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Film „Winnie Mandela“ zum Scheitern verurteilt

Eine südafrikanisch-kanadische Produktion, die von der Öffentlichkeit ausgeblendet wird

(2010sdafrika-Redaktion)

Während die Öffentlichkeit auf den einzigen von Nelson Mandela autorisierten Spielfilm „Mandela: Long Walk to Freedom“ sehnsüchtig wartet, wissen viele Filmfans bisweilen nicht, dass es auch einen Spielfilm zur langjährigen Ehefrau Madibas zu sehen gibt. Die Produktion „Winnie Mandela“ wird kaum beachtet, wenn nicht sogar boykottiert. Die Presse am Kap und teilweise ausländische Medien blenden den Film weitgehend aus. Die Gründe sind vielfältiger Natur.

© Der südafrikanisch-kanadische Spielfilm "Winnie Mandela" ist zum Scheitern verurteilt. Im gesamten Produktionsprozess liefen viele Dinge schief, sodass von einem Filmerfolg nicht mehr ausgegangen werden kann. (Quelle: RLJ Entertainment/ Image Entertainment)

© Der südafrikanisch-kanadische Spielfilm „Winnie Mandela“ ist zum Scheitern verurteilt. Im gesamten Produktionsprozess liefen viele Dinge schief, sodass von einem Filmerfolg nicht mehr ausgegangen werden kann. (Quelle: RLJ Entertainment/ Image Entertainment)

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Blogs – Südafrikas neue soziale Bewegung

Eine Analyse zur Entwicklung der Blogs im südlichen Afrika

(Autorin: Nadja Krupke)

In Zeiten vor dem Internet nahm man Papier und Füllhalter in die Hand und schrieb seine Leiden, Ängste, Gefühle, Memoarien usw. im stillen Kämmerlein auf. Künstler und Dichter waren Hauptnutzer dieses Konzepts. Doch nicht nur Künstler und Dichter, sondern jeder hatte die Möglichkeit diese Form der Kommunikation zu nutzen. Sei es um sich einem Publikum zu zuwenden oder eine privaten Schrift, in Form eines Tage­buches, zu verfassen. Dieses Konzept hat sich bis ins 21. Jahrhundert bewährt und wird heute als „Bloggen“ bezeichnet.

© Screenshots zu südafrikanischen Blogs

Der Unterschied ist jedoch, dass das Medium des Schreibens sich verändert hat. Papier und Füllhalter sind nun „out“ und es wird wie wahnsinnig auf der Tastatur eines Computers getippt. Auch erscheint das was ge­rade zu getippt wird, direkt im Internet, wo sich zur gleichen Zeit unzählige Menschen dessen bedienen können. Das heißt, das Geschriebene kann direkt gelesen und kom­mentiert werden. Der Ursprung dieses Begriffs entsteht aus der Zusammenführung der englischen Worte „World Wide Web“ und „Log“ für „Logbuch“. Also „Weblog“. Dar­aus entsteht nun die Abkürzung „Blog“. Wortwörtlich übersetzt handelt es sich hier um ein „Netztagebuch“, welches die ganze Zeit aktualisiert und veröffentlicht wird.

Es scheint die neue Art und Weise zu sein, wie sich die heutige Gesellschaft verständigt, ihr Mitteilungsbedürfnis stillt und Informationen teilt. Seit den frühen 80er Jahren „bloggt“ die Gesellschaft nun, über Politik, Mode, Technologie, Kunst etc. Es wird so gut wie über alles „gebloggt“. Demzufolge gewinnt die „Blog-Landschaft“ täglich an Zuwachs und junge Industrieländer wie Südafrika, zum Beispiel, nutzen dieses Konzept nun auch positiv für sich und die Gesellschaft. Doch was ist dran an dieser Art der Kommunikati­on? Ist es die Zukunft des ständigen Informationsaustauschs? Und wie ist diese Entwicklung im Hinblick auf Südafrika zu betrachten?

In den späten 90er Jahren fing Südafrika an, durch das Konzept des „bloggens“, sich zu informieren, zu mobilisieren und zu äußern. Diese Form der Kommunikation hat nicht nur im Hinblick auf Südafrika viele Vorteile, sondern weltweit. Das „Bloggen“ wird an erster Stelle als innovativ, neu und „trendy“ betrachtet. Es werden ganz neue und vielseitige Plattformen täglich gegründet, in welchen man sich ständig austauschen und informieren kann. Blogs können auch in politischer Hinsicht eine positive Auswirkung auf die Gesellschaft haben, indem sich die Menschen vernetzen und gesellschaftliche Themen diskutieren. Langfristig könnten solche konstruktiven Blog-Diskussionen zu positiven Veränderungen in der Politik und Gesellschaft führen.

Südafrika nutzt dieses Medium ebenfalls schon erfolgreich für sich. Zum Beispiel, spricht der südafrikanische Blog „Zanews“, durch politische Satire in Form einer animierten Fernsehserie, ernst zu nehmende politische und gesellschaftliche Defizite an. Weiter gibt es Blogs, die ständig informieren und die Medien kritisch betrachten, wie zum Beispiel der Blog „Memeburn“. „Reconstructive Living Lab (Rlabs)“ beschäftigt sich aktive mit soziale Umfelder und Problemlösung. Ferner findet man auch zur persönlichen Entfaltung und Verwirklichung Koch-Blogs („Simly-Delicious“), Garten-Blogs („Sprig South African Gardening Blog“), Sport-Blogs („Paddlesweep“), Blogs für Frauen die mit dem technologischen Fortschritt nur schwer zurecht kommen und sich deshalb soft skills aneignen wollen („She’s the Geek“) etc. Einer der wohl erfolgreichsten Blogs in Südafrika ist der „Getaway travel Blog“ der sich wie die anfängliche Zeitschrift auf afrikanische Kultur und Sehenswürdigkeiten konzentriert. Über diesen Blog ist es jedem möglich sich über das facettenreiche Südafrika zu informieren und auch selber zu berichten. Zahlreiche Foto-, Mode- und Kunst-Blogs, wie zum Beispiel, „Guy with Camera“, „Indie Berries-the Blog of Che“, „Kim Gray“ und andere sind Beispiele für die erfolgreichsten Blogs in Südafrika.

Abschließend kann man sich sicher sein, dass das „Bloggen“ eine spannende und bereichernde Funktion verkörpert und dass die Blog-Landschaft sich täglich weltweit, aber auch in Südafrika, vergrößert. Wie schon oben erwähnt, ist das „Bloggen“ von Vorteil. Es ist innovativ und kann als Plattform für Netzwerke genutzt werden. Es ist einem selbst frei überlassen welche Blogs man verfolgt und wie man die gewonnen Informationen für sich nutzt. Man könnte die „Blog-Landschaft“ in verschiedene Schubläden unterteilen, da sie sich alle mit verschiedenen Themen befassen. Doch eines was alles gemeinsam haben, ist die Aufgabe zu informieren und irgendetwas zu vermitteln, seien es soft skills oder einfach nur aktuelle Nachrichten. Als Ausblick könnte man davon ausgehen, dass das Bloggen zum Beispiel im Hinblick auf die Politik eine große Bedeutung in der weiteren Demokratisierung Südafrikas sein könnte. Menschen schließen sich zusammen, tauschen sich aus und es wird mobilisiert. Das Bloggen könnte der erster Schritt einer sozialen Bewegung sein, das eine nachhaltige Wirkung auf die Gesellschaft und Politik haben könnte.

Die Revolution ist ausgebrochen – mit Hilfe des Internets

Web 2.0 – Stärkste Waffe des Volkes

(Autor: Ghassan Abid)

### Sonderberichterstattung ###

´Tunesien-Woche für Demokratie´

Mit Hilfe der sozialen Netzwerke wie Facebook, Twitter & Co., der digitalen Vernetzung tunesischer Blogger in erster Linie mit der arabischen Welt sowie Frankreich und dank der Dauerberichterstattung durch den katarischen TV-Sender Al Jazeera, wurde aus dem persönlichen Schicksal  von Mohamed Bouazizi zuerst eine nationale, dann internationale Angelegenheit.

© Das Militär postiert sich auf die Seite des Volkes

Die tunesische Regierung versuchte alles, um die Kommunikation zur Mobilisation eines öffentlichen Aufstandes zu unterbinden. Die für das Internet zuständige Behörde Agence tunisienne d’Internet (ATI) spähte in großem Stil die Zugangsdaten der Protestierenden aus, zensierte hunderte YouTube-Videos bzw. Websites und sammelte in mehreren Fällen genug Informationen, um ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen die „Unruhestifter“ vorbereiten zu können. Personen, die bei Twitter mit dem Hashtag #sidibouzid in Erscheinung traten, machten sich per se ebenfalls verdächtig.

Insbesondere Blogger und Journalisten fühlten sich durch die Regierung stark unter Druck gesetzt, denn waren es jene, die die Jasminrevolution maßgeblich beeinflussten. Lina Ben Mhenni – die wohl bekannteste Bloggerin Tunesiens, Dozentin an der Universität von Tunis und Deutsche Welle-Best of Blogs Awards-Preisträgerin 2011 – beklagte immer wieder, dass ihr E-Mail-Konto und Facebook-Account mehrfach gehackt wurden. Auch berichtet die Betreiberin von „A Tunisian Girl“, dass mehrere ihrer Artikel  fremdbestimmt gelöscht worden sind.

Die Hackergemeinschaft um Anonymous rief am 05. Januar 2011, auf dem Höhepunkt der Jasminrevolution, zum digitalen Krieg gegen die tunesische Regierung auf und legte im Anschluss mehrere Websites von tunesischen Behörden lahm.

Anonymous kritisierte die Regierung von Ben Ali vor allem für den Umstand, dass diese der tunesischen Gesellschaft zu diesem Zeitpunkt keinen freien Zugang zu Informationen gewährt hatte. Die Netzaktivisten sahen sich dementsprechend mit dem Schicksal des tunesischen Volkes verbunden und betrachteten die Machthaber in Tunis als eigene Feinde.

Letztendlich identifizierten sich viele Tunesier mit dem Leid des Hochschulabsolventen Bouazizi. Anwälte, Oppositionelle, Blogger und vor allem junge Menschen schlossen sich der Bewegung an. Je länger die Proteste andauerten, desto länger verließen die Tunesier ihre Wohnungen, um auf den Straßen für ein neues Tunesien mit gesellschaftlicher Partizipation für jedermann zu demonstrieren. Der private Frust eines jeden Einzelnen wurde zum öffentlichen Protest eines gesamten Volkes.

Proteste greifen wie ein Lauffeuer auf das ganze Land über

Beiträge der 2010sdafrika-Redaktion zur ´Tunesien-Woche der Demokratie´:

https://2010sdafrika.wordpress.com/?s=Tunesien-Woche+für+Demokratie&x=19&y=16