird mit dem Namen Mandela Geld gemacht, sei es mit Mandela-Büchern, Mandela-Klamotten oder Mandela-Souvenirs. (Quelle: House of Mandela)

© Nelson Mandelas Kind Makaziwe [im Bild rechts] betreibt mit ihrer Tochter Tukwini [im Bild links] die Firma „House of Mandela“, die Mandela-Weine vertreibt. Längst wird mit dem Namen Mandelas Geld gemacht, sei es mit Mandela-Büchern, Mandela-Klamotten oder Mandela-Souvenirs. (Quelle: House of Mandela)

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Kap-Kolumne: Kultur der Polizeibrutalität

232 Todesfälle in Polizeigewahrsam. Konsequenzen werden gefordert. Die Politik steht in der Verantwortung

(Autor: Detlev Reichel ist der Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals. Als Missionskind, Sozialist und einstiger Westberliner Anti-Apartheids-Aktivist berichtet er aus und zu Südafrika.)

Niemals hätte ich geglaubt, wieder solche Bilder aus Südafrika zu sehen. Ein Mensch wird an einem Polizeiwagen gekettet und hinter dem Fahrzeug geschleift. In der Tat, der grausame Tod des mosambikanischen Taxifahrers Mido Macia in Daveyton hat Polizeiwillkür und Polizeibrutalität in Südafrika erneut zum Thema werden lassen. Der von Regierungszwängen befreite ehemalige Minister für Geheimdienste, der Kommunist Ronnie Kasrils, forderte in einem Zeitungskommentar, Präsident Zuma müsse den Polizeiminister und die Polizeipräsidentin (Police Commissioner) entlassen. Es sei Aufgabe der Regierung, der regierenden Partei, der Opposition und der Zivilgesellschaft, sicherzustellen, dass diese bedrohliche Kultur der Polizeibrutalität in eine moralische Grundhaltung transformiert werde, die mit den solidarischen Werten übereinstimme, für die die Befreiungsbewegung gekämpft habe. Offenbar sieht der Ex-Minister das derzeitige Spitzenpersonal der Polizeikräfte nicht dazu in der Lage, diese Aufgabe zu bewältigen.

© Nach dem Tod des mosambikanischen Taxifahrers Mido Macia in Daveyton durch Polizeibeamte, ist in Südafrika eine öffentliche Debatte über Polizeiwillkür und Polizeibrutalität entbrannt. Die Politik steht nun in der Verantwortung, die strukturellen Probleme innerhalb der Polizeibehörde SAPS zu lösen. (Quelle: flickr/ CityPress)

© Nach dem Tod des mosambikanischen Taxifahrers Mido Macia in Daveyton durch Polizeibeamte, ist in Südafrika eine öffentliche Debatte über Polizeiwillkür und Polizeibrutalität entbrannt. Die Politik steht nun in der Verantwortung, die strukturellen Probleme innerhalb der Polizeibehörde SAPS zu lösen. (Quelle: flickr/ CityPress)

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