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Ausstellung „Cape Town meets Berlin“

Kapstädter Künstlerin Sasha Hartslief fängt Berliner Szenebilder ein. Der Blick für den Alltag.

(Autor: Ghassan Abid)

Vom 14. September bis 20. Oktober 2012 ist in der Berliner Galerie Rosendahl, Thöne & Westphal (RT&W) am Kudamm die Ausstellung „Cape Town meets Berlin“ zu sehen, in welcher die Werke der südafrikanischen Künstlerin Sasha Hartslief zu bewundern sind. Insgesamt hängen 17 Bilder, die allesamt aufgrund der Verwendung dunkler Farbtöne ein Gefühl der Tristesse vermitteln. Beim näheren Hinsehen und bei Kenntnisnahme der Herkunft der Künstlerin erkennt der Betrachter, dass in diesen Kunstobjekten – jedes für sich – eine philosophische Botschaft untergebracht ist.

© „Das Auge ist ein Wunder zu bewahren“. Öl auf Leinwand, 2012. 119,5 x 140 cm. Preis: 9.000 Euro

© „Das Auge ist ein Wunder zu bewahren“. Öl auf Leinwand, 2012. 119,5 x 140 cm. Preis: 9.000 Euro

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Ethnologin Dr. Rita Schäfer im Interview

„Die sexualisierte Gewalt ist Teil der Gewaltstrukturen in der südafrikanischen Gesellschaft.“

(Autor: Ghassan Abid)

© Dr. Rita Schäfer, Ethnologin und Buchautorin (Quelle: Stephan Röhl/ Heinrich-Böll-Stiftung)

© Dr. Rita Schäfer, Ethnologin und Buchautorin (Quelle: Stephan Röhl/ Heinrich-Böll-Stiftung)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ die Ethnologin und Buchautorin Dr. Rita Schäfer. Frau Dr. Schäfer, Südafrika hat die höchste Vergewaltigungsrate weltweit. Wie kommt es zu dieser traurigen Entwicklung und welche Faktoren sind hierfür maßgeblich?

Antwort: Die sexualisierte Gewalt ist Teil der Gewaltstrukturen in der südafrikanischen Gesellschaft. Geschlechtsspezifische Gewalt spiegelt und manifestiert männliche Dominanzen im privaten und öffentlichen Leben. Sie äußert sich gegen Frauen und Mädchen, aber auch gegen Jungen und Männer. Zudem sind homosexuelle Menschen Zielgruppe der Gewaltakteure, die Homosexualität als Angriff auf ihre martialischen und besitzergreifenden Männlichkeitsbilder interpretieren. Die Täter bestätigen ihre maskuline Übermacht – gelegentlich geschieht dies kollektiv durch Gruppenvergewaltigungen, die das männliche Zusammengehörigkeitsgefühl verstärken sollen. Etliche Täter kompensieren Verunsicherungen ihrer männlichen Rollen- und Selbstbilder durch die Demütigung ihrer Opfer.

Insgesamt gilt Gewalt als Mittel der Interessendurchsetzung und als Machtbeweis, das betrifft keineswegs nur die geschlechtsspezifische Gewalt. Diese Gewaltakzeptanz wurde aus der Apartheid und der Kolonialzeit übernommen. Die männlichen Machthaber und deren Handlanger in der Siedlerkolonie und im Apartheidstaat setzten massiv sexualisierte, andere körperliche und strukturelle Gewalt zur Eroberung, Herrschaftsabsicherung, Demütigung und Einschüchterung ein.

2010sdafrika-Redaktion: Gibt es Unterschiede bei der Anwendung von Gewalt an Frauen im Hinblick auf die Perioden Südafrikas während und nach der Apartheid?

Antwort: Geschlechtsspezifische und andere Gewaltmuster ziehen sich durch die südafrikanische (Kolonial)Geschichte. Sie wurden während der Apartheid intensiviert und zum politischen Unterdrückungs- und Demütigungsinstrument, etwa bei Folterungen von Frauen und Männern in Untersuchungshaft. Die Gewaltmuster reichen aber viel weiter zurück. So müssen die rassistischen und sexistischen Strukturen in der Siedlerkolonie und in der Sklavenhaltergesellschaft sowie das besitzergreifende und gewaltbereite Verhalten vieler weißer Farmer (und deren Söhne) berücksichtigt werden. Neben Vergewaltigungen und sexuellem Missbrauch von Sklavinnen und Farmarbeiterinnen, Hausangestellten und Kindermädchen sind Auspeitschungen männlicher Sklaven, Farmarbeiter und schwarzer bzw. „Coloured“-Angestellter zu nennen.

Geschlechtsspezifische Gewalt gegen diese männlichen Untergebenen ist in Relation zur „black peril“ zu sehen, zur paranoiden Angst zahlloser Weißer, die männlichen schwarzen Angestellten könnten ihre Frauen oder Töchter verführen. Faktisch kam das kaum vor, weil weiße Frauen mehrheitlich auch rassistisch eingestellt waren und die schwarzen Untergebenen oft demütigend behandelten. Dies betraf keineswegs nur die „poor whites“ im 20. Jahrhundert. Die südafrikanische Geschichtswissenschaft hat anhand zahlreicher Quellen, die Gewaltstrukturen und rassistische Umgangsformen dokumentieren, diese Zusammenhänge im Detail für einzelne Jahrhunderte und Zeitphasen analysiert. Kritische südafrikanische Kriminologen zeigten schon während der Apartheid auf, dass Gewalt auch in weißen Familien verbreitet war. Das betraf Gewalt gegen Ehefrauen und Kindesmissbrauch. Frauen- und Familienmorde wurden vor allem dann von Männern verübt, wenn ihre Ehefrauen sie verlassen oder sich scheiden lassen wollten. Geschlechtsspezifische Gewaltmuster und martialische Männlichkeitsvorstellungen in der weißen Gesellschaft wurden während der Apartheid auch in Schulen, in der Armee und in anderen Institutionen eingeübt, so war die Gewalt in der Privatsphäre der Weißen Bestandteil und Ausdruck der Militarisierung der gesamten Gesellschaft.

Familiäre Gewalt in anderen gesellschaftlichen Gruppen ist während der Apartheid bzw. in der Kolonialzeit kaum dokumentiert, da die Betroffenen nicht zur Polizei gingen. Sie erhielten dort mehrheitlich keine Unterstützung und fürchteten, erneut gedemütigt zu werden. Sie wollten auch nicht den Kampf gegen die Apartheid verraten – so lautete eine verbreitete Einstellung, wenn sie die sozialen Probleme in der schwarzen Gesellschaft publik gemacht hätten. Noch heute werden schwarze Frauen von ANC-Hardlinern angefeindet, die auf die historischen Hintergründe der gegenwärtigen Gewaltstrukturen hinweisen. Dies betrifft vor allem das Problem, dass schwarze Wanderarbeiter häusliche Gewalt einsetzten, um ihre eigenen Demütigungen als Männer zu kompensieren. Für viele war die Verfügung über die Ehefrauen und Kinder das einzige männliche Machtrefugium, das ihnen der Apartheidstaat bzw. dessen Vertreter noch überließ. Familiäre Gewalt rechtfertigten sie dann mit sehr einseitigen und eigenwilligen Interpretationen von Kultur und Tradition. Frauen- und Kinderorganisationen z.B. in Townships, die heute dagegen vorgehen, haben in der Gesellschaft einen schweren Stand, weil arbeits- und perspektivlose Männer, die unreflektiert gewaltsame Rollenmuster verinnerlicht haben, um ihre Machtdomänen fürchten und die Organisationen mit Argwohn betrachten.

© Männliche Rollen- und Selbstbilder, die vor allem gegen Frauen und Homosexuelle gerichtet sind, stellen ein Problem im Lande dar. (Quelle: Hannelie Coetzee/ MediaClubSouthAfrica.com)

© Männliche Rollen- und Selbstbilder, die vor allem gegen Frauen und Homosexuelle gerichtet sind, stellen ein Problem im Lande dar. (Quelle: Hannelie Coetzee/ MediaClubSouthAfrica.com)

2010sdafrika-Redaktion: Die südafrikanische Sektion der US-amerikanischen NGO CIET Trust befragte 2008 insgesamt 269.705 Schüler zwischen 10 bis 19 Jahren an 1191 Schulen im Lande. Jeweils 28 Prozent der Schüler wurden nach eigenen Angaben von fremden Erwachsenen, 28 Prozent von Mitschülern und 18 Prozent von Familienangehörigen missbraucht. Hinzu kommt, dass 20 Prozent der Schüler von den eigenen Lehrern zu Sexualakten genötigt wurden.

Ist der sexuelle Missbrauch von Kindern – vor allem von Mädchen – in Südafrika salonfähig geworden? Und wo besteht Ihrer Meinung nach Handlungsbedarf auf der Seite des Staates?

© Vor allem Mädchen werden zur fraglosen Autoritätshörigkeit gegenüber Männern erzogen. Konsequenz dieser Wertvorstellung sind Schwangerschaften, HIV-Infektionen und eine Bagatellisierung von sexueller Gewalt. (Graeme Williams/ MediaClubSouthAfrica.com)

Antwort: Sexualisierte Gewalt gegen Kinder, insbesondere gegen Mädchen, gibt es nicht erst seit 1994. Vielmehr war diese Gewaltform Teil der besitzergreifenden Männlichkeitsvorstellungen, die lange vor der Apartheid etabliert wurden. Für viele Männer sind diese Strukturen normativ, wie Studien ganz unterschiedlicher südafrikanischer Forschungseinrichtungen belegen. Der bagatellisierende Umgang mit sexuellem Missbrauch durch Lehrer spiegelt verbreitete Einstellungen in Gesellschaft und Politik gegenüber Kindern, (besitzergreifender) Sexualität und Gewalt. Männer in Autoritätspositionen sollten nicht kritisiert werden. Vor allem Mädchen werden zur fraglosen Autoritätshörigkeit gegenüber Männern erzogen; eine fatale Norm, wenn man and die Ausbreitung von HIV und die zahlreichen ungewollten Teenagerschwangerschaften denkt. Auch die negative Vorbildfunktion der Lehrer für männliche Schüler ist zu beachten. Jungen übernehmen das besitzergreifende Sexualverhalten ihrer Lehrer, vor allem wenn die keine Strafverfolgung – höchstens Versetzungen – fürchten müssen. Hier müssten die staatlichen Institutionen auf jeden Fall mehr tun. Einzelne Lehrergewerkschaften haben sich inzwischen gegen die Gewalt ausgesprochen. Zu hoffen ist, das ihre Mitglieder sich daran halten. Auch zivilgesellschaftliche Organisationen, die Opfern helfen und präventiv arbeiten, bräuchten mehr und kontinuierlichere Unterstützung.

2010sdafrika-Redaktion: Von April 2000 bis Oktober 2003 arbeiteten Sie an einem Forschungsprojekt an der Freien Universität Berlin unter der Leitung von Prof. Dr. Ute Luig mit. Die Analyse von Frauenrechtsorganisationen in Südafrika stand im Mittelpunkt dieses Vorhabens. Zu welchen Resultaten sind Sie hierbei gekommen?

Antwort: Die Resultate können Interessierte im Buch: Im Schatten der Apartheid, Lit-Verlag, Münster, 2. Auflage 2008 im Detail nachlesen.

2010sdafrika-Redaktion: Die im südafrikanischen Durban ansässige NGO Bobbi Bear bemängelt, dass männliche Zulu-Anhänger [Hinweis der 2010sdafrika-Redaktion: Zulus stellen eine eigene Ethnie im südlichen Afrika dar] die Aufdeckung von Missbrauchsfällen (un-)bewusst behindern. Inwieweit sind die Frauenrechtsorganisationen miteinander vernetzt und aufeinander abgestimmt?

Antwort: Ob und seit wann die Zulu eine Ethnie sind und wer Zulu-sprechende Menschen zu einer Ethnie „gemacht“ hat, darüber gibt es große Meinungsverschiedenheiten in der (südafrikanischen) Sozialanthropologie, Geschichte und in anderen Wissenschaften. Die Bedeutung von martialischer und besitzergreifender Männlichkeit in der Zulu-Gesellschaft muss historisiert werden; das betrifft auch die Gewaltakzeptanz. Dazu sind etliche Studien südafrikanischer Historiker erschienen. Frauen- und Kinderorganisationen, die Opfern helfen und präventiv arbeiten, sind soweit vernetzt, wie ihre finanziellen und personellen Mittel das erlauben. Staatliche Gelder und finanzielle Unterstützung durch internationale und andere Geberorganisationen sind gering, werden nur kurzfristig bereit gestellt und an enggefasste Verwendungszwecke gebunden. Die Geber übersehen oft die Bedeutung von Vernetzung.

2010sdafrika-Redaktion: Wie kam es dazu, dass Sie sich mit Frauenrechtsorganisationen in Südafrika befassten?

Antwort: Mich haben die Beiträge der Organisationen zur Verwirklichung der neuen Verfassung und der innovativen Rechts- und Gesetzesgrundlagen interessiert.

2010sdafrika-Redaktion: Was verstehen Sie unter dem Begriff „Feminismus“ und welche Differenzierung machen Sie, wenn Sie von einem „Afrikanischen Feminismus“ sprechen?

Antwort: Es gibt eine differenzierte Debatte in der südafrikanischen und afrikanischen Geschlechterforschung über den Feminismusbegriff, die in der Fachliteratur nachgelesen werden kann. Deutlich ist, dass viele südafrikanische Autoren/innen die historisch geprägten Unterschiede zwischen Frauen auf der Grundlage von Hautfarbe, Herkunft, Beruf und Bildung stärker berücksichtigen als anderswo. Gleichzeitig historisieren sie die heutigen geschlechtsspezifischen Gewaltmuster und verlangen die Überwindung gewaltgeprägter Männlichkeit – auch zum Wohle der Männer, der ganzen Familien und der Gesellschaft. Etliche schließen – soweit die Mittel das erlauben – Allianzen mit pro-feministischen HIV/AIDS-, Kinderrechts-, Männer- und Menschenrechtsorganisationen, die oft ähnlich wie sie von ideologischen Fanatikern unterschiedlicher Herkunft als „unafrikanisch“ angefeindet werden. Sie wehren sich dagegen, afrikanischen Feminismus als Import aus den USA oder Europa zu sehen.

2010sdafrika-Redaktion: Welche persönlichen Träume und wissenschaftlichen Vorhaben würden Sie gerne realisieren, vor allem im Hinblick auf Südafrika?

Antwort: Mir war und ist der Dialog mit südafrikanischen Kollegen/innen ein Anliegen. Wünschenswert wäre es, wenn die Forschungsergebnisse, die südafrikanische Kollegen/innen publiziert haben, stärker in der hiesigen Auseinandersetzung mit Südafrika wahrgenommen würden. Das betrifft nicht nur die Wissenschaft, z.B. Universitätsbibliotheken oder Institute, sondern auch politische Berater und Entwicklungsorganisationen. Zudem sollten die Organisationen, die gegen die geschlechtsspezifische Gewalt in Südafrika vorgehen, mehr Beachtung und Unterstützung erfahren. Das wäre insbesondere für Organisationen wünschenswert, die präventiv arbeiten und gewaltgeprägte Männlichkeitsvorstellungen ändern. Dadurch sorgen sie für mehr Lebensqualität von Männern, die bekanntlich auch in großer Zahl durch AIDS oder Morde sterben, und für eine gerechtere und friedlichere Gesellschaft. Vorbildlich ist beispielsweise das Sonke Gender Justice Network.

2010sdafrika-Redaktion: Dr. Rita Schäfer, Ethnologin, vielen Dank für das sehr interessante Interview.

Johannesburg-Bloggerin Laurice Taitz im Interview

Eine Frau über ihr Engagement für ein „schönes Johannesburg“

(Autor/ Editor: Ghassan Abid)

Deutsche Interview-Zusammenfassung:

Johannesburg ist eine Stadt, die mit vielen negativen Begleiterscheinungen einer Metropole in Verbindung gebracht wird – Kriminalität, Rassismus, Verkehrschaos, Armutsviertel und Arbeitslosigkeit. Laurice Taitz hingegen bloggt nur Positives aus und zu Jo´burg. Sie liebt ihren Wohnort, den man aus verschiedenen Perspektiven her betrachten müsse. Arme und Reiche leben hier beinahe nebeneinander. Viele Gesellschaften sind in einer Gesellschaft integriert. Die einstige Goldgräberstadt hat sich zu einer riesigen Heimat von Millionen von Menschen unterschiedlichster Herkunft, Religion, Sozialschicht und Nationalität entwickelt. Die Innenstadt mit dem Constitution Hill, dem Verfassungsgerichtshof Südafrikas, bewertet die Bloggerin als schönsten Ort Johannesburgs. Ebenso faszinieren sie die seit hundert Jahren bestehende Public Library, die öffentlichen Kunstinstallationen, das künstlerisch-hippe Viertel Maboneng, die Shopping-Straßen unweit der Diagonal Street und das äthiopische Viertel im Osten der Stadt. „Die Stadt ist voller Gegensätze und Plätze, die es zu entdecken gilt“, sagt Laurice. Und dennoch bevorzugen Europäer eher Kapstadt aufzusuchen. Sie selber war bereits zweimal in Deutschland und auch in Berlin. Die deutsche Hauptstadt beneidet sie für ihre schöne Architektur. „Es ist ein Ort, welcher viele Lektionen für Südafrika bereithält“, hält sie abschließend fest.

© Johannesburg is offering a reams of public arts (Picture Source: www.todoinjoburg.co.za)

© Johannesburg is offering a reams of public arts (Picture Source: http://www.todoinjoburg.co.za)

© Laurice Taitz, Blogger from Johannesburg

© Laurice Taitz, Blogger from Johannesburg

2010sdafrika-editorial staff: We would like to welcome on „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ – the German Gateway to South Africa – the in Johannesburg based blogger Laurice Taitz.

You started your blog „nothing to do in joburg besides…“, in which you present a cultural view on this megacity. What is Johannesburg standing for?

Answer: Johannesburg is a city on the move. It was founded on a gold rush and it remains true to that, a city that in parts flashes its wealth and that also hides a rich seam of gold. It can be a difficult place to get to know but for me it’s a vibrant urban African metropolis.

2010sdafrika-editorial staff: Which is from your point of view the most beautiful place in Johannesburg and for which reason?

Answer: The inner city is the most beautiful place because every time I am there I see that the huge efforts to revive it are showing results. Some of my favourite sites include: Constitution Hill, where the values of one of the most progressive constitutions in the world are brought to life each day; Johannesburg’s newly-renovated Public Library, a 100-year-old architectural masterpiece; the city’s growing collection of public art; the up-and-coming hip urban district of Maboneng; the maze of shopping streets of old Johannesburg around Diagonal street; the Ethiopian district on the east side of the city; and Braamfontein’s lively streetlife.

Diagonal Street on Google Street View

The city is full of contrasts, and places to explore. And while you didn’t ask, the second most beautiful place is Johannesburg’s suburbs in spring when the jacaranda trees are in bloom and this tree-lined city is full of purple blossoms.

© The Public Library in Johannesburg (Picture Source: www.todoinjoburg.co.za)

© The Public Library in Johannesburg (Picture Source: http://www.todoinjoburg.co.za)

2010sdafrika-editorial staff: You demonstrate on your blog mostly lovely sights of Johannesburg. Why aren´t you writing on difficult topics like crime, poverty, xenophobia or corruption?

Answer: While I focus on what I love about the city and what it has to offer I never shy away from dealing with its less comfortable aspects, as these are part of the city’s challenges. As a former political reporter I am also acutely aware of giving readers the full story. I just don’t dwell on it because I see enormously positive changes taking place.

© Johannesburg is the home of different cultures (Picture Source: www.todoinjoburg.co.za)

© Johannesburg is the home of different cultures (Picture Source: http://www.todoinjoburg.co.za)

2010sdafrika-editorial staff: Today, South Africa has developed a huge blogging scene. How would you evaluate the importance of blogs for the public opinion making process in South Africa?

Answer: I think that particularly the Joburg blogs that have emerged are helping to shape a new perception of the city for locals and foreigners. So many voices, filled with pride, in exploring a city, discovering its secrets and creating a sense of belonging from diverse perspectives.

2010sdafrika-editorial staff: Johannesburg is a big cosmopolitan city with many cultures and nationalities. Do you think that in Joburg is one society or rather several societies living side by side?

Answer: It depends where you stand. You can choose a pocket of the city and never see what’s beyond that corner but I think Joburg is many societies in one. A place where rich and poor live side by side, not always easily, and where people from all over Africa and the world congregate. The mix is what makes this city exciting.

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2010sdafrika-editorial staff: The most Germans and Europeans are preferring to live in Cape Town as in Johannesburg. How far could you understand this decision and which pros is Joburg providing?

Answer: I think people from Europe are easily seduced by Cape Town’s incredible beauty and promise of a cosmopolitan lifestyle. Who isn’t? But saying that, Joburg has a perceptible pulse all year round, and that makes it an exciting place to be with its mix of people, cultures, commerce and arts.

2010sdafrika-editorial staff: Which perception do you have from Germany and Germans?

Answer: I have visited Germany twice and each time been struck by a country that has rebuilt itself into a modern and dynamic society and that continues to deal with its past but is looking to its future. It is a place that has many lessons for South Africa. I also fell in love with Berlin’s incredible architecture and hope to visit again soon.

© A spirit mix of religion and arts in Jo´burg (Picture Source: www.todoinjoburg.co.za)

© A spirit mix of religion and arts in Jo´burg (Picture Source: http://www.todoinjoburg.co.za)

2010sdafrika-editorial staff: Laurice Taitz, blogger from Jo´burg, thank you very much for this urban interview!

2010sdafrika-Interview mit dem Architekten Luyanda Mpahlwa zur Johannesburger Städtekultur:

https://2010sdafrika.wordpress.com/2010/05/16/johannesburg-im-architektur-boom/

Auswärtsspiel „Western Cape“

Regierungspartei ANC im Kampf gegen die Oppositionspartei DA

(Autor: Ghassan Abid)

Südafrika ist eine parlamentarische Präsidialrepublik mit einem föderalistischen Aufbau. Das 1.219.912 km2 große Land gliedert sich seit dem Ende der Apartheid von 1994  in Bundes-, Landes- und Kommunalebene auf. Die zur Apartheid existierenden vier Provinzen Kapprovinz, Natal, Oranje-Freistaat und Transvaal wurden mit den Homelands ( = Gebiete der schwarzen Bevölkerung, welche das Apartheidsregime zwecks Isolierung der unterdrückten Mehrheitsgesellschaft geschaffen hatte) zusammengeführt, sodass neun Provinzen/ Bundesländer entstanden sind: Westkap (Western Cape), Nordkap (Northern Cape), Ostkap (Eastern Cape), KwaZulu-Natal, Freistaat (Free State), Nordwest (North West), Gauteng, Mpumalanga und Limpopo.

© Wahlkampf - In Südafrika zwischen ANC und DA

Auf der nationalen Ebene regiert der African National Congress (ANC) von Nelson Mandela, genauso wie in allen Provinzen; abgesehen vom Western Cape. Denn in dieser südlichen Region Südafrikas mit ca. 4,2 Millionen vor allem Afrikaans sprechenden Menschen, in welcher auch die kosmopolitische Metropole Kapstadt liegt, konnte mit den Wahlen vom 22. April 2009 die Democratic Alliance (DA) den ANC als Provinzregierung ablösen. Der ANC erhielt für die Region 666.223 Stimmen (32,86 Prozent), wohingegen die DA 989.132 Wähler (48,78 Prozent) von sich überzeugen konnte; fast die Hälfte aller an der Wahl beteiligten Personen des Westkaps.

Diese Ablösung erweist sich vielen ANC-Mitgliedern bis heute als eine noch nicht gekannte Demütigung, welche zur nächsten Legislaturperiode in 2 Jahren wiederhergestellt werden soll. Helen Zille, die deutschstämmige Vorsitzende der DA und ehemalige Bürgermeisterin Kapstadts, bekräftigt ihren Führungsanspruch als Premierministerin des Western Cape´s ( = Ministerpräsidentin) und erteilt dem ANC eine klare Absage.

Gewiss ist das Westkap kein Heimspiel für den ANC, bedingt durch den hohen Anteil an farbigen Einwohnern und relativ wenigen Schwarzen. Denn nach wie vor ist es in Südafrika so, dass die Wahl der Parteien an die eigene ethnische Herkunft gebunden ist. Schwarze wählen bevorzugt den ANC, Farbige und Weiße eher die DA. Bis 2014 muss der ANC das Vertrauen der südafrikanischen Bevölkerung, insbesondere jenes der Farbigen, für sich zurückgewinnen. Allerdings lässt die aktuelle vom ANC angestoßene Debatte um die Presseregulierung mehr Unbehagen als Vertrauen aufkommen, welches die Macht der DA im Western Cape eher stärken als schwächen dürfte.