Schlagwort-Archive: Griechenland

Das lukrative Geschäft mit dem Leid

Exklusiv: Türkische Hells Angels sollen von Flüchtlingskrise in Europa erheblich profitiert haben

(2010sdafrika-Redaktion)

Die Bilder der Flüchtlingskrise in Europa, die im Jahr 2015 ihren Höhepunkt erreichte, sind noch nicht vergessen. Hunderttausende Flüchtlinge machten sich auf den Weg durch die unterschiedlichen Staaten Europas, um ihrer Notsituation zu entkommen. Inoffiziellen Quellen zufolge sollen Mitglieder einer Outlaw Motorcycle Gang am Leid der Menschen in erheblichem Maße profitiert haben. Die Rocker sollen hierbei beachtliche Einnahmen erzielt haben. Die Rede ist von den türkischen Hells Angels, den Nomads Turkey.

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© Türkische Hells Angels sollen bei der Flüchtlingskrise in Europa vom Leid der Menschen in erheblichem Maße finanziell profitiert haben. Verschiedene Sicherheitsbehörden haben auf Anfrage der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ die Erkenntnisse nicht dementieren wollen. Auf dem Bild ist ein türkischer Rocker zu sehen. (Quelle: Privat)

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„Osmanen“ provozieren Old-School-Rocker

Exklusiv: Boxerklub traf sich erneut mit türkischen Hells Angels. Insider befürchtet nun eine Eskalation

(2010sdafrika-Redaktion)

Die Berichterstattung der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ über den Boxerklub „Osmanen“ hat in den sozialen Medien hohe Wellen geschlagen. Auch die BILD-Zeitung griff in ihrer Printausgabe die eigenen Erkenntnisse über die Gruppierung auf, die zurzeit auf dem Vormarsch in Deutschland ist. Wie die Redaktion nun erfahren hat, gab es heute erneut ein wichtiges Treffen mit den türkischen Hells Angels aus dem Landkreis Gießen. Rund siebzig Personen beider Klubs kamen zusammen. Ein Insider befürchtet nun eine Eskalation im Rhein-Main-Gebiet.

Osmanen und Nomads Turkey

© Am 19. Juli 2015 trafen sich Mitglieder des Boxerklubs „Osmanen“ zum nun zweiten Mal mit den türkischen Hells Angels aus dem Landkreis Gießen. Auf dem Bild zu sehen sind die beiden „Osmanen“-Chefs Can S. sowie Mehmet B. [beide Personen ganz links] und der Höllenengel Aygün Mucuk [in der Bildmitte]. (Quelle: Privat)

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Kenako-Festival 2013

Ein Rückblick auf das Kenako-Festival 2012: Afrika als kontroverses Thema der Deutschen

(2010sdafrika-Redaktion)

Es ist bald wieder soweit. Vom 23. bis 26. Mai 2013 findet zum zweiten Mal das Kenako-Festival in Berlin statt. Letztes Jahres endete das Festival unter großem Interesse des Publikums. Wir blicken zurück. Viele Persönlichkeiten der deutschen und österreichischen Afrikaszene trafen mit deutschen Intellektuellen zusammen, um bestehende Chancen, Probleme, Herausforderungen und Potentiale der europäisch-afrikanischen Beziehungen zu erörtern. Der Blick dessen erfolgte oft in die schwierige gemeinsame Vergangenheit zwischen europäischen Kolonialmächten und afrikanischen Kolonien. Die Gegenwart wurde von vielen Protagonisten mit der Vergangenheit in Verbindung gebracht. Hingegen wird die Zukunft Afrikas mit China als neuem Partner begegnet – teils positiv, teils kritisch.

© Das 2. Kenako-Festival 2013 in Berlin steht in Kürze an. Vom 23.05. bis 26.05.2013 diskutieren Afrikaexperten und das Publikum mehrere Sachverhalte zum aufstrebenden Kontinent. Genauso wie 2012, wird auch dieses Jahr Ghassan Abid als Chefredakteur von "SÜDAFRIKA - Land der Kontraste" als Referent und Moderator mitwirken. Alle sind herzlich eingeladen!

© Das 2. Kenako-Festival 2013 in Berlin steht in Kürze an. Vom 23.05. bis 26.05.2013 diskutieren Afrikaexperten und das Publikum mehrere Sachverhalte zum aufstrebenden Kontinent. Genauso wie 2012, wird auch dieses Jahr Ghassan Abid als Chefredakteur von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ [im Bild] als Referent und Moderator mitwirken. Alle sind herzlich eingeladen!

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„Ich bin endlich in Europa und bleibe“

Ein tunesischer Flüchtling in Berlin offenbart seine Lebensgeschichte

(Autor: Ghassan Abid)

### Sonderberichterstattung ###

´Tunesien-Woche für Demokratie´

Rida Mabachar (Richtiger Name ist durch den Protagonisten bewusst nicht genannt worden) wohnt seit 2009 im Berliner Bezirk Wedding. Er ist 23 Jahre jung, ohne Ausbildung, trägt sportliche Bekleidung und spricht nur wenig Deutsch. Er lebt mit einer bulgarischen jungen Frau, die einen kleinen Jungen hat, in Form einer Lebenspartnerschaft zusammen. Gegenüber der Ausländerbehörde Berlins wird er als palästinensischer Asylant geführt, dessen Abschiebung nach Palästina aufgrund der politischen Situation mit Israel nicht möglich ist. Als tunesischer Staatsbürger würde er abgeschoben werden, so Rida. Aus diesem Grund verschleiert er seine wahre nationale Identität.

© Tunesischer Pass wird vor deutschen Behörden versteckt gehalten

Schon zehn Versuche hat Rida unternehmen müssen, um endlich da zu sein, wo er hin wollte – nach Europa. „Ich bin endlich in Europa und bleibe“, bekräftigt Rida seinen Anspruch auf ein neues Leben im Abendland. Er befindet sich in Deutschland, da er hierzulande eine Perspektive für sich sieht – vor allem in beruflicher Sicht. Die illegale Migration wird von den meisten Menschen aus dem arabischen und afrikanischen Raum dadurch begründet, dass es in der Heimat keine Arbeit gäbe und man deshalb angewiesen sei, ins westliche Ausland auszuwandern – wenn nicht auf legalem Weg, dann über illegale Kanäle.

Er musste nach eigenen Aussagen viel in Kauf nehmen, um hier leben zu dürfen. Nicht nur die Trennung von seiner Familie, die in der Hauptstadt Tunis lebt, machen ihm zu schaffen, sondern auch die Auswanderungsversuche an sich. „Sechs mal haben mich die Griechen und vier mal die Türken raus geschmissen“, beklagt Rida die Strapazen seiner illegalen Migration. Über die Türkei unternahm der junge Mann mit jeweils zwei bis drei Gefährten – die größtenteils aus Tunesien, Algerien und Marokko stammen – den gefährlichen Schritt des illegalen Grenzübertritts. Vor allem die griechische Küstenwache und Polizei hat die ‚Eindringlinge‘ in mehreren Fällen mit körperlicher Gewalt begegnet. Doch die zugefügten Schmerzen waren nur von kurzfristiger Dauer, während die Sehnsucht nach einem scheinbar besseren Leben von fortwährender Natur sind.

Ich habe – abgesehen von der Familie – nichts in Tunesien, was mich hätte halten können“, untermauert Rida die Sichtweise vieler seiner Freunde. Er würde es immer wieder versuchen und zwar solange, bis er endlich den unbefristeten Aufenthaltstitel für den EU-Raum erhält. Informationen zur gegenwärtigen Lage in Tunesien und zu den Auswirkungen der Jasminrevolution erfährt Rida lediglich aus den Medien. Die wenigen Anrufe in die Heimat, bei den Eltern, verdeutlichen die Krisenstimmung in Nordafrika. Insbesondere in Tunis hat sich infolge der Revolution vieles verschlechtert und kaum gebessert. Die Sicherheitslage spielt hierbei eine zentrale Rolle, so Rida. „Meine Familie verlässt zu später Stunde nicht mehr das Haus“, so der Asylant.

Der Song ´Yal babor ya mon amour´ (zu Deutsch: Das Boot ist meine Liebe), der den Wunsch des Auswanderns thematisiert, zählt zu den beliebtesten Songs der tunesischen, algerischen und marokkanischen Jugend

Rida ist nun in Berlin und von seinen liebsten Menschen räumlich getrennt. „Dies ist schwer für mich … und vor allem darf ich nicht arbeiten“, reagiert er emotional auf die Fragen. Versunken in tiefer Nachdenklichkeit verabschiedet sich Rida und verschwindet in die hektische Menschenmenge inmitten der deutschen Hauptstadt.

Beiträge der 2010sdafrika-Redaktion zur ´Tunesien-Woche der Demokratie´:

https://2010sdafrika.wordpress.com/?s=Tunesien-Woche+für+Demokratie&x=19&y=16