Schlagwort-Archive: Homeland

Kap-Kolumne: Ah! Zwelonke – Folklore oder mehr?

Jacob Zuma inthronisiert Mpendulo Zwelonke Sigcawu – den König des AmaXhosa-Stammesgebiets

(Autor: Detlev Reichel, Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals)

Ein historisches Ereignis ist es zweifellos. Nach 50 Jahren wird erstmals ein König der Xhosa-Nation offiziell eingeschworen und auf den Thron gehoben. Und dies von den Organen einer konstitutionellen Demokratie, deren Verfassung global als vorbildlich gilt.

8286073225_dcf22cf298_o

© Am 15. Mai 2015 wohnte Südafrikas Staatspräsident Jacob Zuma der Krönung des Xhosa-Königs König Mpendulo Zwelonke Sigcawu bei [Beide im Archivbild zu sehen]. Kap-Kolumnist Detlev Reichel beleuchtet die Hintergründe zur Verflechtung von konstitutioneller Demokratie und traditionell-feudalen Herrschaftsstrukturen. (Quelle: flickr/ GovernmentZA)

Weiterlesen

Werbeanzeigen

Ubuntu in Germany Column

Goodbye Germany: Ubuntu columnist Alex Smit-Stachowski intends to trek back to South Africa

(Editor: Alex Smit-Stachowski is speaking in her column about life as a South African now living in Germany. The South African journalist lives in Krefeld, in North Rhine-Westphalia/ Germany).

© Ubuntu columnist Alex Smit-Stachowski will leave Germany and to go back to South Africa, her birthplace. Her most important reason for this, is love.

© Ubuntu columnist Alex Smit-Stachowski will leave Germany and to go back to South Africa, her birthplace. Her most important reason for this, is love.

I recently flew to South Africa to have a short holiday with the man I had fallen in love with. After spending five days in Johannesburg, I decided that within the next year, I will move back to my mother country.

Leaving Germany – with its modern, efficient business-like manner and thriving economy for the multicultural, often haphazard and conflicted country at the bottom of the world map is not an easy decision but one I am making for several reasons – the primary one being love.

Weiterlesen

Ubuntu in Germany Column

Are Germans in South Africa ‚abgekapselt‘ [isloated]?

(Editor: Alex Smit-Stachowski is speaking in her column about life as a South African now living in Germany. The South African journalist lives in Krefeld, in North Rhine-Westphalia/ Germany).

A recent interview on this website heard the view from a German journalist in Cape Town that the Germans in South Africa are ‘abgekapselt’ – isolated, living on their own island away from the rest of the community. As I grew up in a German family in South Africa, I can tell how it is from an insider’s point of view…

© Ubuntu-Columnist Alex Smit-Stachowski is speaking in her new article about Germans in South Africa. (Source: flickr/ eGuide Travel)

© Ubuntu-Columnist Alex Smit-Stachowski is speaking in her new article about Germans in South Africa. (Source: flickr/ eGuide Travel)

Weiterlesen

Kap-Kolumne: „Alive and kicking“

Südafrikas junge Demokratie lebt und strampelt – trotz der Vielzahl an Fehlentwicklungen.

(Autor: Detlev Reichel ist der Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals. Als Missionskind, Sozialist und einstiger West-Berliner Anti-Apartheids-Aktivist berichtet er aus und zu Südafrika.)

Neulich ruft mich ein besorgter Freund aus Deutschland an. Was ist los bei euch? Wir lesen und hören von Unruhen in Südafrika. Seid ihr in Gefahr? Es sei um Südafrikas junge Demokratie schlecht bestellt, so geht die Rede. Die Medien sind voll von Berichten über wilde Streiks, schwache politische Führung, vom Verschwenden und Verschwinden öffentlicher Mittel, von Kämpfen und Krämpfen im allzu mächtigen ANC.

Ich kann ihn beruhigen. Der Alltag zeigt: Südafrikas junge Demokratie lebt und strampelt – „alive and kicking“ wie man hier sagt.

    © Wilde Streiks, eine schwache politische Führung, Verschwenden & Verschwinden öffentlicher Mittel und ANC-Machtkämpfe dominieren das mediale Bild Südafrikas. Doch die junge Demokratie weiß sich gegen Fehlentwicklungen zu wehren. Die Einrichtung "Public Protector" und die südafrikanische Zivilgesellschaft werden immer dann aktiv, wenn wesentliche Grundsätze der Verfassung und gesetzmäßigen Ordnung verstoßen werden. (Quelle: flickr/ Darryn van der Walt)

© Wilde Streiks, eine schwache politische Führung, Verschwenden & Verschwinden öffentlicher Mittel und ANC-Machtkämpfe dominieren das mediale Bild Südafrikas. Doch die junge Demokratie weiß sich gegen Fehlentwicklungen zu wehren. Die Einrichtung „Public Protector“ und die südafrikanische Zivilgesellschaft werden immer dann aktiv, wenn wesentliche Grundsätze der Verfassung und gesetzmäßigen Ordnung verstoßen werden. (Quelle: flickr/ Darryn van der Walt)

Weiterlesen

Auswärtsspiel „Western Cape“

Regierungspartei ANC im Kampf gegen die Oppositionspartei DA

(Autor: Ghassan Abid)

Südafrika ist eine parlamentarische Präsidialrepublik mit einem föderalistischen Aufbau. Das 1.219.912 km2 große Land gliedert sich seit dem Ende der Apartheid von 1994  in Bundes-, Landes- und Kommunalebene auf. Die zur Apartheid existierenden vier Provinzen Kapprovinz, Natal, Oranje-Freistaat und Transvaal wurden mit den Homelands ( = Gebiete der schwarzen Bevölkerung, welche das Apartheidsregime zwecks Isolierung der unterdrückten Mehrheitsgesellschaft geschaffen hatte) zusammengeführt, sodass neun Provinzen/ Bundesländer entstanden sind: Westkap (Western Cape), Nordkap (Northern Cape), Ostkap (Eastern Cape), KwaZulu-Natal, Freistaat (Free State), Nordwest (North West), Gauteng, Mpumalanga und Limpopo.

© Wahlkampf - In Südafrika zwischen ANC und DA

Auf der nationalen Ebene regiert der African National Congress (ANC) von Nelson Mandela, genauso wie in allen Provinzen; abgesehen vom Western Cape. Denn in dieser südlichen Region Südafrikas mit ca. 4,2 Millionen vor allem Afrikaans sprechenden Menschen, in welcher auch die kosmopolitische Metropole Kapstadt liegt, konnte mit den Wahlen vom 22. April 2009 die Democratic Alliance (DA) den ANC als Provinzregierung ablösen. Der ANC erhielt für die Region 666.223 Stimmen (32,86 Prozent), wohingegen die DA 989.132 Wähler (48,78 Prozent) von sich überzeugen konnte; fast die Hälfte aller an der Wahl beteiligten Personen des Westkaps.

Diese Ablösung erweist sich vielen ANC-Mitgliedern bis heute als eine noch nicht gekannte Demütigung, welche zur nächsten Legislaturperiode in 2 Jahren wiederhergestellt werden soll. Helen Zille, die deutschstämmige Vorsitzende der DA und ehemalige Bürgermeisterin Kapstadts, bekräftigt ihren Führungsanspruch als Premierministerin des Western Cape´s ( = Ministerpräsidentin) und erteilt dem ANC eine klare Absage.

Gewiss ist das Westkap kein Heimspiel für den ANC, bedingt durch den hohen Anteil an farbigen Einwohnern und relativ wenigen Schwarzen. Denn nach wie vor ist es in Südafrika so, dass die Wahl der Parteien an die eigene ethnische Herkunft gebunden ist. Schwarze wählen bevorzugt den ANC, Farbige und Weiße eher die DA. Bis 2014 muss der ANC das Vertrauen der südafrikanischen Bevölkerung, insbesondere jenes der Farbigen, für sich zurückgewinnen. Allerdings lässt die aktuelle vom ANC angestoßene Debatte um die Presseregulierung mehr Unbehagen als Vertrauen aufkommen, welches die Macht der DA im Western Cape eher stärken als schwächen dürfte.

Rezension der Südafrika-Doku SUNNY LAND

Berlinale-Film „Sunny Land“ – eine Filmkritik

(Autor: Ghassan Abid)

Sun City ist Afrikas Abbild des US-amerikanischen Glücksspielparadieses Las Vegas, wo Großveranstaltungen wie der Miss World Contest, das Sun City Golfturnier und Konzerte mit Queen, Cher sowie Frank Sinatra stattfanden. Glückliche Menschen, atemberaubende Naturlandschaften, der Geruch von Reichtum und große Swimmingpools prägen im Dokumentarfilm „Sunny Land“ das Image dieser (umstrittenen) touristischen Anlage.

Begleitet werden diese Sonnenseiten mit Archivmaterial aus TV und Radio. Doch die negativen Gesichtspunkte wurden zu Apartheidzeiten nie thematisiert. Diese Problematik greifen die Regisseure Aljoscha Weskott und Marietta Kesting nun auf. Hierbei bedienen sie sich dem Instrumentarium des Interviews von Schwarzen und Weißen bzw. von Südafrikanern und Ausländern.

Südafrika – für Weiße schön, für Schwarze nicht

Im Mittelpunkt der Befragungen steht Tatho Matabene, ein junger südafrikanischer Mann mit schwarzer Hautfarbe, der seine Freude dahingehend erläutert, dass heute jeder in Südafrika frei und gleich ist. Es wird verdeutlicht, dass für die Weißen Südafrika sehr schön sei, jedoch für die Schwarzen viele Einschränkungen und Diskriminierungen im Alltag auftreten. Die Miss Germany 1992 äußert im Film das Bewusstsein für die Probleme der Unterdrückten, hegt aber zugleich ihre Befürchtungen gegenüber den ANC-Mitgliedern des Freiheitskämpfers Nelson Mandela und übernahm somit die Propaganda der Rassisten, wie viele einstige Besucher von Sun City.

Das Apartheidregime wollte die schwarze Mehrheitsbevölkerung im Rahmen des Konzeptes der „Großen Apartheid“ aus dem Lande verdrängen, indem sogenannte Homelands in die Unabhängigkeit entlassen und nur durch Südafrika als eigene Nationen anerkannt wurden. Konsequenz war die Ausbürgerung von Schwarzen mit einer Abschiebung in die Homelands, das quasi „Ausland“ war. Das Homeland Bophuthatswana mit Sun City auf seinem Territorium, diente schließlich auch dem simplen Grundsatz der Rassentrennung „blacks ruled by whites“.

Gute Idee – dennoch ein Reinfall

Der Versuch das System der Apartheid mit Sun City zu erklären ist durchaus als gute Idee aufzufassen, jedoch erweist sich die Umsetzung dessen als Reinfall. Der Kontrast zwischen Sonnenseite und Schattenseite konnte nicht an den Zuschauer transportiert werden. Ebenfalls verliert man sich im Film permanent in monotonen und sehr oberflächlichen Erzählungen, die das Interesse an der Doku zunehmend abflauen lassen. Es ist anzumerken, dass Aljoscha Weskott und Marietta Kesting mit Sunny Land erstmalig auf internationaler Bühne als Regisseure auftreten und sich dementsprechend noch in der Experimentierphase befinden. Die für Analysen der Erinnerungskulturen in Afrika erprobte Kesting und der bisher als Darsteller aufgetretene Weskott werden die Erwartungen der Zuschauer nicht befriedigen können.

—————————–

2010sdafrika-Artikel beim Gazelle Magazin veröffentlicht:

http://www.gazelle-magazin.de/cultura/film/newsdetails/article/14/1265857000.html

Filmdatenblatt von Sunny Land auf Berlinale-Website:

http://www.berlinale.de/external/de/filmarchiv/doku_pdf/20103493.pdf